12. NIssan 5784
Zwischenzeitlich wurde über den Angriff Israels auf den Iran bekannt, dass möglicherweise auch drei Raketen, abgeschossen von IAF-Kampfjets, beteiligt waren. Die Information wurde am späten Freitag von der New York Times veröffentlicht.

Die Raketen seien von ausserhalb des iranischen Luftraums, wahrscheinlich auf den Luftverteidigungsstandort nahe der Stadt Isfahan gerichtet gewesen. Das Luftverteidigungssystem, von Russland hergestellt, hätte sich dabei als wirkungslos erwiesen. Der Standort ist Teil der Verteidigung des geheimen Nuklearstandortes Natanz. Dana Stroul, ehemals oberste Nahost-Expertin des Pentagon, erklärte: «Der Angriff von gestern Abend war jedoch präzise und begrenzt. Die Botschaft ist, dass die iranische Luftabwehr völlig durchlässig ist und dass die iranischen Streitkräfte ihre Militärbasen nicht vor Angriffen von aussen schützen können. Aber der Schaden war begrenzt. Wenn die iranische Führung entscheidet, dass eine weitere Eskalation das Risiko eines viel tödlicheren und teureren Angriffs auf ihrem eigenen Territorium nicht wert ist, kann sich dieser Eskalationszyklus schliessen.»

Der US-amerikanische Nachrichtensender ABC berichtete, der Radarstandort sei zerstört worden. Das allerdings wurde von keiner Stelle direkt bestätigt. Es gibt aber ein Satellitenbild, das die Schäden zeigt, die durch die angeblichen israelischen Angriffe entstanden sind. Ein anderes ‘vorher-nachher-Bild’ zeigt, das mindestens zwei mobile Anlangen entfernt wurden. Sie könnten eventuell so ausgesehen haben:

Falls also auch die unmittelbaren weiteren Folgen gestoppt sind, bleibt die Frage, wie es langfristig weitergeht. Wird der Iran nun versuchen, seine Waffen näher an Israel, also nach Syrien oder in den Irak zu bringen, oder wird er sein Nuklearprogramm intensivieren? Derzeit liegt nach Beobachtungen der IAEA, der internationalen Atomaufsichtsbehörde, der Anreicherungsfaktor des für A-Bomben notwendigen Urans bei 60%. Bisher hatte der Iran immer wieder beteuert, niemals die Herstellung von A-Bomben anzustreben. In den vergangenen Wochen hingegen, wurde von hochstehenden Beamten immer wieder angedeutet, man wolle seine diesbezügliche Haltung überdenken.
Der iranische Aussenminister Hossein Amir-Abdollahian hielt in einem Interview mit NBC fest, dass «der Iran sofort auf höchstem Niveau reagieren wird, falls Israel noch einmal eine abenteuerliche Aktion gegen den Iran startet.» Er reagierte damit auf Berichte über einen Angriff Israels am frühen Freitagmorgen. In der für den Iran bekannten Verfälschung von Tatsachen behauptete er: «Das war kein Angriff, das waren nur zwei oder drei ‘Quad-Copter-Drohen’, Spielzeug, mit dem Kinder hier im Iran spielen.»
Gegen 10 Uhr wurde vermeldet, dass bei einer Explosion in einer pro-iranischen Militärbasis 30 km südlich von Bagdad ein hochrangiges Mitglied der ‘Popular Mobilization Forces’ getötet und acht weitere verwundet wurden. Zum Zeitpunkt der Explosion hätten sich, so berichtete das irakische Militär keine fremden Flugzeuge oder Drohnen im Luftraum über Bagdad befunden. Laut eigenen Angaben stehen weder die USA noch Israel hinter den Explosionen.
Im Norden des Gazastreifens zerstörte die IDF mehrere unterirdische Raketenabschussrampen, von denen Raketen in Richtung Sderot abgeschossen worden waren. Die Raketen erreichten bis auf eine nicht das israelische Gebiet. Diese eine wurde vom Iron Dome abgefangen.
Das Wall Street Journal berichtet, dass die beiden höchsten Anführer der Hamas-Terror-Organisation, Ismael Haniyeh und Khaled Mashal, planen, ihre Luxusdomizile in Katar aufzugeben. Katar hat in den vergangenen Wochen und Monaten vermehrt die Rolle des Vermittlers zwischen Israel und der Hamas eingenommen. In Zusammenhang mit einem neuen Aufenthaltsort sei von ihnen auch schon der Kontakt zu zwei anderen Staaten, aufgenommen worden. Einer der Staaten ist der Oman. Für diese von Touristen beliebte Destination würde die Aufnahme der Ober-Terroristen im feinsten Zwirn möglicherweise eine grosse finanzielle Einbusse darstellen.
Hamas bemüht sich, Israel die Schuld am erneuten Scheitern der Verhandlungen mit dem Ziel einer Vereinbarung zur Befreiung der Geiseln zu geben. Das ist ihre infame Methode. CIA-Chef Bill Burns gab nun der Hamas die Schuld, indem sie den letzten, vom Mediatoren- Team aus den USA, Katar und Ägypten erarbeiteten Vorschlag erneut abgelehnt haben. «Es war eine grosse Enttäuschung, eine negative Reaktion von der Hamas zu erhalten. Im Moment ist es genau diese negative Reaktion, die unschuldigen Zivilisten in Gaza die humanitäre Hilfe verwehrt, die sie so dringend benötigen.»






Gestern hatte sich entlang der Strände zwischen Habonim Beach bis Rishon le Zion eine Menschenkette gebildet, um für die Freilassung der Geiseln zu demonstrieren. Die Mutter einer Geisel, Omer Shem Tov, Shelli, hatte die Aktion initiiert. «Die Stärke kommt, wenn sie schweigend hinter uns steht, ohne Parolen, so dass alle Menschen kommen können, ohne Widerstand von einer der beiden Seiten. Das ist meine Bitte. Es verkörpert unsere Einheit, so wie unsere Gefangenen und Soldaten, die Seite an Seite stehen. Wenn wir in aller Stille zusammenstehen, dann liegt darin die wahre Macht.» Ihre Hoffnung ist, dass Omer, 21, noch vor Pessach freigelassen wird und gemeinsam mit ihnen am Seder-Tisch sitzen wird. Eine Hoffnung, die sich leider kaum erfüllen wird.
Seit dem frühen Vormittag wurden unaufhörlich die Sirenen im nördlichen Israel ausgelöst. Bis zwölf Uhr waren es bereits fünf Salven, die aus dem südlichen Libanon auf israelisches Gebiet abgeschossen wurden. Am späten Nachmittag gab es auch Alarm in anderen Regionen entlang der libanesischen Grenze.
Die gute Nachricht: Das 7-Jahre alte Beduinen Mädchen, das bei Angriff des Irans auf Israels lebensgefährlich verletzt wurde, kann seit heute wieder selbstständig atmen. Sie hatte durch ein herabfallendes Schrapnell einer iranischen Rakete durch das Dach ihres Hauses eine Kopfverletzung erlitten, die im Soroka Medical Center in Be’er Sheva operativ behandelt wurde. Seither liegt sie auf der Kinder-Intensivstation des Spitals.
Kategorien:Israel
Hinterlasse einen Kommentar