28. Siwan 5784


Auch heute muss die IDF erneut den Tod von drei Soldaten bekannt geben. Cpt. Elisha Lugasi, 32 und Cpt. Roy Miller, 21, und Maj, (res.) Ity Galea, 38, s’’l verloren ihr Leben in Kämpfen im nördlichen Gazastreifen. Fünf weitere Soldaten wurden bei den beiden Kampfhandlungen schwer verletzt. Galea verlor sein Leben bei einem Angriff der Hisbollah.
Roger Waters, 80, einst gefeierter Mitgründer von Pink Floyd, Sänger und Bass-Gitarrist beim weltweit meistverkauften Album ‘The Wall’, zeichnet sich schon lange nicht mehr als Top-Musiker aus. Seit 2006 ist er begeisterter Anhänger der anti-israelischen BDS-Kampagne. Bei einem Besuch in Judäa und Samaria sprühte er die Zeile «We don’t need no thought control»[1] auf eine israelische Sperranlage. Seit den späten 80-er Jahren ist ein Schwein massgebliches Dekorationsstück seiner Solo-Shows und wurde mehrfach mit einem aufgedruckten Davidstern gezeigt. Das ist natürlich eine absolut perfide Hetze gegen Juden und Israel.

Er selbst behauptet immer wieder, ein Judenfreund zu sein und selbst zwei jüdische Enkelkinder[2] und Freunde zu haben. Das Schwein verwende er als Symbol für den Staat Israel und keinesfalls für das Judentum. In einem Interview 2013 verglich er die Politik Israels mit dem Holocaust: «Es gab viele Menschen, die so taten, als wenn die Unterdrückung der Juden nicht stattfinden würde. Zwischen 1933 und 1946. Nun gibt es ein neues Szenario. Nur dass es jetzt die Palästinenser sind, die ermordet werden.» Daraufhin wurden zahlreiche Kooperationsverträge mit ihm aufgelöst.



2023 geriet Rogers erneut in die Kritik, nachdem er in Berlin in einem Kostüm auftrat, das der Uniform der Waffen-SS stark ähnelte. Nach dem Massaker der Hamas-Schlächter am 7. Oktober 2023 reklamierte er für sich, er sei gegen jegliche Kriegsverbrechen, äusserte allerdings Zweifel, dass es in Israel dazu gekommen sei; es habe, so Waters, ‘vielleicht Einzelfälle’ gegeben. Er verurteile die Tötung und Entführung von Zivilisten, die Israelis hätten jedoch ‘die ganze Sache total aufgebauscht’, sie hätten ‘Geschichten über das Köpfen von Babys erfunden’. Am Dienstag behauptete er in der Sendung ‘Piers Morgan Uncensored’, es gebe keine Evidenz dafür, dass es zu Vergewaltigungen gekommen sei. Zeitgleich veröffentlichte er ein Video, in dem er den Israelis riet «dorthin zurückzukehren, von wo sie gekommen sind, nach Osteuropa oder in die USA.»
Viel kann man in Israel nicht gegen diesen extremen Antisemiten tun, aber eines verlangt die Solidarität mit allen Opfern der Hamas. Kein Werk von Rogers oder Pink Floyd darf mehr in einem israelischen Sender gespielt werden.
Etwa 63 Mitglieder der Knesset aus insgesamt acht Parteien haben Knesset-Sprecher Amir Ohana ein Schreiben vorgelegt, in dem sie eine Sondersitzung mit anschliessender Abstimmung über die (Un)möglichkeit einer palästinensischen Staatsgründung fordern. Die unterzeichnenden Vertreter gehören zu den folgenden Parteien: Likud, Shas, Vereinigtes Torah-Judentum, Religiöse Zionistische Partei und Otzma Yehudit sowie der Opposition Vereinigte Rechte, Nationale Einheit und Yisrael Beytenu. Der Text lautet wie folgt: «Die israelische Knesset lehnt die Gründung eines palästinensischen Staates westlich des Jordans kategorisch ab. Die Gründung eines palästinensischen Staates im Herzen des Landes Israel würde eine existenzielle Bedrohung für den Staat Israel und seine Bürger darstellen, den israelisch-palästinensischen Konflikt weiterführen und die Region destabilisieren. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis die Hamas den palästinensischen Staat übernimmt und ihn in eine Basis für radikalen islamischen Terror verwandelt, der in Abstimmung mit der vom Iran angeführten Achse agiert, um den Staat Israel auszulöschen. Die Idee eines palästinensischen Staates zu diesem Zeitpunkt zu fördern, wird ein Preis für den Terror sein und die Hamas und ihre Anhänger ermutigen, die dies als einen Sieg betrachten, der auf das Massaker vom 7. Oktober 2023 zurückgeht und als Vorläufer für die Übernahme des Nahen Ostens durch den islamischen Djihad dient.»
Der aktuelle Vorschlag zur Waffenruhe und dem Geiselabkommen, enthält, so die Hisbollah-affiliierte Tageszeitung al-Akhbar «klare Formulierungen, die keine Interpretationen zulassen.» Der Plan enthält Vorschläge, die von CIA-Chef William Burns, Katar, Ägypten und der Türkei ausgehandelt wurden. So soll es zwischen der ersten und zweiten Phase und den dann stattfindenden Verhandlungen eine nachhaltige Ruhe geben. Auch ein Teilrückzug aus dem Grenzgebiet von Rafah und dem Philadelphia Korridor ist vorgesehen. Israel bestätigt, das Dokument erhalten zu haben und es nun zu prüfen, bevor eine Antwort gegeben wird. Wenig später wurde von al-Mayadeen, einer libanesischen Zeitung bekannt, dass die von Israel angebrachten Änderungen keinesfalls die Vorstellungen der Hamas treffen und daher abgelehnt werden müssten. Damit widerspricht der Bericht der am Vormittag von al-Akhbar veröffentlichten Version.

Nachdem Israel bekannt gab, den Vorschlag der Hamas prüfen zu wollen, meldete sich die Mutter von Doron Steinbrecher, 30, Simona, zu Wort, und forderte: «Ich verlange, dass der Premierminister diese Möglichkeit nicht wieder torpediert. Es gibt Geiseln, die sterben, und jeden Tag fürchten wir, dass weitere in Gefangenschaft ermordet werden. Es gab schon oft das Gefühl, dass es bald zu einer Einigung kommen wird, und jedes Mal torpediert jemand den Prozess.» Sowohl Netanyahu als auch der Hamas-Führer Yahya Sinwar werden immer wieder beschuldigt, die Chancen auf eine Einigung zu hintertreiben. Doron Steinbrecher wurde am 7. Oktober von den Hamas-Schlächtern entführt und wird seither im Gazastreifen festgehalten. Über ihr Schicksal ist nichts bekannt.



Danny Elgarat, der Bruder von Itzik Elgarat, 69, s’’l, erklärte, er sei sicher, dass sein Bruder nicht mehr am Leben ist. Itzik wurde am 7. Oktober aus dem Sicherheitsraum seines Hauses in den Gazastreifen verschleppt. Zuvor war er durch einen Schuss durch die Sicherheitstür schwer an der Hand verletzt worden. «In allen Berichten, die die Hamas schickt, und in allen Informationen, die wir erhalten, heisst es, dass Itzik nicht mehr am Leben ist. Er wurde lebend entführt. Die Geisel Yelena Trufanova, 50 sass einen ganzen Tag lang bei ihm und sprach mit ihm. Der Arzt, der ihn behandelt hat, hat uns genau berichtet, welche Behandlung er erhalten hat. Er wurde dort wirklich hervorragend versorgt, sie haben seine Hand gerettet.» Das letzte Lebenszeichen erhielten sie, als ihnen mitgeteilt wurde, dass Itzik von Khan Younis nach Rafah verlegt worden war. Das war am 1. Januar. Seither haben sie bis gestern nichts Neues mehr gehört.

Regierungsgegner blockierten im morgendlichen Berufsverkehr den Ayalon Highway in Tel Aviv. Es kam zu ausgedehnten Staus. Auch die parallellaufende Strasse Nr. 4 war von den Blockaden betroffen. «Israel braucht eine verantwortungsvolle und gesunde Regierung, die dem Staat eine bessere Zukunft garantiert. Wir müssen die Vernachlässigung stoppen», fordern die Demonstranten.


In nur einer halben Stunde kam es heute zu einer unglaublichen Vielzahl von ausgelösten Alarmen im Norden. Sowohl der Anflug von Drohnen als auch Raketen wurde gemeldet. Diese Angriffssalve ist die Reaktion auf die gezielte Tötung von Muhammad Nimah Nasser, einem der ranghöchsten Kommandanten der Hisbollah-Terror-Gruppe. Mindestens 200 Raketen und 20 Drohnen wurden innerhalb weniger Minuten auf den Norden Israels abgeschossen. Auf dem Dach eines Einkaufszentrums in Akko löste ein Schrapnell einer abgefangenen Rakete ein Feuer aus. Verletzte wurden nicht gemeldet. Auch auf dem Golan brach erneut ein Feuer aus, welches von mehreren Feuerwehren bekämpft werden musste.
Die IDF berichtete, erneut eine UNRWA Schule als Stützpunkt und Kommandozentrale der palästinensischen Hamas Terror-Organisation aufgespürt und zerstört zu haben. Der gezielte Angriff wurde durch die IAF mit Kampfflugzeugen und Hubschraubern ausgeführt. Zuvor wurden wiederum umfassende Sicherheitsmassnahmen getroffen, um das Risiko, Zivilisten zu treffen, zu minimieren.

Gadi Eisenkot glaubt, dass Israel so nahe wie nie vor dem Abschluss eines Geiselabkommens steht. Er bezweifelt jedoch, dass Netanyahu «die strategische Führungsebene erreichen kann und Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Netanyahu einen Deal akzeptiert und Smotrich und Ben Gvir sagt, dass dies der richtige Weg ist», Netanyahu ist, so ist er überzeugt «an persönliche und politische Bedürfnisse gebunden, die seine Fähigkeit, den Staat Israel zu retten, überfordern.» Eisenkot sieht den zentralen Verhinderer eines Abkommens klar in Sinwar, aber die Verantwortung, die Kriegsziele zu erreichen, liegt bei Netanyahu und seiner Regierung.
Aber den Netanyahu, den es vor zehn Jahren gab, den gibt es heute nicht mehr. «Er steht vor einem strategischen Dilemma: die Rückkehr der Geiseln oder das Überleben der Regierung.» Bezogen auf einen möglichen Krieg im Norden erklärt Eisenkot, dass die IDF über ausreichende Kapazitäten verfüge, um den Kampf aufzunehmen, aber, dass «Israel eine Regierung hat, die unfähig ist, Entscheidungen zu treffen. Das Kabinett hat zu wenig Kenntnisse und Fähigkeiten und Netanyahu hat in den letzten zwei Jahren wenig unternommen, um die nukleare Bedrohung durch den Iran einzudämmen. Der Weg, den Netanyahu einschlägt, führt nicht zum Sieg.»


Es darf gelacht werden: Der Staat Israel hat zu viel Geld! Es ist hinlänglich bekannt, dass Sara Netanyahu nach einem Seitensprung ihres Mannes sich vertraglich hat zusichern lassen, dass sie auf Staatskosten bei jeder Reise dabei ist, die länger als 48 Stunden dauert. All inclusive, versteht sich! Business Class und bald schon das ‘eigene’ Flugzeug!
Heute hat Netanyahu eine carte blanche für seinen Aussenminister Israel Katz ausgestellt. Der darf ab sofort zu jeder Reise seine Frau Ronit mitnehmen. Selbstverständlich ebenfalls auf Staatskosten und ohne vor jeder Reise eine Bewilligung einholen zu müssen.
Es gibt eine Regelung, dass Minister ihre Partner mitnehmen dürfen, aber bitte schön, selbst dafür zahlen müssen. Fair enough! Mit der Ausnahme, dass der Staat die Kosten trägt, wenn besondere Anlässe die Anwesenheit nötig machen.
Das Aussenministerium schiebt allen Kritiken prophylaktisch den Riegel vor: «Die Ehefrau des Aussenministers darf regelmässig an den Auslandsreisen ihres Mannes teilnehmen, die dieser aufgrund seiner Position unternimmt, ähnlich wie die Ehefrauen des Staatspräsidenten, des Premierministers und anderer Personen, in Übereinstimmung mit den bestehenden Gesetzen und Vorschriften. Dies sind öffentliche und offizielle Informationen, und jeder Versuch, die Fakten zu verdrehen, wird sie nicht ändern.»
[1] Textzeile aus dem Song ‘Another brick in the Wall’ aus dem wohl bekanntesten Doppel-Album von Pink Floyd aus dem Jahr 1979. Die Musik ist grandios, die Texte, vor allem im zweiten Teil rassistisch und faschistisch mehr als angehaucht.
[2] Seine Schwiegertochter ist jüdisch.
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