Krieg in Israel – Tag 402

10. Cheschwan 5785

Leider muss auch heute die IDF wieder den Tod eines Soldaten bekannt geben. Maj. (res.) Itamar Levin Fridman, 34, s’’l, verlor sein Leben bei einem Kampf im nördlichen Gazastreifen.

Der Iran verlangt (sic!) von Trump, den Krieg in Gaza zu beenden. Schön wäre es, aber leider illusorisch! Ausgerechnet der Iran, dessen grösstes Ziel es ist, Israel zu zerstören! Diese Aufforderung an Trump kam vom iranischen Aussenminister Esmaeil Baghaei während einer Pressekonferenz. Was er aber, so wie Trump selbst, nicht sagte, ist, wie es gelingen soll, die palästinensische Terror-Organisation Hamas zum Aufgeben und Niederlegen der Waffen zu bringen. Immerhin ist es der Iran selbst, der den Terror von Hamas, Hisbollah, Houthis und anderen Terror-Gruppen gegen Israel mit Waffenlieferungen aufheizt.

Von den Anführern diverser krimineller oder terroristischer Organisationen kannten wir das: Sie hielten sich möglichst nicht an ‘bekannten Orten’ auf. Netanyahu teilte seinen Kollegen mit, er sei angewiesen worden, sich nicht an bekannten Orten aufzuhalten. Ob das wohl auch für seine Villa in Caesarea und sein Haus in Jerusalem gilt? Falls ja, böte sich ein erneuter Aufenthalt im Hotel Waldorf Astoria an, dort gibt es ziemlich sicher auch einen ausreichend grossen und perfekt ausgestatteten Schutzraum.

Innerhalb seines Bürogebäudes musste er von seinem normalen Büro in das Kellergeschoss umziehen. Dort gibt es wahrscheinlich keine Fenster, sodass keine auch noch so kleine Kampfdrohne eindringen und Schaden anrichten kann.

Netanyahu hatte zwar unmittelbar nach dem Drohnen-Angriff auf seine Villa am Meer betont, der Angriff bringe ihn nicht aus der Ruhe. Aber Sara ist seither so von Ängsten geplagt, dass sie sogar beim Rückflug aus den USA eine Sicherheits-Eskorte für die ‘Wings of Zion’ verlangte. Zwei Kampfjets flogen deshalb ab Zypern hinter ihnen her. Und das, obwohl das ‘Regierungsflugzeug’ über bordeigene Abwehrsysteme verfügt.

Am 2. Dezember soll Netanyahu vor Gericht erscheinen. Geht es nach ihm, wird daraus nichts. Der Termin sollte ursprünglich im November stattfinden. Im Juli baten die Rechtsvertreter, ihn auf März zu verschieben, weil ‘Netanyahu sich um den Krieg kümmern müsse’. Das Gericht lehnte ab und setzte den Termin für den Verhandlungsbeginn auf den 2. Dezember fest. Gestern stellten die Rechtsvertreter erneut einen Antrag auf Verschiebung um 10 Wochen auf den 10. Februar. In der Begründung heisst es: «Die Entwicklungen des Kriegs haben dazu geführt, dass die meisten Zeitfenster, die für die Vorbereitung der Aussage des Premierministers vorgesehen waren, aufgrund dringender sicherheitsbezogener oder diplomatischer Erfordernisse abgesagt werden mussten.» Ob bis dahin der Krieg vorbei sein wird? Wohl kaum. Aber es gibt noch einen zweiten Grund, den ich fast nicht glauben kann. Das zuständige Bezirksgericht Jerusalem soll angeblich weder sichere Räume haben noch über einen Schutzraum verfügen.

ּBüro des PM. Der Mann ist vom „Abwasser-Dienst“ und sagt: „Ich komme, um mich um den Gestank zu kümmern!“ @ Guy Morad, Facebook

Die Protokolle, die von hochrangigen Mitarbeitern des PM, soweit bisher bekannt, abgeändert werden sollten, dienten nur einem Zweck: Dem Schutz Netanyahus. Wenige Stunden vor dem Angriff vom 7. Oktober 2023 wurden Mitarbeiter aus dem Büro des darüber informiert, dass Dutzende israelische SIM-Karten aktiviert worden waren. Diese Karten waren in der Vergangenheit vor Anschlägen in Israel immer wieder aktiviert worden. Netanyahu bestand darauf, erst nach dem Angriff von den SIM-Karten gehört zu haben. Nun wird untersucht, ob ein Mitarbeiter Netanyahus versucht hat, einen Offizier des militärischen Geheimdienstes im Büro des PM zu zwingen, die Protokolle so abzuändern, dass die Verantwortung Netanyahus am Massaker abnimmt. Monate später ging der damalige Militärsekretär Avi Gil den von ihm entdeckten Unregelmässigkeiten nach und fand einen Augiasstall. «Als er sich an die Sachbearbeiterin wandte, die die Aufzeichnung erstellt hatte, und sie nach der Bedeutung der Abänderung fragte, antwortete sie, dass sie dies auf Anweisung desselben leitenden Beamten im Büro getan habe und dass sie seine Anweisungen nicht missachten könne, aus Angst, dass er sie misshandeln würde.» Wie lange müssen wir uns solche politischen und menschlichenTragödien noch bieten lassen, bevor jemand, der die Kompetenz hat, die Reissleine zieht?

Der Direktor des Verteidigungsministeriums, Eyal Zamir, hat während eines ersten Arbeitsgesprächs mit dem neuen VM Israel Katz seinen Rücktritt angekündigt. Später wurde angekündigt, dass er auf Wunsch des VM zunächst weiter im Amt bleibt. Zamir war erst im vergangenen Jahr vom damaligen VM Yoav Gallant ins Amt berufen worden.

Freunde der Soldatinnen der Einheit 8200 haben in der Knesset eine originalgetreue Überwachungs-Station aufgebaut. Auf den Bildschirmen laufen Filme, die die Angriffe und das Massaker vom 7. Oktober 2023 zeigen. Oppositionsführer Yair Lapid und seine Parteikollegin Shelly Tal Meron liessen sich von den jungen Damen die Anlage ausführlich erklären. «Wir alle kennen die Videos und wissen, was passiert ist, aber wenn man sich an diese Station setzt und es fast wie die Überwachungs-Soldaten sieht, versteht man, welche Verantwortung sie in ihren Händen hatten», sagt Tal Meron gegenüber der Times of Israel. Lapid stimmt ihren Worten zu und betonte: «Wir müssen etwas dagegen unternehmen, abgesehen von allen möglichen Ausstellungen in der Knesset. Die Regierung muss etwas dagegen unternehmen, indem sie sie nach Hause zurückbringt. Das ist das Wichtigste.»

Von einer Salve von mehr als 50 Raketen, die gegen Mittag auf das Zentrum des Galil abgeschossen wurde, konnte eine grosse Zahl abgefangen und zerstört werden. Während die meisten auf offenem Gelände abstürzten, schlug eine in der arabischen Stadt Bi’ina ein. Drei Personen, eine 27-jährige Frau, ein 35-jähriger Mann und ein 1-jähriges Kind wurden durch Schrapnelle verletzt. Sie wurden mit leichten Verletzungen in das ‘Galilee Medical Center’ in Nahariya eingeliefert. Die Hisbollah gab an, die nahegelegene IDF-Trainings-Basis in Karmiel getroffen zu haben.

Am Nachmittag folgte eine Salve von mehr als 90 Raketen auf den Grossraum Haifa. Von den ersten 80 konnten zwar die meisten abgefangen werden, einige schlugen aber auch an verschiedenen Orten ein. Die restlichen zehn wurden abgefangen oder schlugen in offenem Gelände ein. In Kiryat Ata wurden Häuser und Autos beschädigt, ein 10 Jahre altes Mädchen wurde von Glasscherben leicht verwundet. Ein 17 Jahre junger Mann wurde auf dem Weg in einen Schutzraum ebenfalls von Glasscherben verwundet. Ein 52 Jahre alter Mann wurde von einem Schrapnell im Rücken verletzt, ein weiterer Mann, 55 Jahre, stürzte, als er auf dem Weg in den Schutzraum stolperte.



Kategorien:Israel

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