Krieg in Israel – Tag 261

17. Siwan 5784

Die IDF musste auch heute wieder den Tod eines Soldaten bekanntgeben. Sgt. First Class (res.), Malkia Gross, 35, s’’l, verlor sein Leben während eines Kampfes im südlichen Gaza.  Mit ihm steigt die Zahl der seit Beginn des Krieges gefallen Soldaten auf 315.

Netanyahu gab heute bei einer Parlamentssitzung die Berufung von Maj. Gen. (res) Yiftach Ron-Tal, ehemaliger Kommandant der IDF-Bodentruppen, zum Koordinator des Südens und Maj. Gen. (res.) Eliezer Marom, ehemaliger Kommandant der Marine, zum Koordinator des Nordens. Etwas kryptisch sagte Ron-Tal bei einem Interview von Radio 103: «Eine Regierung, die den Krieg nicht auf das Gebiet des Feindes verlagert und die Bedrohung nicht beseitigt, verdient es nicht, die Regierung Israels zu sein.» Was genau er damit meinte, bleibt unklar. Klarer waren die Worte von Marom bei Radio 15.4: «Ich habe viel Kritik an der bisherigen Kriegsführung. Ich denke, dass vieles viel schneller und anders hätte gemacht werden können. Ich denke, dass die Sicherheits- und politische Führung so schnell wie möglich ausgetauscht werden sollte.» Man hat fast das Gefühl, er hat Mitleid mit Herzi Helevi, dem Generalstabschef:  «Der Generalstabschef sagte, dass er die Verantwortung trage und alle darauf warteten, dass er den Schlüssel abgebe und den Platz räume. In der Zwischenzeit führt er den Krieg, er macht es allein, es gibt fast niemanden um ihn herum, er trägt die Verantwortung allein und die Ergebnisse sprechen für sich.“

VM Yoav Gallant machte sich in der Nacht auf den Weg in die USA. In einer kurz vor dem Abflug aufgenommenen Erklärung betonte er:  «Die Beziehung zu den USA ist wichtiger denn je. Die Treffen mit den hochrangigen Regierungsvertretern sind für den weiteren Verlauf des Krieges von entscheidender Bedeutung. Während dieser Treffen möchte ich die Entwicklungen an der südlichen und nördlichen Front, im Gazastreifen und im Libanon besprechen. Wir sind auf alle Massnahmen vorbereitet, die im Gazastreifen, im Libanon und in anderen Gebieten erforderlich sein könnten», und er fuhr fort: «Der Übergang zu Phase 3 des Krieges im Gazastreifen ist von grosser Bedeutung. Ich werde diesen Übergang mit US-Beamten besprechen und dabei auch darauf eingehen, wie wir weitere Entwicklungen ermöglichen können. Ich weiss, dass wir auch in dieser Frage eng mit den USA zusammenarbeiten werden.» Es scheint ganz so, als müsse der ruhigere, bedächtigere und vor allem kompetentere VM wieder einmal die Kastanien für Netanyahu aus dem Feuer holen. Aus dem Weissen Haus wurde bestätig, man freue sich auf den Besuch Gallants, den man gerne empfangen werde.

Dr. Udi Baharav, 71, ein pensionierter Internist und Allgemeinmediziner, gehört zu einer Gruppe von Freiweilligen, die bei jeder Demonstration dabei sind. Deutlich als medizinisches Personal gekennzeichnet, helfen sie Kranken und Verletzten, gleichgültig, ob es Polizisten oder Demonstranten sind. Vor drei Wochen wurde er im Einsatz von der Polizei zu Boden geworfen, getreten, weggeschleppt und anschliessend für einige Stunden festgenommen. Jetzt hat er eine Beschwerde bei der internen Untersuchungskommission eingereicht, die dem Justizministerium untersteht.  Gegenüber Kanal 12 berichtet er: «Wenn man sich den Vorfall, den ich erlebt habe, genauer ansieht, hat die Polizei gegen das Gesetz verstossen.Selbst bei der Polizeiarbeit gibt es klare Gesetze. Es gibt Gesetze darüber, wie die Polizei mit medizinischen Teams umgehen sollte und wie die Polizei mit medizinischen Teams zusammenarbeiten sollte. Ihre Aufgabe ist es, Menschenleben zu retten, und sie müssen zu diesem Zweck das Gebiet räumen. Was sie getan haben, war genau das Gegenteil. Die Polizei sieht Menschen auf dem Boden liegen und anstatt ihnen zu helfen, stossen und schlagen sie sie einfach nur.»

Yahya Sinwar scheint auf Zeit zu spielen. In der Hoffnung, dass an der Nordgrenze Israels ein Krieg ausbricht, verzögert er die Verhandlungen über einen Waffenstillstand. Derzeit hat er kein Interesse daran, Geiseln freizulassen-

Die unsäglich antisemitische Sonderbeauftragte der UN, Francesca Albanese, hat wieder einen Grund gefunden, Israel anzuklagen. Sie bezog sich dabei auf einen Vorfall, der sich gestern in Jenin in Samaria ereignete. Aus noch nicht geklärten Gründen banden Soldaten einen verletzten Palästinenser auf die Motorhause ihres Jeeps. Albanese bezeichnete dieses Vorgehen, das in keiner Weise militärischen Vorschriften entspricht, sofort als Missbrauch von Zivilisten als ‘menschliches Schutzschild’. Auf einem Video ist zu sehen, dass zwei Fahrzeuge an drei Ambulanzen des Roten Halbmond vorbeifahren. Der Vorfall wurde unmittelbar nach dem Bekanntwerden von der IDF als völlig ungesetzlich eingestuft, die beteiligten Soldaten wurden zur Befragung einbestellt. Über die Hintergründe wurde bisher nichts bekannt, ausser, dass der Verletzte schnellstmöglich von den Soldaten dem Roten Halbmond übergeben wurde.

Gestern wurden bei Angriffen aus dem südlichen Libanon in der nordisraelischen Grenzstadt Metula drei Häuser stark beschädigt. Bürgermeister David Azoulay beklagt sich: «Fast 200 Häuser wurden in den letzten acht Monaten zerstört, damit sind 40% aller privaten Liegenschaften unbewohnbar. Die israelische Regierung ist verschollen, der PM hat möglicherweise anderes zu tun, als sich um uns zu kümmern.»

Am frühen Morgen gelang es der IAF eine ‘aus dem Osten’ heranfliegende Drohne abzufangen und zu zerstören, bevor sie den israelischen Luftraum erreichte. Die Formulierung ‘ aus dem Osten’ lässt darauf schliessen, dass es sich um eine aus dem Irak stammende Drohne handelte. Zuvor hatte der vom Iran unterstützte und finanzierte ‘Islamic Resistance in Iraq’ angekündigt, eine Drohne auf Eilat abgeschossen zu haben.

Nachdem ein Abfangversuch misslang, schlug eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der Nähe von Beit Hillel ein ohne Schaden anzurichten. Im sofort erfolgten Gegenangriff wurde ein Gebäude und ein Beobachtungsturm im Süden des Libanon zerstört. Bei einem weiteren Angriff mit gleichzeitig mehreren mit Sprengstoff beladenen Drohnen wurde nach der erfolgten Zerstörung ein Soldat schwer verletzt. Kurz darauf wurde eine weitere Drohne über dem See Genezareth abgefangen.

In der Region von Misgav, im Oberen Galil, wurde eine mit Sprengstoff beladenen Drohne rechtzeitig neutralisiert. In der Region befinden sich Teile einer Waffenfabrik die zum Konzern Rafael gehört. Rafael ist Partner der IDF im Bereich Verteidigung und Abwehr.

Die Houthi-Terroristen haben erneut ein Handelsschiff angegriffen. Name und Eigentümer des Schiffes sind noch nicht bekannt.  Der Angriff fand etwa 64 Semmeilenwestlich des Hafens von Hodeida statt. Das Schiff erlitt Schaden, kann jedoch seinen Weg fortsetzen. Drei unbemannte Schiffe der Houthi-Terroristen konnten in den letzten Tagen erfolgreich zerstörte werden. Die Behauptung der Houthis-Terroristen, das Flaggschiff der US-amerikanischen Marine, die USS Eisenhower angegriffen und beschädigt zu haben, wies das US-Central Command entschieden zurück. Ein weiteres Schiff erlitt heute Nachmittag einen Totalschaden, durch den gefluteten Maschinenraum. Das Schiff musste aufgebeben werden, die Mannschaft wurde von anderen Schiffen aufgenommen. Das Schiff treibt nun führerlos etwa 96 Seemeilen südlich von Yemen.

Die IDF eroberte und zerstörte anschliessend ein Trainingscamp der palästinensischen Hamas-Terroristen in der Nähe von Rafah. Im Camp befand sich die Zentrale des ‘Tel Sultan Batallions’, Waffenlager und zahlreiche Tunneleingänge. Es gibt also bereits wieder Trainingscamps für den terroristischen Nachwuchs.

Die Hisbollah benutzt offensichtlich den Flughafen von Beirut, um dort Waffen zu lagern, die aus dem Iran geliefert wurden. Das berichtet der britische ‘Telegraph’. Unter den als ‘grosse Mengen’ quantifizierten Volumen befinden sich ballistische Raketen, ungelenkte Raketen und laser-gesteuerte Panzer-Abwehr-Raketen. Auch der als hoch explosiv und giftig eingestufte Sprengstoff RDX, der schon im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde, wird am Flughafen gelagert. Ein Mitarbeiter des Flughafens berichtete anonym über diese Vorkommnisse. Das libanesische Transportministerium, das der Hisbollah untersteht, bestreitet diese. Behauptungen.

Im Hauptquartier der UNRWA in Gaza City hat die IDF einen Versammlungsraum der beiden Terror-Organisationen Hamas und Islamisch-Palästinensischer- Djihad entdeckt. Am heutigen Vormittag wurden mit einem gezielten Angriff mit Präzisionsmunition und strikt nach Erkenntnissen aus Geheimdienstinformationen und Unterlagen aus entsprechender Luftüberwachung ein Angriff der IAF auf das Gebäude durchgeführt. Während es von der IDF keine entsprechenden Meldungen gab, berichtete die Hamas von fünf getöteten Zivilisten.



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