21. Tishri 5785

Erneut muss die IDF leider den Tod eines Soldaten bekannt geben. Gestern verlor Maj. (res.) Aviram Hariv, 42, s’’l, sein Leben bei einem Kampf im südlichen Libanon.

Sechs Journalisten von al-Jazeera wurden von der IDF als Mitglieder der palästinensischen Terror-Organisation Hamas und des Palästinensisch-Islamischen Djihad identifiziert. Eindeutig. Die sechs waren, das geht aus in Gaza aufgefundenen Dokumenten hervor, nicht ‘einfache’ Terroristen, nein, sie waren Chef einer Raketen-Abschuss Gruppe, stv. Chef einer Propaganda-Gruppe, Scharfschützen, Kommandant einer Trainings-Einheit…

Hashem Safieddine, der als Nachfolger von Hassan Nasrallah galt, wurde bei einem Luftangriff der IAF zu Beginn des Monats getötet. Das erklärte heute die Hisbollah. Bisher war nichts über sein Schicksal bekannt geworden. Israel hatte seinen Tod gestern bekannt gegeben.
Am kommenden Sonntag findet eine staatliche Gedenkfeier für die Opfer der Massaker vom 7. Oktober 2023 statt.


Die Mitglieder des Kibbutz Nir Oz, der beim Massaker völlig verwüstet wurde, werden an der Gedenkfeier nicht teilnehmen. Die Entscheidung dazu fiel, nachdem bekannt wurde, dass die Familienangehörigen von Opfern nicht zu Wort kommen werden. Die Organisatorin, Verkehrsministerin Miri Regev, hat sich zu diesem Schritt entschieden, weil sie befürchtet, dass es zu verbalen Angriffen auf Netanyahu kommen könnte. Die Kibbutz-Mitglieder aus Nir Oz haben noch einen zweiten Grund: Netanyahu hat bis heute eine Einladung, den Kibbutz zu besuchen, ignoriert. Sein Büro fand es offenbar noch nicht einmal der Mühe wert, sich für die Einladung zu bedanken und sie abschlägig zu beantworten. 117 der 400 Mitglieder waren während des Massakers entweder grausam ermordet oder in den Gazastreifen verschleppt worden. Einige Geiseln aus dem Kibbutz befinden sich immer noch in Geiselhaft. Auch die Mitglieder des ebenfalls nahezu unbewohnbar gewordenen Kibbutz Be’eri werden der Gedenkfeier fernbleiben.
Bei seinem Besuch bei Netanyahu und seinen engsten Mitarbeitern musste US-Aussenminister Antony Blinken wieder einmal erkennen, dass die Versprechungen von Netanyahu oftmals doppelzüngig sind. Es kommt immer wieder vor, dass er, um den amerikanischen Partnern zu gefallen, etwas verspricht, was er dann, um seine rechten Koalitionspartner nicht zu verprellen, nicht umsetzt. Gestern ging es um den ‘Plan der Generäle’ (s. Bericht von gestern), der de facto eine komplette Abriegelung des nördlichen Gazastreifens zur Folge hätte. Die USA lehnen dies strikt ab. Während des Treffens betonte Netanyahu, ein solches Vorgehen nicht zu planen, weigerte sich aber, das auch öffentlich klarzustellen. Eine solche Veröffentlichung käme auch einer seiner vielen Lügen gleich. In den ersten zwei Oktoberwochen wurden keine Hilfslieferungen in diesen Teil des Gazastreifens zugelassen, was die Versorgungssituation der Bevölkerung dramatisch verschlechterte. Erst auf Druck der USA wurden die Lieferungen wieder aufgenommen.

Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock ist zu einem Besuch in Beirut angekommen. «Die Aufgabe besteht nun darin, mit unseren Partnern in den USA, Europa und der arabischen Welt zusammenzuarbeiten, um eine tragfähige diplomatische Lösung zu finden, die die legitimen Sicherheitsinteressen sowohl Israels als auch des Libanon wahrt.» Baerbock warnt, dass der Libanon am Rande eines Zusammenbruchs steht. Infolge des Zusammenbruchs könnte es zu einer völligen Destabilisierung nicht nur des Landes selbst kommen, sondern auch unabsehbare Auswirkungen auf die Staaten des gesamten Nahen Ostens und der Region haben. Sie forderte auch, keine vorsätzlichen und unbegründeten Angriffe auf die Soldaten der UNIFIL auszuführen.


Durch eine Rakete aus dem Libanon, die auf Haifa gerichtet war, wurde ein Haus in der Nähe von Akko, im Industriegebiet Na’aman, schwer beschädigt. Es brannte nach dem Einschlag völlig aus. Auch in Kiryat Bialik ging ein Industriegebäude in Flammen auf, ebenso wie einige PKWs in der Küstenstadt Herzliya. Insgesamt war eine Salve von 25 Raketen, von denen die meisten abgefangen werden konnten, abgeschossen worden.
Am Mittag wurden erneut 20 Raketen aus dem südlichen Libanon in Richtung Haifa abgeschossen, zehn weitere in Richtung Kiryat Shmona. Einige der Raketen konnten abgefangen werden. Andere stürzten auf offenem Gelände ab. Am späteren Nachmittag wurden nochmals Raketen in Richtung Haifa abgeschossen. Die Hisbollah stellte fest, dass das Ziel der Raketen eine Militärbasis in der Nähe von Haifa gewesen sei.
Erneut hat die Hisbollah behauptet, das Hauptquartier der Einheit 8200 zwischen Herzliya und Tel Aviv angegriffen zu haben. Auch Vorstädte von Tel Aviv seien angegriffen worden. Gleiche Aussagen hatte die Hisbollah schon mehrfach in den vergangenen Tagen getätigt. Die zwei abgeschossenen Langstrecken-Raketen konnten von der IDF abgefangen werden. In Herzliya wurde ein PKW durch ein herabstürzendes Schrapnell beschädigt.
Bei einem Luftangriff im nord-östlichen Bezirk ‘Hemel’ im Libanon, eliminierte die IDF ein hochrangiges Mitglied der Drohnen-Einheit der Hisbollah, Khali Muhammad Amhaz. Laut Aussagen der IDF war Amhaz einer der Drahtzieher der Einheit, die immer wieder Angriffe gegen Israel startete.
Die Bewohner der Küstenstadt Tyros wurden von der IDF dringend aufgefordert, das Gebiet zu verlassen und sich bis zu einem Gebiet nördlich des Awali-Flusses zu evakuieren. Diese Evakuierung werde aufgrund der Aktivitäten der Hisbollah notwendig. Der IDF-Sprecher Avichay Adraee betonte, dass die IDF jeden Schaden an der Zivilbevölkerung vermeiden wolle. Ein Verbleib in Tyros sei lebensgefährlich. Das gezielte Bombardement von Hisbollah Zielen in Tyors begann etwa drei Stunden nach der Evakuierung.


Bei anhaltenden heftigen Kämpfen in Jabaliya im nördlichen Gaza wurden Dutzende Terror-Verdächtige von der IDF festgenommen und zur Befragung nach Israel gebracht. Zehntausende Zivilisten aus der Region sind der Aufforderung durch die IDF gefolgt und haben sich in ausgewiesene Sicherheitszone im Süden von Gaza begeben. Dabei waren sie immer wieder von Mitgliedern der palästinensischen Terror-Organisation gestoppt und mit teils brachialer Gewalt zur Umkehr gezwungen worden. Die Zahl der Evakuierten deutet darauf hin, dass die Macht der Hamas, die Flüchtlinge gewaltsam zwang, in Jabaliya zu bleiben, beginnt zu brechen.
Zwei von den, vom Iran gestützten Terror-Organisation «Islamischer Widerstand», aus dem Irak gestarteten Drohnen, die auf Eilat zuflogen, konnten von der IDF über dem Roten Meer abgefangen werden.
In Nahariya wurde ein Mann von einem herabstürzenden Schrapnell verwundet. Es war unklar, ob das Schrapnell von einer Abfangrakete oder von einer aus dem Libanon abgeschossenen Rakete stammte. Etwa eine Stunde nach der Erstversorgung durch Magen David Adom verschlechterte sich der Zustand des 50 Jahres alten Mannes. Er wurde zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus evakuiert. Sein Zustand wird als stabil bezeichnet, er ist allerdings ohne Bewusstsein.
Die nachfolgende Meldung gehört zu denen, die man nicht schreiben oder lesen will. Nachdem die genauen Umstände derzeit noch völlig unklar sind, versuche ich den Text möglichst neutral zu halten.
Der 13 Jahre alte Mohammed Salem geriet in einen Beschuss und wurde dabei so schwer verletzt, dass er nicht aufstehen konnte. Er machte das einzig Richtige in einer Situation, er setzte sich, so gut es ging, hin und machte rufend und winkend auf sich aufmerksam.
Einige Männer eilten zu ihm, um ihm zu helfen.
Sie versuchten, ihn aufzuheben. In dem Moment erfolgt ein zweiter Beschuss. Es gelingt den Männern, zu fliehen.
Mohammed stirbt und wird von der Ambulanz abtransportiert.
Ein zweiter Junge, 14 Jahre alt muss ebenfalls noch vor Ort für tot erklärt werden.
Woher man das weiss? Wafaa Taher, ein Journalist, filmt den gesamten Vorgang und kommentiert ihn, ebenso wie eine Frau, die wohl neben ihm steht.
Der Vorfall fand bereits am Freitag in Jabaliya statt.
Es bleibt die Frage, wer den Beschuss ausgeführt hat und warum. Und warum ein zweites Mal geschossen wurde…
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