Krieg gegen den Iran – der erste Tag nach der Waffenruhe

5. Ijjar 5786

Präsident Isaac Herzog erzählt Vertretern des diplomatischen Korps, dass es schon lange sein Traum sei, ungehindert mit dem Auto nach Beirut zu fahren, nachdem Israel Frieden mit seinem nördlichen Nachbarn gemacht hätte. «Israel ist bestrebt, mit Ihnen allen zusammenzuarbeiten, um einen Nahen Osten mitzugestalten, in dem alle unsere Söhne und Töchter Chancen statt Angst erben können», erklärt Herzog vor den Versammelten, zu denen auch die Gesandten der VAE und Bahrains gehören. «Dass sie die Verheissungen von morgen erben und nicht die Konflikte von gestern.»

Aussenminister Gideon Sa’ar erklärte bei der gleichen Veranstaltung: «Wir haben die historische Entscheidung getroffen, nach mehr als 40 Jahren wieder direkt mit dem Libanon zu verhandeln. Leider ist der Libanon ein gescheiterter Staat. Ein Staat, der de facto durch die Hisbollah unter iranischer Besatzung steht. Daraus lässt sich jedoch auch eine Schlussfolgerung ziehen: Die Hisbollah ist ein gemeinsamer Feind Israels und des Libanons», sagte Sa’ar. «So wie sie Israels Sicherheit bedroht, schadet sie auch der Souveränität des Libanon und gefährdet dessen Zukunft.» Sa’ar betonte, dass Israel «keine ernsthaften Meinungsverschiedenheiten mit dem Libanon hat. Es gibt ein paar kleinere Grenzstreitigkeiten, die gelöst werden können. Das Hindernis für Frieden und Normalisierung zwischen den Ländern ist eines: die Hisbollah.»

Der befreite Geisel Alon Ohel und der verwundete IDF-Soldat Dvir Bublil sangen gemeinsam in der Residenz des Präsidenten während der jährlichen Feier für ausgezeichnete Soldaten. «Ich war dort 50 Meter unter der Erde, meine Beine gefesselt, sah buchstäblich wie eine Leiche aus – und ich konnte nur von Momenten wie diesen träumen, hier am Unabhängigkeitstag zu sitzen und vor euch zu spielen», erzählt Ohel. «Um mir die Zeit zu vertreiben, stellte ich mir vor, wie ich auf einer Bühne genau wie dieser sitze und singe … und jetzt ist es soweit, ich stehe hier auf dieser Bühne. Das ist einfach unglaublich … jetzt hier zu sitzen und zu spielen – das ist für mich ein Abschluss.» Bublil wurde am 7. Oktober 2023 schwer verwundet. Als er wieder zu sich kam, musste er erfahren, dass neun seiner Freunde ermordet wurden und dass 251 Geiseln entführt wurden. «Das war so enttäuschend. Man ist nicht verantwortlich, aber man fühlt sich, als hätte man versagt. Man hat das Land und die Menschen nicht beschützt, die man zwar nicht einmal kennt, aber liebt, weil man Teil der Nation ist.»

Trump machte seinem Ruf als ‘planloser’ Präsident wieder einmal alle Ehre. Gestern hatte er noch erklärt, er sei nicht gewillt, die Waffenruhe mit dem Iran zu verlängern, sollte der den ‘grössten Deal’ nicht annehmen. Auf dringende Bitte von Pakistan, das die Mediation zwischen den Ländern innehat, stimmte er dann doch, wenige Stunden vor Ablauf der Waffenruhe, einer Verlängerung zu, betonte jedoch, dass die Blockade der Strasse von Hormus aufrecht bleibt. Gegen Mittag erklärte er, die Waffenruhe könne auch schon in zwei bis drei Tagen auslaufen, falls der Iran sich doch noch zur Annahme des Deals bereit erklärt.

Erneut haben jüdische Siedler-Terroristen ein Pogrom gegen ein Haus in Beit Imrin und seine Bewohner ausgeführt. Eine unbekannte Zahl von jüdischen Siedler-Terroristen warfen Brandsätze auf ein Haus, in dem sich sieben Personen, darunter ein Kleinkind, aufhielten und setzten es in Brand. Anschliessend umzingelten sie das Gebäude, um die Bewohner daran zu hindern, es zu verlassen. Bevor Hilfe durch den Roten Halbmond das Haus erreichte, gelang es den Bewohnern, den Brand einzudämmen. Die jüdischen Siedler-Terroristen setzten noch zwei Pkw in Brand, bevor sie flohen. Sämtliche Bewohner mussten mit Rauchgasvergiftungen und Brandwunden im Spital behandelt werden. Wie üblich unternahm die Polizei nichts, um die Terroristen zu finden und festzunehmen.

Bei einem zweiten Überfall auf ein palästinensisches Dorf, Deir Dibwan in der Nähe von Ramallah kam es zu einem tödlichen Angriff. Jüdische Siedler-Terroristen suchten den Streit mit den Bewohnern des Dorfes und eröffneten das Feuer. Der 29 Jahre alte Odeh Awawdeh wurde in den Rücken geschossen. Er verstarb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Statt den Angreifer festzunehmen, zwang die IDF 30 Männer des Dorfes hintereinander das Dorf zu verlassen wie auf dem Video zu erkennen ist. Erhält der jüdische Siedler-Terrorist jetzt die Todesstrafe für diesen feigen Mord?

Jener Reservist, der gestern zwei Palästinenser in al-Mughayyi  (s.gestern) erschossen und weitere Personen teils schwer verletzt hat, wurde mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert. Seine Waffe wurde ihm abgenommen. Auch hier die Frage: wird er mit der Todesstrafe bestraft werden?

Der IRGC hat, so berichtet die halb-offizielle Nachrichtenagentur Tasnim, drei Frachtschiffe übernommen. Die MSC Francesca und die Euphoria, beide unter der Flagge von Panama und die Epaminodas unter liberianische Flagge, alle drei Containerschiffe, seien ohne die notwendige Bewilligung durch die Revolutionsgarde und mit manipulierten Navigationssystemen unterwegs gewesen. Sie wurden zu iranischen Häfen gebracht.

Zwei der acht Frauen, von denen Trump behauptete, dass sie gestern vom IRGC exekutiert werden sollten, befinden sich bereits seit Ende März gegen Kaution in Freiheit. Trump hatte gestern geschrieben: «An die iranischen Führer, die bald mit meinen Vertretern verhandeln werden: Ich würde die Freilassung dieser Frauen sehr begrüssen», sagt Trump. «Ich bin sicher, dass sie es zu schätzen wissen werden, wenn Sie dies tun. Bitte fügen Sie ihnen keinen Schaden zu! Das wäre ein grossartiger Start für unsere Verhandlungen!»

Der Libanon, vertreten durch seine Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, wird morgen beim Treffen mit dem israelischen Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, darum bitten, die Waffenruhe um einen Monat zu verlängern. «Der Libanon wird eine Verlängerung der Waffenruhe um einen Monat, ein Ende der israelischen Bombardierungen und Zerstörungen in den Gebieten, in denen Israel präsent ist, sowie eine Verpflichtung zur Einhaltung des Waffenstillstands fordern.» Der aktuell ausgehandelte Waffenstillstand endet am kommenden Sonntag.

Einige Dutzend jüdische rechte Aktivisten haben sich auf einem Dach eines Hauses im drusischen Dorf Cheder am Fusse des Hermon weit auf syrischem Gebiet verschanzt. Sie verkünden, dass «wir an Ort und Stelle bleiben werden, bis der Staat dem Kern unserer Bewegung ‘Chaluzei haBaschan’ erlaubt, zu kommen und sich hier niederzulassen.» Die IDF hat die Aktivisten zurück nach Israel begleitet.

Die IDF eliminierte gestern im Gazastreifen einen Hamas-Terroristen, der aktiv am Massaker vom 7. Oktober 2023 teilgenommen hatte. Khamis Muhammad Khamis Qassas, gehörte zu denen, die an den Gräueltaten im Kibbutz Nir Oz massgeblich beteiligt waren. Nach dem Massaker organisierte er immer wieder Angriffe auf die IDF in Gaza.

Trotz der noch herrschenden Waffenruhe schoss die Hisbollah heute eine Drohne auf im Süden des Landes operierenden IDF-Soldaten ab. Die Drohne konnte abgefangen und zerstört werden, ohne Schaden anzurichten. Hier liegt genauso eine Verletzung der Waffenruhe vor wie der Beschuss der Soldaten mit Raketen von gestern.

Der Kaktus des Tages geht erneut an Ben-Gvir, der sich nun bald ein Kakteenbeet anlegen kann. Nach seiner Ankunft setzte er sich mit grösster Selbstverständlichkeit mit seiner Frau auf die Plätze neben Netanyahu und Sara N.. Nur wenige Minuten später wurde er aufgefordert, die Plätze bitte freizugeben, weil sie für den Argentinier mit seiner Begleitung reserviert waren. Er beschwerte sich bei Verkehrsministerin Miri Regev, die für die Organisation der Fest-Veranstaltung verantwortlich war. Nachdem diese ihm auch andere Plätze zuwies, verliess er wutschnaubend die Veranstaltung. «Entgegen den Berichten wurde Minister Ben-Gvir wie allen anderen Ministern und hochrangigen Mitarbeitern ein Platz zugewiesen, doch offenbar setzte er sich auf die Plätze, die für den argentinischen Präsidenten und seine Delegation vorgesehen waren. Minister Ben-Gvir wurde lediglich gebeten, auf den ihm zugewiesenen Platz zu gehen.» Wie selbstherrlich muss man sein, um eine ganz selbstverständliche Vorgangsweise mit so einer kindischen Reaktion zu versehen?

Die Rose des Tages geht an den argentinischen Präsidenten Javier Milei. Auf dem Weg zur Entzündung der Fackel wurde er vom absolut seriösen Zeremonien-Kommandanten Oberst (res.) Shimon Deri begleitet. Auf der Bühne stand noch das Duo Mali Levi und Rotem Cohen und sang den Chanson ’Libre’. Schon auf dem Weg begann Milei enthusiastisch mitzusingen, was sogar dem Offizier ein Lächeln entlockte. Auf der Bühne machte Milei aus dem Duo ein Trio und sang herzerfrischend und mit vollem Körpereinsatz mit! Nicht immer ganz sicher in den Tönen, aber ehrlich und lebensfroh!



Kategorien:Israel, Politik

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