13. Tishri 5785
Das Büro des PM teilt mit, dass die endgültige Entscheidung über den Vergeltungsschlag gegen den Iran strikt entsprechend den Sicherheitsbedürfnissen Israels getroffen wird. Diese Aussage erfolgt nach einer bis lange in die Nachtstunden dauernden Sitzung des nationalen Sicherheitsrates. Die Washington Post hatte berichtet, dass Netanyahu US-Präsident Joe Biden zugesagt hat, keine iranischen Öl- oder Atomanlagen anzugreifen. Dazu sagt ein anonymer Mitarbeiter, dass «die Pläne Israels so abgestimmt werden, dass sie keinen Einfluss auf die bevorstehenden US-Wahlen haben.» In Israel hingegen heisst es: «Wir hören uns die Gedanken der amerikanischen Regierung an, werden unsere endgültigen Entscheidungen jedoch auf der Grundlage der nationalen Sicherheitsbedürfnisse Israels treffen.» Ob sich das eine mit dem anderen als kompatibel erweist, sei dahingestellt. Für mich klingt es eher danach, als stünde die nächste Konfrontation zwischen Netanyahu und Biden unmittelbar bevor.
Der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani, war ehemals einer der führenden Mediatoren bei den Verhandlungen zu den Bemühungen der Geiselfreilassung. Bei der Eröffnung des ‘Schura-Rates’[1] betonte er jedoch: «Israel hat sich bewusst dafür entschieden, seine Aggressionen im Westjordanland und im Libanon auszuweiten. Der einfachste und sicherste Weg, die Eskalation an der Grenze zum Libanon zu stoppen, ist, den Krieg in Gaza zu beenden», und er fügte hinzu: «Zerstörung wird bei dem standhaften palästinensischen Volk, das an seinen legitimen Rechten festhält, nicht funktionieren.»
Es scheint fraglich, ob er mit dieser Haltung gegenüber Israel der richtige Mann ist, um in den Verhandlungen objektiv die Interessen Israels und der palästinensischen Terror-Organisation Hamas zu vertreten. Oder ob sich hier nicht vielmehr die Aussage bewahrheitet, die da lautet: «Mit Terroristen kann man nicht auf Augenhöhe verhandeln.»


Am 18. August führte ein palästinensischer Terrorist einen erfolglosen Terroranschlag in Tel Aviv durch. Seine Rucksackbombe explodierte offensichtlich frühzeitig. Dabei kam nur der Terrorist ums Leben, ein zufälliger Passant wurde verletzt. Unmittelbar nach dem Anschlag übernahm die Hamas die Verantwortung. Der Terrorist stammte aus Nablus, Samaria. Shin Bet und Polizei haben jetzt ihre Untersuchungen beendet. Sie kamen zur Erkenntnis, dass der Anschlag im türkischen Hauptquartier der Hamas geplant wurde. Als Verbindungsmann wurde Abu Bilal, ein ranghoher Terrorist der Hamas in der Türkei genannt. Er soll mit acht weiteren Terroristen in Nablus in Verbindung gestanden haben, die heute verhaftet wurden. Bei ihnen wurden bereits für den nächsten Anschlag vorbereitete Rucksackbomben gefunden.
Trotz der anhaltenden Kampfhandlungen im Norden des Gazastreifens versucht Israel, die Lieferung von humanitären Hilfsgütern so weit wie möglich aufrecht zu erhalten. Das versprach die IDF und erklärte, die Massnahmen zur Erleichterung der humanitären Krisensituation in Absprache mit COGAT[2], dem Internationalen Roten Kreuz und der UNO zu treffen und trotzdem den Kampf gegen die Hamas fortzusetzen. 33 Patienten und medizinische Mitarbeiter wurden aus dem Kama-Adwan-Spital in andere Krankenhäuser im südlichen Gazastreifen verlegt. Der Transport erfolgte unter strikter Beibehaltung der medizin-technischen Notwendigkeiten.
Treibstoffe für die Krankenhäuser, Kochgas, humanitäre Hilfsgüter werden hauptsächlich via Eretz und Kerem Shalom geliefert, nur 30 LKWs konnten gestern Lebensmittel über ’Gate 96’ liefern. Israel forderte immer wieder die UNO auf, die Lieferungen schneller abzuholen, die sich vor Kerem Shalom stauen.
Mit einem Brief hatte die US-amerikanische Regierung Israel aufgefordert, innerhalb von 30 Tagen dafür zu sorgen, dass sich die humanitäre Lage in Gaza deutlich verbessert. Falls dies nicht erreicht wird, besteht die Gefahr, dass weitere Waffenlieferungen verzögert oder sogar ganz gestoppt werden. In dem an Ron Dermer, Minister für strategische Angelegenheiten, adressierten Brief beklagten US-Aussenminister Antony Blinken und Verteidigungsminister Lloyd Austin, dass die Versorgung mit Hilfsgütern in den letzten Monaten um mehr als 50 % abgenommen hat. Sie stellen in Frage, ob das Versprechen Israels, die Einfuhr von Hilfsgütern nicht zu beschränken, noch gilt. Und, noch besorgniserregender, ob in Israel die von den USA gelieferten Waffen noch entsprechend dem Völkerrecht eingesetzt werden. Die USA stellen drei Forderungen: Erhöhung der humanitären Hilfe bis zum Beginn des Winters, Erleichterung der Hilfslieferungen durch Jordanien und Beendigung der ‚Isolierung‘ des nördlichen Gazastreifens.



Bei einem Terroranschlag mit einer Schusswaffe auf der Schnellstrasse 4 nördlich von Ashdod wurde ein Polizist erschossen. An einer zweiten Stelle auf der Yavne-Kreuzung schoss der Terrorist ein zweites Mal und verletzte dabei vier Personen. Eines der Opfer war ein Arzt, der zu den Verletzten zu Hilfe eilen wollte, dabei wurde sein Auto von einem nachkommenden Auto gerammt, wobei er verletzt wurde. Der Terrorist wurde von einem bewaffneten Zivilisten neutralisiert.

Gerade wurde der Name des Opfers bekannt gegeben: Advanced Staff Sgt. Maj. Adir Kadosh, s’’l, begann seinen Dienst bei der Polizei im Jahr 2013, nachdem er zuvor seinen Militärdienst bei der Grenzpolizei abgeleistet hatte. Kadosh wollte im kommenden Monat seinen Partner heiraten.
Am frühen Morgen wurde erneut Raketen-Alarm in Haifa, Zichron Ya’akov, Pardes Hanna, Caesarea, Yokneam und zahlreichen anderen Orten südlich von Haifa ausgelöst. Der Alarm wurde aktiviert, obwohl die IDF nur zwei Raketen identifizierte.
Die IDF gab an, im Laufe der letzten 24 Stunden mehr als 230 Ziele der Terror-Organisationen Hamas und Hisbollah in Gaza und dem Libanon getroffen zu haben. Raketenabschussbasen und Panzer-Abwehr-Stellungen wurden im Libanon zerstört, einige Dutzende Terroristen wurden eliminiert. In Gaza konzentrierten sich die Kämpfe auf Jabaliya, wo einige Terror-Zellen unschädlich gemacht werden konnten.
Die Nachricht des Tages: Seit vielen Jahren sind sie die beliebtesten Gäste des Hula Tals, mitten im Oberen Galil, nur 22 km von der Grenze zum Libanon entfernt gelegen. Hier ein Bericht von mir aus dem Jahr 2014. Wer die in meinem Bericht oder im Film genannte Zahl von 500 Millionen fliegenden Gäste nicht glaubt, hier ein Bericht im Ha’aretz und ein Video:
Doch in diesem Jahr werden die Vögel gestört. Täglich schrillen die Raketen-Alarme, dröhnen die Raketen und die Abfangjäger. Jedesmal, wenn ein Angriff erfolgreich abgewehrt wurde, erfolgt die Explosion, ein greller Feuerball steht sekundenlang am Himmel und dann stürzen Schrapnelle ab. Wer sich nicht schützen kann, ist gefährdet.
Auch die Millionen Vögel, die derzeit im Hula Tal ihre überlebensnotwendige Pause machen und sich für ein paar Tage kräftigen, bevor der Flug in den Süden weitergeht, sind gefährdet.
In diesem Jahr sind sie schon zu spät dran, normalerweise kommen sie bis Mitte September an. Es ist unglaublich, wenn Abertausende von Zugvögeln über einen hinwegziehen. Man hört nur den leisen Flügelschlag und manchmal ein leises, fast flüsterndes kommunizieren der Vögel. Das lauter und lauter wird, wenn sie am Ende des Fluges zum Landen ansetzen.
Eine der Verantwortlichen des Naturschutzgebietes ist überzeugt, dass der Krieg nicht gut für die Tiere ist. Sie hofft auf deren Instinkt und dass sie heuer ihren Zwischenstopp verkürzen zu einem eintägigen ‘stop-over’ oder sofort weiterziehen.
Das Besucherzentrum ist seit dem Ausbruch des Krieges gegen die Hisbollah am 8. Oktober 2023 verwaist. Ob und wann es wieder geöffnet wird, weiss niemand.
[1]Der Schura-Rat, Madschlis asch-Schura, Ratsversammlung in islamischen Staaten. Je nachdem, wie ausgeprägt die Demokratie ist, kann sie als rein beratendes Gremium bis zum gesetzgebenden Gremium gelten. In Katar wurden entsprechende Wahlen im Jahr 2021 erstmals durchgeführt. Von den 45 Mitgliedern durften 2/3 von den Bürgern gewählt werden und nur mehr 1/3 bestimmte der Emir, der auch Staatsoberhaupt ist. Das ist ein erster Schritt in Richtung Demokratie, auch wenn die Kompetenzen der Ratsmitglieder sehr gering sind
[2] COGAT, Coordination of Government Activities in the Territories, setzt die Zivilpolitik der Regierung in den Gebieten von Judäa und Samaria und gegenüber dem Gazastreifen um. COGAT ist für die Umsetzung der Zivilpolitik in Judäa und Samaria und gegenüber dem Gazastreifen verantwortlich, in Abstimmung und Zusammenarbeit mit Beamten aus Verteidigungs- und Regierungsstellen in verschiedenen Bereichen. Weitgehende Berichterstattung über die täglichen Aktivitäten: https://www.facebook.com/cogatonline
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