29. Nissan 5784

Leider musste die IDF erneut den Tod von zwei Soldaten melden. Mast. Sgt. (res.) Dan Kamkagi, 31 und Mast. Sgt. (res.) Nahman Natan Hertz, 31, s’’l, verloren ihr Leben durch eine mit Sprengstoff beladene Drohne, die von der Hisbollah auf einen Militärposten in der Nähe von Metula abgeschossen wurde. Der Versuch, die Drohne abzufangen, war aus unerklärlichen Gründen misslungen.


Elma Avraham, 85, die sich 50 Tage in den Fängen der Hamas-Terror-Organisation in Gaza befand, wurde im November 2023 befreit. Gestern wurde sie nach fünf Monaten aus dem Soroka-Medical-Center entlassen. Nach ihrer Freilassung befand sie sich in lebensbedrohlichem Zustand. Sie war abhängig von zahlreichen Medikamenten, die sie täglich hätte einnehmen müssen, aber nicht erhielt. Bei ihrer Einlieferung in das Krankenhaus war sie nur eingeschränkt ansprechbar. Tali Amaro, ihre Tochter, erzählte: «Wir sind mit ihren Medikamenten zum Roten Kreuz gegangen und haben sie angefleht, sie ihr zukommen zu lassen. Sie antworteten aber nur ‘Nein, das können wir nicht’. Ein paar Tage später haben wir es nochmals versucht, aber wir wurden schon an der Türe abgewiesen.»
Ein weiterer Beweis für die unsägliche Haltung des IRK, wenn es um Israel und Juden geht. Das ist leider keine neue Erfahrung, sondern schon aus der Zeit der Nationalsozialisten bekannt.
Der von US-amerikanischen Soldaten errichtete temporäre Landungssteg wird aller Wahrscheinlichkeit nach morgen fertiggestellt. Die erste Lieferung von Hilfsgütern, die dort abgefertigt werden kann, wird für Donnerstag erwartet.
Gestern Abend gab die Hamas bekannt, das vorgelegte Papier zum Geiselabkommen anzunehmen. Eine Ankündigung, die insofern völlig überraschend kam, als es wenige Stunden zuvor noch hiess, die Verhandlungen seien endgültig gescheitert. Aus Jerusalem tönte es jedoch nur kurze Zeit später, das von der Hamas ‘angenommene’ Papier sei nur eine, wie es sie sagten ‘aufgeweichte’ Version des ursprünglichen Papiers, das von Israel akzeptiert worden war. Es gebe also keinen Grund, die Operation gegen Rafah zu stoppen.
Zunächst wurde nicht bekannt, welche Details in dem von der Hamas angenommenen Papiers stehen. Einzelheiten wurden erst im Laufe des heutigen Vormittags bekannt. So hatte Israel verlangt, dass in der ersten Phase 40 lebende (!) Geiseln freikommen. Die Hamas bietet aber nur an, 33 Geiseln zu entlassen. Darunter auch eine nicht genannte Zahl von sterblichen Überresten. In einem bei CNN erschienenen Bericht ist sogar nur von 18 Geiseln, darunter eine nicht genannte Zahl von Toten, die Rede. Das allerdings unter der Voraussetzung, dass Israel nicht einem sofortigen Ende des Krieges zustimmt, sondern auf einer nur sechs Wochen andauernden Waffenpause besteht. Weiterhin verlangt die Hamas, dass Israel keinen Einfluss darauf nehmen darf, welche palästinensischen Gefangenen im Gegenzug freigelassen werden. Das bedeutet, dass auch der wegen mehrfachen Morden verurteilte Marwan Barghouthi freigelassen werden muss.
Aus dem Büro des PM wurde bekannt, das Angebot entspreche bei Weitem nicht den grundsätzlichen Forderungen Israels, man werde aber dennoch Unterhändler zu weiteren Verhandlungen schicken, sollten diese, wie von den Mediatoren aus Katar angekündigt, ab heute weitergehen. Im Laufe des Nachmittags wird ein Team nach Kairo reisen. Allerdings lässt die Zusammensetzung der Gruppe, bei der sich keiner der höchsten bisherigen Teilnehmer befindet, darauf schliessen, dass es heute nur um das Abklären der Bedingungen geht und keine neuen Beschlüsse gefasst werden.
Mittlerweile sind die Verhandlungsteams wieder in Kairo angekommen. Die Hamas- Terror-Organisation betonte noch vor Beginn der Gesprächsrunde, dass «dies die letzte Chance für Israel sei, die Geiseln zurückzubekommen.» An den Gesprächen nehmen neben Israel wiederum Teams aus Katar, den USA und der Hamas-Terror-Organisation teil.

Barak Ravid schrieb im US-amerikanischen Nachrichtenportal Axios, dass «Israel frustriert über den Umgang der USA mit den Verhandlungen zum Geiselabkommen ist.» Israelische Politiker behaupten, dass das von der Hamas angenommene Papier in den USA bekannt war, ihnen aber nicht kommuniziert wurde. Von US-amerikanischer Seite wurde das dementiert: «Amerikanische Diplomaten haben sich mit ihren israelischen Amtskollegen ausgetauscht. Es hat keine Überraschungen gegeben.» Die israelische Seite zeigte sich jedoch tief enttäuscht über die Rolle, die die USA in ihren Augen bei den Verhandlungen gespielt habe. Ein US-amerikanischer Teilnehmer an den bisherigen Verhandlungen hielt jedoch fest: «Ich bin überzeugt, dass Israel sich in gutem Glauben an den Gesprächen beteiligt hat und dass Israels Vorschlag von Ende April ‘der bisher am weitesten nach vorne gerichtete Vorschlag’ gewesen sei. Um einen Waffenstillstand zu erreichen, muss die Hamas lediglich Geiseln freilassen. Es ist alles vorgezeichnet. Wir betrachten die Antwort der Hamas als Gegenvorschlag und nicht als gänzlich neuen Vorschlag.»
Derzeit macht jeder Minister in der ‘Nicht-Regierung’ dort Druck, wo es ihm in seinem Resort am nachdrücklichsten erscheint. Der rechtsextreme Finanzminister Smotrich weigert sich seit Tagen, mit Netanyahu über das für viele Menschen existenzielle Problem der Lebenshaltungskosten zu sprechen. Die sind in Israel, verglichen mit anderen OECD-Ländern so hoch, dass viele Familien nur unzureichende Mengen an Grundnahrungsmitteln kaufen können.
Die beiden Molkereiprodukt-Monopolisten Tnuva und Strauss hatten in der letzten Woche ihre Preise um etwa 10% angehoben.
Smotrich hat damit ein gutes Druckmittel in der Hand, um auf die Regierung Druck auszuüben, die Militäraktion gegen Rafah ohne Rücksicht auf die internationale Meinung mit voller Härte durchzuführen. In Ynet-News wird Smotrich zitiert: «Zuerst müssen wir in Rafah einmarschieren und uns dann um die Treibstoffpreise kümmern.» Aus seinem Büro wird gemeldet: «Die ‘kritische’ Phase des Krieges, in der sich Israel befindet, habe es erforderlich gemacht, dass sich die jüngsten Gespräche zwischen ihm und Netanyahu auf die Forderung des Ministers konzentrierten, den Krieg fortzusetzen und sofort in Rafah einzumarschieren.» Mit einem halben Tag Verspätung dementierte das Büro von Smotrich, jemals ein Treffen abgelehnt zu haben.

Mitglieder der Aktivistengruppe Tzav 9 haben in der Nacht die Latrun Kreuzung kurz vor Jerusalem auf der Schnellstrasse 1 blockiert. Sie hinderten damit einen Konvoi mit Hilfsgütern daran, seinen Weg nach Gaza fortzusetzen. Zuvor hatten sie noch andere Kreuzungen im Bereich der Stadtumfahrung blockiert.
Während der Nachtstunden haben Kampfjets der IAF eine Drohne, die aus dem Irak auf Israel abgeschossen wurde, abgefangen und zerstört. Die Drohne wurde auf ihrer gesamten Flugbahn beobachtet und gelangte nicht in den israelischen Luftraum. Der mit dem Iran affiliierte Widerstand des Irak übernahm die Verantwortung auf den Angriff, der angeblich auf eine israelische Militärbasis gerichtet war.


In den Morgenstunden haben Panzer der IDF die palästinensische Seite des Grenzübergangs Rafah besetzt. Die Übernahme des strategisch wichtigen Punktes war perfekt geplant und verlief ohne Zwischenfälle. Israelische Sicherheitsdienste hatten immer wieder gewarnt, dass der Grenzübergang regelmässig von Terroristen benutzt werde. Es handele sich aber noch nicht um die von Netanyahu angekündigte Grossoffensive. Die aktuelle Operation diene nur dazu, Druck auf die Hamas auszuüben.
Die UNO beklagte, dass Mitarbeitern der humanitären Hilfsorganisation OCHA der Zugang zur geschlossenen Grenze in Rafah untersagt wurde. «Wir sind derzeit nicht physisch am Grenzübergang Rafah präsent, da uns der Zugang … von COGAT verweigert wurde. Uns wurde mitgeteilt, dass es vorerst keine Übergänge von Personen oder Gütern geben wird. Das hat enorme Auswirkungen darauf, wie viel Lagerbestand wir haben. Es steht nur ein sehr, sehr kurzer Puffer von einem Tag Treibstoff zur Verfügung. Ohne Treibstoff wird die gesamte humanitäre Hilfsaktion zusammenbrechen.» Den Klagen schliesst sich der Rote Halbmond an, der beklagt, dass derzeit auch keine Patiententransporte aus Gaza nach Ägypten stattfinden.Natürlich ist es dramatisch, dass derzeit sowohl Kerem Shalom als auch Rafah geschlossen sind. Man muss aber festhalten, dass der fortgesetzte Beschuss auf Kerem Shalom durch die Hamas zur Schliessung führte und die Operation gegen Rafah begann, nachdem die Hamas den vorgelegten und von den USA als ‘extrem grosszügig’ benannten Abkommens-Entwurf abgelehnt hatte.
Vor Kurzem wurden zwei Raketen, gefolgt von vier Granaten aus dem Gazastreifen in Richtung Kerem Shalom abgefeuert. Eine der Raketen stürzte noch innerhalb des Gazastreifens ab. Es gab keine Schadensmeldungen.
A
uch im Süden des Landes gab es gestern Abend wieder Raketenalarm. Er wurde ausgelöst, nachdem die Hamas bekanntgegeben hatte, das Geiselabkommen angenommen zu haben. Von den sechs auf Sderot abgefeuerten Raketen wurden zwei abgefangen, die anderen stürzten auf unbebautem Gebiet ab, ohne Schaden anzurichten. Teile einer abgefangenen Rakete stürzten auf ein Haus und richteten dort leichten Schaden an. Die IDF forderte Kampfdrohnen zur Unterstützung an, um eine bewaffnete Terror-Zelle in Beit Hanoun zu neutralisieren.
Dem tödlichen Drohnenbeschuss vorangegangen war ein Angriff mit mehr als 30 Raketen aus dem südlichen Libanon. Das Ziel des Angriffes war eine israelische Militärbasis auf dem Golan. Die IDF zerstörte daraufhin Abschussbasen und diverse von den Terroristen genutzten Gebäude und Anlagen. Um die Mittagszeit wurde zum dritten Mal innerhalb einer Stunde der Alarm ausgelöst, der vor heranfliegenden Raketen und Drohnen in Nordisrael warnte.
Kategorien:Israel
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