Amnesty, Israel und der palästinensische Terror

01. Nissan 5784

Obwohl das Thema nicht unbedingt in meinen Blog gehört, nehme ich es doch heute auf. Amnesty International, eine Gruppe von ‘professionellen Gutmenschen’, die tendenziell eher pro-palästinensisch und anti-israelisch ist. Unter dem Titel «Das Massaker am 7. Oktober markiert einen tiefen Einschnitt» werden auf der Webseite von Amnesty zwei Artikel verlinkt: «Artikel aus Israel» und «Situation in Gaza».

Der erste Artikel mit dem Untertitel «Hamas ermordet Friedensaktivist*innen» brav gegendert, gibt schon im ersten Absatz an, was der Tenor ist: «Unter den Getöteten und Verschleppten waren viele Aktivist*innen, die sich für Menschenrechte und einen Ausgleich mit den Palästinenser*innen eingesetzt haben», und der sich laufend fortsetzt. «Zu den Geiseln und Todesopfern zählen auch Menschenrechtsverteidiger*innen, die sich angesichts der israelischen Unterdrückungspolitik und des Apartheidsystems für die Rechte von Palästinenser*innen einsetzten.»

Auch der zweite Artikel «Menschengemachte humanitäre Katastrophe» ist nicht weniger parteiisch. Kein Wort, dass Hamas den Waffenstillstand vom 2019 am 7. Oktober gebrochen hat, kein Wort, dass Hamas an diesem Tag den Krieg gegen Israel begann. Kein Wort, dass sich Hamas hinter zivilen Schutzschilden versteckt, kein Wort, dass Hamas die israelischen Geiseln zurückgeben muss. Kein Wort, dass die meisten von unseren Geiseln nicht mehr leben. Israel ist der alleinig Schuldige. Israel hat Gaza abgeriegelt. Israel beschränkt die Menge der Hilfslieferungen. Israel hat keine ‘substanziellen Beweise geliefert, dass sich in den Krankenhäusern Terror-Stützpunkte befinden’ (Der Bericht stammt vom 23.12.23)

Die Angriffe der Israelis sind überproportional und unterscheiden nicht zwischen Zivilist*innen und Kämpfer*innen. «Eine Waffenruhe würde das Leid der Bevölkerung mildern und das Gesundheitssystem entlasten. Ausserdem könnte dann über die weitere Freilassung der Geiseln der Hamas verhandelt werden, ebenso wie über die Freilassung willkürlich inhaftierter Palästinenser*innen in Israel. Wir fordern, dass alle Zivilist*innen in ihre Häuser zurückkehren dürfen, aus denen sie vertrieben wurden. Diese Vertreibung darf nicht wie 1948 zum Dauerzustand werden.»

Die Artikel enden mit der Feststellung: «Unterschiedliche Perspektiven zu präsentieren, ist das Ziel unserer Berichterstattung über den Nahostkonflikt. Mit unseren Beiträgen wollen wir zu einer offenen, konstruktiven und sachlichen Debatte beitragen.»

Ich klage an, dass Amnesty so einseitig wie nur eben möglich berichtet. Kein Wort zu den Menschen, die genauso grausam gefoltert, sexuell missbraucht, verschleppt oder bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, ermordet wurden, ohne dem positiv-Menschenbild von Amnesty zu entsprechen. Amnesty betreibt willentliche und wisssentliche Täter-Opfer-Umkehr.

Alles wäre ganz einfach. Die Hamas und der Palästinensisch-Islamische-Djihad müssen sich bedingungslos ergeben, die Geiseln, lebend oder tot, müssen an Israel zurückgeben werden und der Krieg wird in kürzester Zeit zu Ende sein.

Doch Amnesty bemüht sich erst gar nicht um das, was sie behauptet zu tun: eine objektive Berichterstattung.

Moshe Taman, s’’l,  durfte nur 19 Jahre alt werden. Er wurde 1965 in einem Auffanglager bei Netanya geboren. Sein Ziel war es, nach dem Militär, zu dem er sich 1983 meldete, zu heiraten. Bei der IDF wurde er auf Grund seiner zivilen Ausbildung als Maschinenbautechniker dem Ingenieur-Corps zugeteilt. Dort lernte er alles über Minen, Strassenbau, Bergbau. Am 6. August 1984 fuhr er zu seiner Familie in den Kurzurlaub, traf sich mit seiner Freundin und begleitete sie zu ihrem Elternhaus in Tiberias. Am Abend nahm er den Bus von Tiberias nach Tel Aviv. Seine Spur verlor sich, als er an der Haltestelle Beit Lid den Bus verliess.

Vier Tage später wurde er mit eindeutigen Zeichen von grausamer Folterung, schweren Schädelverletzungen und einem Schuss in die Brust aufgefunden.

Die Ermittlungen der Militärpolizei ergaben, dass er von einer Terror-Bande aus Baka al-Garbiya, einer geteilten Stadt, entführt, grausam gefoltert und ermordet worden war.

Chef und Anführer dieser Terror-Bande war Walid Daqqa. Er wurde am 25. März 1986 festgenommen und im März 1987 zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Militärgericht verurteilte ihn nicht dezidiert wegen des Mordes an Moshe Taman, sondern wegen der Anführerschaft an einer Gruppe der ‘Volksfront zu Befreiung Palästinas’ (PFLP). Im Jahr 2012 wurde die Haftstrafe in einem Berufungsverfahren in eine 37-Jahre lange Strafe umgewandelt.

2018 kam es jedoch zu einer weiteren Verurteilung, weil er Mobiltelefone in die Gefängnisse schmuggeln liess. Dies gelang ihm mit Hilfe des MK der arabischen Balad Partei, Basel Ghattas, der daraufhin aus der Knesset ausgeschlossen wurden. Insgesamt wurden 15 Handys mit SIM-Karten in der Zelle des Verurteilten aufgefunden.

Das vorläufige Ende seiner Freilassung wäre im Frühjahr 2025 gewesen.

Nun ist Walid Daqqa im Alter von 62 Jahren im ‘Shamir Medical Center’ an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorben.

Amnesty missbrauchte seinen Tod prompt zu einer infamen antiisraelischen Mitteilung: «Der Tod von Walid Daqqah ist eine grausame Erinnerung an Israels systematische medizinische Vernachlässigung und Missachtung der Rechte palästinensischer Gefangener. Für Daqqah und seine Familie waren vor allem die letzten sechs Monate ein endloser Alptraum, in denen er nach Angaben seines Anwalts von der israelischen Gefängnisbehörde gefoltert oder anderweitig misshandelt wurde, einschliesslich Schlägen und Demütigungen. Seit dem 7. Oktober durfte er nicht mehr mit seiner Frau telefonieren. (…) Selbst auf dem Sterbebett zeigten die israelischen Behörden weiterhin ein erschreckendes Mass an Grausamkeit gegenüber Walid Daqqah und seiner Familie. Sie verweigerten ihm nicht nur eine angemessene medizinische Behandlung und angemessene Nahrung, sondern hinderten ihn auch daran, sich von seiner Frau Sanaa Salameh und ihrer vierjährigen Tochter Milad zu verabschieden.»

«Es ist herzzerreissend, dass Walid Daqqa in israelischer Haft gestorben ist, obwohl viele Menschen seine dringende Freilassung aus humanitären Gründen gefordert haben, nachdem 2022 Knochenmarkkrebs diagnostiziert worden war und er seine ursprüngliche Strafe bereits abgesessen hatte», sagte Erika Guevara-Rosas, Senior Director bei Amnesty International.

Für uns war dies kein Einzelfall, und am 7. Oktober musste die ganze Welt die Grausamkeiten der Hamas-Schlächter erkenne. Die Medien waren 1:1 dabei. Die Welt vergisst sehr schnell. Und Amnesty wird weiter ihre Opfer-Täter-Umkehr missbrauchen, das bringt ihr viel Geld ein.



Kategorien:Israel

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