29. Tammus 5784

Seit Mitte Februar wird in Sfad die kleine Haymanot Kasau vermisst. Sie wurde dort letztmals vor einem Wohnheim der Jewish Agency gesehen, bevor sie spurlos verschwand. Morgen Abend wird ein Spendenabend für sie stattfinden, nachdem die Polizei nochmals mit berittenen Kollegen, Hundestaffeln, Spurensuchern und anderen Gruppen das Gebiet durchkämmen wird. Die Chancen, eine Spur von ihr zu finden, sind sehr gering, aber eben doch vorhanden.
Wir kennen das selbstvergessene Spiel kleiner Kinder, die vor ihrer Spielzeugbox sitzen. Bittet man sie aufzuräumen, heisst es «Ich muss noch fertig spielen!» Den Sinn des Satzes verstehen nur sie. Da wird mühsam Stein auf Stein geschichtet, vorsichtig, damit der Turm nicht kippt. Auf einmal, ohne für uns erkennbaren Grund, wird alles umgeworfen. Die Trümmer bleiben entweder unbeachtet liegen oder das Spiel beginnt von vorn. Bei Kindern ist das ein sinnvoller Lernprozess, bei einem Erwachsenen ein infantiles Tun. Um überhaupt eine Idee über Netanyahus ‘Bäumchen-wechsel-dich-Spiel zu bekommen, schreibe ich das hier Schritt um Schritt:
- VM Yoav Gallant wird aus dem Amt entlassen
- Gideon Sa’ar wird VM, sollte er abwinken, so könnte er …
- … als Justizminister antreten und Yariv Levin ablösen
- Der wiederum könnte das Aussenministerium von Israel Katz übernehmen
- FM Minister Israel Katz übernimmt das Amt des VM
Was sagen die Spielfiguren dazu?
- Sa’ar hat noch keine Anfrage erhalten, behält sich aber vor, für alles offen zu sein
- Katz möchte weiter als FM amtieren
- Levin träumt weiter von seiner Justizumwälzung, die kann er aber nur als JM vorantreiben
Also muss wohl doch alles beim Alten bleiben…

Gleichzeitig betonte Netanyahu bei der wöchentlichen Kabinettssitzung, dass er bereit sei: «einen sehr, sehr langen Weg zu gehen, um alle Geiseln freizulassen und gleichzeitig Israels Sicherheit zu wahren.» Die Delegation, die zu Gesprächen nach Kairo abgereist war, ist bereits wieder in Israel gelandet, ohne Fortschritte erzielt zu haben. Wie immer weist Netanyahu jede Schuld am Scheitern der Verhandlungen weit von sich und schiebt die Schuld der Hamas zu.
Von den insgesamt zehn vorübergehend festgenommenen Reservesoldaten aus Sde Teiman wurden zwei endgültig aus der U-Haft entlassen. Drei weitere müssen mindestens noch einige Stunden in Beit Lid bleiben, um die Verhöre abzuschliessen. Erst dann wird entschieden, ob sie weiterhin in U-Haft bleiben müssen oder nicht. Für die übrigen fünf Reservisten wurde die Anhaltung zunächst bis Mittwoch verlängert.
Der jordanische Aussenminister Ayman Safadi wird sich heute mit seinem iranischen Kollegen, Ali Bagheri-Kani, in Teheran treffen. Das dient dazu, die Beziehungen Jordanien-Teheran zu diskutieren und ein mögliches Vorgehen als Reaktion auf die erhöhten Spannungen in der Region zu diskutieren. In einem Gespräch mit seinem Luxemburger Kollegen, Xavier Bettel, hielt Safadi fest: «Wir werden es keinem Land erlauben, Jordanien zu einem Schlachtfeld zu machen. Wir müssen unser Land schützen.» Gemeinsam mit den USA, GB und Frankreich hatte Jordanien am 13. April geholfen, iranische Raketen und Drohnen, die auf Israel abgeschossen waren, zu neutralisieren.

Yayhya Sinwar hat die Wahl von Khaled Mashal als Nachfolger des in der vergangenen Woche getöteten Ismail Haniye nicht akzeptiert. Als Grund gab er an, einen Kandidaten mit engeren Beziehungen zum iranischen Regime zu bevorzugen. Neben Mashal bewirbt sich Khalilal-Hayya, ein enger Vertrauter Haniyehs, um den Führungsposten.

Libanesische Medien berichten soeben, dass ein kleines Kraftwerkt auf dem Gelände einer Wasserversorgungsanlage im südlibanesischen Taybeh von der IAF beschossen wurde. Beide Anlagen seien stark beschädigt worden. Eine Stellungnahme der IDF steht noch aus.

Die Hamas wollte offensichtlich Ashdod treffen, als sie wieder fünf Raketen auf israelisches Gebiet abschossen. Erstmals seit Monaten wurde dort Raketenalarm ausgelöst. Einige der Raketen wurden abgefangen, andere stürzten in der Gegend von Bitzaron, einige km östlich von Ashdod nieder und entfachten dort Brände. Die Feuerwehr ist derzeit zu Löscharbeiten vor Ort. Aufgrund des Beschusses forderte die IDF Teile der Zivilbevölkerung in Khan Younis erneut auf, ihre Wohngebiete zu verlassen und sich in humanitäre Schutzzonen zu begeben.

Bei einem gezielten Drohen-Angriff in Nuseirat im zentralen Gazastreifen wurde Ismail Nofal, angeblicher Sohn von Ayman Nofal eliminiert. Nofal senior war Kommandant der zentralen Gaza-Brigade der palästinensischen Terror-Organisation Hamas und wurde bereits im vergangenen Oktober ausgelöscht. Nofal junior nahm an den Massakern vom 7. Oktober teil und war verantwortlich für zahlreiche Raketenangriffe auf Israel.
Bei einem weiteren Angriff in Deir al-Balah kam es zu sekundären Explosionen, so dass die IDF vom Vorhandensein von Waffen am Zielort des Angriffs ausgeht. Insgesamt wurden in den vergangenen 24 Stunden mehr als 50 Ziele erfolgreich angegriffen.


Die IDF hat heute einen Tunnel entdeckt, der gross genug ist, um mit einem grossen Wagen befahren zu werden. Der Tunnel befindet sich im Grenzbereich zwischen. Ägypten und Gaza. In der Breite misst er drei Meter und dürfte vor allem Schmuggelzwecken gedient haben. Vor der Zerstörung wurde er von Kampfeinheiten der IDF untersucht. Im Bereich des Philadelphi-Korridors, der aus sicherheitstechnischen Gründen weiterhin von der IDF besetzt bleibt, wurden Dutzende Tunnel gefunden und zerstört, insgesamt 25 von ihnen liefen unterhalb der Grenze zwischen den beiden Staaten.
Hinterlasse einen Kommentar