Krieg in Israel – Tag 374

12. Tischri 5785

Auch heute musste die IDF leider den Tod eines Soldaten bekannt geben. Sgt. Koren Bitan, 19, s’’l, verlor sein Leben bei einem Kampf im südlichen Gazastreifen.

VM Yoav Gallant besuchte die Golani Brigade in Binyamina, die gestern Ziel eines tödlichen Drohnen-Angriffs aus dem südlichen Libanon wurde. «Das ist ein schwieriges Ereignis mit schmerzhaften Folgen. Wir müssen es untersuchen, die Einzelheiten studieren und schnell und professionell die Lehren daraus ziehen. Angesichts der Bedrohung durch Drohnen konzentrieren wir unsere nationalen Anstrengungen und sind dabei, Lösungen zu entwickeln, die helfen, mit der Bedrohung umzugehen.»

67 Soldaten waren gestern Abend durch den direkten Treffer durch eine Drohne aus dem südlichen Libanon teils schwer verletzt worden. Vier Soldaten verloren durch den Angriff ihr Leben. 41 Soldaten befinden sich nach wie vor in stationärer Behandlung, acht von ihnen schweben noch in Lebensgefahr.

Auch Generalstabschef Herzi Halevi besuchte seine Truppen in Binyamina. Er lobte seine Soldaten: «Wir befinden uns im Krieg und ein Angriff auf einen Truppenübungsplatz im Hinterland ist eine ernste Angelegenheit mit schmerzhaften Folgen. Sie haben die Erstversorgung und den Abtransport der Verwundeten in vorbildlicher Weise erledigt. Wir werden weiter trainieren für auf uns zukommenden Kämpfe.»

Die Namen der vier Gefallenen wurden von der IDF bekannt gegeben. Sgt. Omri Tamar, 19, Sgt. Yosef Hieb, 19, Sgt. Alon Amitay, 19, und Sgt. Yoav Agmon, 19, s’’l.

Ein ranghoher Hisbollah-Terrorist betonte gegenüber al-Jazeera: «Unser Einsatz in Binyamina wurde mit einem Schwarm Kamikaze-Drohnen durchgeführt. Unsere Widerstandsfähigkeit ist stark und wir können tief nach Israel eindringen!» Der Terrorist hat da etwas ‘verwechselt’. Es waren zwei Drohnen, von denen eine abgefangen wurde und eine Salve von Raketen, die ebenfalls grossteils abgefangen wurden…

Das Golani Ausbildungs-Camp in Binyamina ist ein Vorbereitungs-Camp für junge Soldaten, die erst im August eingezogen wurden, gerade ihren Grunddienst hinter sich haben und hier für den Einsatz in Gaza oder an der libanesischen Grenze ausgebildet werden. Die Drohne, die in den Speisesaal einschlug, war eine von zwei zeitgleich im Süden des Libanon abgeschossenen. Zur zweiten Drohne fehlte nach der Zerstörung der ersten der Kontakt, sodass man davon ausging, auch sie sei zerstört. Deshalb wurde der Alarm nicht aktiviert. Ein tödlicher Trugschluss. Die jungen Leute sassen gerade im Speisesaal, als die Drohne nur wenige Meter neben ihnen explodierte,

Arye Deri, Parteichef der Shas Partei, behauptete erneut, dass die Studenten in den Yeshiwot, ‘kriegswichtiger’ seien als die Soldaten an der Front. «Aryeh Deri sollte den Tausenden von verwundeten IDF-Soldaten und den trauernden Familien in die Augen schauen und ihnen sagen, dass er stolz darauf ist, ein Gesetz zur Wehrdienstverweigerung zu fördern, das dafür sorgt, dass ultraorthodoxe Jugendliche in Yeschiwot lernen können, obwohl die Soldaten in Kämpfen zur Verteidigung des Heimatlandes verwundet wurden und ihre Kinder getötet wurden», konterte Oppositionsführer Yair Lapid. Was er nicht erwähnte ist, dass diese Schmarotzer der religiösen Freizügigkeit in Israel, auch noch für ihre ‘Studien’ bezahlt werden. Jeder Unternehmer, der zum Reservedienst eingezogen wird, leidet unter starken Einkommensverlusten und viele Arbeiternehmer werden von ihren Dienstgebern als ‘arbeitslos’ gemeldet und haben ebenfalls nur noch geringere Einkommen. Ihr Sold beim aktiven Dienst kann das nicht ausgleichen.

Deri betonte hingegen: «Ich hoffe, dass ein Gesetz verabschiedet wird, das es Yeschiwa-Studenten ermöglicht, ohne Unterbrechung [durch den Wehrdienst] zu sitzen und zu lernen, ohne dass ihre Zuschüsse gekürzt werden. Man muss verstehen, dass jeder Tag des Kampfes mehr kostet als das gesamte Jahresbudget der gesamten Torah-Welt, wenn man sich den Haushalt ansieht. Wir glauben, dass jeder Tag des Studiums weitere Tage des Kampfes verhindert.» Was soll man von diesen irren Aussagen halten? Sie sind auf jeden Fall völlig verantwortungslos dem Staat und seinen Bürgern gegenüber. Verantwortungslos auch gegenüber all jenen jungen Männern und Frauen, die sich in den Dienst eben dieser leider notwendigen Aufgabe stellen. Damit auch Typen wie Deri in Zukunft sicher leben können.

EU-Chef für Aussenpolitik und notorischer Antisemit, Joseph Borrell, forderte bei einem EU-Ministertreffen in Brüssel, dass Israel schneller für seine ‘Angriffe auf Stellungen der UNIFIL’ verurteilt werden müsse. «Solche Angriffe auf UN-Friedenstruppen stellen eine schwerwiegende Verletzung des Völkerrechts dar und sind völlig inakzeptabel. Diese Angriffe müssen sofort eingestellt werden. Die EU verurteilt alle Angriffe auf UN-Missionen.» Die Mitgliedstaaten der EU hätten, so Borell, zu lange gewartet, die Angriffe zu verurteilen. «Unsere Soldaten sind dort, viele Soldaten sind dort.» Tatsächlich befinden sich etwa 10.000 Soldaten aus EU-Ländern im Libanon. Ihre Aufgabe ist die Sicherung der Pufferzone und die Einhaltung der UNO-Resolution 1701. Diese wurde von der Hisbollah von Anfang an ignoriert. Die UNIFIL verschlingt pro Jahr etwa € 450 Millionen.

Der Erfolg des Einsatzes ist gleich Null. Im Gegenteil, die UNIFIL hat zugeschaut, während die Hisbollah die Pufferzone aufgerüstet hat, Zigtausende von Tonnen Baumaterial dorthin transportierte, Tunnel grub, ausbaute und Waffen einlagerte.  Und jetzt, da der Krieg unvermeidbar wurde, dient die UNIFIL als Schutzschild für die Hisbollah-Terroristen.

Ich habe Blauhelme immer wieder in Tiberias getroffen, wo sie sich vom anstrengenden Dienst im Libanon erholten….

Mitglieder der palästinensischen Terror-Organisation Hamas halten offenbar Zivilisten, die entsprechend den Anweisungen der IDF aus dem nördlichen Jabaliya Richtung Süden fliehen wollen, gewaltsam davon ab. Das geht aus einem aufgenommenen Gespräch zwischen einem Gazaner und einem Kontaktmann der IDF hervor, das heute veröffentlicht wurde. «Das Problem ist, dass wir, wenn wir den Anweisungen des Militärs folgen und nach al-Awasi fliehen wollen, von ihnen mit Stöcken verprügelt werden. Egal wo wir sind, wir werden gezwungen, umzudrehen.»

Die IDF teilte heute mit, dass bisher 221 der von der Hisbollah abgeschossenen 1.200 Drohnen innerhalb von Israel landen konnten. Das bedeutet, dass etwa 80 % der Bedrohung durch Drohnen abgewendet werden konnte. Die Drohne, die gestern einen hohen Blutzoll in einem Ausbildungs-Camp der Golani Truppen in Binyamina forderte, wurde zweimal beschossen, bevor man den Kontakt verlor. Sie konnte dann ungehindert weiter auf das vorher einprogrammierte GPS-Ziel zufliegen und davon mehr als 30 Minuten (!) parallel zu stark befahrenen Hauptstrassen. Die IDF plant nun, auch auf Kosten von vermehrten Fehlalarmen, die Auslösungs-Marker für die Aktivierung zu ändern.

Am Vormittag wurde der Raketen-Alarm in zahlreichen Orten im Grossraum Netanya aktiviert. Die IDF untersucht die Ursache der Massen-Aktivierung. In Holon, südlich-östlich von Tel Aviv stürzten Fragmente einer abgeschossenen Rakete auf eine Hauptstrasse, richteten aber keinen Schaden an. Kurze Zeit später flogen zehn Raketen Richtung Haifa. Die meisten konnten abgefangen werden, andere stürzten auf offenem Gelände ab.

Am frühen Nachmittag gab es einige direkte Treffer in Carmiel, nachdem eine Salve von 15 Raketen aus dem südlichen Libanon abgeschossen worden war. Getroffen wurden ausschliesslich PKWs, die in Brand gerieten, andere Schäden wurden nicht gemeldet.



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