11. Cheshwan 5785

Leider muss auch heute die IDF erneut den Tod von vier Soldaten bekannt geben. Staff Sgt. Orr Katz, 20, Staff Sgt. Nave Yair Asulin, 21, Staff Sgt. Gary Lalhruaikima Zolat, 21, und Staff Sgt. Ofir Eliyahu, 20, s’’l. Sie wurden von einer in ein Gebäude abgeschossenen Panzer-Abwehr-Rakete im Norden des Gazastreifens getroffen.
Benny Gantz, Vorsitzender der Partei ‘Nationale Einheit’, kritisiert den Vorschlag Netanyahus, einen Sonderausschuss zu bilden, selbstverständlich mit ihm an der Spitze, um die Versäumnisse im Zusammenhang mit dem 7. Oktober zu untersuchen. Dieser Sonderausschuss soll anstelle der staatlichen Untersuchungskommission stehen. Netanyahu hat bisher prinzipiell einer solchen Kommission zugestimmt, allerdings erst dann, wenn der Krieg vorbei sein wird. «Die schlimmste Katastrophe, mit der wir seit der Gründung Israels konfrontiert sind, kann nicht mit einem Ausschuss enden, der nur Augenwischerei betreibt, und auch nicht in irgendeiner anderen Form, die darauf abzielt, sich der Verantwortung zu entziehen.» Genau darauf scheint es bei Netanyahu hinauszulaufen, wenn man die immer mehr ans Tageslicht kommenden neuen Informationen anschaut.Gantz fährt fort: «Netanyahu, genug mit den Ausflüchten. Als Person an der Spitze ist es Ihre moralische Pflicht gegenüber den Ermordeten, den Gefallenen, den trauernden Familien, den Verwundeten, den Geiseln und der gesamten Nation, eine staatliche Untersuchungskommission einzurichten.»



Amsterdam kommt nicht zur Ruhe. Nach den Pogrom-ähnlichen schweren Ausschreitungen gegen Fans von Maccabi Tel Aviv von vergangener Woche, kam es in der vergangenen Nacht erneut zu schweren Unruhen. Auf dem ‘Plein 40-45’ im Westen Amsterdams setzten Randalierer eine leere Tram in Brand und lieferten sich Zusammenstösse mit der Polizei. Mehrfach war der Begriff ‘Krebs-Juden’, eines von den Nationalsozialisten für Juden gebrauchtes Schimpfwort zu hören. Auch Palästinenserflaggen waren auf dem Platz zu sehen. Die Polizei geht davon aus, dass die gestrigen Ausschreitungen die ‘Verlängerung’ der Ausschreitungen von vergangener Woche sind. Es kam zu einigen Festnahmen. Die Bürgermeisterin Femke Halsema bezeichnete die Ausschreitungen als ‘giftigen Cocktail zwischen Antisemitismus und Hooliganismus.

Israel ist es nicht gelungen, die dringende US-amerikanische Aufforderung, die Hilfslieferungen nach Gaza zu intensivieren, zu erfüllen. Internationale Hilfsorganisationen bezeichnen die aktuelle humanitäre Lage im Gazastreifen als die Schlimmste während der gesamten Kriegszeit. Die US-Regierung hatte Israel zur Erfüllung 30 Tage Zeit gegeben, die heute ablaufen. Sie warnte, dass die Nichteinhaltung der Vorschriften dazu führen könnte, dass die USA gesetzlich verpflichtet sind, die militärische Unterstützung zurückzufahren, während Israel Offensiven gegen die Hamas in Gaza und die Hisbollah im Libanon führt. Im Oktober waren während der jüdischen Feiertage und der Gedenkfeiern zum Jahrestag des Massakers die Grenzübergänge fast durchgehend geschlossen. Laut Angaben der IDF fahren derzeit etwa 50 LKWs pro Tag in den nördlichen und 150 LKWs in den Rest des Gazastreifens. Das ist viel zu wenig und liegt deutlich unter den Zahlen vor dem Krieg. Gideon Sa’ar nimmt das Problem auf die leichte Schulter: «Ich bin zuversichtlich, dass das Problem gelöst werden kann.» Immerhin wurde heute ein weiterer Grenzübergang im Süden des Landes geöffnet.


Am frühen Vormittag traf eine aus dem Libanon stammende, mit Sprengstoff beladene Drohne einen Kindergarten in Nesher, einem Vorort von Haifa. Am Gebäude entstand leichter Sachschaden. Die Kinder befanden sich zum Zeitpunkt des Einschlages im Schutzraum. Die IDF untersucht, warum in Nesher kein Alarm ausgelöst wurde, wohl aber in den umliegenden Orten. Es ist ein unglaubliches Glück, dass die Betreuerinnen die weit entfernten Sirenen gehört hatten und den Alarm auf ihren Handis erhielten. Die Kinder wurden nach dem Einschlag in einen anderen Kindergarten gebracht.


Am späten Nachmittag wurde eine Salve von zehn Raketen auf die Region um die Küstenstadt Nahariya abgeschossen. Während einige von ihnen abgefangen und zerstört werden konnten, stürzten andere auf offenem Gelände ab, ohne Schaden anzurichten. Eine Rakete schlug jedoch in ein Fabrikgebäude an und tötete zwei Männer. Zwei weitere Personen wurden durch herabstürzende Schrapnells im benachbarten Kibbutz Kabri leicht verletzt.
Hinterlasse einen Kommentar