18. Tischri 5785



Erneut musste die IDF leider den Tod von vier Soldaten bekannt geben. Sgt. Maj. (res.) Yishai Netanel Greenbaum, 38, s’’l, wurde am 9. Oktober bei einem Kampf gegen die Hisbollah schwerst verwundet. Gestern verlor er den Kampf um sein Leben. Staff Sgt. Ofir Berkovitch, 20, und Sgt. Elishai Young, 19, s’’l, verloren ihr Leben bei einem Kampf im nördlichen Gazastreifen. Col. Eshan Daqsa, 41, s’’l, verlor sein Leben heute, als sein Panzer in der Nähe von Jabaliya von Sprengkörpern getroffen wurde.

Der stellvertretende Generalsekretär der Hisbollah, Naim Qassem, ist nach einer Zeitungsmeldung der VAE bereits vor zwei Wochen von Beirut aus in den Iran geflüchtet und lebt nun in Teheran. Den Berichten zufolge ist er mit einem Flugzeug des iranischen Aussenministers Abbas Araghchi ausgeflogen worden. Araghchi befand sich auf einer Besuchsreise im Libanon und in Syrien. Angeordnet wurde demnach die Flucht von hochrangigen Führern der Islamischen Republik Iran.
In der derzeitigen Situation müssen die Regierungs- und Oppositionsparteien davon absehen, sich gegenseitig zu diskreditieren.
Gegen Mittag beschwerte sich der Likud, dass Oppositionsführer Yair Lapid und Benny Gantz sich noch nicht zum ‘verfehlten’ Anschlag auf die private Villa der Netanyahus geäussert haben: «Mehr als 24 Stunden sind seit dem iranischen Mordanschlag auf den israelischen PM vergangen, und die Oppositionsführer Yair Lapid und Benny Gantz haben ‘aus kleinlichen politischen Gründen und übergrossen Egos’ kein einziges Wort der Verurteilung gegen unsere Feinde veröffentlicht.» Die Meldung hielt weiterhin fest, dass das Schweigen nichts anderes als eine Zustimmung ist. Was für eine perfide Unterstellung!
Doch ‘ätsch’, Lapid konnte klarstellen, dass er heute in einem Radio-Interview Folgendes festhielt: «Ich verurteilte den Angriff auf das Haus des PM. Darauf muss hart reagiert werden, aber der Likud hört wie üblich, selbst während eines nationalen Notstands, nicht auf, sich als Opfer darzustellen, zu lügen, zu spalten und zu hetzen. Es ist eine Schande. Der Angriff ist sehr ernst und wir werden nicht tatenlos zusehen, wenn sie versuchen, die Führung Israels zu beseitigen», sagte Lapid dem Sender Reshet Bet.
Auch Benny Gantz reagiert schnell auf die Vorwürfe des Likud. «Netanyahu soll aufhören, sich mit Presseerklärungen und peinlichen Videos abzugeben. Zu einer Zeit, in der Hunderte von Raketen auf die Bürger Israels abgefeuert werden … Bürger ermordet werden und Soldaten fallen, ist der PM mit sich selbst und der Grundsteuer beschäftigt.» Gantz bezog sich dabei auf ein Video-Interview, das Netanyahu gestern kurz nach dem ‘Anschlag’ gab. Kurz nach dem ‘Anschlag’ haben, so der Sender ‘Kan’: «Beamte der Grundsteuerbehörde und ein Gärtner haben nach dem Angriff Netanyahus Haus aufgesucht.» Gantz betonte weiterhin, dass «Netanyahu nicht zulassen darf, dass Israel in einen langen Zermürbungskrieg im Libanon hineingezogen wird. Israel muss seine Angriffe auf den Libanon, auch auf staatliche Ziele, verstärken. Darüber hinaus muss Israel so schnell wie möglich eine wirksame Antwort an den Iran schicken.»
Gideon Sa’ar, politischer Wendehals mit derzeitigem Landeplatz auf der Regierungsbank, kommentierte den Angriff: «Aus dem Gebiet eines UN-Mitgliedstaats – dem Libanon – wurde ein Mordanschlag auf den israelischen Premierminister verübt. Seit dem 8. Oktober werden Israel, seine Gemeinden und Bürger vom libanesischen Gebiet aus ohne Grund angegriffen. Die Tatsache, dass diese Angriffe von einem iranischen Stellvertreter – der Hisbollah – durchgeführt wurden, entbindet den Libanon nicht von seiner Verantwortung. Und er wird nicht davon befreit.»
Knesset-Sprecher Amir Ohana verurteilte ebenfalls den Anschlag auf die Villa der Netanyahus und stellte klar: «Es gibt einen grossen Unterschied, ob Israel Terror-Führer angreift und dem heutigen Anschlag. Das war ein grosser Fehler und sie werden dafür zahlen. Meiner Meinung nach werden sie anschliessend bedauern, jemals gelernt zu haben, ein Papierflugzeug zum Fliegen zu bringen, geschweige denn, eine Drohne.»
Avigdor Liberman sieht in dem Angriff «einen weiteren Beweis, dass das iranische Regime keine roten Linien kennt und dass sein einziges Ziel die Zerstörung der zionistischen Organisation ist.» Er fordert die Regierung auf, «zu verlangen, dass alle demokratischen Länder diesen Versuch, dem PM und seiner Familie Schaden zuzufügen, sofort verurteilen», und erklärt, dass es jetzt «an der Zeit ist, zu handeln und Teheran einen hohen Preis abzuverlangen, indem man die strategischen Einrichtungen und die militärische und politische Elite des Landes ins Visier nimmt.»
VM Yoav Gallant erklärte nach dem Drohnenangriff auf die Villa der Netanyahus: «Der Versuch, Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und seine Familie anzugreifen, ist ein Angriff auf den Staat Israel und seine Regierungssymbole», und betonte, dass «die Versuche der Hisbollah, uns zu entmutigen und uns daran zu hindern, die Kriegsziele zu erreichen, nicht erfolgreich sein werden.»
Polit-Rambo Ben-Gvir sicherte Netanyahu seine volle Unterstützung zu und forderte ihn auf, «nicht aufzugeben, bis der Sieg in Gaza, im Libanon und in Judäa und Samaria vollständig errungen ist und bis alle unsere Geiseln nach Hause zurückgekehrt sind.» Klar, er kommt demnächst mit seiner Pferde-Staffel, Schlägertruppen und seiner privaten Todes-Schwadron zur Unterstützung herangeeilt. Da können sie gleich beweisen, was sie wert sind!


Über die Social-Media-Plattform ‘Telegram’ und deren pro-iranische Unterseite ‘Middle East Spectator’ wurden angebliche US-Geheimdokumente veröffentlicht, die detaillierte Informationen zum geplanten Rückschlag der IDF auf den Iran umfassen. Die zwei Dokumente seien angeblich direkt aus dem Pentagon gekommen. Das US-amerikanische Nachrichtenmagazin Axios erklärte dazu: dass das Leck ein Versuch sein könnte, die israelischen Operationen, die sich der derzeit in der Schlussphase der Vorbereitungen befinden, zu stören. Das Pentagon und der Direktor des Nationalen Nachrichtendienstes lehnten jede Stellungnahme ab, bestritten aber auch nicht deren Echtheit.
Kurz vor Mittag wurde erneut eine Salve von etwa 70 Raketen auf den oberen Galil bis zur Stadt Sfad aus dem südlichen Libanon abgeschossen. Meldungen über Schäden oder Verletzte lagen nicht sofort vor.
Bei einem gezielten Luftangriff auf eine unterirdische Waffenfabrik und eine Kommandozentrale der Hisbollah wurden heute in Beirut drei führende Hisbollah-Terroristen eliminiert. Al-Hajj Abbas Salameh, einer der Kommandanten des ‘Süd-Front Kommandos’; Reda Abbas Ouda, Kommunikationsspezialist und Ahmed Ali Hussain, Verantwortlicher für die Waffenproduktion. Die Umgebung des Gebäudes wurde vor dem Angriff evakuieret.
Nach einer relativ ruhigen Nacht wurde heute am frühen Vormittag erneut der Raketenalarm im gesamten Stadtgebiet von Haifa, Akko und den süd-östlich angrenzenden Gebieten ausgelöst.
Die Hamas gibt an, dass bei Luftangriffen der IAF auf einige Häuser in Beit Lahiya im nördlichen Gazastreifen mindestens 73 Personen getötet und Dutzende verletzt wurden. Unter ihnen sind, wie die ‘Gesundheitsbehörden’ beteuern, zahlreiche Kinder und Frauen. Mediziner der Organisation erklären, dass ein mehrstöckiges Gebäude direkt angegriffen und dabei zahlreiche benachbarte Gebäude beschädigt wurden.
Erste Untersuchungen der IDF ergaben, dass die Zahlen weitaus überhöht sind und wie immer, nicht zwischen Zivilisten und Terroristen unterscheiden.

In Khan Younis wurden von der IDF Flugblätter abgeworfen, auf denen ein Bild des getöteten Sinwar zu sehen ist. Daneben der Text: «Die Hamas wird Gaza nicht länger regieren. Yahya Sinwar hat euer Leben ruiniert. Er versteckte sich in einem dunklen Tunnel und wurde eliminiert, als er in Panik zu fliehen versuchte.»

Zumindest dieser Versuch, Waffen nach Gaza zu schmuggeln, ging schief. Israelische Überwachungskameras beobachteten eine Drohne, die von Ägypten aus nach Gaza fliegen wollte, um dort ein Paket abzuliefern. Mit einem gezielten Schuss wurde sie zum Absturz gebracht. In ihrem Paket fand man acht Handfeuerwaffen und Magazine.



Die IDF veröffentlichte ein Video, beginnend am 6. Oktober 2023 am frühen Abend, also nur wenige Stunden vor Beginn des Massakers der palästinensischen Terror-Organisation Hamas.
Klar zu erkennen sind Sinwar, seine Kinder und seine Frau, wie sie sackweise Material in einen Tunnel schleppen, um sich dort für einen längeren Aufenthalt einzurichten. IDF-Sprecher Daniel Hagari, der das Material bei einer Pressekonferenz vorstellte erklärte: «Sogar nur Stunden vor dem Massaker war ihm allein sein Überleben und das seiner Familie wichtig.» Der Tunnel befand sich in unmittelbarer Nähe von jenem Ort, an dem die IDF im August sechs kurz zuvor ermordete Geiseln bergen musste.


Gemütlich ist anders. Das Zimmer im Tunnel unter der ‘Tel Sultan’ Nachbarschaft, in dem sich Sinwar mit seiner Familie wochen- oder sogar monatelang aufhielt, war mit allem ausgestattet, was der Durchschnittsbürger zum Leben braucht! Die IDF fand ein voll eingerichtetes Badezimmer, eine Küche, Lebensmittel, einen Safe mit unglaublichen Summen von Fremdwährungen, Uniformen. Moderne Flachbildschirme, PCs mit Internetanschluss. Schon einmal, im Februar war ihm die IDF dicht auf den Fersen. «Der Café war noch warm», hiess es damals.
Offensichtlich hat er kurz vor seiner Eliminierung seine unterirdische Festung nur mit zwei Body-Guards verlassen, um zu fliehen. Als er von den Truppen entdeckt wurde, war er jedoch allein.


Niemand weiss etwas über das Schicksal seiner Frau und seiner Kinder. Auf einem der Screenshots erkennt man die Handtasche von Frau Sinwar. Es handelt sich um eine der teuersten Taschen, die derzeit auf dem Markt sind, eine Birkin Bag-Tasche, des Kult-Labels Hermes für bescheidene CHF 32.000. Die Frage, ob sie echt ist oder eine billige Kopie beschäftigt derzeit die Social-Media Gemeinschaft. Deren Sorgen möchte ich haben!
Hinterlasse einen Kommentar