Krieg in Israel – Tag 186

01. Nissan 5784

Das im südlichen Gazastreifen zur Sicherung verbliebene Bataillon konnte in Zusammenarbeit mit der IAF einen der Hamas-Terroristen eliminieren, die am 7. Oktober beim Massaker teilgenommen hatten. Darüber hinaus konnten im gesamten Gebiet mehrere Einrichtungen der diversen Terror-Gruppen, wie Gebäude, Abschussrampen und andere Infrastruktur zerstört werden. Dazu gehören auch Abschussrampen, die gestern bei einem Angriff auf Re’im, dem Ort an dem das Musik-Festival stattgefunden hatte, eingesetzt wurden.

Die IDF bestätigte, dass bei einem nächtlichen Angriff auf das Lager Maghazi im zentralen Gazastreifen der Leiter des ‘Notstandsausschusses der Hamas’, Hatem al-Ghamri, eliminiert wurde. Die Aufgabe seines Ausschusses war es, die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten und die Kontrolle über die Gemeinden im Gazastreifen auszuüben. Gemäss palästinensischen Quellen wurden ausser ihm weitere vier Terroristen getötet.

Heute wurden Aufnahmen veröffentlicht, die das Abfangen einer Drohne über dem Gebiet von Eilat durch das auf einem Schiff montierte Luftabwehrsystem des Iron Dome, benannt als C-Dome zeigt. Die aus dem Osten anfliegende Drohne wurde während ihres ganzen Fluges verfolgt. In Abstimmung mit der Flugsicherung wurden von einer Sa’ar-6 Korvette Abfangraketen abgeschossen, die die Drohne zerstörten.

Der Islamische Widerstand im Irak, eine Koalition aus paramilitärischen Gruppen, die vom Iran gestützt werden, behauptet, am heutigen frühen Vormittag den Luftwaffenstützpunkt Hatzerim in der Nähe von Be’er Sheba und ein ‘weiteres sehr wichtiges Ziel in Israels’ angegriffen zu haben. Seitens der IDF gibt es bisher keine Kommentare dazu.

Die New York Times berichtet in der heutigen Ausgabe, dass der Iran versucht, vermehrt Waffen in die Gebiete Judäa und Samaria zu schmuggeln. Das haben Geheimdienste von Israel und den USA, aber auch Informanten aus dem Iran herausgefunden. Offensichtlich fand der Waffenschmuggel in einer verdeckten Operation statt. Damit wird die Sorge angeheizt, dass der Iran versucht, das Gebiet in einen Hotspot seines Krieges gegen Israel zu verwandeln. In den Berichten wird erklärt, dass der Iran sich einer geheimen Schmuggelroute durch den Nahen Osten bedient und die Transporte von Mitarbeitern des Geheimdienstes sowie militanten und kriminellen Banden durchführen lässt. Die in die Berichte involvierten Iraner nennen das Ziel: «Es soll erreicht werden, dass die Unruhe gegen Israel künstlich angeheizt wird und das Gebiet mit so vielen Waffen wie möglich überflutet wird.» Besonders brisant wird diese Vermutung angesichts der aktuellen Bedrohung durch einen angekündigten Angriff des Irans auf Israel.

Afshon Ostovar, a.o. Prof. für Nationale Sicherheitsfragen und Experte für das iranische Militär befürchtet, «dass der Iran sich auf das Westjordanland konzentriert, weil er versteht, dass der Zugang zum Gazastreifen auf absehbare Zeit eingeschränkt sein wird. Das Westjordanland wird wirklich die nächste Grenze sein, an die der Iran vordringen und dort Waffen verteilen wird, denn wenn ihnen das gelingt, wird das Westjordanland zu einem ebenso grossen Problem, wenn nicht sogar noch grösser als Gaza.»

Die geschmuggelten Waffen umfassen Kleinwaffen wie Handfeuerwaffen und Sturmgewehre. Aber auch fortschrittliche Waffen. Zu diesen Waffen gehören, so die israelischen Beamten, Panzerabwehrraketen und Granaten mit Raketenantrieb, die schnell und tief über den Boden fliegen und eine Herausforderung für Israel darstellen, wenn es darum geht, zivile und militärische Ziele vor Beschuss aus nächster Nähe zu schützen. Diese Aktion des Iran kann, so meine Meinung, nur mit dem expliziten Einverständnis der PA stattfinden.

Das US-amerikanische Militär teilte gestern mit, dass sie der Ukraine Waffen und Munition zur Verfügung gestellt haben, die zwischen 2021 und 2023 beschlagnahmt wurden, als iranische Kräfte sie an die Houthi-Terroristen liefern wollten. Die Übergabe habe in der vergangenen Woche stattgefunden. «Die US-Regierung hat den ukrainischen Streitkräften am Donnerstag über 5.000 AK-47, Maschinengewehre, Scharfschützengewehre, RPG-7 und über 500.000 Schuss 7,62-mm-Munition übergeben», teilte das US Central Command in den sozialen Medien mit.

Das Wall Street Journal gab Teile des US-amerikanischen Vorschlages bekannt, der besagt, dass etwa 150.000 Menschen, die in den Süden des Gazastreifens evakuiert wurden, in ihre Heimatorte im Norden zurückkehren können. Israel bemüht sich, die Zahl zu begrenzen, um zu verhindern, dass Terroristen sich unter die Zivillisten schmuggeln und versuchen, erneut die Kontrolle über den Norden des Gazastreifens zu erhalten.

Israel wird 40.000 Zelte kaufen, um sie den Menschen zur Verfügung zu stellen, die vor der Bodenoffensive auf Rafah ihre Wohnungen und Häuser verlassen müssen. Eine entsprechende Ausschreibung wurde gestern verschickt. Obwohl der Druck aus dem Ausland auf Israel immer stärker wird, von einer Bodenoffensive anzusehen, betont Israel die Notwendigkeit dieser Aktion. Es wird vermutet, dass sich im Grenzort zu Ägypten immer noch vier Hamas-Terror-Bataillone verschanzt haben und dass sich dort auch noch lebende israelische Geiseln aufhalten, um hochrangige Terror-Anführer der Hamas und des Palästinensisch-Islamischen-Djihad um als Schutzschilde dienen zu müssen.

Netanyahu traf heute zu einer Motivationsansprache für die neuen Rekruten auf dem Ausbildungsstützpunkt Tel HaShomer ein. Er zeigte sich begeistert über die hohe Motivation der Rekruten, in der IDF zu dienen und insbesondere Kampfeinsätze zu übernehmen. Anschliessend gab er einen kurzen Überblick über die bisher im Krieg erreichten ‘grossartigen Erfolge’. Danach begab er sich zu einem gemeinsamen Mittagessen und beantwortete zahlreiche Fragen. «Das Auffälligste, was wir in den letzten sechs Monaten seit Kriegsausbruch gesehen haben, ist eine enorme Steigerung der Motivation der Jugend. Der Wunsch ist sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen gleichermassen vorhanden. (…) Das ist ein Beweis für die Lebenskraft, die in unserem Volk vorhanden ist, und auch für das Verständnis, dass Sie wirklich etwas tun, das von historischer Bedeutung ist.»

Die Jerusalem Post gab Netanyahu heute einen guten Tipp mit auf den Weg: «Wenn es schon, wie Sie behaupten, einen markierten Tag für den Beginn der Bodenoffensive gegen Rafah gibt, dann bitte lassen Sie das auch die IDF wissen! Und bitte auch die Amerikaner!»

 



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