Krieg in Israel – Tag 236

21. Ijjar 5784

Auch heute musste die IDF erneut den Tod von drei Soldaten bekanntgeben. Staff Sgt. Amir Galilove, 20, Staff Sgt. Uri Bar Or, 21 und Staff Sgt. Ido Appel, 21, s’’l, verloren ihr Leben in einem verminten Gebäude. Drei weitere Soldaten wurden beim gleichen Vorfall teils schwer verletzt. In vier weiteren Vorfällen wurden gestern sieben weitere Soldaten im Norden des Gazastreifens verletzt.

Nikki Haley, 52, gescheiterte Präsidentschaftskandidatin, befindet sich derzeit zu einem halb-privaten Besuch in Israel. Begleitet wird sie bei ihren Fahrten in den Süden des Landes von Dany Danon, Likud. Danon war von 2015 – 2020 der ständige Vertreter Israels bei der UNO. Bei einem Besuch im Süden des Landes schrieb sie auf eine Bombe «Macht sie fertig! Amerika liebt Israel». Im Norden des Landes hielt sie fest: «Amerika steht zu Israel und steht an der Seite Israels. Israel kämpft heute gegen die Feinde der USA. Hört nicht auf, bis ihr gewonnen habt.» Der Spruch, den Hailey auf die Bombe schrieb, löste in Israel sehr gespaltene Reaktionen aus. Sie gingen von ‘Kriegstreiberin’ auf der einen Seite, bis zum Dank für die Unterstützung auf der anderen.

Gestern wurde er mit 95% aller Stimmen als Parteivorsitzender der Arbeiterpartei gewählt. Yair Golan bedauerte bei einem Gespräch mit einem Radiosender, dass Israel den Krieg gegen die Hamas nicht vor 4 ½ Monaten beendet hat. «Damals hatten wir den ersten Schritt zur Zerschlagung der palästinensischen Terror-Organisation Hamas abgeschlossen. Das wäre der richtige Zeitpunkt gewesen. Leider will der Premierminister die Geiseln nicht befreien, weil er versteht, dass dies zum Ende der Kämpfe führen wird. Mit seiner Haltung führt er das Land in den Abgrund. Deshalb muss etwas geschehen!» Kol HaKavod, Yair Golan, du hast deine Meinung sehr deutlich geäussert!

MK Yulia Malinovsky, Ysrael Beytenu, brachte einen Antrag ein, dass die UNRWA zukünftig als Terror-Organisation gelten soll. In einer vorläufigen Lesung wurde er von der gesamten Knesset angenommen. Man geht jedoch davon aus, dass bei einer nachfolgenden Abstimmung die Koalition ihre Stimmen verweigern wird.

Trotz heftiger Reaktion aus dem Ausland werde er, so Netanyahu, weiterkämpfen, bis er die ‘Siegesfahne’ hissen kann. «Wer sagt, er sei nicht bereit, dem Druck standzuhalten, hisst die Flagge der Niederlage. Ich werde keine solche Flagge hissen, ich werde weiterkämpfen, bis die Siegesfahne gehisst wird. Ich habe nicht vor, den Krieg zu beenden, bevor alle Ziele erreicht sind. Wenn wir nachgeben, wird das Massaker zurückkehren. Wenn wir nachgeben, werden wir dem Terror, dem Iran, einen grossen Sieg bescheren.» Mit einem Votum von 40 Stimmen der Opposition musste Netanyahu eine Anhörung zu seiner Position zulassen. Zum Tod von Zivilisten, nachdem ein Feuer in ihrem Lager ausgebrochen war, sagte er: «Trotz unserer Bemühungen, ihnen keinen Schaden zuzufügen, kam es zu einem tragischen Unglück. Wir untersuchen den Vorfall. Für uns ist es eine Tragödie. Für die Hamas ist es eine Strategie.» Angesprochen auf die Tatsache, dass sein Büro jede einzelne Verhandlungsrunde torpediert hat, beteuerte er: «Ich lehne die Vorstellung, dass ich dem Verhandlungsteam nicht das von ihm geforderte Mandat erteile, entschieden ab, im Gegenteil ich habe fünf Mal den Anfragen nach mehr Flexibilität zugestimmt.»

Da sprechen aber die Mediatoren selbst eine ganz andere Sprache. Zugesagte Rechte seien kurze Zeit später wieder zurückgezogen worden, geplante Teilnahme an den Verhandlungen seien kurzfristig abgesagt worden. Trotzdem behauptet er: «Ich habe allen Vorschlägen zugestimmt und jede Anfrage beantwortet.» Keiner lügt so gut wie Netanyahu!

Kate Forbes, Präsidentin der internationalen Föderation der ‘Rotes-Kreuz und Roter Halbmondgesellschaften’ forderte gestern in einem Interview mit Reuters einen Waffenstillstand und den ungehinderten humanitären Zugang zum Gazastreifen. Insgesamt arbeiten weltweit 191 Organisation in dieser Föderation zusammen. «Wir sind bereit, etwas zu bewirken. Wir brauchen Zugang, und dafür muss es einen Waffenstillstand geben.» Im Februar hat Forbes Gaza besucht: «Es gab nicht genügend Unterkünfte. Es gab kein Wasser und nicht genügend sanitäre Anlagen. Wir hatten ein Krankenhaus ohne Ausrüstung… und leider ist das, was ich befürchtet habe, eingetreten, nämlich dass es nicht genug Lebensmittel geben würde.» In einem Appell an die verhandelnden Regierungen betonte sie: «Ich bitte sie alle dringend, einen Waffenstillstand auszuhandeln. Mein Job wird es dann sein, sicherzustellen, dass wir Hilfe bringen können. Deshalb müssen sie ihren Job machen, damit ich meinen machen kann.»

Ich möchte gerne glauben dürfen, dass Forbes ehrliche Absichten hat. Trotzdem erinnere ich mich, und ich möchte auch euch daran erinnern, dass das IRK nicht nur keinen Finger gerührt hat, die Geiseln zu besuchen. Obwohl das ein integraler Bestandteil des Waffenstillstandsabkommens vom November war. Sie weigerten sich auch lebensnotwendige Medikamente für die Geiseln zu übernehmen und weiterzuleiten.

Das hat schon Methode, mindestens seit dem Zweiten Weltkrieg!

Der Rote Halbmond transportiert weiss Gott nicht nur Kranke. Er transportiert auch Terroristen, Geiseln und Waffen weitgehend geschützt an der IDF vorbei kreuz und quer durch Gaza. Wie sind die von Erdogan genannten 1.000 Verletzten von Gaza in die Türkei gekommen? Richtig, mit Ambulanzen über den Grenzübergang Rafah, der genau für solche Fahrten gesperrt war. Ganz bestimmt ist das nicht im Sinne von Frau Forbes, aber es passiert. Warum schaut sie weg?

Entsprechend einem Antrag Algeriens wird sich der UN-Sicherheitsrat erneut mit Israel befassen. Gefordert wird ein sofortiger Waffenstillstand, die Freilassung aller Geiseln, die von der palästinensischen Terror-Organisation Hamas in Gefangenschaft gehalten werden und der sofortige Stopp der militärischen Offensive in Rafah. Über die Geiseln, die sich in den Fängen von Zivilisten, UNRWA Mitarbeitern und dem Palästinensisch-Islamischen Djihad befinden, wurde nicht gesprochen.

Nach einer hinter verschlossenen Türen abgehaltenen Besprechung wurde nur bekannt, dass das Ziel der heutigen Abstimmung ‘das sofortige Ende des Tötens in Rafah’ sei. Der algerische Botschafter Amar Bendjama hofft, dass die Abstimmung in nur wenigen Tagen vor sich gehen kann. Wann wird der Sicherheitsrat sich endlich einmal zu einer eindeutigen Verurteilung der Hamas durchringen können und von ihnen zumindest die unbedingte Freilassung aller noch lebenden und toten Geiseln verlangen?

Die USA hielten gestern fest, dass die Operationen Israels in Rafah bisher noch nicht die ‘rote Linie’ überschritten hätten. Bisher gäbe es keinen Grund, die Taktik Israel gegenüber zu ändern. «Es ist höchste Zeit für diesen Rat, Massnahmen zu ergreifen. Hier geht es um Leben und Tod. Das ist eine Notsituation», sagte der französische Botschafter Nicolas de Riviere vor der Ratssitzung.

Seit Monaten versucht Netanyahu als Krönung seiner politischen Karriere, die Normalisierung mit Saudi-Arabien zu erreichen. Die Saudis zeigen sich auch nicht grundsätzlich abgeneigt, stellen aber Bedingungen. Die härteste davon ist, dass Verhandlungen zur Gründung eines palästinensischen Staates sich auf ‘einem glaubwürdigen Weg’ befinden. Genau das lehnt Netanyahu bisher aber rundheraus ab. Leichter geworden ist die Kommunikation seither nicht.

Jetzt kam aus Riad die bisher schärfste Kritik: «Wir beschuldigen Israel, fortgesetzte völkermörderische Massaker zu begehen, indem es die Zelte wehrloser palästinensischer Flüchtlinge in Rafah ins Visier nimmt. Jerusalem ist verantwortlich für das, was in Rafah und in den gesamten besetzten palästinensischen Gebieten geschieht.» Damit noch nicht genug: «Israels fortgesetzte eklatante Verstösse gegen alle internationalen und humanitären Resolutionen, Gesetze und Normen … verschlimmern noch das Ausmass der beispiellosen humanitären Katastrophe, die das palästinensische Volk erlebt. Die Welt muss die Massaker beenden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.»

Dr. Baxtiyar Baram, ein kurdischer Arzt, der kürzlich im nördlichen Gazastreifen volontierte, berichtete über seine Erfahrungen und brachte neue Enthüllungen. Auf YouTube leider nur auf Kurdisch. Nicht nur, dass die Hamas die Krankenhäuser als Kampfzonen missbraucht, sie bietet Behandlungen, auch von Schwerkranken, nur sehr selektiv an. In den VIP-Stationen werden nur Patienten mit guten Beziehungen zu palästinensischen Terror-Organisation behandelt.

Baram war im April in den Gazastreifen eingereist, bevor die IDF mit den Operationen in Rafah und Jabaliya begann. Zusammen mit einem Team, bestehend aus vier Ärzten und einer Krankenschwester, durfte er in den Norden des Landes fahren. Er gehörte damit zu den ersten ausländischen Teams, die im Gazastreifen zugelassen wurden.

Baram war als Orthopäde ein sehr gefragter Arzt, kein zweiter hatte es gewagt, sich für den Freiwilligenjob zu melden. Er hat in zwei Krankenhäusern gearbeitet. Im Al-Awda in Jabaliya und Kamal Adwan im nördlichen Gazastreifen. Immer wieder sei es in der Nähe zu Luftangriffen gekommen. Er selbst hat beobachtet, dass in den Krankenhäusern immer wieder Hamas-Führer versteckt wurden, einmal hat er sogar mit einem von ihnen Café getrunken.

Die Zivilisten müssten zusehen und akzeptieren, dass die Hamas die Spitäler als Stützpunkte benutzt. Sie könnten nichts gegen die Willkür der Terroristen ausrichten. Wenn ein Schwerkranker Sauerstoff braucht und der nur auf VIP-Station zur Verfügung steht, dann lassen sie den Mann eher sterben, als ihn auf ‘ihrer Station’ zuzulassen.

Es gäbe vielleicht, so seine Einschätzung, nur mehr 10% echte Zustimmung zur Hamas, aber grosse Angst vor der Allmacht der Terror-Organisation. Die haben ihre Augen und ihre Spione überall.

Erneut griffen die Houthi-Terroristen einen Frachter in der Nähe der jemenitischen Küste an. Der Frachter, ein griechisches Schiff, das unter der Flagge der Marshall Inseln segelt, wurde leicht beschädigt. Durch das Leck bedingt, floss Wasser in den Frachter. Der Schaden konnte behoben werden und die Laax setzte ihren Weg von Port Said nach Imam Khomeini im Iran fort.

Erneut fand die IDF Waffen in einer Moschee in Jabaliya. Zuvor waren Drohnen-Aufnahmen veröffentlicht worden, die einen Luftangriff gegen einen mit Panzerfäusten bewaffneten Terroristen zeigen. Es ist das der vorerst letzte Angriff gegen die IDF mit Panzerfäusten in Jabaliya, die in den vergangenen Wochen massiv zugenommen haben.



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