26. Tammus 5784
Der israelische Präsident Isaac Herzog rief alle Staatschefs dazu auf, Israel zu helfen, unsere Geiseln nach Hause zu bringen. «Seit 300 Tagen schmachten unsere Söhne und Töchter, Brüder und Schwestern, Mütter und Väter, Grosseltern in den Verliesen der Hamas in Gaza», schreibt er. «Jede Sekunde jeder Minute jeder Stunde dieser 300 Tage ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Und mit jeder Sekunde, die verstreicht, wird die Notwendigkeit, sie nach Hause zu bringen, immer dringlicher. Alle Staats- und Regierungschefs der Welt, die sich Frieden in unserer Region wünschen, fordere ich ganz klar auf: Helfen Sie uns, unsere Geiseln nach Hause zu bringen – alle, jung und alt, Männer und Frauen, Juden, Muslime und mehr. Helfen Sie uns, sie jetzt nach Hause zu bringen.»

Gestern tagte der UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung, die, wie zu erwarten, nur ein Thema hatte: Die israelischen tödlichen und erfolgreichen Angriffe auf zwei der meistgesuchten Terroristen der Terror-Organisationen Hamas und Hisbollah. «Die verschiedenen Angriffe in den letzten Tagen stellen eine ernsthafte und gefährliche Eskalation dar», sagt die UN-Untergeneralsekretärin Rosemary DiCarlo zu Beginn der Ratssitzung. Sie fordert diplomatische Bemühungen, «um den Kurs zu ändern und einen Weg zu regionalem Frieden und Stabilität zu finden.» Ob es zu einer gemeinsamen Erklärung oder gar einer Resolution kommt, gilt als unwahrscheinlich, nachdem Russland, mit engen Beziehungen zum Iran und die USA, ein wichtiger Verbündeter Israels, Vetorecht haben.
Dass die Hamas den Krieg verschuldet hat, mit 3.000 Raketen an einem Tag, 1.200 abgeschlachteten Menschen, 5.000 grossteils Schwerverletzten und mehr als 250 Verschleppten in den Gazastreifen, war wie immer kein Thema.

Nach dem Angriff vom 13. Juli auf ein Gebäude, in dem sich Rafa’a Salameh, der Kommandant der Khan-Younis-Brigade und Muhammad Deif, die Nummer zwei in Gaza und Kommandant der Iss al-Din al-Qassam Brigaden, aufhielten, konnte zunächst nur der Tod von Salameh bestätigt werden. Das Schicksal von Deif blieb bis gestern unklar. Erst dann erhielt die IDF neue Informationen des Shin Bet, die den Tod von Deif bestätigten. Die Hamas hat bisher noch kein entsprechendes Statement abgegeben.
Der rechtsextrem-nationalistische Smotrich betont, dass mit dem nun bestätigten Tod von Muhammad Deif der Zusammenbruch der palästinensischen Terror-Organisation Hamas näher denn je ist. «Hamas-Stabschef Muhammad Deif wurde eliminiert, Hisbollah-Stabschef Fuad Shukar wurde eliminiert, viele Tausende Terroristen, darunter hochrangige, wurden eliminiert, und wir werden so weitermachen, bis wir sie alle vernichtet, die Sicherheit wiederhergestellt und die Geiseln nach Hause zurückgebracht haben.» Anschliessend zitiert er aus den Psalmen: «Ich werde meine Feinde verfolgen und sie einholen, und ich werde nicht zurückkehren, bis sie verschwunden sind.» (Psalm 18,38)
Oppositionsführer Yair Lapid begrüsst die Betätigung der IDF des Todes von Muhammad Deif. Deif war bereits im vergangenen Monat durch einen Luftangriff ausgeschaltet worden, sein Tod wurde aber erst gestern der IDF bekannt, nachdem sein Leichnam zunächst nicht gefunden wurde. Lapid betonte: «Dies ist eine beispiellos wichtige militärische Leistung. Israels militärische Erfolge müssen in strategische politische Erfolge umgesetzt werden und es muss alles getan werden, um die Geiseln jetzt nach Hause zu bringen.»
Auch Avigdor Liberman zeigt sich zufrieden über die Bestätigung: «Für diese verabscheuungswürdigen Terroristen, die am 7. Oktober Juden abgeschlachtet, vergewaltigt und entführt haben, gibt es keinen Platz auf der Welt, und wir müssen dafür sorgen, dass keiner von ihnen eines natürlichen Todes stirbt.»

VM Yoav Gallant bezeichnet den Tod von Deif als grossen Schritt zur Zerschlagung der Hamas. Deif, den er als ‘Bin Laden von Gaza’ bezeichnet, wurde nach seinen Worten durch eine präzise gemeinsame Operation von IDF und Shin Bet eliminiert. «Die Ergebnisse der Operation machen deutlich, dass die Hamas eine Organisation im Zerfall ist, und dass die Terroristen zwischen Kapitulation und Tod wählen müssen.»




Bei der ersten von drei Trauerfeierlichkeiten für Ismail Haniyeh und seinen mit ihm getöteten Bodyguard werden immer wieder Rufe nach Rache laut. «Ismail Haniyehs Slogan „Wir werden Israel nicht anerkennen“ wird ein unsterblicher Slogan bleiben und wir werden Israel verfolgen, bis es aus dem Land Palästina vertrieben ist.» Bei derzeit 37° wird die jubelnde Menge, die die Strassen säumt, sich über die Wassernebel freuen, die auf sie niederrieseln! Mittlerweile wurde bekannt, dass der Bodyguard, Wasim Abu Shaaban, selbst bei zahlreichen Terror-Anschlägen auf Israel zwischen 2009 und 2014 aktiv war, bevor er 2019 zum Bodyguard von Haniyeh ernannt wurde und ihn auf allen Reisen begleitete.


Die News York Times schreibt, unter Berufung auf sieben nicht genannten Nah-Ost-Experten, darunter zwei Iraner und ein US-Amerikaner, dass der Anschlag auf Ismail Haniyeh durch eine ferngezündete Bombe erfolgte. Diese Bombe sei schon vor etwa zwei Monaten in das Gebäude geschmuggelt und platziert worden. Das Gebäude gehört den Islamischen Revolutionsgarden und wird auch von denen geschützt. Sobald bestätigt wurde, dass sich Haniyeh im Raum befand, wurde die Explosion ausgelöst.
Nach dem tödlichen Angriff der IDF auf Ismail Haniyeh in Teheran hat Ayatollah Ali Khamenei einen direkten Militär-Schlag gegen Israel gefordert. Dieser Schlag wird als Vergeltungsschlag für die Eliminierungen nicht nur von Haniyeh, sondern auch vom Hisbollah-Chef Shukra in Beirut verstanden. Die Financial Times berichtet über intensive Bemühungen von westlichen Diplomaten, die alles tun, um eine Eskalation im Nahen Osten zu verhindern. «Seit gestern Abend übt jeder Druck auf Teheran aus, nicht zu reagieren und die Lage unter Kontrolle zu halten.»
Die IDF zerstörte heute einige Raketenabschussbasen in Khan Younis, die abschussbereit waren, Raketen auf Israel abzuschiessen. Nachdem die Bodenoffensive gestern für beendet erklärt wurde, griffen die IAF 35 weitere Ziele aus der Luft an. Die Truppen sind jetzt auf dem Weg nach Rafah, wo sie erneut im Gebiet von Tel Sultan aktiv werden. Unterwegs konnten sie ein Gebäude sprengen, welches völlig vermint war.
Der heutige Flug LH 682 der Lufthansa von München nach Tel Aviv landete unvorhergesehen in Larnaca, Zypern. Ursprünglich wurden die Passagiere informiert, dass die Zwischenlandung aus technischen Gründen notwendig sei und später entschieden würde, ob der Flug nach Tel Aviv fortgesetzt werde. Nach einiger Zeit auf dem Boden wurde den Passagieren angeboten, auszusteigen. Ihr Gepäck, so wurden sie informiert, werde in der Maschine bleiben. Die Maschine werde aus Sicherheitsgründen nach Deutschland zurückfliegen. Auf dem Flug befanden sich 190 Passagiere und sieben Crewmitglieder. 23 Fluggäste stiegen aus und konnten später mit einer anderen Maschine nach Tel Aviv fliegen. Einer der wieder nach Deutschland zurückgekehrten Passagiere erzählte, die Crew hätte ihnen mitgeteilt, dass aufgrund eines Angriffs aus dem Iran der Landeanflug nach Israel nicht erlaubt sei. Das Aussteigen aus der Maschine sei ihnen erst nach einem verbalen Schlagabtausch mit der Crew gestattet worden.
Die Austrian Airlines, Flug OS859 wich mit einer Maschine von Wien kommend nach Sofia aus. Dort landeten sie für einen Tankstopp, bevor sie zu ihrem Rückflug nach Wien starteten.
Durch die Sperrung des iranischen Luftraums wurde nach Abflug der Maschinen «die Sicherheit der Flüge nach Tel Aviv als nicht gegeben» eingestuft. Während einige Fluggesellschaften ihre Flüge nach Israel bereits abgesagt haben, hat die israelische Arkia ihre Flüge nach Athen aufgestockt. Es wird erwartet, dass zahlreiche Passagiere dorthin fliegen und dann mit der israelischen Maschine weiterfliegen werden.

Am heutigen 300. Tag des Krieges gegen die Hamas befinden sich immer noch 111 Geiseln in den Fängen der palästinensischen Terror-Organisation Hamas und des Palästinensisch-Islamischen Djihad. Man muss leider davon ausgehen, dass sehr viele der Geiseln nicht mehr am Leben sind. Eine Person gilt seit dem 7. Oktober immer noch als vermisst, ihr Schicksal liegt völlig im Dunkeln. Eine grosse Gruppe von Familienangehörigen und Freunden der Geiseln haben heute zum wiederholten Mal den Ayalon, die Hauptverkehrsader quer durch Tel Aviv blockiert.

Der CEO des israelischen Stromversorgers, Meir Spiegler, erklärte gegenüber Kanal 12, dass es im schlimmsten Fall eines Angriffs zu einer Stromunterbrechung zwischen 12 und 48 Stunden kommen kann. Er hält ausdrücklich fest, dass nicht das ganze Land gleichzeitig für 48 Stunden ohne Strom ist, weigert sich aber auch Orte und Regionen zu benennen, die davon betroffen sein können.






Die gute Nachricht des Tages: Jene 148 kranke oder verletzte Zivilisten, zumeist Kinder und Jugendliche, konnten über Kerem Shalom und den Flughafen Ramon in der Nähe von Eilat in die VAE ausreisen. Sie werden dort die medizinische Betreuung erhalten, die sie in Gaza nicht bekommen können. VM Yoav Gallant hatte vorgeschlagen, ein Feldspital im Süden des Landes einzurichten, um genau diese Patienten behandeln zu können. Dieser Vorschlag war von Netanyahu rundheraus abgelehnt worden. Daraufhin wurde in einer gemeinsamen Planung und Vorbereitung mit COGAT, den VAE und der WHO die jetzt angelaufene Operation gestartet.
Medizinisches Personal steht während des gesamten Transfers zwischen Gaza und den VAE zur Verfügung.
Es wurden umfangreiche Sicherheitsmassnahmen ergriffen, um einerseits die Sicherheit der Patienten und deren Begleitpersonen zu garantieren, aber auch, um das von der Hamas ausgehende Sicherheitsrisiko zu minimieren.
Mittlerweile hat Netanyahu auch diese humanitäre Hilfskation verboten. Der Grund für diese unverständliche Entscheidung ist der Angriff der Hisbollah auf das Drusendorf auf dem Golan, bei dem mindestens zwölf Kinder und Jugendliche starben und mehr als 30 Kinder und Jugendliche verletzt wurden.
Ich wünsche den jungen Patienten rasche Genesung und den Begleitpersonen gute Erholung von den Strapazen des Krieges!
Kategorien:Israel
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