Krieg in Israel – Tag 359

26. Elul 5784

Das bis zum Platzen aufgeblähte Minister-Team in Israel bekommt noch zwei neuen Kollegen. Gideon Sa’ar, ein Erzfeind von Netanyahu, und Parteichef von New Hope, sowie die Nummer zwei seiner Liste Ze’ev Elkin, werden Minister ‘ohne Portfolio’. Sa’ar wird darüber hinaus noch Mitglied des nationalen Sicherheitsrates. Als Morgengabe für Netanyahu bringt der Opportunist ersten Ranges noch zwei weitere Parteimitglieder mit. Ab sofort hat die Koalition 68 von 120 Sitzen.

Cui bono? Keine Frage, es geht mal wieder um Netanyahu, der sich mit diesem Schachzug immer mehr zum ‘Roi absolue’ krönt. Jetzt kann es ihm völlig gleichgültig sein, ob die beiden ultrarechten Parteien aus der Koalition ausziehen oder nicht. Die ‘Religious Zionist Party’ von Smotrich hat sieben Sitze und die ‘Otzma Yehudit’ von Ben-Gvir verfügt über sechs. Erst dann, wenn sich beide zusammen verabschieden, fällt die Koalition auf 55 Sitze zurück….

Mir ist es völlig unklar, wer diese Kosten bewilligt? Zahlen muss der Steuerzahler…

Nach dem Beginn der Operationen der IAF im Libanon sind tausende Menschen auf der Flucht. Entweder als Binnenflüchtlinge in den Norden des Libanons oder nach Syrien geflohen. Die teilweise angegebene Zahl von mehr als 1 Million Flüchtlingen ist völlig verfehlt. Nota bene: Mehr als 250.000 Bewohner des nördlichen und südlichen Israels sind seit einem Jahr aus ihren Orten evakuiert, nur wenige konnten bisher zurückkehren. Sie wurden Opfer der Angriffe der Terror-Organisationen Hamas und Hisbollah. Für sie war aus Israel selbst niemand zur Unterstützung da, Israel musste alle Massnahmen aus Steuergeldern selbst stemmen.

Das Welt-Ernährungsprogramm hat eine Notkampagne für etwa eine Million Libanesen aufgestartet, um sie mit ausreichenden Mahlzeiten zu versorgen. Sie haben angekündigt, verzehrfertige Lebensmittelrationen mit Brot, warmen Mahlzeiten und weiteren Lebensmitteln an Notunterkünfte im ganzen Land zu verteilen. «Während sich die Krise verschärft, bereiten wir uns darauf vor, bis zu einer Million Menschen mit einer Mischung aus Bargeld und Lebensmittelhilfe zu unterstützen», fügt Matthew Hollingworth vom WFP hinzu und fordert die internationale Gemeinschaft auf, US$ 105 Mio zu sammeln, um die Operation bis zum Ende des Jahres zu finanzieren.

Der UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi gab an, dass «weit über 200.000 Menschen innerhalb des Libanons vertrieben wurden und mehr als 50.000 in das Nachbarland Syrien geflohen sind.»

Diese Angaben sind nicht verifizierbar.

Auch im Libanon betreibt die UNWRA ihre Schulen vorzugsweise neben Stützpunkten von Terror-Gruppen. Oder ist es andersherum? Die IDF veröffentlichten heute Bilder, die belegen, dass zwischen dem Hisbollah-Hauptquartier und einer UNWRA-Schule 53 m und einer zweiten nicht näher definierten Schule 123 m Entfernung lagen. Die Gebäude liegen inmitten eines dicht besiedelten zivilen Gebietes.

Beim Anschlag auf das Hisbollah Hauptquartier wurden ausser dem Anführer der Hisbollah, Hassan Nasrallah zwanzig weitere Mitglieder der Terror-Organisation eliminiert, darunter:

  • Ali Karaki, Kommandant der Südfront
  • Ibrahim Hussein Jazini, Chef des persönlichen Sicherheitsteams von Nasrallah
  • Samir Tawfiq Deeb, ein Berater von Nasrallah.
  • Abd al-Amir Muhammad Sablini, verantwortlich für den Waffen- und Munitionsnachschub
  • Ali Nayef Ayoub, verantwortlich für militärische Ressourcen

Nabil Qaouk, hochrangiges Hisbollah-Mitglied, wurde mit einem gezielten Luftangriff der IAF in der Hochburg der Hisbollah, Dahiye, eliminiert. Qaouk war der Kommandeur der „Präventiv-Sicherheitseinheit“ der Hisbollah und ein hochrangiges Mitglied des Zentralrats der Terrorgruppe. Er stand der Hisbollah-Führung nahe und war auch noch in den letzten Tagen direkt an der Planung von Terroranschlägen gegen den Staat Israel und seine Bürger beteiligt.

Heute am frühen Morgen wurden mindestens acht Raketen aus dem Libanon auf das Gebiet um die Stadt Tiberias abgeschossen. Die Raketen schlugen allesamt auf offenem Gelände ein, eine landete im See Genezareth. Es gab keine Schadensmeldungen.

Zielen ist Glücksache. Am Samstagabend schlug eine Grad-Rakete aus dem Libanon in einem unbewohnten Wüstengebiet in der Nähe von Muwaqqar südöstlich von Amman, Jordanien, ein. Das Gebiet liegt etwa 160 km südöstlich der libanesischen Grenze. Es wurden keine Schäden gemeldet.

In Gaza hat die IDF erneut eine kilometerlange Tunnelanlange zerstört, die für längere Aufenthalte von Terroristen ausgebaut war. Im Tunnel befanden sich mehrere Räume, die unterschiedlichen Zwecken dienten. Aufgefunden wurden militärische Ausrüstungsgegenstände sowie Waffen. Die IDF zerstörte den Tunnel durch gezielte Explosionen. Die Anlage befand sich unmittelbar unter dicht besiedeltem Gebiet.

Während der letzten Stunde wurden etwa 35 Raketen aus dem Libanon Richtung oberer Galil abgeschossen. Die meisten von ihnen konnten abgefangen werden, die anderen stürzten auf unbebautes Gelände, ohne Schaden anzurichten.

Die IAF flog einen grossangelegten Angriff gegen Infrastrukturen der vom Iran unterstützten Houthi-Terroristen. Dutzende Flugzeuge, darunter Kampfjets, Tank- und Aufklärungsflugzeuge waren beim Angriff auf das 1.800 km entfernte Hodeidah und den benachbarten Hafen von Ras Isa engagiert. Beide Orte werden von den Houthi Terroristen besetzt. Die israelische Luftwaffe griff Kraftwerke und einen Hafen an, die für den Ölimport genutzt werden. Über die angegriffene Infrastruktur und die Häfen importiert die Terror-Organisation auch iranische Waffen und militärische Güter. Die Angriffe sind die Reaktion auf von den Houthi-Terroristen in den vergangenen Tagen auf Ziele bis nach Tel Aviv abgeschossenen Langstreckenraketen.

VM Yoav Gallant kommentierte nach dem erfolgreichen Angriff aus dem Kontrollraum der Luftwaffe: «Die Botschaft an den Jemen ist klar: Für uns ist kein Ziel zu weit entfernt», und er zitierte Psalm 18:38 «Ich habe meine Feinde verfolgt und sie eingeholt, und ich bin nicht zurückgekehrt, bevor ich sie nicht zerstört hatte.»

Netanyahu verpasst niemals eine Gelegenheit, in ein Fettnäpfchen zu treten oder zumindest dafür zu sorgen, dass die Augenbrauen bis zum Scheitel nach oben hochgezogen werden. Unmittelbar vor seiner Rede in der UN wurde ihm mitgeteilt, dass der, wie sich später herausstellte, erfolgreiche Angriff gegen das Hisbollah-Hauptquartier stattgefunden hatte. Danach entschloss er sich, dass er unmittelbar nach der Rede wieder Richtung Israel zurückfliegen würde. Shabbat hin oder her. Israel ist im Krieg und da gelten andere Regeln.  Für diese Entscheidung gebührt ihm Dank!

Aber was ist das?

Da gibt es ein Bild, das ihn gemütlich am Shabbat-Tisch der Familie Falic zeigt, einem jüdisch-amerikanischen Milliardär, der in einem New Yorker Hotel zum feierlichen Diner geladen hatte. Sara steht grinsend neben ihm. Falic? Ja klar, den Namen haben wir schon gelesen, als er den Nobel-Bunker in seiner Villa in Jerusalem den Netanyahus zu Beginn des Krieges zur Verfügung stellte, als Sara sich weigerte, den Staatsbunker zu benutzen. Ein eigenes WC muss sein! Das darf man in jeder Situation erwarten!

Zurück zum letzten Freitag. Die Wings of Zion stand bereit, wahrscheinlich waren die Familie der Geiseln schon an Bord. Alle warteten.

Auf die Netanyahus, die zu dem Zeitpunkt noch an der Shabbat Tafel sassen und erst nach dem Ende des ausführlichen Essens am Flughafen eintrafen.

10 Stunden nach dem Anschlag.



Kategorien:Israel, Politik

Schlagwörter:

Hinterlasse einen Kommentar