Krieg in Israel – Tag 361

28. Elul 5784

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17:00 – Nach Informationen der USA berichten die Nachrichtenagenturen AFP und AP, steht ein Raketenangriff des Irans auf Israel unmittelbar bevor. Die erste von drei Fliegerstaffeln aus den USA ist bereits in Israel eingetroffen. Es gebe »Hinweise darauf, dass sich der Iran darauf vorbereitet, in Kürze einen ballistischen Raketenangriff gegen Israel zu starten«, sagte der Regierungsvertreter in Washington. Zum Einsatz sollen Drohnen und Marschflugköper kommen. Aus unbestätigten Quellen heisst es, dass die Hauptziele der iranischen Angriffe die Flugplätze der IAF und das Hauptquartier der Aufklärungseinheit 8.200 sind.

CNN zitiert einen Beamten des Weissen Hauses, der davon ausgeht, dass der Angriff dem vom 14. April gleichen wird, als der Iran Israel erstmals direkt mit etwa 300 Raketen und Drohnen angriff.

IDF-Sprecher Daniel Hagari bestätigte, dass die IAF vorbereitet auf den möglichen Angriff ist: «Die Luftwaffe ‘patrouilliert am Himmel’. Wir sind in höchster Bereitschaft – offensiv und defensiv. Gemeinsam mit den USA», sagt er, «beobachten wir die Entwicklungen im Iran.

Ein iranischer Angriff auf den Staat Israel wird Konsequenzen haben», warnt er. «Wir haben Pläne und wir haben Fähigkeiten.»

18:00 – Zwei Terroristen ermordeten in einem Schussattentat an einer Station des ‘Lighttrains’ in Jaffo acht Personen und verletzten mindestens weitere neun Personen. Die zwei Terroristen wurden von einem bewaffneten Zivilisten und einem Sicherheitsbeamten eliminiert. Über die Terroristen ist noch nichts Näheres bekannt.

19:00 – Etwas später als erwartet griff der Iran in drei Wellen mit etwa 150 ballistischen Raketen und Drohnen an. Raketen Alarm wurde im ganzen Land ausgelöst. Das Heimatfront-Kommando forderte alle Israelis dringend auf, so lange in den Schutzräumen zu bleiben, bis Entwarnung gegeben werde. Einige wenige Einschläge gab es im Zentrum und im Süden des Landes.  

19:30 – IDF-Sprecher Daniel Hagari gibt Entwarnung, die Menschen können die Schutzräume wieder verlassen, müssen sich aber weiter hin genau an die Richtlinien halten. Hagari lobte die Israelis, dass nur wegen ihrer (seltenen) Disziplin dazu beigetragen, dass es keine Verletzten oder Toten zu beklagen gibt.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat erstmals überhaupt seit dem Massaker vom 7. Oktober palästinensische Terror-Organisation beschuldigt, das ‘Internationale Rote Kreuz’ daran zu hindern, die israelischen Geiseln in Gaza zu besuchen. Bei einer Veranstaltung, unter der Schirmherrschaft von ‘Hostage Aid Worldwide’ , die auf Geiselnahmen weltweit aufmerksam machen soll, sagte er: «Ich möchte die Tatsache verurteilen, dass das Rote Kreuz nicht einmal die Erlaubnis erhält, diese Geiseln [in Gaza] zu besuchen. Dies ist im humanitären Völkerrecht eindeutig geregelt. Geiseln haben das Recht, vom Roten Kreuz besucht zu werden. Ich verlange daher, dass das IKRK diese Geiseln besuchen darf.» Er bedauerte, dass die Bemühungen um einen Waffenstillstand nicht erfolgreich waren, hofft aber, dass «die schrecklichen Ereignisse, die wir gerade erleben, der Welt eine Lehre sein werden, damit diese Praxis der Geiselnahme nicht mehr möglich ist.»

Zu Beginn der Bodenoffensive gab IDF-Sprecher Daniel Hagari eine Erklärung ab. «Die Hisbollah hat libanesische Dörfer in der Nähe von israelischen Dörfern bereits in Militärbasen für einen Angriff auf Israel verwandelt.» Der Plan der Hisbollah sei gewesen, in den Norden Israels einzudringen und dort ebensolche Massaker wie am 7. Oktober im Umfeld des Gazastreifens zu begehen. Der Name der geplanten Aktion lautete ‘Erobere Galiläa’. «Wir werden nicht zulassen, dass sich der 7. Oktober an einer unserer Grenzen wiederholt!»

«Achtzehn Jahre nach der Resolution 1701 ist die Hisbollah die grösste nichtstaatliche Miliz der Welt, und im Südlibanon wimmelt es von Hisbollah-Terroristen und Waffen. Wenn der Staat Libanon und die Welt die Hisbollah nicht von unserer Grenze fernhalten können, bleibt uns keine andere Wahl, als dies selbst zu tun.» sagte er und bekräftigt, dass der Krieg Israels gegen die vom Iran unterstützte Terrorgruppe und nicht gegen das libanesische Volk gerichtet ist und dass die IDF-Massnahmen ergreift, um Schaden von der Zivilbevölkerung abzuwenden.

Die IDF erklärte, dass sie seit Beginn des Krieges am 8. Oktober 2023 mehr als 70 kleinere Angriffe mit Spezialeinheiten durchgeführt hat. Dabei haben sie etwa 1.000 Stellungen, Tunnel, Bunker, Waffenlager mit tausenden von Waffen zerstört, die möglicherweise bereits für den geplanten Überfall auf Israel vorgesehen waren. Die Stellungen befanden sich teilweise mehrere km von der Grenze entfernt. Sie waren sowohl inmitten von libanesischen Dörfern als auch in dicht bewaldeten Gebieten versteckt. Direkte Konfrontationen mit der Hisbollah seien nicht vorgekommen. In den Tagen nach dem 7. Oktober, so wird vermutet, haben etwa 2.400 Mitglieder der ‘Elite Einheit Radwan’ der Hisbollah und weitere 500 Terroristen des Palästinensisch Islamischen Djihad auf den Einsatzbefehl gewartet.

Die IDF fordert die libanesische Zivil-Bevölkerung auf, das Gebiet südlich des Litani-Flusses unbedingt zu meiden. Das Gebiet ist ein Kampfgebiet, betonte IDF-Sprecher Avichay Adraee: «Zu Ihrer Sicherheit bitten wir Sie, Fahrten mit Fahrzeugen vom Norden in den Süden des Litani-Flusses zu vermeiden! Diese Warnung gilt bis auf Weiteres.» Er betonte, dass die Hisbollah sowohl das zivile Umfeld und die Bevölkerung als menschliche Schutzschilde missbraucht.

Das Heimatfront-Kommando gab am Nachmittag neue Regeln für den Norden, das Zentrum des Landes mit Tel Aviv, Jerusalem, Sharon Ebene, das Carmel Gebiet, Wadi Ara und Samaria bekannt. Schulen und Arbeitsplätze dürfen nur dann geöffnet werden, wenn sich in der Nähe ein Schutzraum befinden, Versammlungen im Freien werden auf 30 Personen beschränkt, in geschlossenen Räumen auf 300. Diese Einschränkung ist vor allem während der morgen Abend beginnenden hohen Feiertage für grosse Synagogen von Bedeutung. Auch die traditionellen Besuche an der Kotel müssen in diesem Jahr ausfallen. Die Strände bleiben geschlossen. Die Regelungen gelten zunächst bis Samstagabend. Für den gesamten Luftraum gibt es keine Einschränkungen.

Am späten Vormittag gab es in Metula, der nördlichsten Ortschaft Israels und dem benachbarten Kibbutz Misgav Am hintereinander viermal Raketen-Alarm. Die Region ist schon seit Wochen weitgehend evakuiert, von den etwa 2.300 Bewohnern sind nur mehr einige als Wachen zurückgeblieben. Fünf Raketen wurden in Richtung Metula abgeschossen, einige wurden abgefangen, andere landeten im offenen Gebiet, ohne Schaden anzurichten.

Am späten Vormittag wurde Raketen-Alarm zwischen Tel-Aviv und Rishpon in der Sharon Ebene ausgelöst. Diese Region ist die mit der höchsten Bevölkerungszahl in Israel. Etwa 600.000 Personen haben dort ihren festen Wohnsitz. Zusätzlich kommen täglich bis zu 1.5 Millionen Pendler aus ganz Israel dazu. Neben der Region um Haifa befindet sich hier das noch grössere Gebiet mit internationalen High-Tech-Unternehmen.

Die Hisbollah übernahm gegen Mittag die Verantwortung für den Beschuss von Zentral Israel. Sie erklärte, mit einer ‘Fadi-4 Rakete’ die ‘Glilot-Basis’ gegenüber von Herzliya beschossen zu haben. In den Gebäuden sind die IDF-Spezialeinheit 8200 und das Hauptquartier des Mossad untergebracht.

Von den insgesamt abgeschossenen vier Raketen konnten 3 abgefangen werden.

Eine der Raketen schlug auf der Autobahn 6 in der Nähe von Kfar Qasim ein. Eine ‘Magen David Adom’ Ersthelferin, die sich zufällig im Bus befand, berichtete, dass sie zwei Personen erstversorgt hätte. Der 54 Jahre alte Busfahrer wurde von einem Schrapnell am Kopf verletzt, ein zweiter Autofahrer, 31, erlitt mittelschwere Verletzungen. Die Autobahn musste aufgrund des Schadens auf der Fahrspur und einem ausgebrochenen Feuer in beide Richtungen gesperrt werden. Die Polizei bat die Bevölkerung die Region bis auf Weiteres zu meiden.

Yahya Saree, Sprecher der Houthi-Terroristen, erklärte in einer TV-Übertragung, dass heute israelische Militärposten in Eilat und Tel Aviv mit Drohnen beschossen worden seien. Diese Aussage, so die IDF, müsse im Zusammenhang mit einer Drohne stehen, die heute am frühen Morgen von der IAF über dem Mittelmeer, dutzende km westlich von der Küsten Israels abgefangen wurde.



Kategorien:Israel, Politik

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