Krieg in Israel – Tag 230

15. Ijar 5784

Erneut musste die IDF gestern den Tod von drei Soldaten bekanntgeben. Mast. Sgt. (res.) Gidon Chay DeRowe, 33, Cpt. Israel Yudkin, 22 und Staff Sgt. Eliyahu Haim Emsallen, 21, s’’l verloren ihr Leben bei einem Hinterhalt durch Scharfschützen in Beit Hanoun und bei der Explosion eines Sprengsatzes im nördlichen Gazastreifen. Mehrere Soldaten wurden bei den gleichen Vorfällen teils schwer verwundet.

US-Präsident Joe Biden verurteilte die gegen Netanyahu und VM Yoav Gallant beantragten Haftbefehle. Diese im gleichen Moment zu beantragen wie die gegen Yahya Sinwar und Mohammed Deif sei beschämend. «Was auch immer dieser Ankläger andeuten mag, es gibt keine Gleichwertigkeit – keine – zwischen Israel und der Hamas.» FM Antony Blinken stellte sich hinter Netanyahu und betonte: «Die Vereinigten Staaten lehnten seine Gleichsetzung von Israel mit der Hamas vollumfänglich ab.» Israel hatte in den vergangenen Wochen regelmässig Kontakt mit dem Büro des Chefanklägers vom ICC, Karim Khan. Er hatte eine Reise nach Israel für diese Woche geplant, um sich vor Ort selbst ein Bild über die Israel vorgeworfenen ‘Verfehlungen’ zu machen. Sowohl die USA als auch Israel erfuhren von der abgesagten Reise erst, als bekannt wurde, dass die Mitarbeiter, die schon einige Tage zuvor kommen sollten, nicht an Bord des Flugzeuges gegangen waren und stattdessen die Reise abgesagt worden war. Statt sich zu informieren, gab Khan die Beantragung der Haftbefehle via Fernsehen bekannt. Blinken erklärte zum wiederholten Male, dass der ICC nicht zuständig für Israel ist, u.a. weil Israel kein Mitglied des Gerichts ist.

Ägyptische Mediatoren prüfen derzeit, ob die ausgesetzten indirekten Verhandlungen zwischen der Hamas und Israel wieder aufgenommen werden können. Das berichtet die arabische Zeitung al-Araby al-Jadeed. Entsprechende Kontakte sollen mit allen Verhandlungspartnern aufgenommen werden. Einige Stunden zuvor hatte das Kriegskabinett den israelischen Unterhändlern erlaubt, die Gespräche fortzusetzen. Eine nicht genannte ägyptische Quelle hatte berichtet, dass sich in den vergangenen Wochen mehrfach eine israelische Delegation in Kairo aufgehalten hat, um eine Koordination in Sicherheitsfragen zwischen Ägypten und Israel zu evaluieren. Gestern hatte Ägypten gedroht, seine Vermittlerrolle zu beenden, nachdem sowohl aus den USA als auch aus Israel der Verdacht laut wurde, Ägypten habe mehrfach die jeweiligen Vorschläge manipuliert und damit die Verhandlungen torpediert.

Das ‘Who-is-who’ der Achse des Bösen trifft sich derzeit in Teheran, wo heute die Beisetzung des bei einem Hubschrauberabsturz getöteten Präsidenten Ebrahim Raisi stattfindet. Zu den Anwesenden gehören Ismail Haniye (Hamas), Naim Qassem (Hisbollah), Mohammed Abdusalam (Houthis), Hossein Salami (Islamische Revolutionsgarde), Esmail Qaani (al-Quds-Brigade), Vertreter vom Palästinensisch-Islamischen-Djihad, PLO und aus dem Irak. Diskutiert wurde «die jüngste politische, soziale und militärische Situation in Gaza und die Al-Aqsa-Flutoperation [so nannten die Hamas-Schlächter das Massaker vom 7. Oktober] sowie die Rolle der Widerstandsfront.» Das Ziel dieser Operationen wurden ebenfalls klar umrissen: «Die Fortsetzung des Dschihad und des Kampfes bis zum vollständigen Sieg des palästinensischen Widerstands in Gaza unter Beteiligung aller Widerstandsgruppen und -fronten in der Region.» Einer der Kommentatoren X-Account fragt: «Wo ist Eli Kopter, wenn man ihn braucht?» Ich kann mir vorstellen, dass seine und meine Phantasie nicht so weit auseinander liegt.

Gestern konnte das ‘UN World Food Program’ erstmals berichten, dass eine Hilfslieferung, die am temporären Landungssteg abgefertigt wurde, tatsächlich die vorgesehenen Empfänger erreicht hat. Bei der Lieferung handelt es sich um nahrhafte Müsli-Riegel. US-Sicherheitsberater Jake Sullivan zeigt sich glücklich: «Die Hilfe beginnt zu fliessen. Absolut noch nicht in dem Umfang, wie wir es uns vorstellen, aber sie beginnt zu fliessen.»

Der IDF ist es gelungen, in Rafah eine Terrorzelle auszuheben und zu eliminieren. Unter den Terroristen befanden sich einige, die beim Massaker am 7. Oktober aktiv teilgenommen haben. Die Operationen der IDF fanden in zwei Stadtteilen statt, die zuvor völlig evakuiert worden waren. Trotzdem werden alle Kampfhandlungen mit äusserster Präzision durchgeführt, um Opfer unter der Zivilbevölkerung, die sich immer noch im Gebiet befindet, möglichst gering zu halten. Die Bodentruppen werden von der Luftwaffe unterstützt. In Jabaliya wurden mehrere Waffendepots in Gebäuden, die von der palästinensischen Terror-Organisation Hamas genutzt werden, aufgedeckt und zerstört. Mehrere Terroristen, die das Feuer auf die Soldaten eröffneten, wurden getötet, darunter mindestens einer der Schlächter vom 7. Oktober.

Auf einem Friedhofes in Rafah fand die IDF zahlreiche Raketen und die dazu gehörenden Raketenabschussbasen. Auch eine ausgedehnte, im Untergrund befindliche Struktur wurde aufgedeckt. Um welche Art von Struktur es sich handelt, wurde noch nicht bekanntgegeben.

Die ‘United Kingdom Maritime Trade Operations Agency’ (UKMTO) gab heute am frühen Morgen zwei Vorfälle bekannt, die von den Houthi-Terroristen verursacht wurden. Einer der Vorfälle fand etwa 98 Seemeilen südlich von Hodeidah (Jemen) statt, der zweite etwa 30 Seemeilen weiter südlich. In beiden Fällen hatte es Raketenbeschuss auf Frachtschiffe gegeben. Die Namen der Schiffe wurden nicht bekannt. Es wurde kein Schaden berichtet, die Schiffe konnten ihren Weg fortsetzen.

Libanesische Medien berichten, dass eine Person bei einem Drohnenangriff auf ein Fahrzeug im Süden des Landes tödlich getroffen wurde. Weiterhin seien einige Studenten, die in einem Mini-Bus den Ort des Anschlages passierten, leicht verletzt worden. Das Opfer des gezielten Angriffs war Nasser Farran, der für die Herstellung und Verteilung von Waffen innerhalb der Hisbollah verantwortlich war. Als Reaktion wurden nahezu vierzig Raketen auf das Gebiet von Beit Hillel abgeschossen. Die meisten konnten abgefangen werden. An einigen Stellen, u.a. im Naturschutzgebiet Hula, brachen Feuer aus, die derzeit von insgesamt sechs Feuerwehren gelöscht werden. Weitere Schäden wurden nicht gemeldet.

Die palästinensische Terror-Organisation Hamas gab heute bekannt, dass sie den am 7. Oktober in den Gazastreifen verschleppten Oberst Asaf Hamami, 41 immer noch in ihrer Gewalt hat. Während den ersten zwei Monaten nach seiner mutmasslichen Entführung galt er offiziell als Geisel. Dann ergaben forensisch untersuchten Fundstücke, dass er wahrscheinlich während des Massakers ermordet wurde und seine sterblichen Überreste sich noch in Gaza befinden. Entsprechend einem Entscheid des Rabbinats durfte seine Familie eine halachisch einwandfreie Beisetzung durchführen. Die heute erfolgte Veröffentlichung wirft die Frage auf, ob er tatsächlich noch lebt und während seiner Entführung nur verwundet wurde.



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