28. Nissan 5784

Leider muss die IDF erneut den Tod von vier Soldaten bekanntgeben. Staff Sgt. Ruben Marc Mordechai Assouline, 19, Staff Sgt. Ido Testa, 19, Sgt. Michael Ruzal, 18 und Staff Sgt. Tal Shavit, 21, s’’l, verloren ihr Leben bei einem Raketenangriff der Hamas auf den Warenübergang Kerem Shalom. Bei diesem Angriff, bei dem die Hamas-Terror-Organisation mehr als zehn Raketen auf diesen wichtigsten Übergang zur Lieferung von humanitären Hilfsgütern abfeuerte, wurden weitere zehn Soldaten verletzt, drei von ihnen schwer. Der Übergang wurde nach dem Angriff sofort geschlossen. Warum es dem ‘Iron Dome’ nicht gelang, die Raketen abzufangen, wird derzeit untersucht. Dieser Angriff zeigt deutlich, wie gleichgültig der Hamas-Terror-Führung das Wohl der Zivilisten in Gaza ist. Statt dafür Sorge zu tragen, dass täglich Hilfslieferungen im Gazastreifen ankommen und verteilt werden, provoziert sie durch ihr Verhalten die Schliessung des wichtigsten Warenübergangs. Um ihr eigenes Wohlergehen und das ihrer Familien müssen sie sich nicht sorgen. Sie plündern die Lieferungen oder ‘leiten sie’ wie es euphemistisch heisst, um.

Unter den Teilnehmern am ‘Marsch der Lebenden in Auschwitz’ ist heute auch Bella Haim, 86. Es ist ihr erster Besuch in einer Gedenkstätte für die Opfer der Shoa, die sie besucht, seit sie als junges Mädchen 1951 Deutschland Richtung Israel verliess. Tausende von Juden gedenken mit diesem Marsch alljährlich des Völkermordes durch die Nazis an den Juden. «Ich hatte nie das Bedürfnis, einen Ort wie diesen zu besuchen, aber dann geschah der 7. Oktober.»

Ihr Enkel Yotam, s’’l, gehört zu jenen drei Geiseln, die von der IDF versehentlich getötet worden waren. «Während des Massakers telefonierte er noch mit mir, sagte, dass er Rauch riechen könne. Ich dachte an den Holocaust und das Brennen von jüdischen Häusern.» Bei einem Interview in Polen erklärte sie: «Ich bin hier, um zu zeigen, dass wir leben, dass wir aus dem Holocaust auferstanden sind und dass wir nach dem 7. Oktober wieder auferstehen werden.»




Nachdem Israel mit der Evakuierung der Bevölkerung von Rafah begonnen hat, erklärte die Hamas, dass die Evakuierung eine ‘gefährliche Eskalation’ darstellt, die Folgen haben wird. Die IDF fordere heute zunächst die Bewohner der östlichen Gebiete der Stadt auf, sich in das Gebiet rund um Khan Younis und al-Mawasi zu begeben.

Dort wurde eine erweiterte ‘humanitäre Schutzzone’ eingerichtet. Die Aufforderungen wurden der Bevölkerung mittels abgeworfener Flugblätter und SMS mitgeteilt. Die neue humanitäre Zone umfasst Feldspitäler, Zelte, verbesserte Versorgungsmöglichkeiten, Wasserstellen und medizinische Betreuung. Laut einem Bericht im Wall Street Journal wird die Bodenoffensive etappenweise vor sich gehen. Die IDF rechnet mit einer Dauer von sechs Wochen für die vollständige Evakuierung und acht Wochen für die gesamte Operation.

Der israelische Aussenminister Israel Katz betonte, er sei sicher, dass die Hamas-Terror-Organisation überhaupt keine Absichten habe, die Geiseln, die sich noch in Gaza befinden, freizulassen. Yahya Sinwar, der Entscheidungsträger der Hamas im Gazastreifen, glaube, so Katz, «…, dass die Welt genug Druck auf Israel ausüben wird, um den Krieg bedingungslos zu beenden. Er kann dann weiterhin in Gaza herrschen, mit den Geiseln als Lebensversicherung. Er kann dann seinen ‘Zermürbungskrieg’ gegen Israel fortsetzen und weitere grosse Angriffe planen.»
Eine ungenannte israelische Quelle behauptete gegenüber der New York Times, dass am vergangenen Samstag der Abschluss einer neuen Vereinbarung so gut wie sicher war. Die kurz davor von Netanyahu erfolgten Äusserungen hätten dann aber dazu geführt, dass die Hamas ihre Ansicht geändert und die Forderungen erhöht hätte. Netanyahus Büro sieht sich heute zu einer Gegendarstellung gezwungen: «Das ist eine komplette Lüge und bewusste Täuschung der Öffentlichkeit. Die Hamas ist diejenige, die jedes Abkommen sabotiert, indem sie keinen Millimeter von ihren extremen Forderungen abrückt, die keine israelische Regierung akzeptieren kann, vor allem, dass Israel sich aus dem Gazastreifen zurückzieht und den Krieg beendet.»
Glaubt man dem Artikel von Efraim Ganor in der Jerusalem Post, so hat Israel spätestens seit gestern einen neuen de facto PM!

Gestern trat der rechtsextreme Minister Ben-Gvir nach einem vier Augen Gespräch mit Netanyahu vor die Kameras und verkündete: «Ich habe den Premierminister gewarnt, dass, Gott behüte, Israel nicht in einen Waffenstillstand eintreten wird, dass wir, wenn Gott behüte, den Krieg nicht beenden, oder dass Gott behüte, dass es ein kein voreiliges Abkommen gibt. Der Premierminister hörte diese Worte, versprach, dass Israel in Rafah einmarschieren wird, dass der Krieg nicht beendet wird und versprach, dass es keinen unverantwortlichen Deal geben wird.» [Von den Geiseln war nicht die Rede!!]

Das wirft die Frage auf, wie tief Netanyahu noch fallen wird. Schon jetzt unterwirft er sich den Vorschriften von Ben-Gvir, der sich mehr und mehr zum de facto PM aufwirft in vorauseilendem Gehorsam. Warum kann er ihn nicht mehr einfach aus dem Büro werfen und klar feststellen, wer in Israel der PM ist? Netanyahu ist nicht nur der demütige und willige Vollstrecker von Ben-Gvirs extremen Plänen, er ist zu einer kritiklosen Marionette verkommen. Wohl weiss er, dass die Freilassung der Geiseln beim Volk und der Opposition die oberste Priorität hat. Bei Ben-Gvir steht sie, ebenso wie bei Netanyahu selbst, ganz am Ende der Wunschliste. Und deshalb fällt es ihm auch vergleichsweise leicht, sich als ‘nützlicher Idiot’ dem Rechtsextremen zu unterwerfen.
So wie auch gestern, kam es heute wieder zu einem heftigen Beschuss aus dem Süden des Libanon auf Israel. Mehr als 30 Raketen wurden von der Hisbollah abgeschossen, ohne auf israelischem Gebiet Schaden anzurichten. Die Hisbollah behauptete, erfolgreich Dutzende Raketen auf eine Militärbasis auf dem Golan abgeschossen zu haben. Die Abschussrampen wurden von der IDF ebenso zerstört wie ein Gelände etwa 100 km von der Grenze entfernt, welches ausschliesslich von der Hisbollah genutzt wurde. Durch eine mit Sprengstoffen beladene Drohne wurden in Metula zwei Personen schwer verletzt.
Über Nacht flog die IAF mehrere erfolgreiche Angriffsflüge auf jenes Gebiet in der Nähe von Rafah, von dem aus gestern die Angriffe auf Soldaten der IDF erfolgt waren. Während sich die Bodenkämpfe derzeit auf die Region um den Netzarim Korridor beschränken, zerstörte die IAF erfolgreich verminte Gebäude und Abschussbasen in ganz Gaza.
Kategorien:Israel
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