Krieg in Israel – Tag 390

28. Tishri 5785

Die Hisbollah verlangt (sic!), dass deutsche Soldaten dauerhaft von der UNIFIL-Gruppe abgezogen werden. In der libanesischen Hisbollah-affinen Tageszeitung Al-Akhbar heisst es, dass Deutschland zum ‘Komplizen des Feindes’, also Israel geworden sei. Als Begründung gibt die Hisbollah an, dass eine deutsche Fregatte, die vor Beirut liegt, am 17. Oktober ein unbemanntes Flugobjekt abgeschossen hat und dass Deutschland Militärlieferungen für mehr als US$ 100.000 an Israel bewilligt hat. Im gleichen Artikel werden die Bedingungen der Terror-Organisation Hisbollah für einen Waffenstillstand bekannt gegeben.

Es sind dies: die völligen ‘Einstellungen der Aggressionen’ durch Israel, keine Abtrennung der libanesischen Widerstandsfront von Gaza. Die vollständige und unveränderte Umsetzung der UN-Resolution 1701 in der Form, dass sich im südlichen Libanon keine Truppen oder bewaffneten Kräfte ausser dem regulären libanesischen Militär aufhalten dürfen. Die Hisbollah ist nicht grundsätzlich gegen eine personelle Aufstockung der UNIFIL, aber strikt gegen die Aufnahme neuer Mitgliedsstaaten. Die Hisbollah weigert sich schon jetzt, ihre Waffen abzugeben und ist durchaus bereit, mit Israel einen langen Krieg zu führen.

Derzeit finden Verhandlungen über einen Waffenstillstand mit Nabih Berri, dem schiitischen Sprecher des Parlaments und Verbündeten der Hisbollah und Vermittlern aus Ägypten, Algerien, Katar und Frankreich statt.

Kanal 12 berichtete, dass auch in der israelischen Regierung eine breite Zustimmung besteht, den Waffenstillstand durch diplomatische Verhandlungen zu erreichen. Israel habe, so heisst es, alle gesteckten Ziele erreicht und die Rückkehr der Bewohner in den Norden sicher gemacht.

Eine Hoffnung, die ich schlicht nicht teile, solange jeden Tag, wie gerade wieder, Hunderte Raketen und Drohnen aus dem Süden des Libanons in Richtung Israel geschickt werden.

Die US-Marine hat erfolgreich ein neues Luftverteidigungs-System getestet. Der israelische ‘Iron Dome’ ist Teil des Systems, das auf Radar- und Kontrollsystemen basiert. Das System wird vom israelischen Waffenherstellers Rafael gemeinsam mit dem amerikanischen Unternehmer Raytheon hergestellt.

Die vier S-300 Luftverteidigungs-Systeme, über die der Iran verfügte, wurden nach Angaben der IDF bei den Angriffen Israels auf den Iran zerstört, eines im April und drei weitere vor zwei Wochen. Die in Russland hergestellten Systeme haben sich nicht bewährt, weder im Krieg Russland gegen die Ukraine, noch jetzt. Es gelang ihnen, nur wenige Raketen, die von der IAF abgeworfen wurde, abzufangen. Der Iran betonte heute, dass die Raketenproduktion des Landes durch die israelischen Angriffe nicht unterbrochen wurde. Luftaufnahmen beweisen jedoch ganz etwas anderes!

Goldknopf an Netanyahu: ‚Das nächst Mal wirst du nicht mehr am Shabbat fliegen!‘ Netanyahu zeigt ihm eine Ausnahmegesetz und fragt: ‚Noch was?‘ © Guy Morad, facebook

Durch einen Raketeneinschlag in der Nähe von Metula, der nördlichsten Stadt Israels, wurden zwei Landarbeiter, die auf einem nahegelegenen Feld arbeiteten, verletzt. Mittlerweile wurde bekannt, dass die beiden Arbeiter mit dem Helikopter ins Rambam Medical Hospital in Haifa gebracht wurden. Einer der beiden, ein Mann in den 40er Jahren, wurde schwer verletzt, der zweite, jüngere, erlitt mittelschwere Verletzungen.

Eine aus dem Libanon kommende Drohne ist über Nacht in einer Fabrik in Nahariya, die Zubehör von Fluggeräten herstellt, eingeschlagen und hat dort einen geringen Schaden verursacht. Die IDF untersucht nun, warum die Drohne erst unmittelbar vor dem Einschlag entdeckt wurde, sodass kein Alarm ausgelöst wurde.  

Am frühen Vormittag fing die IAF drei Drohnen ab, die aus dem Libanon kommend in den israelischen Luftraum eindrangen. Durch herabstürzende Teile wurde ein Feuer in der Nähe von Gesher Haziv, einem Kibbutz an der Mittelmeerküste zwischen Nahariya und Rosh HaNikra, ausgelöst. Die Löscharbeiten sind noch im Gang.

Am gestrigen Tag gelang es der IDF in Zusammenarbeit mit der IAF mehr als 100 Ziele der Hisbollah zu zerstören. Unter den zerstörten Zielen waren Abschussrampen, Waffenlager, Raketenwerfer und Gebäude, die von der Hisbollah benutzt wurden. Auch exaktes Kartenmaterial von möglichen Zielgebieten in Israel wurde aufgefunden. Zahlreiche Ziele waren inmitten von ziviler Umgebung versteckt.

Wegen einer vom Libanon abgeschossenen Boden-Boden-Rakete wurde im gesamten Gebiet zwischen Haifa und Netanya, sowie in der Region um Hadera in Zentral-Israel, der Raketen-Alarm ausgelöst. Die Rakete konnte jedoch von der IAF abgefangen werden.

Die IDF forderte etwa 80.000 Bewohner der nordöstlichen Städte Baalbeck, Ain Borzai und Douris auf, das Stadtgebiet sofort zu verlassen. Die Evakuierungsrouten wurden genauestens vorgegeben. Die IDF plante, kurze Zeit nach der Evakuierung mit Luftangriffen auf das Gebiet zu beginnen. Es war die umfangreichste Evakuierungsmassnahme seit Beginn der Bodenoffensive. Libanesische Medien berichteten am späten Nachmittag, dass die Angriffe der IDF in der Region den Treibstoff-Tanks gegolten hätten, die jetzt brennen.

Am späten Nachmittag wurde der Drohnenalarm für die Städte entlang der Mittelmeerküste und dem Hinterland bis nach Netanya und die Region Hadera ausgelöst. Kurz darauf wurde berichtet, dass mindestes zwei Drohnen direkte Treffer verursacht haben. Meldungen über entstandene Schäden sind noch nicht bekannt sind.

Das hässliche Gesicht der IDF zeigte Uriah Ben Nathan bei der Beisetzung seines Bruders Sgt. First Class. (res.) Shuva’el Ben Natan, 22. Die Brüder gehören zu der euphemistisch als ‘Hilltop Youth’ bezeichneten jüdischen und extrem aggressiven Siedlergruppe, die immer wieder ihre palästinensischen Nachbarn grundlos terrorisieren.

Am 30. Oktober 2023 hatte Shuva’el Bila Mohammad Saleh, der ausserhalb des Dorfes al-Sawiya, südlich von Nablus, bei der Olivenernte war, grundlos erschossen. Das Militär hatte damals zugeschaut und die Jugendlichen, die bei dem tödlichen Vorfall dabei waren, nicht an ihrem schändlichen Tun gehindert. Angezündete Häuser und PKWs zeugen vom terroristischen Potential von Shuva’el.

Bei der Beisetzung, die unverdienterweise auf dem Mt. Herzl stattfand, nannte ihn sein Bruder jemanden, der entschlossen war, sich an Frauen und Kindern in Gaza für die Massaker der palästinensischen Terror-Organisation Hamas zu rächen. «Sie sind nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 nach Gaza gekommen, um Rache zu üben – so viel wie möglich. An Frauen, Kindern – an jedem, den sie sahen. So viel wie möglich. Das wollten sie.» Um seine Kameraden ‘aufzuheitern’, steckte er ein Haus im Gazastreifen in Brand. Diesen Charakterzug bestätigte ein Freund, der ebenfalls das Wort ergriff: «Du warst der fröhlichste und grösste Klamauk-Macher im Zug. Das wurde uns zum ersten Mal klar, als du ohne Genehmigung ein Haus in Brand stecktest, um unsere Moral zu heben.»

Sein Vater David versuchte, seinen Sohn zum Opfer einer fehlgeleiteten Justiz zu stilisieren. Shuva’el habe mit der Erschiessung des Palästinensers ‘aus Notwehr’ gehandelt, nachdem die Dorfbewohner ihn angegriffen hätten. Während der Vater behauptete, die Untersuchung gegen seinen Sohn sei abgeschlossen, liegen anderslautende Berichte vor, die erklären, die Untersuchung des Falles liege beim Militärgericht. Trotz diesem erlittenen ‘schweren Unrecht’ habe sich sein Sohn freiwillig gemeldet und dies nun mit seinem Leben bezahlt.

Es tut weh, erkennen zu müssen, dass die IDF solche Sadisten, Terroristen und Unmenschen in ihren Reihen nicht nur duldet, sondern sogar in den Rängen aufsteigen lässt!



Kategorien:Israel, Politik

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