Krieg in Israel – Tag 309

6. Aw 5784

Jordanien hatte gestern erklärt, jede Rakete, Drohne oder Flugzeug, die aus dem Iran kommend, mit dem Ziel Israel in den jordanischen Luftraum eindringen, abzuschiessen. Heute betonte Jordanien trotz einer anderslautenden Erklärung, dass Israel den jordanischen Luftraum nutzen darf, um einen iranischen Angriff abzuwehren. Beim Angriff des Irans am 13. April hatte Jordanien sich ebenso verhalten. «Dies ist aus einem Sicherheitsinteresse heraus geschehen und ist die Politik, genau wie im April, als Jordanien Israel half, den iranischen Angriff zu verhindern. Schliesslich ist es ein Verbündeter der Vereinigten Staaten», so eine anonyme Quelle. Offiziell wurde diese Entscheidung in Amman nicht kommentiert.

In den frühen Morgenstunden griff die IAF eine gemeinsame Kommandozentrale der palästinensischen Terror-Organisation Hamas und des Palästinensisch-Islamischen-Djihad an. Nach eigenen Angaben wurden bei dem Angriff etwa 20 Terroristen eliminiert, die sich im Gebäudekomplex versteckt hatten. Das ‘Gesundheitsministerium’ der Hamas korrigierte die Zahlen immer weiter nach oben. Derzeit wird behauptet, dass mehr als 100 Menschen, überwiegend Zivilisten, dem Angriff zum Opfer gefallen sind. Die IDF weist diese Zahl zurück.  Die von den Terror-Gruppen genutzten Räume befanden sich in den Gebetsräumen der al-Taba’een Schule in Gaza City.

Ägypten wirft Israel vor, dass die vorsätzliche Tötung unbewaffneter Zivilisten dafür spricht, dass Israel kein Interesse an einer Beendigung des Krieges in Gaza hat. Diese Äusserung des ägyptischen Aussenministeriums kam unmittelbar, nachdem behauptet wurde, Israel habe eine Schule, die ausschliesslich als Flüchtlingslager genutzt worden sei, bombardiert und dabei mehr als 100 Zivilisten getötet. Die IDF betonte, die Schule sei eine von Terroristen genutzte Kommandozentrale gewesen. Die angeblich aufgefundenen Opfer sind nach ihrer Meinung ausschliesslich Terroristen.

Die Hamas versichert, dass sich zum Zeitpunkt des Angriffes keine Terroristen im Gebäudekomplex befunden haben. Sie versichert, dass, entsprechend den Vorgaben beider Terror-Organisation sich niemals Kämpfer dort aufhalten, wo es Zivilisten gibt. Ganz anderer Meinung ist die IDF. Sie beobachtet, dass je länger der Krieg dauert, desto schwieriger es für die Terroristen ist, sich in den unterirdischen Tunnelsystemen zu verstecken. Als Folge halten sie sich vermehrt dort auf, wo sie sich unter Zivilisten verstecken können.

Die Reaktionen verurteilen mehr oder weniger scharf Israel, ohne auf den tatsächlichen Sachverhalt einzugehen. Das libanesische Aussenministerium schloss sich dieser Aussage vollumfänglich an, Saudi-Arabien forderte ein Ende des ‘Massenmordes in Gaza’. Katar und die Hamas bezeichneten den Angriff als ‘’entsetzliches Massaker’. Das iranische Aussenministerium ging noch einen Schritt weiter: «Der heutige Angriff ist ein Beweis für Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zugleich. Wir fordern umfassende Massnahmen islamischer Länder gegen Israel sowie die Unterstützung des palästinensischen „Widerstands“.» Aus der Türkei war zu hören, dass Israel ‘ein erneutes Verbrechen gegen die Menschlichkeit’ begangen hätte und dass Netanyahu damit das Zustandekommen der Vereinbarung zur Geiselfreilassung und zum Waffenstillstand torpedieren will.

EU-Chef Josep Borrell erklärte: «Ich bin geschockt durch die Bilder des Flüchtlingslagers in Gaza, in dem es angeblich Dutzende zivile Opfer gibt. Mindestens zehn Schulen griff Israel während der letzten Wochen an, es gibt keine Rechtfertigung für diese Massaker.» Es ist unglaublich, wie automatisch Israel verurteilt wird und wie eine Verifizierung der Zahlen, die die Hamas angibt, gar nicht in Betracht gezogen wird.

Francesca Albanese, angeblich unabhängige UN-Sonderberichterstatterin und Expertin, beschuldigt Israel, im Krieg gegen die Hamas Völkermord an den palästinensischen Zivilisten zu begehen. «Israel begeht Völkermord an den Palästinensern, ein Viertel nach dem anderen, ein Krankenhaus nach dem anderen, eine Schule nach dem anderen, ein Flüchtlingslager nach dem anderen, eine Sicherheitszone nach der anderen.»

Bei der wöchentlichen Pressekonferenz der Familienangehörigen der immer noch in Gaza festgehaltenen Geiseln gingen sie mit Netanyahu und der Regierung ins Gericht. So forderten sie Netanyahu auf, bei der am 15. Oktober stattfindenden Verhandlungsrunde endlich das Abkommen zu unterzeichnen. «Wir haben Erfahrung mit Gipfeltreffen und Konferenzen, die alle gleich endeten. Die Vermittler boten Lösungen an, aber Netanyahu hat den Deal immer wieder vermasselt.» Enav Zangauker, deren Sohn Matan sich immer noch in Geiselhaft befindet, fragte: «In welcher Welt hält ein PM Zivilisten und Soldaten, die er im Stich gelassen hat, zehn Monate lang in Gefangenschaft? In welcher Welt macht Netanyahu kriminelle politische Berechnungen zum ‚Timing‘ und wie Smotrich und Ben-Gvir reagieren werden, auf Kosten von Menschenleben?» Sie beschuldigt den PM, mit dem Leben der Geiseln zu spielen, um das Überleben seiner Regierung zu sichern: «Wenn Netanyahu weiter zögert, wenn er jetzt nicht ein Abkommen schliesst, das die Freilassung aller Geiseln beinhaltet, werden wir, wenn überhaupt, nur Leichen zurückbekommen. Netanyahu will den Krieg verlängern, um die Lebensdauer seiner Regierung zu verlängern. Er ist bereit, uns in eine Eskalation zu treiben, anstatt eine Vereinbarung zu treffen, die Leben rettet und eine Eskalation verhindert.»

Auf die Frage, welcher der potenziellen Kandidaten für das Amt des PM mehr vereint und wer mehr spaltet, antworteten laut Kanal 12: der ehemalige PM Naftali Bennett: 52 %  zu  28  %, Benny Gantz 51 % zu 35 %, Oppositionsführer Yair Lapid: 36 % zu 53  %, und Netanyahu 13 %  zu 64 %. Die auf 100 % fehlenden Angaben bezeichnen die Zahl der noch Unsicheren.

Der IDF gelang erneut die Eliminierung  eines hochrangigen Hamas-Anführers durch einen gezielten Angriff. Walid Alsousi war verantwortlich für die Sicherheitstruppen im südlichen Gazastreifen und die Erstellung eines nachrichtendienstlichen Bildes für den gesamten Gazastreifen.

Durch einen gezielten Angriff, der durch die Zusammenarbeit von Shin Bet und IDF möglich wurde, wurde in Sidon, einer südlibanesischen Hafenstadt, Samer al-Hajj ausgeschaltet. Al-Hajj, hochrangiger Anführer der palästinensischen Terror-Organisation Hamas im Libanon, war verantwortlich dafür, die Angriffe der Hisbollah auf Israel immer effektiver zu gestalten. Er war auch der Kommandant des palästinensischen Flüchtlings-Camps in der Nähe von Sidon. Sein SUV wurde von zwei Raketen getroffen.

Wie bereits vor einigen Tagen flog die IAF in relativem Niedrigflug über die libanesische Hauptstadt Beirut und erreichte dabei Überschallgeschwindigkeit. Der dadurch ausgelöste mehrfache Überschallknall löste bei einigen Bewohnern des christlichen Viertels der Stadt Unsicherheit aus. Der erste Flug fand nur wenige Minuten, bevor Hisbollah-Chef Nasrallah eine Rede hielt, statt und wurde als bewusste Provokation empfunden.

In unmittelbarer Nähe des grössten Treibstofflagers im Gazastreifen hat die IDF eine grosse Raketenabschussrampe entdeckt und sie zerstören können. Die Anlage befand sich in der Nähe des Philadelphi-Korridors. Ein Beschuss des Treibstofflagers gefährdet das Leben von Tausenden Menschen, die in der näheren Umgebung leben.  



Kategorien:Israel, Politik

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