15. Siwan 5784

Erneut muss die IDF den Tod von zwei Soldaten bekanntgeben. Sgt. First Class (res.) Omer Smadga, 25 und Sgt. First Class (res.) Saadia Yaakov Derai, 27, s’’l, verloren ihr Leben bei einem Angriff mit Granaten durch die palästinensische Hamas Terror-Organisation. Drei weitere Reservisten wurden bei dem Vorfall schwer verletzt.
Netanyahu gab wieder einmal ein Interview mit einer US-amerikanischen Nachrichtenseite. Israelische Journalisten erfahren seine Gedanken seit Monaten nur noch aus diesen Quellen, nachdem er jeden Kontakt mit israelischen Medien verweigert. «Ich denke, wir werden eine nachhaltige Entmilitarisierung brauchen, die nur von Israel gegen jede wieder aufkeimende terroristische Anstrengung durchgeführt werden kann. Aber ich denke, es muss eine zivile Verwaltung geben, die nicht nur die Verteilung der humanitären Hilfe, sondern auch die zivile Verwaltung verwaltet. Das muss meiner Meinung nach am besten in Zusammenarbeit mit einer innerarabischen Schirmherrschaft und mit Unterstützung durch arabische Länder erfolgen.» Anschliessend gibt er sich als Visionär für eine bessere Welt: Er hält einen ‘Entradikalisierungsprozess’ für notwendig, um den Palästinensern eine andere Zukunft als die der Vernichtung Israels und der Ermordung aller Juden auf der Welt zu vermitteln, sowie einen Wiederaufbau, der von der internationalen Gemeinschaft geleitet wird.
Nachdem Netanyahu sich mehr als unzufrieden mit den verlangsamten Waffenlieferungen aus den USA zeigt und dies auch öffentlich machte, ist der Riss zwischen ihm und US-Präsident Joe Biden noch grösser geworden. «Wir haben in vielen, vielen ruhigen Gesprächen zwischen unseren Beamten und amerikanischen Beamten sowie zwischen mir und dem Präsidenten versucht, diese Verringerung der Lieferungen auszugleichen. Ich hielt es für absolut notwendig, das Problem nach Monaten der ruhigen Gespräche, die das Problem nicht gelöst haben, öffentlich zu machen.» Ein Elefant in einem Porzellanladen ist eine grazile Balletttänzerin gegen den derzeit völlig planlos agierenden Netanyahu. Aus den USA kam prompt die Antwort: «Nur eine Lieferung von Bomben mit hoher Nutzlast wurden zurückgehalten, weil wir Angst hatten, sie würden in Rafah eingesetzt werden. Alle anderen Lieferungen erfolgten termingerecht. Wir wissen also nicht, von was er spricht.»
Der Palästinensisch-Islamische-Djihad hat sich erneut tief in die Zivilbevölkerung eingegraben und diese als menschliche Schutzschilde missbraucht. Die IDF entdeckte eine Raketenabschlussbasis in einem Schutzraum für evakuierte Palästinenser. Der Schutzraum ist Teil der ‘humanitären Sicherheitszone’ bei Khan Younis. Vor dem erfolgten Luftangriff sei alles unternommen worden, um das Leben von unbeteiligten Zivilisten zu schützen. Eine Drohne konnte die Abschussbasis zerstören.
Drei aus dem Flüchtlingslager Nuseirat und damit wiederum mitten aus der Zivilbevölkerung heraus abgeschossen Raketen lösten den Alarm in Re’im, dem Ort, an dem das Nova Festival stattgefunden hatte, aus. Die Raketen fielen in unbebautem Gebiet nieder und versurachten keinen Schaden.
Das ist leider wieder einer der Fehler, mit denen wir rechnen müssen, wenn unsere Soldaten nicht genügend Zeit bekommen, sich zwischen den anstrengenden Einsätzen ausreichend ausruhen zu können. Eine von Israel auf ein Ziel in Gaza abgeschossene Granate wich von ihrem einprogrammierten Kurs ab und traf ein israelisches Fahrzeug in der Nähe des Grenzzauns. Am Fahrzeug entstand grosser Sachschaden, weil es unbesetzt war, kamen keine Menschen zu Schaden. Die IDF untersucht den Vorfall.

Die IDF hat die Stürmung der Universität Gaza beendet. Die Gebäude waren als Kommandozentrale der palästinensischen Terror-Organisation Hamas genutzt worden. Die im Gebäude versteckten Terroristen hatten mehrfach das Feuer auf die Soldaten eröffnet. Im Gebäude wurden zahlreiche Waffenlager entdeckt. Unter den Waffen befanden sich auch Plastik-Fässer, die mit Sprengstoff gefüllt waren. Zur Erinnerung: Assad hat seine eigene Bevölkerung mit Fassbomben terrorisiert.

Die gute Nachricht des Tages: Margot Friedländer, 102 und damit eine der ältesten noch lebenden Holocaustüberlebenden, ist es gewöhnt, im Rampenlicht zu stehen. Die zierliche alte Dame, ist immer wie aus dem Ei gekleidet, geschminkt und frisiert. Sie hat schon im Deutschen Bundestag gesprochen, auf zahlreichen Veranstaltungen kämpft sie unermüdlich gegen das Vergessen und für die Menschlichkeit. «Schaut nicht auf das, was euch trennt, schaut auf das, was euch verbindet.» Eine Haltung, die sie mit anderen Zeitzeugen gemeinsam hat. «Ich bin nicht gekommen, um anzuklagen. Ich bin Zeuge jener Zeit.» So begann auch mein Freund Max Mannheimer regelmässig seine Vorträge. Margot Friedländer ist entsetzt über den Höhenflug der AfD und darüber, wie der Antisemitismus wieder sein grausames Gesicht zeigt. Wie das Wegschauen wieder zur Tagesordnung gehört. Ihre Familie wurden in Auschwitz ermordet, sie überlebte den Krieg in Theresienstadt. Ihren Mann kannte sie noch aus der Vorkriegszeit. Sie heirateten nach der Befreiung noch in Theresienstadt. Später wanderten sie in die USA aus. Als ihr Mann 1997 verstarb, ging sie zurück nach Berlin. Seither reist sie unermüdlich als Zeitzeugin von Schule zu Schule, um den Schülern ihre Geschichte auch im Namen aller, die nicht überlebt haben, zu erzählen. Eine Geschichte, die nicht in Vergessenheit geraten darf.
Ihr Berufswunsch war es, Schneiderin und Designerin zu werden. 1936 schrieb sie sich an einer Berliner Kunstgewerbeschule ein und lernte dort Mode- und Reklamezeichnen. Es ist ein wenig wie die späte Erfüllung eines langgehegten Traums. Die deutsche Ausgabe der weltweit bekannten Modezeitschrift ‘VOGUE’ wählte sie als ‘Cover-Lady’ für die Juli/August 24 Ausgabe aus und widmete ihr eine Titel-Geschichte.
Kategorien:Israel
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