19. Ijjar 5784

Auch heute musste die IDF leider den Tod eines Soldaten bekanntgeben. Staff Sgt. Sahar Sudaei, 20, s’’l, fiel bei einem Kampf im nördlichen Gaza. Bei einem anderen Vorfall wurde im südlichen Gazastreifen ein Reservist lebensbedrohlich verletzt. Ein ziviler Angestellter des Verteidigungsministeriums verlor ebenfalls am Wochenende sein Leben.
Die IDF gab zunächst bekannt, dass «das Ziel des Angriffs in RafahTerroristen waren, die unter internationalem Recht angegriffen werden dürfen. Wir haben Präzisionsmunition verwendet und haben zuvor Informationen des Geheimdienstes erhalten.» Zudem hat die IDF nach eigenen Angaben abgeklärt und sichergestellt, dass sich zur Zeit des Angriffs keine palästinensischen Zivilisten im fraglichen Gebiet befanden.

Die oberste Militär-Staatsanwältin, Gen. Maj. Yifat Tomer Yerushalmi, bezeichnete heute Morgen den Luftangriff auf Rafah jedoch als ‘sehr schwerwiegend’. Vor dem Angriff wurden Aufklärungsflüge durchgeführt. Zum Einsatz kam ausschliesslich Präzisionsmunition: Wie die IDF betonte und dies auch mit einer entsprechenden Grafik belegte, fand der Angriff nicht in einem Gebiet statt, das als ‘humanitäre Schutzzone’ deklariert war. Erste Untersuchungen ergaben, dass die Opfer nicht durch den Angriff der IAF, sondern durch das ausgebrochene Feuer ums Leben kamen. Die Ursache des Feuers ist noch unbekannt.







Katar befürchtet, dass der Vorfall der angeblich 35 Zivilisten in einer als ‘humanitären Sicherheitszone’ definierten Region das Leben kostete und zahlreiche Verletzte hinterliess, die für morgen geplanten Verhandlungen behindern könnten. Nach einem Luftangriff war im Gelände ein Brand ausgebrochen. Die IDF betont, der Angriff habe einem Komplex gegolten, der von den palästinensischen Hamas-Terroristen genutzt wird. Zwei ranghohe Kommandanten der Hamas wurden in dem Komplex aufgespürt und neutralisiert. Yassin Rabia und Khaled Najjar waren für das Gebiet von Judäa und Samaria verantwortlich. Katar wird den Vorfall möglicherweise nutzen, um sich gegenüber Israel neu zu positionieren.
Sowohl die PA als auch Ägypten verurteilten Israel, die Zelte und Notunterkünfte absichtlich angegriffen zu haben. «Die Begehung dieses abscheulichen Massakers durch die israelischen Besatzungstruppen stellt eine Herausforderung für alle internationalen Legitimitätsbeschlüsse dar.» Der ägyptische Aussenminister forderte Israel auf, «nach der vorsätzlichen „Bombardierung“ des Flüchtlingslagers, die vom Internationalen Gerichtshof angeordneten Massnahmen zur sofortigen Einstellung der Militäroperationen in Rafah umzusetzen.»
Der französische Präsident Macron schrieb: «Diese Operationen müssen aufhören. In Rafah gibt es keine sicheren Gebiete für palästinensische Zivilisten. Ich fordere die uneingeschränkte Achtung des Völkerrechts und einen sofortigen Waffenstillstand.»
In der bisher schärfsten Kritik am israelischen Vorgehen in Gaza war aus Rom zu hören: «Es herrscht eine immer schwierigere Situation, in der das palästinensische Volk ohne Rücksicht auf die Rechte unschuldiger Männer, Frauen und Kinder, die nichts mit der Hamas zu tun haben, unterdrückt wird, und das ist nicht länger zu rechtfertigen. Wir beobachten die Situation mit Verzweiflung.»
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte, sein Land arbeite daran, Israel zur Rechenschaft zu ziehen. «Wir werden alles tun, um diese Barbaren und Mörder zur Rechenschaft zu ziehen, die nichts mit der Menschheit zu tun haben.»
Die Hamas rief unmittelbar nach dem Vorfall auf: «Angesichts des schrecklichen zionistischen Massakers, das heute Abend von der verbrecherischen Besatzungsarmee an den Zelten der Vertriebenen verübt wurde, rufen wir die Massen unseres Volkes im Westjordanland, in Jerusalem, in den besetzten Gebieten und im Ausland auf, sich zu erheben und wütend gegen das anhaltende zionistische Massaker an unserem Volk in diesem Sektor zu demonstrieren.» Das ‘Gesundheitsministerium’ der Hamas erhöhte mittlerweile die Opferzahlen von zunächst 35 auf 45; dazu seien etwa 60 Menschen verletzt worden.
Es ist interessant, dass alle diese Vorverurteilungen kommen, bevor Israel seine Untersuchungen abgeschlossen habt. Beispiele für dieses Verhalten gibt es häufig in der Vergangenheit.
Der EU-Aussenbeauftragt Joseph Borell klagt Israel an, das Urteil des ICC bezüglich der Operationen im südlichen Gazastreifen zu ignorieren. Statt sich dem Urteil zu beugen und alle Operationen einzustellen, würde Israel sein Vorgehen verstärken. Borell hat das Urteil so interpretiert, wie er es sich wünscht. Tatsächlich hiess es darin: «Israel muss sofort alle Operationen beenden, die dazu geeignet sind, die Lebensbedingungen der palästinensischen Zivilisten so zu beeinflussen, dass keine physische Zerstörung ganz oder teilweise herbeigeführt werden kann.» Also genau das zu tun, was auch die USA verlangen und was Israel immer wieder betont zu tun: Den Einsatz so zu gestalten, dass die Zivilbevölkerung weitgehend geschützt ist. Im Übrigen verfügt der ICC über keine Durchsetzungsgewalt seiner Entscheidungen und Israel hat bereits angekündigt, sich nicht daran zu halten.
MK Gadi Eisenkot, Beobachter im Kriegskabinett und ehemaliger Generalstabschef, hat dem Knesset-Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und Sicherheit dringend angeraten, die Operation gegen Rafah auszusetzen. «Das einzig Richtige im Gazastreifen besteht derzeit darin, ein Ende der Kämpfe zu erreichen und gleichzeitig die Befreiung der Geiseln voranzutreiben. Wir müssen die Kämpfe einstellen, solange es notwendig sein wird.» Eisenkot bezog sich dabei auf die einwöchige Feuerpause im November, während der 105 Geiseln freigelassen wurden. Seine Hoffnung ist: Was damals klappte, könnte auch jetzt noch einmal klappen. Darüber hinaus zeichnet Eisenkot ein trübes Bild. Der Krieg gegen die Hamas könne sich noch über Jahre hinziehen. Derzeit, so befürchtet er, sind noch etwa 21 Bataillone der palästinensischen Terror-Organisation zumindest teilweise einsatzfähig. Bisher wurde immer behauptet, dass sich in Rafah ‘die letzten sechs bis acht Bataillone’ aufhalten.


Jenes US-amerikanische Landungsboot, welches auf dem Strand vor Ashdod auf Grund gelaufen war, nachdem es versucht hatte, einen Schlepper zu befreien, wurde aus seiner misslichen Lage befreit. Der Schlepper ähnelt durch seinen Aufbau und seine Farbe dem schwimmenden Pier, der aufgrund des hohen Wellengangs verlegt wurde. Er wurde nun verbunden mit einem Drahtseil von einem anderen Schlepper aus dem nassen Sand gezogen, nachdem er zunächst ausgebaggert worden war. Am Donnerstagabend hatten sich bei einem Sturm mehrere Schiffe, die an der Verlegung des Piers beteiligt waren, losgerissen.
An der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten, in der Nähe von Rafah, kam es heute Nachmittag zu einem Schusswechsel. Israelische Soldaten schossen zurück, nachdem sie von ägyptischen Soldaten unter Beschuss genommen wurden. Zwei ägyptische Soldaten verloren dabei ihr Leben. Unmittelbar nach dem Vorfall nahmen ägyptische und israelische Stellen miteinander Kontakt auf, um den Hintergrund zu klären. Der Vorfall wird von beiden Seiten untersucht.


Libanesische Medien melden, dass bei einem Drohnen-Angriff auf ein Motorrad in Bint Jbeil, im südlichen Libanon eine Person getötet und weitere verletzt worden seien. Bilder des Vorfalls wurden in den sozialen Medien verbreitet. Die IDF gab noch keinen Kommentar ab. In der Nacht auf heute wurden laut Angaben der IDF mehrere Terrorzellen der Hisbollah im südlichen Libanon angegriffen. Am Nachmittag traf eine Panzer-Abwehr-Rakete aus dem Libanon ein leerstehendes Haus in der israelischen Grenzstadt Metula. Eine andere Rakete entfachte ein Feuer in der Nähe von Kiryat Shmona. Am späten Nachmittag wurde eine Salve von 20 bis 30 Raketen auf die Region von Meron bei Sfad abgeschossen. Bei einer dritten Salve mit mindestens 25 Raketen des heutigen Tages verursachte zumindest ein Geschoss Schaden im nahezu völlig evakuierten Kiryat Shmona. An einigen Stellen in der Stadt brachen Feuer aus.


Die gute Nachricht an diesem traurigen Tag als Hommage an die Schweiz: Liebt ihr Schokolade? Falls ja, darf es die ‘gesunde’ dunkle Schoggi sein, oder zieht ihr die helle Schoggi vor? 50% der gesamten Weltproduktion stammt von der Elfenbeinküste und aus Ghana. Die Kakao-Bäume leiden seit Jahren unter einem Virus, der von Wollläusen übertragen wird. Dieser Virus befällt vor allem die Samen der Bäume, aus denen, im getrockneten Zustand, die Schokolade hergestellt wird.
Hauptbestandteile der Schokolade sind Kakaomasse und -butter. Aber das ist nicht alles, was die Kakaofrucht zu bieten hat.
Zunehmende Umweltbelastungen und Nachhaltigkeit haben einen grossen Einfluss auf die Verwertung der Ressourcen im Lebensmittelsektor. Nicht mehr optimale Verwertung ist gefragt, sondern maximale.

Nun haben Forscher der ETH-Zürich gemeinsam mit der Schokoladenindustrie die Möglichkeiten untersucht, die die Rentabilität des Kakaoanbaus steigern können. Sie haben noch ein zweites ambitioniertes Ziel ins Auge gefasst: Der Genuss von Schokolade soll gesünder werden.
Prof. em. Dr. Erich Windhab aus dem Departement Lebensmittel-Verfahrens-Technik hat gemeinsam mit einem Team das Start-up Unternehmen KOA gegründet, das drei Ziele verfolgt:
- Mehr Einkommen für Kakaobauern
- Mehr Wirtschaftswachstum
- Weniger Foodwaste
Als Partner konnte er drei namhafte Schweizer Schokoladenproduzenten gewinnen: Lindt & Sprüngli, Valrhona und Felchlin.
Von Felchlin stammt das Rezept für eine Kakaofruchtschokolade. Honigmelonen und Kakaofrucht haben gewisse Ähnlichkeiten: Beide haben eine eher harte Aussenschale und im Inneren Fruchtfleisch und Kerne, bzw. Bohnen. Felchlin verwendet Teile der Schale, verarbeitet es zu einem Pulver und mischt es mit dem Fruchtfleisch zu einer gelartigen Masse. Diese Masse ist so süss, dass kein weiterer Zucker zugesetzt werden muss. Es war jedoch recht mühsam, die perfekte Mischung zu finden, um eine angenehme Textur zu erreichen.
Bis zu 20% der Schokolade können durch das Gel ersetzt werden. Der Zuckergehalt entspricht mit 5-10% den ansonsten 30-40% auch bei dunkler Schokolade. In der Tat, ein positiver Aspekt! Der Ballaststoffgehalt konnte von 12gr bei herkömmlicher Schokolade auf 15gr pro 100 gr gesteigert werden. Dass auch der Fettgehalt mit 23gr statt 33 gr deutlich reduziert ist, ist ein weiterer Pluspunkt.
Schade, dass wir noch recht lange warten müssen, bis das Produkt in den Handel kommt.
Kategorien:Israel
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