Krieg in Israel – Tag 235

20. Ijjar 5784

Der britische PM David Cameron sieht sich, so wie zahlreiche weitere Staatsmänner genötigt, Israel aufzufordern,«schnelle, umfassende und transparente Untersuchungen des Angriffs auf Rafah vorzunehmen und sofort einem Waffenstillstand zuzustimmen.» Immerhin betont er weiterhin: «Wir müssen dringend eine Vereinbarung haben, um die Geiseln zu befreien und umfassende Hilfe nach Gaza hinein zu bekommen.» Israel hat bereits Untersuchungen auf höchster Ebene mit den maximalen Untersuchungsmöglichkeiten begonnen.

Das andauernde Vorschreiben, was wir zu tun, haben wirkt so, als wären wir ein Staat, der unfähig ist, aus eigenem Antrieb adäquate Mittel einzusetzen. Ob von der UNO oder von einzelnen Politikern, es ist immer Israel, das ans Gängelband genommen wird.

Ein heute veröffentlichtes Bild der IDF zeigt, dass zwischen dem Ort, an dem die IAF gestern zwei ranghohe Hamas-Führer neutralisierte und den Schutzgebieten des Flüchtlingscamps etwa 180 m Luftlinie liegen. Der Ort, von dem die Hamas behauptet, dass dort der Angriff auf die Zelte stattfand, liegt deutlich weiter süd-westlich des Einsatzortes der IAF. Zwischen dem als ‘humanitäre Zone’ ausgewiesenen Gebiet und dem Angriffsort der IAF befinden sich mehr als 1.4 km.

Daniel Hagari, Pressesprecher der IDF, erklärte heute bei einer in Englisch abgehaltenen Pressekonferenz, man untersuche die Möglichkeit, dass in der Nähe des fraglichen Gebäudes gelagerte Munition der Hamas als Folge des Angriffs explodierte und so das Feuer auslöste. Videos des fraglichen Zeitpunkts weisen darauf hin, dass es sich um Sekundär-Explosionen gehandelt haben könnte.

«Leider brach nach dem Angriff aufgrund unvorhergesehener Umstände ein Feuer aus, das in der Nähe befindliche Zivilisten aus dem Gazastreifen in den Tod riss. Trotz unserer Bemühungen, die Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung während des Angriffs so gering wie möglich zu halten, brach das Feuer unerwartet und unbeabsichtigt aus» und er fuhr fort: «Es war ein schrecklicher Vorfall, den wir nicht erwartet hatten. Wir untersuchen, was das Feuer ausgelöst hat, das zu diesem tragischen Verlust von Menschenleben geführt hat. Die Ermittlungen laufen.» Die IAF hatte auf ein geschlossenes Gebäude gezielt, in dessen Nähe sich keine Zelte befanden. Bei der Operation wurden 17 kg Sprengköpfe eingesetzt, die kein so grosses Feuer hätten auslösen können.

IDF-Sprecher Daniel Hagari musste sich heute am frühen Morgen erneut gegen den Vorwurf wehren, dass Israel heute erneut absichtlich ein Flüchtlingslager westlich von Rafah angegriffen habe. Das wurde jedenfalls von der Hamas heute behauptet. Mindestens 21 Menschen sollen demnach Opfer des gezielten Angriffs geworden sein. «Ich habe nichts davon gehört, dass ein solcher Angriff stattgefunden haben soll. Wir werden der Sache aber trotzdem selbstverständlich nachgehen.» Um drei Uhr morgens gab die Hamas den angeblichen neuen Luftangriff auf die Zelte von evakuierten Menschen bekannt. Bei diesem Angriff seien gezielt Zelte in der ‘humanitären Schutzzone’ unter Beschuss genommen worden.

Es stellt sich die Frage, warum die IAF gezielt Zivilisten in einer Schutzzone angreifen sollte. Das ist absurd und kann nur in der Kriegstechnik der palästinensischen Terror-Organisation Hamas verortet werden. Deren Absicht ist es, Israel zu diffamieren und in den Augen der Weltöffentlichkeit als brutalen Kriegstreiber dastehen zu lassen. Dafür werden bewusst auch zivile Opfer der eigenen Bevölkerung in Kauf genommen, es ist nicht das erste Mal.

Libanesische Medien gaben heute bekannt, dass die Hisbollah sich darauf vorbereite, den Krieg gegen Israel für mindestens ein Jahr fortzusetzen. Neben den Angriffen aus dem Süden des Libanon planen sie auch, Angriffe innerhalb Israels auszuführen. Als geplanten Zeitraum sagt das Blatt, die Kämpfe bis nach den Wahlen in den USA am 5. November oder vielleicht auch bis zum Frühjahr 2025 weiterzuführen. Terror-Führer Hassan Nasrallah kündigte Netanyahu noch ‘viele Überraschungen’ an. Dazu sollen u.a. ganz neu entwickelte Waffen des Irans gehören. Man warte nur darauf, dass Netanyahu sich verkalkuliere und eine Eskalation herbeiführe. Hinterhalte und Entführungen von Soldaten aus Israel stehen laut seinen Angaben auch auf dem Programm, das ‘man noch im Ärmel habe’.

Der Palästinensisch-Islamische Djihad hat heute einen kurzen Video-Clip veröffentlicht, in dem sich Alexander Trufanov, 28, selbst identifiziert. Er kündigt an, in den kommenden Tagen mehr Informationen zu seinem Schicksal und dem anderer Geiseln bekanntgeben zu wollen. Truvanof war am 7. Oktober aus seinem Kibbutz Nir Oz entführt worden. Andere Familienmitglieder wurden im November freigelassen, sein Vater Vitaly, 50, s’’l, wurde am 7. Oktober ermordet.

Die USA mussten die Auslieferung von Hilfsgütern über den temporären Landungssteg einstellen. Die Anlage hat auf Grund der herrschenden Wetterlage starken Schaden erlitten. Einige Teile der Anlage sind beim hohen Wellengang abgerissen. Wie lange es dauern wird, die Anlage wieder benutzbar zu machen, wurde nicht mitgeteilt. Bisher konnten nur insgesamt 137 LKWs über die Anlage, die US$ 320 Millionen gekostet hat, abgefertigt werden.



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