Krieg in Israel – Tag 387

25. Tishri 5785

Erneut musste die IDF heute leider den Tod von sechs Soldaten bekannt geben. Cpt. (res.) Eilav Abitol, 36, Cpt. (res.) Rabbi Avraham Yosef Goldberg, 43, Cpt. (res.) Amit Chayut, 29 und Mast. Sgt. (res.) Gilad Elmaliach, 30, s’’l, verloren ihr Leben bei einem Kampf im südlichen Libanon. Vier weitere Soldaten wurden bei dem tödlichen Vorfall schwer verletzt. Heute Nachmittag wurde bekannt, dass ein weiterer Soldat, Sgt. Maj. (res.) Shaul Moyal, 47 s’’l, gestern bei Kämpfen im südlichen Libanon fiel. Staff Sgt. Malachi Yehuda Harari, 22, s’’l, verlor den Kampf um sein Leben, nachdem er bereits am 18. Oktober verwundet wurde.

Der UN-Sicherheitsrat wird wahrscheinlich morgen eine Sondersitzung abhalten. Der iranische Aussenminister Abbas Araghchi bezeichnete die Angriffe Israels als ‘ernsthafte Bedrohung für den Frieden’. Israels UN-Botschafter Danny Danon weist die Beschwerde des Iran bei den Vereinten Nationen zurück und erklärt in einer Stellungnahme, dass der Iran «versucht, uns auf diplomatischer Ebene mit der lächerlichen Behauptung, Israel habe gegen das Völkerrecht verstossen, zu schaden. Wie wir immer wieder betont haben, haben wir das Recht und die Pflicht, uns zu verteidigen, und werden alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um die Bürger Israels zu schützen.»

Nota bene: Sämtliche Angriffe auf Israel durch die Hisbollah im Libanon, die palästinensische Terror-Organisation Hamas in Gaza, die Houthi-Terroristen im Jemen und diverse Terror-Organisation im Irak und in Syrien, sind Stellvertreter  des iranischen Regimes.

Bei einem Terrorangriff an der Glilot-Kreuzung in der Nähe von Herzliya, bei dem ein LKW-Fahrer sein Fahrzeug in einen an einer Haltestelle stehenden Bus rammte, wurden 32 Personen verletzt. Ein Mann starb noch am Ort des Anschlages. Unter den Verletzten befand sich eine Gruppe von Senioren, die anlässlich des heutigen staatlichen Trauertages ein nahegelegenes Museum besuchen wollten. Acht Passanten, die an der Bushaltestelle standen, wurden unter dem LKW eingeklemmt und mussten von den Ersthelfern zunächst befreit werden. Der Angreifer wurde, entgegen anderslautenden Meldungen, von einem bewaffneten Zivilisten eliminiert. Die palästinensische Terror-Organisation Hamas gab kurz nach dem Anschlag ein Statement ab, in dem sie den ‘heldenhaften Angriff’ in der Nähe des Mossad-Hauptquartiers lobte. Er sei «eine natürliche Reaktion auf die Verbrechen der zionistischen Besatzung gegen unser palästinensisches Volk in Gaza, im Westjordanland und in Jerusalem und die anhaltenden brutalen Massaker, insbesondere im nördlichen Gazastreifen.»

Bei der ersten staatlichen Zeremonie des heutigen Trauertages[1] äusserte sich Netanyahu zum in der Nacht auf gestern erfolgten Rückschlag gegen den Iran: «Die Angriffe am Samstag folgten auf eine systematische, monatelange Kampagne, um die Arme des iranischen Oktopusses, der Hisbollah und der Hamas abzuschneiden. Vor zwei Tagen haben wir den Kopf des Oktopusses getroffen, das iranische Regime.» Netanyahu betonte nochmals, dass der Kampf nicht gegen das iranische Volk, sondern gegen das iranische Regime gerichtet ist. «Das Regime muss eine einfache Sache verstehen: Wer uns schadet, dem werden wir schaden.» Der Angriff sei, so Netanyahu, ‘präzise und kraftvoll’ gewesen und habe alle Ziele erreicht. Bei den anschliessenden Danksagungen an den Generalstabschef, den Chef des Mossad und den Kommandanten der IAF ‘vergass’ er, VM Yoav Gallant zu erwähnen. Netanyahu hasst und fürchtet seinen VM!

Auch der israelische Präsident Isaac Herzog sprach anlässlich dieses Anlasses auf dem Herzl-Berg in Jerusalem. Nach der Tötung des Hamas-Chefs Yahyah Sinwar sei eine Chance entstanden, die Geiseln nach Hause zu holen. «Die entscheidende, oberste Aufgabe liegt noch vor uns – die Geiseln dringend aus den Händen der Mörder zu befreien. Die Ausschaltung des Erzterroristen Sinwar und anderer Feinde sowie die beeindruckenden Kämpfe der IDF und der Sicherheitskräfte haben eine Chance geschaffen, die wir nicht verpassen dürfen. Israel muss mit aller Kraft und auf jede erdenkliche Weise – mit Entschlossenheit, Kreativität und Mut – daran arbeiten, die Rückkehr der Geiseln nach Hause zu sichern. Die Rückkehr der Geiseln war das oberste Ziel vieler Soldaten, die im Krieg getötet wurden. Ohne ihre Rückkehr können wir als Volk und als Staat nie mehr vollständig sein.»

Bei der zweiten staatlichen Zeremonie für die zivilen Opfer der Massaker vom 7. Oktober und der Geiselhaft wurde die Rede Netanyahus durch erbitterte Zurufe von Familienangehörigen ‘Schäme dich’ mehrfach unterbrochen.

Die IDF spürte vor einigen Tagen unter einem libanesischen Dorf den bisher grössten Bunker auf, der alles enthielt, um für die Invasion des Nordens von Israel vorbereitet zu sein. In der vergangenen Woche konnte schon eine ausgesuchte Gruppe von Journalisten den Bunker gemeinsam mit Soldaten besuchen. Den beeindruckenden Bericht dazu findet ihr hier, bitte nehmt euch die Zeit, den Artikel zu lesen! Der Tunnel ist etwa 2 km lang und befindet sich bis zu 40 m unter der Erde.  «Das ist kein Tunnel, sondern eine Festung». Der Bau dürfte Jahre gedauert haben, unter den Augen und Ohren der UNIFIL und der Bevölkerung, wenn nicht sogar mit deren Hilfe. Er bietet Platz genug für Hunderte von Terroristen der Elite-Gruppe Radwan. Vom Hauptgang gehen rechts und links kürzere Gänge ab, die in Räumen enden, die als Wohnbereich, Küchen, Wohn- und Schlafräumen, Sanitäranlagen, sowie Räumen für Generatoren enden. Andere dienen als Waffenlager und Lagerräume für Lebensmittel.

Eine Salve von 75 Raketen wurde vom Libanon nach Israel abgeschossen. Die meisten von ihnen konnten abgefangen werden, andere verursachten Schäden. In der israelisch-arabischen Stadt Tamra im Norden Israels gingen mehrere PKWs in Flammen auf. Mehrere Gebäude wurden beschädigt. Drei Personen wurden leicht verletzt.


[1] Die erste Zeremonie ist den im Zuge des Massakers und dem anschliessenden Krieg gefallenen Soldaten gewidmet. Die anschliessende zweite Zeremonie gilt den Opfern des Massakers und den ermordeten Geiseln.



Kategorien:Israel, Politik

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