17. Elul 5784
Aufgrund der zunehmenden Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah kürzt Netanyahu seinen für die kommende Woche geplanten USA-Aufenthalt um einen Tag. Er wird jetzt am Mittwoch und nicht wie zuvor geplant bereits am Dienstag fliegen. Auf die Idee, die Reise überhaupt abzusagen, ist er noch nicht gekommen.
Die USA zeigen sich mehr und mehr pessimistisch, dass ein Waffenstilstand und die Freilassung der israelischen Geiseln in Gaza vor dem Ende der Amtszeit von US-Präsident Joe Biden zustande kommen wird. Wenn überhaupt! «Derzeit gibt es keinen Deal. Ich bin nicht sicher, ob es jemals einen geben wird.» So äusserte sich ein anonymer Beamter. Das bestätigte auch der Sprecher des nationalen Sicherheitsrates, John Kirby. Er musste zugeben, dass in der vergangenen Woche keine Fortschritte bei den Verhandlungen gemacht wurden. Das grösste Problem derzeit sei die Zahl der freizulassenden Gefangenen pro freigelassener Geisel. Diese Zahl wird von den Palästinensern immer wieder willkürlich erhöht.

Seit dem frühen Nachmittag bis in die Nachtstunden gelang es der IDF, mehr als 100 bereits mit Raketen geladene Abschussrampen zu zerstören. Die Angriffe wurden in mehreren Wellen geflogen. Diese waren bereits mit mehr als 1.000 Raketen bestückt. Wären sie zum Abschuss gekommen, wäre ein immenser Schaden die Folge gewesen. Beim Beschuss durch die Hisbollah am Nachmittag wurde eine ‘Magen David Adom’ Station und andere Häuser in Metula direkt getroffen. Es entstand Sachschaden, aber niemand wurde verletzt. David Azoulay, der Bürgermeister von Metula, veröffentlichte eine Erklärung, in der er von «enormen Schäden durch Raketen» berichtete, die mehrere Häuser getroffen und Brände ausgelöst hatten. «Seit Beginn des Krieges habe ich so etwas noch nicht erlebt», betonte er.
Die Hisbollah bestätigt den Tod zweier Terroristen, die vor wenigen Tagen dabei beobachtet und entsprechend eliminiert wurden, als sie versuchten, auf der israelischen Seite der Grenze ein Bombenattentat auszuführen. Es handelt sich dabei um Hussein Faqih und Ali Mansour. Ihre sterblichen Überreste werden in Israel festgehalten.

Der libanesische PM Najib Mikati hält Israel vor «keinerlei humanitären, rechtlichen oder moralischen Überlegungen Rechnung zu tragen», nachdem Ibrahim Aqil, ein hochrangiger Hisbollah-Terrorist heute bei einem Anschlag in Beirut eliminiert wurde. Gegen Aqil wurde 1983 von den USA ein Kopfgeld in der Höhe von US$ 7 Millionen ausgesetzt, nachdem er massgeblich bei der Bombardierung einer Kaserne der US-Marine in Beirut beteiligt war und in den 1980er Jahren Geiselnahmen von US-Amerikanern und Deutschen im Libanon leitete. Die IAF hat den Angriff mit zwei Kampfjets durchgeführt, die gezielt zwei Raketen einsetzten. Bei dem Anschlag wurden nach libanesischen Quellen weitere acht Terroristen neutralisiert und 59 verletzt. Es ist interessant, dass Mikati zwar Israel jede humanitäre und moralische Überlegung abspricht, die Hisbollah aber ihre Terror-Angriffe auf Israel und die Zerstörung des Libanon nicht für erwähnenswert hält.


Videos zeigen, dass einige israelische Soldaten der in Jenin gestern die Leichen von jungen Männern, einer davon erkennbar mit verbundenen Augen, vom Dach eines besetzten Hauses in Qabatiya warfen. Kurze Zeit später fuhr ein grosser Bulldozer auf das Gelände … «Dies ist ein schwerwiegender Vorfall, der nicht mit den Werten der israelischen Verteidigungskräfte und den Erwartungen an IDF-Soldaten vereinbar ist», so ein Militär-Sprecher. Der Vorfall werde untersucht. Das ist ein durch nichts zu entschuldigender Vorfall, der scharf geahndet werden muss! Entsprechend dem internationalen Kriegsrecht sind Soldaten dafür verantwortlich, dass Leichen mit dem notwendigen Respekt behandelt werden. Die USA zeigen sich zutiefst erschüttert von diesem Vorfall und erwarten dringend ein Ergebnis der Untersuchungen.
Nur wenig später wurden Soldaten der IDF von einem PKW aus angegriffen. Daraufhin wurde der PKW mit einer Drohe beschossen, wobei drei Terroristen ausgeschaltet wurden. Die nachfolgenden Sekundär-Explosionen zeigten, dass sich im Auto eine grössere Menge an Munition befand. Unter den neutralisierten Terroristen befand sich auch Shadi Zakarneh, der der IDF als Verantwortlicher für zahlreiche Angriffe im Gebiet von Samaria bekannt war. Mindestens 18 weitere Terroristen wurden verletzt.
Am frühen Nachmittag wurden in zwei kurz aufeinanderfolgenden Salven zunächst 60 und dann zusätzliche 70 Raketen aus dem südlichen Libanon auf israelisches Gebiet abgeschossen. Während die meisten der Raketen abgefangen und zerstört werden konnten, schlugen die anderen in offene Gebiete ein, ohne dort Schaden anzurichten. Die IDF erneuerte daher die Aufforderung, sich in unmittelbarer Nähe von Schutzräumen aufzuhalten. Nur eine halbe Stunde später folgte eine dritte Salve von nochmals 20 Raketen, abgeschossen auf das Gebiet von Mt. Meron nördlich von Sfad.

In Sfad wurde ein Spielplatz direkt getroffen. Unvorstellbar, wenn sich dort spielenden Kinder aufgehalten hätten, es wäre eine Katastrophe wie im Drusendorf Majdal Shams geworden. Am späteren Nachmittag wurde eine dritte Salve mit 20 Raketen auf Israel abgeschossen. Mindestens die Hälfte wurde von der IDF abgefangen. Damit erhöht sich der heutige Beschuss derzeit auf 170 Raketen.

Offensichtlich hat der Plan, VM Yoav Gallant aus dem Amt zu entlassen, aufgrund der Vorkommnisse von gestern und heute an Dringlichkeit verloren. Am Montag hiess es noch, der ‘Machtwechsel’ stünde kurz bevor, dann wurde er verschoben und sollte in ‘einem bis wenigen Tagen’ stattfinden, schliesslich sollte er noch ‘vor der Abreise Netanyahus am Dienstag nach New York’ über die Bühne gehen und jetzt herrscht……. Schweigen.
Sollte er erkannt haben, dass dies nicht der beste Zeitpunkt ist, eine solche Rochade durchzuführen? Noch dazu, wo der designierte Nachfolger, Gideon Sa’ar ein militärischer Nobody ist und niemals in der Lage sein wird, in die grossen Schuhe von Gallant zu steigen. Saar hasst Netanyahu wie die Pest. Und trotzdem würde er beim ausgehandelten Deal mit Netanyahu diesem die volle Amtszeit retten.

Informationen über die geplante Rochade gelangten bereits am Montag an die Presse. Wer könnte das bis dahin wohlgehütete Geheimnis ausgeplaudert haben? Der Verdacht liegt nahe, dass Sara wieder einmal Politik machen wollte. Es wäre ja nicht das erste Mal. Wollte sie den Schritt zu diesem Zeitpunkt vereiteln? Der Druck auf Netanyahu wäre dadurch möglicherweise ins Unerträgliche gestiegen. Der jetzige Austausch hätte endgültig bewiesen, dass Netanyahu dem Wahn näher ist, als dem Verstand und das hätte womöglich Sarah die Reise nach New York gekostet.
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