Krieg in Israel – Tag 188

3. Nissan 5784

Während der Nachtstunden hat die IDF nach eigenen Angaben eine gezielte Operation gegen die Hamas und deren Infrastruktur in Nuseirat durchgeführt. In dieser zentralen Region sind bisher keine Bodentruppen aktiv gewesen. Entsprechende Hinweise, welche Gebäude von der Hamas terroristisch genutzt wurden, kamen vom Shin Bet. Auch zahlreiche Raketenabschussrampen und Tunneleinstiege konnten zerstört werden. Die Operation wurde von der IAF und der Marine unterstützt. Beim Beschuss eines Wohnhauses kamen mindestens zwei Personen ums Leben. Bei einem gezielten Angriff wurde Nasser Yaqub Jaber Nasser in Rafah eliminiert. Er war für die Finanzierung der Aktivitäten der Hamas-Terror-Organisation in Rafah zuständig und hatte dazu u.a. im vergangenen Dezember Hunderttausende von US$ überwiesen.

Die schlechten Erfahrungen, die die jungen Soldatinnen des Überwachungs-Korps in der Nähe des Gazastreifens mit ihren Vorgesetzten machen mussten, zeigen nun Spätfolgen. 100 von 326 der gerade einberufenen Soldatinnen weigerten sich, in Überwachungsposten zu dienen. Sie stiegen nicht in die Busse ein, die sie in die Ausbildungsbasis bringen sollten. Am 7. Oktober waren 15 Soldatinnen ermordet und sechs weitere verschleppt worden. Sie hatten zuvor ihren Vorgesetzten wiederholt Meldung über Unregelmässigkeiten an der Grenze gemacht. Statt diese sorgfältig zu überprüfen, verbat sich zumindest einer der Offiziere ‘weitere Belästigungen’ und drohte sogar mit einer Klage beim Kriegsgericht. So ist es kein Wunder, dass bereits bei der dritten Einberufung seit dem 7. Oktober eine grosse Zahl von Soldatinnen sich weigert, auf diesem Posten eingesetzt zu werden.

David Satterfield, der US-Beauftragte für die humanitäre Versorgung im Gazastreifen, betont, dass die deutliche Aufstockung des Lieferumfanges an humanitären Hilfsgütern und Lebensmitteln immerhin ein Anfang sei. «Sie kann aber nicht ausgleichen, was in den letzten Monaten verpasst wurde. Die vorangegangenen fünf Monate haben gezeigt, dass Israel nicht in der Lage ist, die notwendigen operativen Schritte für die Lieferung von Hilfsgütern zu erleichtern und umzusetzen.» Im Januar lag die tägliche Zahl bei nur 100 LKWs pro Tag,dann brachten rechte Demonstranten sie an den Übergängen fast völlig zum Erliegen. «Wir haben uns davon erholt, aber… es muss weitergehen“, sagte Satterfield.

Einige der Hilfsorganisationen haben nach dem Anschlag auf die WKC-PKWs, die unter Beschuss gerieten und bei dem sieben Mitarbeiter ihr Leben verloren, ihre Wiederaufnahme der Hilfslieferungen davon abhängig gemacht, «…, dass Israel auf konkrete und nachweisbare Weise zeigt, dass Lehren gezogen wurden, nicht nur aus der WCK-Tragödie, sondern aus der Zeit davor.» Insgesamt seien etwa 200 Helfer seit Beginn des Krieges getötet worden. Wieviele von ihnen Hamas-Terroristen oder UNRWA-Mitarbeiter waren, ist unbekannt. Satterfield betonte aber auch: «Ohne das Engagement von COGAT hätten wir nicht das tun können, wozu wir in der Lage waren, und die Fortschritte, die wir gesehen haben, hätten wir nicht erreichen können … Sie haben sich dieser Aufgabe angenommen, weil sie es mussten, und sie haben unter extremen Herausforderungen und schwierigen Bedingungen aussergewöhnliche Arbeit geleistet.»

Teheran hat den gesamten Luftraum über der Hauptstadt für jeden zivilen Luftverkehr gesperrt. Als Grund für diese Massnahme werden weitreichende Manöver genannt.

Der Chef des US-Zentralkommandos, General Michael Kurilla, ist in Israel angekommen, um dort mit VM Yoav Gallant und anderen Experten Beratungen über den möglicherweise kurz bevorstehenden Angriff des Irans abzuhalten. Die USA gehen davon aus, dass dieser Angriff in den kommenden Tagen stattfinden könnte. Entsprechend Einschätzungen der Geheimdienste Israels und der USA könnte er mit hochpräzisen Waffen und Drohnen auf sensible Ziele in Israel, wie Militär- und Regierungsstandorte stattfinden.

US-Präsident Biden bestätigte in Washington nochmals: «Wie ich Premierminister Netanyahu sagte, ist unser Engagement für die Sicherheit Israels vor diesen Bedrohungen durch den Iran und seine Stellvertreter eisern. Lass es mich noch einmal sagen, eisern. Wir werden alles tun, was wir können, um die Sicherheit Israels zu schützen.»

Entsprechend dem von den USA vorgelegten Vorschlag zur Freilassung der israelischen Geiseln müssen in einer ersten Phase 40 Frauen, Kinder, ältere Männer und Kranke freigelassen werden. Nun wurden Bedenken laut – und ich denke, durchaus berechtigt – dass die Hamas nicht mehr in der Lage ist, diese 40 Geiseln zu finden. Diese erschreckende Vermutung wurde auch von der Hamas selbst geäussert. Die IDF hat den Tod von 34 der noch 129 im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln bestätigt. Man geht jedoch, das schreibt das Wall Street Journal heute, dass die Zahl der Ermordeten weitaus höher liegt. Einige Schätzungen gehen sogar davon aus, dass die meisten der Geiseln nicht mehr leben.



Kategorien:Israel

Schlagwörter:

Hinterlasse einen Kommentar