Krieg in Israel – Tag 399

7. Cheschwan 5785

Leider muss auch heute die IDF den Tod eines Soldaten bekannt geben. Mast. Sgt. (res) Guy Shabtay, 39, s’’l, der bereits vor zwei Wochen in einem Kampf im südlichen Libanon lebensbedrohlich verletzt wurde, verlor heute den Kampf um sein Leben. 

Was sich in der Nacht auf heute in Amsterdam abgespielt hat, nachdem die Fussball-Mannschaft Maccabi Tel Aviv gegen Ajax Amsterdam verloren hat, war ein Pogrom. 

Eine noch nicht benannte grosse Zahl von pro-palästinensischen Angreifern hatten Fans von Maccabi Tel Aviv quer durch die Innenstadt von Amsterdam gejagt und angegriffen. Bereits vor dem Anpfiff hatte sich abgezeichnet, dass es im Laufe des Abends zu Ausschreitungen kommen würde. 

Die Bürgermeisterin der Stadt, Femke Halsema, bezeichnete es als «einen der allerdunkelsten Momente für die Stadt, für die ich mich zutiefst schäme. Antisemitische Kriminelle haben Gäste unserer Stadt angegriffen und verletzt.» 

Der rechts-aussen Anführer Geert Wilders nannte die Ausschreitungen einer ‘Judenjagd in Amsterdam’ völlig unakzeptabel und forderte, den ‘Abschaum, der diese Gräueltaten verübt hat, aus Amsterdam zu verbannen’. Er geht davon aus, dass es sich bei den Angreifern hauptsächlich um Migranten gehandelt hat. 

Am Morgen konnten alle zehn Verletzten aus der Behandlung in Krankenhäusern entlassen werden. Von drei Israelis fehlt leider immer noch jede Spur. Andere Quellen sprechen sogar von zehn bisher Vermissten. Um 14:30 gibt das Aussenministerium Entwarnung. Alle bisher Vermissten haben sich gemeldet. 

Der israelische Präsident Isaac Herzog telefonierte mit dem Niederländischen König Willem-Alexander und betonte: «Die Ereignisse in Amsterdam, bei denen israelische Fussballfans von einem antiisraelischen Mob angegriffen wurden, erinnern an dunkle und düstere Zeiten für das jüdische Volk. Sie müssen eindeutig verurteilt werden.» Herzog gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die niederländischen Behörden alles in ihrer Macht tun, um die Sicherheit von Juden und Israelis zu gewährleisten. Willem-Alexander betonte: «Wir haben die jüdische Gemeinde der Niederlande im Zweiten Weltkrieg im Stich gelassen, und letzte Nacht haben wir erneut versagt.»

Aussenminister Gideon Sa’ar hat sich auf den Weg nach Amsterdam gemacht, wo er sich mit seinem Kollegen treffen wird. In einer ersten Stellungnahme bezeichnete er die Ausschreitungen als einen ‘brüllenden Alarm für Europa und die Welt’.

Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock äusserte sich ‘empört und zutiefst beschämt’: «Die Bilder aus Amsterdam sind schrecklich und für uns in Europa zutiefst beschämend. Der Ausbruch solcher Gewalt gegen Juden sprengt alle Grenzen. Dafür gibt es keine Rechtfertigung. Juden müssen sich in Europa sicher fühlen können.»

Aus Israel wurden am frühen Morgen drei Grossraum-Flugzeuge der EL AL nach Amsterdam geschickt, um jeden Israeli nach Hause zu bringen, gleichgültig für welche Fluglinie er gebucht war. Die beiden neu gewählten Oberrabbiner erteilten eine Sonderbewilligung, sodass die Maschinen am Shabbat fliegen dürfen. 

Das Auswärtige Amt teilte mit, dass Fluggäste auch ohne ein entsprechendes Reisedokument an Bord gehen dürfen, solange sie entweder über eine Fotokopie verfügen oder einen anderen Lichtbildausweis bei sich haben. 

Bei aller Wut, Bestürzung und Entsetzen, muss man leider doch auch betonen, dass auch die israelischen Fussball-Fans sich vor dem Ausbrechen der Pogrome völlig unangemessen verhalten haben. Auf Überwachungs-Kameras im Stadtbereich und in der Nähe des Fussballstadions konnten gehört werden, wie sie «We’ll fuck the Arabs» «Fuck you Palestine» und «No schools Gaza, because there are no children left» skandierten. 

Bei einer denkbar einfach gehaltenen Verabschiedung des ehemaligen VM Yoav Gallant sagte der neuen VM Israel Katz: «Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsapparat und werde der Verteidiger der israelischen Streitkräfte sein. Ich werde all meine Fähigkeiten einsetzen, damit die israelischen Streitkräfte die Dinge, mit denen sie sich befassen müssen, mit voller Kraft bewältigen können. Ich bin sicher, dass wir in diesem Feldzug, dessen Ziele darin bestehen, die Aggressionen des Iran einzudämmen und seine Fähigkeiten zu negieren, die Hamas als Regierungs- und Militärmacht weiter zu zerschlagen und die Hisbollah zu besiegen, einen Sieg erringen werden.» Katz verlor kein einziges Wort zu den immer noch in Gaza festgehaltenen Geiseln. Dafür fand Gallant passende und von Herzen kommende Worte: «Ich verlasse mein Amt mit grossem Schmerz über den Verlust und darüber, dass die Geiseln noch nicht zurückgekehrt sind, ein Ziel, das noch nicht erreicht ist», und er fuhr fort «Aber auch mit einem Gefühl der Leistung und Bedeutung für das, was hier unter meiner Verantwortung in den letzten zwei Jahren getan wurde, um eine neue und bessere strategische Realität für den Staat Israel zu schaffen. Dies ist kein vollständiger Abschied. Ich werde mich weiterhin, wie ich es mein ganzes Leben lang getan habe, für die Sicherheit des Staates Israel und für das Volk Israel einsetzen.»

Jishar koach, Yoav!!

Jüdische Studenten in Wien verhinderten die Kranzniederlegung am Denkmal zum Gedenken für die Opfer der Reichspogromnacht 1938 am Judenplatz, die sich morgen, am 9. November jährt. Nachdem die FPö bei der Parlaments-Wahl die meisten Stimmen erhielt, wurde als Nationalratspräsident Walter Rosenkranz gewählt. 

Jüdische Studenten bildeten eine Menschenkette um das Denkmal und betonten: «Wer Nazis ehrt, dessen Wort ist nichts wert.» Zur Gedenkstunde der Israelitischen Kultusgemeinde, an der auch Parlamentarier teilnahmen, war kein Vertreter der FPö eingeladen.

Rosenkranz ist Mitglied mehrerer rechtsnationaler Burschenschaften und lobte vor Jahren einen Nazi-Führer.  

Die IDF identifizierte ein Hisbollah Trainings-Lager nur 200 m entfernt von einer Basis der UNIFIL im südlichen Libanon. Im Lager befand sich die gesamte Infrastruktur, die zum Training und Theorie-Unterricht für Angriffskämpfe notwendig war, inklusive den dazu gehörenden Waffenlagern. Detailliertes Kartenmaterial und Handbücher von IDF wurde in grossen Mengen entdeckt. Innerhalb des Lagers gab es Tunneleingänge und Raketenwerfer. Die Waffen wurden beschlagnahmt, die Anlage gesprengt.



Kategorien:Israel, Politik

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