26. Ijjar 5784




Der bisher als vermisst geltende Dolev Yehud, 35, s’’l, musste heute leider von der IDF für tot erklärt werden. Sein Tod wurde durch forensische Funde und Untersuchungen bestätigt. Offensichtlich wurde er am 7. Oktober von den Hamas-Schlächtern im Kibbutz Nir Oz ermordet. Vor seiner Ermordung gelang es ihm noch, einige Menschen vor den Massakern zu retten. Seine damals hochschwangere Frau und ihre drei Kinder überlebten im Schutzraum. Das vierte Kind wurde nach dem 7. Oktober geboren. Dolevs Schwester Arbel, 28, und ihr Verlobter Ariel Cunio werden immer noch in Gaza festgehalten.


Der Kibbutz Nirim musste heute bekanntgeben, dass Nadav Popplewell, 51, s’’l, während seiner Geiselhaft in Gaza von den palästinensischen Hamas-Terroristen ermordet wurde. Seine sterblichen Überreste werden in Gaza festgehalten. Vor einigen Wochen war von der Hamas ein kurzer Video-Clip veröffentlicht worden, in dem er sich selbst als britisch-israelischen Doppelbürger vorstellte. Es gab keine Hinweise, von wann das Video stammte. Popplewell war am 7. Oktober gemeinsam mit seiner Mutter, Channah Peri, 79, in den Gazastreifen verschleppt worden, seine Mutter wurde im November freigelassen.

Ebenfalls von den Hamas-Schlächtern ermordet wurden, wie heute bekannt wurde Chaim Perry, 79, Yoram Metzger, 80 und Amiram Cooper, 85, s’’l. Alle vier stammten aus dem Kibbutz Nir Oz. Ihr Tod wurde vom Ministerium für religiöse Angelegenheiten und dem Chef Rabbinat von Israel bekannt gegeben. Die vier Geiseln sind schon seit einigen Monaten tot und wurden in der Umgebung von Kfar Younis festgehalten.

Netanyahu betont mit Blick auf den von US-Präsident Joe Biden am Wochenende präsentierten Vorschlag zum Geiselabkommen, dass in der vorgelegten Version einige wichtige Elemente des israelischen Vorschlags fehlen. Andere Teilbereiche werden nach wie vor vom offiziellen Israel abgelehnt. Netanyahu hält dazu fest: «Israel ist einen langen Weg gegangen, um die Geiseln zurückzubekommen. Wir werden die Ziele des Krieges, in erster Linie die Beseitigung der Hamas, beibehalten. Wir bestehen darauf, dass wir beide Ziele erreichen. Das ist nicht etwas, das ich hinzufüge, weil ich von der Koalition unter Druck gesetzt wurde. Es ist etwas, auf das wir uns im Kriegskabinett einstimmig geeinigt haben.»
Netanyahu hatte zuvor festgestellt, dass es zwischen der israelischen und der von Biden vorgetragenen Version Lücken gibt. «Sie ist unvollständig. Der Krieg wird unterbrochen, um die Geiseln zurückzubringen, und danach werden wir Diskussionen führen. Es gibt weitere Details, die der US-Präsident der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt hat», wird er bei einer geschlossenen Sitzung des Aussen- und Verteidigungsausschusses zitiert.
Ein nicht genannter Politiker bezweifelt, dass der von Biden verlesene Vorschlag überhaupt als der ‘israelische Vorschlag’ bezeichnet werden darf. Es handele sich vielmehr um einen von den Mediatoren ausgehandelten Vorschlag, den Israel nur abgeändert hatte. So habe z.B. Israel nie zugestimmt, «seine Streitkräfte vollständig aus dem Gazastreifen abzuziehen.»

Der rechtsextrem-nationalistische Ben-Gvir beschuldigt Netanyahu, den vollständigen Text des von US-Präsident Biden verkündeten Vorschlages zum Geiselabkommen schönzureden und nicht offenzulegen. «Ich habe ihn gefragt, ob ich mir den Entwurf des Abkommens ansehen kann, und er hat zugestimmt und gesagt, dass ich in sein Büro kommen kann, damit ich den Entwurf mit eigenen Augen sehen kann. Aber als ich gestern ankam, wurde mir von Netanyahus Assistenten gesagt, dass es keinen Entwurf gibt.» Heute am Vormittag sei er zum Nationalen Sicherheitsberater, Tzachi HaNegbi, gegangen. Auch der beteuerte, dass es keinen solchen Entwurf gebe. Ben-Gvir befürchtet, dass der Vorschlag einen Passus zur Beendigung des Krieges beinhaltet. Andernfalls könne man ihm den Entwurf doch problemlos vorlegen. Gäbe es hingegen einen solchen Passus, dann werde er die Koalition auflösen.
Der ebenfalls rechtsextrem-nationalistische Smotrich erklärte heute bei einer Pressekonferenz, der von Biden vorgelegte Vorschlag sei «gefährlich, weil er die Hamas nicht vollständig zerstören werde.» Er argumentierte weiterhin, dass der Vorschlag nicht dem Nationalen Sicherheitskabinett vorgelegt wurde und damit illegal und damit für die Regierung nicht bindend sei. Im Allgemeinen hat das Kriegskabinett nur die Befugnis, die taktischen Aspekte des Krieges zu entscheiden, während alle wichtigen politischen oder strategischen Entscheidungen dem Nationalen Sicherheitskabinett vorgelegt werden müssen. Smotrich hat mittlerweile Beratungen mit seinen religiösen Führern abgehalten. Der Messias wird’s wohl richten!
John Kirby, der Sprecher des US-amerikanischen Sicherheitsrates, weist alle Vorwürfe zurück, die behaupten, es gebe Unterschiede zwischen dem von US-Präsident Joe Biden vorgelegten Papier und dem israelischen Vorschlag: «Was die Lücken betrifft, weiss ich nicht, auf welche Lücken Sie sich beziehen.Wir sind zuversichtlich, dass Bidens Rede diesen israelischen Vorschlag genau widerspiegelt – einen Vorschlag, an dem wir mit den Israelis gearbeitet haben, also sind mir keine nennenswerten Lücken bekannt» und er fuhr fort: «Wenn überhaupt, dann ging es darum, Herrn Yahya Sinwar und die Hamas öffentlich unter Druck zu setzen, die sich wiederholt geweigert haben, das zu akzeptieren, was Israel vorgeschlagen hat.»

Die Hamas hat sich Zeit für ihre Entscheidung erbeten. Sie warten auf ein Papier, in dem der israelische Vorschlag zu 100% dem von US-Präsident Biden vorgestellten entspricht. Vor allem bestehen sie auf einer eindeutigen Vereinbarung, die es Israel nicht erlaubt, den Krieg nach der Freilassung der Geiseln wieder aufzunehmen – was Jerusalem nach eigenen Angaben durchaus tun wird. Die Terror-Organisation ist sicher, dass derzeit die Zeit für sie spielt. Israel gerät immer mehr unter internationalen Druck und könnte gezwungen sein, ein Abkommen zu unterschreiben, das ihren Plänen nicht entgegenkommt.

Der interimistische iranische Aussenminister, Ali Bagheri Kani, macht derzeit einen Besuch im Libanon und in Syrien. Er wird sich in beiden Ländern mit Politikern und ‘Führern der Widerstandsfront’ treffen, um zu besprechen, wie man weiter gegen Israel vorgehen wird. Der Iran unterstützt einige bewaffnete Terrorgruppen in der Region, darunter die Hamas und die Houthis. Die mächtigste und am besten hochgerüstete schiitische Terror-Organisation ist jedoch die Hisbollah im Libanon. Kani bekräftigte bei einem Treffen mit seinem libanesischen Amtskollegen, Abdallah Bou Habib, die engen Beziehungen zwischen den beiden Staaten. «Widerstand ist die Grundlage für Stabilität in der Region. Wir haben uns darauf geeinigt, dass alle Länder der Region, insbesondere die islamischen Länder, gemeinsam gegen die israelische Aggression vorgehen und das palästinensische Volk, insbesondere in Rafah, schützen müssen.» Bou Habib betonte, dass der Libanon nicht an einer Eskalation in der Region interessiert sei, sondern nachhaltige Lösungen sucht, um die Ruhe und die Stabilität im Südlibanon wieder herzustellen.
Das ist sehr einfach zu erreichen, ohne lange suchen zu müssen: Sofortiges Einstellen des regelmässigen Beschusses auf Israel und Rückzug hinter die von der UNO in Resolution 1701 vom 11. August 2006 festgelegte Grenze, i.e. den Litani Fluss.
Der oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, erklärte in einer live übertragenen Rede zum 35. Todestag von Ayatollah Ruhollah Khomeini, Israel befinde sich aufgrund des Krieges in Gaza am Zerfall. «Heute zerfällt das zionistische Regime vor den Augen der Weltbevölkerung allmählich. Der Krieg hat das Land in eine Sackgasse gebracht. Sie haben die US-amerikanischen Bemühungen um Einigung mit den Nachbarn in der Region zunichtegemacht. Das ist Teil des israelischen Komplotts zur Beherrschung der Region.» PA-Präsident Mahmoud Abbas verurteilt die Einstellung Khameneis, die, so seine Ansicht, «eindeutig darauf abzielen, palästinensisches Blut zu opfern, und nicht zur Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates führen werden.»
Ein grosses Feuer wütet immer noch in der Nähe von Kiryat Shmona. Neun Feuerwehren sind vor Ort, um das Feuer zunächst unter Kontrolle zu bringen. Ausgebrochen war das Feuer gestern, nachdem eine heftige Salve von Raketen in unbebautem Gebiet niedergegangen war. Auch in der Nähe von Katzrin auf dem Golan konnte das gestern ausgebrochene Feuer noch nicht gelöscht werden. Die Hisbollah gab auch heute wieder bekannt, dutzende von Raketen auf israelisches Gebiet abgeschossen zu haben. Dabei seien einige Militärposten getroffen worden. Auch eine mit Sprengstoff beladene Drohne ist am Vormittag nach Metula geflogen. In beiden Fällen wurde kein Alarm ausgelöst, es gab keine Schadensmeldungen
In einem der palästinensischen Hamas-Terror-Organisation zugeordneten Gebäudekomplex in Rafah konnte die IDF Dutzende Granaten, Raketen, Panzer-Abwehr-Granaten und andere Waffen aufspüren und vernichten. Gleichzeitig wurden aktive Terroristen neutralisiert und Tunneleingänge zerstört.
Kategorien:Israel
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