Krieg in Israel – Tag 305

2. Aw 5784

Während es Gegenden in Israel gibt, in denen keine ausreichende Zahl von Bunkern oder Schutzräumen zur Verfügung sind, oder schlimmstenfalls überhaupt nicht vorhanden sind, haben Sara Netanyahu und ihr Sohn Yair ganz andere Probleme. Ihr in die Jahre gekommenes Haus in der Aza Street, das derzeit als offizielle Residenz des PM dient, verfügt über keinen ausreichenden Schutzraum. Nach dem Massaker vom 7. Oktober logierten sie für einige Wochen in der Villa, das US-Milliardärs Simon Falc. Sie nahmen auch ihren persönlichen Küchenchef mit. Das widerspricht sämtlichen Vorschriften, nachdem es einem Staatsangestellten verboten ist, in einem privaten Haushalt zu arbeiten. Nach dem Angriff des Irans am 14. April übersiedelten sie erneut für einige Tage in die Luxusvilla. Diese soll auch über einen Atombunker verfügen, was allerdings von Angehörigen der Familie abgewiesen wird. Es gäbe nur zwei normale Schutzräume.

In Jerusalem wurde zwischenzeitlich ein unterirdischer Bunker eingerichtet, der hochrangigen Politiken auch für eine längere Aufenthaltszeit zur Verfügung steht. Er verfügt über alle notwendigen Kommando- und Kontrollmöglichkeiten und ist über diese auch mit dem Hauptquartier der IDF in Tel Aviv verbunden. Während der letzten zehn Monate wurde er nie benutzt.

Jetzt hat Sara Ansprüche angemeldet, dass sowohl sie selbst, als auch der gerade von Miami heimgeschmuggelte Sohn Yair im Staatsbunker Aufnahme finden wollen…..Natürlich kam aus dem Büro des PM  sofort der Hinweis, es handele sich dabei um Falschmeldungen.

Alle anderen Israelis müssen laufen: Zwischen 15 und 45 Sekunden bleibt ihnen nach dem Alarm, um Schutz zu suchen. Im Bunker, oder wenn es keinen gibt, im Treppenhaus ohne Fenster, oder wenn das alles nicht da ist, flach auf dem Boden liegend mit den Armen über dem Kopf.

Der Mann im Schwarz wurde als Mitarbeiter der UN identifiziert

Die Vereinten Nationen erklären, dass neun Mitarbeiter ihres Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge UNRWA „möglicherweise“ an den Anschlägen der Hamas auf Israel vom 7. Oktober beteiligt gewesen sind. Das ‘Office of internal oversight services’ kam nach der Untersuchung von 19 (!) UNWRA-Mitarbeitern zu dem Schluss, «dass in neun Fällen die Beweise darauf hinweisen, dass eine Beteiligung an den Massakern vom 7. Oktober möglich gewesen sei.» Das Beschäftigungsverhältnis wurde beendet. In neun weiteren Fällen seien die Beweise unzureichend gewesen, in einem Fall hätte es keine Beweise gegeben. Im April hatte ein unabhängiges Gremium[1], bzw. das, was man bei der UNO als ‘unabhängig’ bezeichnet, behauptet, Israel hätte keinerlei Beweise für seine Vorwürfe vorgelegt. Die UNRWA verfüge über eine ‘solide’ Politik zur Gewährleistung der Neutralität der Mitarbeiter.

Die Anti-Defamation-League (ADL) verurteilte die gestern die vom rechtsextremen Smotrich getätigte Aussage: «Niemand wird uns 2 Millionen Menschen an Hunger sterben lassen, auch wenn das möglicherweise gerechtfertigt und moralisch ist, bis unsere Geiseln zurückgekehrt sind.» Sie schrieb in ihrer Stellungnahme: «Wir verurteilen diese Äusserungen des israelischen Ministers Smotrich, die im Widerspruch zu den israelischen und jüdischen Werten stehen, in aller Deutlichkeit. Die Heimkehr der Geiseln muss oberste Priorität haben, aber Millionen von Palästinensern absichtlich hungern zu lassen, wäre ungerecht und unmoralisch.»

Der israelische Botschafter bei der UN, Gilad Erdan, weist die UN-Untersuchung der UNRWA ab, bei der nun doch festgestellt wurde, dass neun Mitarbeiter der UNRWA bei den Massakern vom 7. Oktober beteiligt waren. Um es genau zu sagen: «möglicherweise beteiligt waren.» Erdan bezeichnet die Ergebnisse als ‘eine Schande’ und ‘viel zu spät’. Bei der Untersuchung wurden einige tausend Mitarbeiter auf ihre Aktivität bei der palästinensischen Terror-Organisation Hamas hin kontrolliert. Israel lieferte konkrete Daten und Information von mehr als 100 UNRWA-Mitarbeiter, die aktive Mitglieder der Hamas sind. Angesichts dieser Informationen seien die Ergebnisse eine weitere Schande der UNO, die die Realität ausblende. «Als ob das nicht genug wäre, hat der Generalsekretär vor kurzem beschlossen, UNRWA-Gaza den Preis des UN-Generalsekretärs für das Jahr 2023 zu verleihen. Der Generalsekretär sollte zurücktreten und die UNRWA sollte geschlossen werden.»

Familienangehörige und Freunde von Geiseln haben heute in den frühen Morgenstunden erneut den Ayalon, die Hauptverkehrsader quer durch Tel Aviv, blockiert. Sie spannten dabei ein Banner quer über die Strasse, auf dem zu lesen stand: «Hör auf, uns zu verarschen!» Diesen drastischen Spruch hatte US-Präsident Joe Biden bei seinem Treffen mit Netanyahu diesem mit auf den Weg gegeben.

Gegen 15 Uhr wurde der Warengrenzübergang Kerem Shalom bis auf Weiteres geschlossen. Der Grund für die Schliessung des wichtigsten Überganges nach Gaza sind dort aufgeflammte Kämpfe zwischen der IDF und Terroristen der palästinensischen Terror-Organisation Hamas. Von der Sperre ist nicht der eigentliche Übergang, sondern die Strasse, die von dort in die Stadt und weiter nach Norden führt. 

Durch den direkten Drohnen-Beschuss der Hisbollah auf die Ortschaft Mazra’a, zwischen Akko und Nahariya gelegen, wurden mehrere Personen verletzt. Ein Mann wurde bewusstlos in seinem Auto aufgefunden. Er hatte durch herabstürzenden Schrapnells eine schwere Kopfverletzung davongetragen. Drei weitere Personen erlitten leichtere Verletzungen. Von den Drohnen konnte nur eine abgefangen und zerstört werden, andere schlugen in der Nähe von Mazra’a ein. Ein Augenzeuge berichtete, er habe sich unmittelbar nach dem Alarm auf den Boden gelegt und sei deshalb von den Schrapnells nicht getroffen worden. Kurz darauf hätte er die Drohne gehört, die über ihm flog. Diese sei vom Iron Dome nicht erfasst worden. Teile der Abfangrakete seien ebenfalls in der Nähe zu Boden gestürzt. Er bezeichnet sein Überleben als ‘ein Wunder’. Die Hisbollah bezeichnete den Drohnenangriff als erste Rache für die gezielte Tötung von Fuad Shukr in der vergangenen Woche und kündigte gleichzeitig an, dass weitere Angriffe folgen werden.

Die Hisbollah bestätigte, dass bei einem Angriff der IDF auf ein Gebäude in Maifadoun vier Menschen getötet wurden. Sie wurden von einer nicht weiter benannten anonymen Quelle als Mitglieder der Hisbollah bezeichnet. Von der IDF gab es noch keine Stellungnahme.

Zwei weitere von der Hisbollah abgeschossene Drohnen konnten von der IDF abgeschossen und zerstört werden. Der Alarm war ausgelöst worden, um vor herabstürzenden Schrapnellen zu warnen. Diese entfachten erneut Brände, die derzeit von der Feuerwehr gelöscht werden.

Der IDF gelang in der vergangenen Nacht mit einem gezielten Angriff die Eliminierung von Muhammad Mahasna, einem ranghohen Terroristen. Seine Aufgabe bestand in der Koordination des Waffenschmuggels in den Gazastreifen. Der Schmuggel erfolgt sowohl durch die weitverzweigten Tunnelsysteme, die auch grenzunterschreitend in den Sinai verlaufen, oder auf dem Wasserweg. Insgesamt wurden bei Bodenkämpfen im zentralen Gazastreifen und in Rafah 45 Terroristen eliminiert.  Die IAF zerstörte unmittelbar nach einem Angriff auf IDF-Soldaten mit Panzer-Abwehr-Raketen das Gebäude, aus dem der Beschuss erfolgt war.


[1] Das Gremium wurde von der ehemaligen französischen Aussenministerin Catherine Colonna geführt. Drei Gruppen, das Raoul-Wallenberg-Institute in Schweden, das Chr. Michelsen Institute in Norwegen und das Danish Institute for Human Rights, arbeiteten bei den Untersuchungen zusammen. Am Ende der Presseaussendung heisst es: «Die Kooperation mit Israel ist bedeutsam für den Erfolg der Untersuchungen». Das sah am Ende aber ganz anders aus!



Kategorien:Israel, Politik

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