16. Aw 5784

Heute musste die IDF erneut den Tod eines Soldaten bekannt geben. Lt. Shahar Ben Nun, 21, s’’l, starb durch eine tragische Fehlfunktion einer israelischen Rakete. Um 6:30 morgens beschoss die IAF zwei Ziele in Khan Younis. Eine Rakete traf das Gebäude, in denen die Soldaten stationiert waren. Das Gebäude stand 300 m neben dem angepeilten Ziel. Die IDF betont, dass es sich um eine technische Fehlfunktion und nicht um menschliches Versagen handelt, die zu diesem tragischen Vorfall führte. Weitere Soldaten wurden verletzt.

Der IDF gelang es, die sterblichen Überreste von sechs Geiseln in Khan Younis aufzuspüren und nach Israel zur Beisetzung zu überführen. Chaim Peri, 79, Yoram Metzger, 80, und Nadav Popplewell, 51, wurden bereits Anfang Juni für tot erklärt, Alex Dancyg, 75, und Yagev Buchstav, 35, Ende Juli.
Von Avraham Munder, 78, s’’l, hoffte man, dass er noch lebt, obwohl es Hinweise von seinem Tod gab. Munder war gemeinsam mit seinem Sohn Roy, s’’l, seiner Ehefrau Ruti, seiner Tochter Keren und seinem Enkel Ohad aus dem Kibbutz Nir Oz entführt worden. Ruti, Keren und Ohad wurden im November freigelassen.
Die sterblichen Überreste wurden in einem Tunnel in Khan Younis durch geheimdienstliche Informationen aufgefunden. Die IDF untersucht nun, wie die Geiseln zu Tode kamen.
VM Yoav Gallant, Netanyahu und Ben-Gvir kondolierten den Familien der Verstorbenen. Gallant, der die Trauer der Angehörigen teilt, betonte, dass diese Aktion ein Beweis dafür sei, wie weit die ‘Operationsfreiheit’ in Gaza fortgeschritten sei und verspricht, alles daranzusetzen, bis alle Geiseln zurückgegeben sind. Netanyahu dankt IDF und Shin Bet für die ‘entschlossene Operation’, die zur Bergung der Leichen führte. «Der Staat Israel wird weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um alle unsere Geiseln – sowohl die lebenden als auch die gefallenen – zurückzubringen.» Ben-Gvir kann es nicht lassen, neben den Beileidsbekundungen und dem Dank an die IDF orakelt er: «Die verbleibenden Geiseln dürfen nur durch intensiven militärischen Druck zurückgebracht werden, indem die Einfuhr von Treibstoff und humanitärer Hilfe für den Terrorismus und seine Unterstützer gestoppt wird, und nicht durch unverantwortliche Deals, die uns, Gott bewahre, in Zukunft noch mehr Geiseln und Todesopfer bescheren werden.»

Einav Zangauker, die Mutter von Matan Zangauker, 25, der sich immer noch in Geiselhaft der Hamas befindet, ist eine der schärfsten Gegnerinnen von Netanyahu. Gestern erklärte sie vor der inoffiziellen Untersuchungskommission zum Versagen rund um die Massaker vom 7. Oktober, dass sie etwa zu Beginn Mai eine private Diskussion mit Mossad-Chef David Barnea gehabt habe und zitiert ihn wie folgt: «Liebe Einav, leider ist in der gegenwärtigen politischen Konstellation eine Einigung über die Freilassung der Geiseln unmöglich.» Weiterhin habe er erklärt, dies sei auf die aktuelle Politik zurückzuführen. Durch das Büro des PM lässt der Mossad verlauten, dass «die dem Mossad-Chef zugeschriebenen Worte überhaupt nicht gesprochen wurden. Bei seinem Treffen mit Einav Zangauker hat der Mossad-Chef nicht, wie behauptet, auf eine politische Konstellation im Zusammenhang mit den Verhandlungen Bezug genommen.» Diese unabhängige Untersuchungskommission wurde gebildet, nachdem Netanyahu es immer wieder abgelehnt hatte, eine staatliche Kommission einzusetzen. Mehrere Gruppen von Familienangehörigen haben sich dieser privat initiierten Kommission angeschlossen, «die die Wahrheit herausfinden und die nächste Katastrophe verhindern sollen.
Das ‘Hostages Families Forum’, dem auch Zangauker angehört, ist die grösste der entsprechenden Gruppen, die sich nach dem 7. Oktober gebildet haben. Das Forum vertritt etwa 700 betroffene Familien.
PR-Fachmann Ofer Rosenbaum, 36, erschien ebenfalls zur Anhörung vor der Untersuchungskommission. Er behauptete, von einer bekannten Quelle in der Regierung, die er nicht benannte, einen Anruf erhalten zu haben, in dem er aufgefordert wurde, bei der Auflösung der Gruppe zu helfen. «Meine Mitarbeiter und ich haben gesehen, dass sie versucht haben, die Gruppe zum Schweigen zu bringen.»
Mati, der Sohn von Alex Dancyg, der während der Geiselhaft verstarb oder ermordet wurde, klagt Netanyahu an, dass alle Geiseln hätten befreit werden können, wenn er, Netanyahu, es nicht vorgezogen hätte, sie zu opfern, um selbst politisch zu überleben. «Sein Schicksal wird ihn beurteilen und er wird sehr schwer dafür bezahlen!»
Gil Dickmann, dessen Cousine Carmel Gat, 40, sich ebenfalls immer noch in Geiselhaft in Gaza befindet, beklagte, dass es wiederholte Gelegenheiten gegeben habe, die Geiseln zu befreien und dass die Regierung diese verpasst habe. «Einige werden sagen, und ich kann das nicht persönlich bezeugen, aber selbst am 9. Oktober gab es eine Gelegenheit, die Geiseln freizulassen, und diese Gelegenheit wurde nicht genutzt», sagte er und bezog sich dabei auf die Behauptung, die Hamas habe angeboten, die Geiseln freizulassen, um eine israelische Bodenoffensive zu verhindern. Dickman warf Netanyahu vor, sich eher mit anderen Gruppen, wie z.B. dem ‘Herosim Forum’ zu treffen, die fordern, stärkeren militärischen Druck auf die Hamas auszuüben als mit ihnen zu verhandeln.
Mitgliedern der Hardliner-Gruppen von Familienangehörigen, ‘Tikva’ und ‘Gvura’ erklärte Netanyahu heute: «Israel wird den Philadelphi-Korridor und den Netzarim-Korridor unter keinen Umständen verlassen», und fuhr fort, er sei «nicht sicher, ob es eine Einigung geben wird.»
Vertreter des Forums stellten fest: «Die Äusserungen des PM sind praktisch eine Torpedierung des Geiselabkommens. Netanyahu will nicht wahrhaben, dass die Aufgabe der Geiseln dazu führt, dass sie in der Gefangenschaft ermordet werden.»
«Sie leiden nicht nur, sie sterben auch.» betonten sie in Bezug auf eine Aussage Netanyahus in einer Kabinettssitzung, in der er sagte: «Die Geiseln leiden, aber sie sterben nicht.»
Die traurige Schlussfolgerung hiess: «Die israelische Regierung hat die Geiseln am 7. Oktober im Stich gelassen und lässt sie nun endgültig im Stich.“

33 Gefangene, darunter zwei Frauen, wurden heute aus israelischen Gefängnissen in den Gazastreifen entlassen. Das ist eine regelmässige Vorgangsweise, vorausgesetzt, die Freigelassenen wurden nicht auf Grund von terroristischen Aktivitäten verurteilt. Mit diesen regelmässigen vorzeitigen Freilassungen sollen freie Kapazitäten in den Gefängnissen geschaffen werden.


In der Nacht hat die IAF ein Waffenlager der Hisbollah im Beka’a Tal angegriffen und zerstört. Die anschliessenden Sekundär-Explosionen zeigen, wie umfangreich das Lager gewesen sein muss. Im Anschluss an den Angriff wurde die Bevölkerung in Nordisrael aufgefordert, unbedingt in der Nähe von Schutzräumen zu bleiben.
Die IAF hat erneut einen gezielten Luftangriff auf die ‘Mustafa Hafez Schule’ in Gaza City ausgeführt. Im Gebäude gab es keine Unterrichtsräume mehr, sondern Kommandozentralen der Hamas. Beim Angriff wurden alle Massnahmen getroffen, um die Zivilbevölkerung zu schützen.

Im gesamten oberen Galil wurde am späten Nachmittag insgesamt mehr als 40-mal Drohnen Alarm ausgelöst. Bisher gab es noch keine Meldungen zu entstandenen Schäden.
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