01. Ijar 5786

Auch heute musste die IDF leider den Tod eines Soldaten bekannt geben. Warrant Officer (res.) Barak Kalfon, 48, s“l, erlag heute seinen bereits gestern erlittenen Verletzungen. Er wurde Opfer einer Explosion in einem verminten Haus, im süd-östlichen Libanon.
War er gestern ‘ehrlich’ mit seinen Aussagen? Zumindest behauptet Netanyahu das zweimal. «Ich sage ehrlich: Wir haben die Arbeit noch nicht beendet. Es gibt Dinge, die wir gegen die Bedrohung durch die verbleibenden Hisbollah-Raketen und gegen die Bedrohung durch Drohnen planen, und ich werde nicht näher darauf eingehen.» Es sei nach wie vor das zentrale Ziel, die Hisbollah zu zerschlagen, jedoch, so Netanyahu, läge das in weiter Ferne. «Deshalb sage ich Ihnen noch einmal ehrlich: Dies wird nicht morgen erreicht werden. Es erfordert anhaltende Anstrengungen, Geduld und Ausdauer, und es erfordert umsichtiges Handeln in der politischen Arena.» Jemandem, der betont, dass er etwas ‘ehrlich’ sagt,kann man oft nicht trauen. Pläne hat Netanyahu schon lange nicht mehr, da ist er seinem (ehemaligen???) Buddy Trump sehr ähnlich geworden. Von dem behaupten böse Zungen, er wache morgens mit leerem Kopf auf und warte ab, was der Tag bringt. Und umsichtiges Verhalten zeigt Netanyahu seit dem 7. Oktober nicht mehr. Seither reagiert er grundsätzlich so, dass es für ihn und sein politisches Überleben gut ist. Die Schuld für das Desaster im Libanon gibt er Trump: «Auf Wunsch meines Freundes, Präsident Trump, haben wir einem vorübergehenden Waffenstillstand zugestimmt», sagte Netanyahu. «Auf seine Bitte hin werden wir der libanesischen Regierung die Möglichkeit geben, eine kombinierte diplomatische und militärische Lösung voranzutreiben.» Das sind die besten Voraussetzungen für ein Scheitern der Gespräche in Washington!



Nach weniger als 24 Stunden wurde die Strasse von Hormus vom IRGC wieder geschlossen. Als Grund gab die IRGC an, dass die USA an der Blockade von iranischen Schiffen und Häfen festhält. «Die Amerikaner können dem Iran nicht ihren Willen aufzwingen, eine Blockade zu verhängen, während der Iran in guter Absicht versucht, eine sichere Durchfahrt durch die Strasse von Hormus zu gewährleisten», so Saeed Khatibzade, der stv. Aussenminister des Irans.

Kurz danach liess der Iran durch ‘relevante Verantwortliche’ erklären, dass die iranische Regierung keinen weiteren bilateralen Gesprächen mit den USA in Islamabad zustimmt. Ursprünglich waren diese für Montag geplant.
Trump äusserte sich in seiner gewohnten selbstherrlichen Art: «Sie haben es heute ein bisschen übertrieben, als sie die Strasse von Hormus wieder geschlossen haben. Aber unsere Gespräche laufen wirklich gut und wir werden bis zum Abend einige Informationen dazu haben. Sie können uns nicht erpressen.» Aus dem Iran war hingegen zu hören. «Die Strasse von Hormus bleibt geschlossen, bis der Krieg vorbei ist und ein andauernder Frieden erreicht ist. Bis dahin werden wir jedes Schiff kontrollieren, vereinzelte Durchfahrtsbewilligungen ausstellen und Zölle erheben.»
Die britische Behörde ‘United Kingdom Maritime Trade Operations’ erhielt eine Meldung, dass ein Tankschiff 30 km nördlich des Oman von zwei Kanonenbooten der IRGC beschossen wurde. Der Kapitän des Tankers gab an, dass der Beschuss ohne vorherige Funkanfrage nach den Schiffs-Informationen erfolgt wäre. Er meldete keine Schäden am Schiff und keine Verletzten. Mindestens drei Frachtschiffe wurden heute von den iranischen Kriegsschiffen aus angegriffen, wobei nur eines beschädigt wurde.
Während der Präsident und der PM des Libanon sich auf die, wie sie festhalten ‘historischen Gespräche’ mit Israel auf höchster Ebene in Washington vorbereiten, erklärte Mahmud Qamati, Sprecher der Hisbollah: «Wir sind nicht an den vom Staat geführten Verhandlungen interessiert. Sie sind ein Fehlschlag, schwach, gescheitert … und unterwürfige Verhandlungen. Der Widerstand ist derjenige, der die Bedingungen diktiert. Wir sind das Land … und wir sind diejenigen, die die Entscheidungen treffen, nicht diejenigen, die einen offiziellen Status haben», sagte er und fügte hinzu, «dass es uns zwar nichts ausmacht, wenn Beirut sich mit uns abstimmt … aber nicht auf diese Weise, die zur Kapitulation führt.»


Die IDF stürmte heute das Haus eines palästinensischen Terroristen in Fuqeiqis, der am Morgen in die benachbarte israelische Siedlung Negohot eingedrungen war. Muhammad al-Suweiti wurde beim Eindringen in die Siedlung, bei dem er mit einem Messer bewaffnet war, eliminiert. In seinem Haus wurden selbstgefertigte Waffen und andere militärische Ausrüstungsstücke gefunden. Sein Bruder wurde festgenommen und dem Shin Bet zur Befragung übergeben. Der Anteil der Bewohner von Fuqeiqis, die in Israel arbeiten, ist mit etwa 30 % recht hoch. Die meisten von ihnen haben eine Bewilligung, während der Woche in Israel zu bleiben und nur am Wochenende nach Hause zu fahren. Aufgrund der Hügellage südlich von Hebron liegt der hauptsächliche Erwerbsfaktor in der Landwirtschaft. Diesen Umstand nutzen die Siedler von Negohot aus, indem sie ihre Schafe und Ziegen nahezu täglich auf das Land des palästinensischen Dorfes treiben.

Der Kaktus des Tages geht an Verkehrsministerin Miri Regev. Sie hat traditionell die Aufgabe, die Teilnehmer an der Fackelzeremonie am Unabhängigkeitstag auszusuchen. Es werden Menschen ausgesucht, die für das jeweilige Thema des Jahres stehen oder sich im Zusammenhang damit besonders ausgezeichnet haben. Dass der argentinische Präsident Javier Milei als erster ausländischer Staatschef eine Fackel entzünden darf, ist aufgrund seiner andauernden Unterstützung von Israel nachvollziehbar. Dass über eine Fackel für Trump diskutiert wurde, die Idee dann doch wieder verworfen wurde, ist gut. Ausgewählt wurde jedoch Rabbi Avarahm Zarbiv, der im Zivilleben als rabbinischer Richter tätig ist und als Reservist einen Caterpillar D9-Bulldozer bedient. Skandalöse Berühmtheit erlangte er durch seine zynischen und menschenverachtenden Aussagen: «Beit Lahia und Beit Hanoun sind eine verpasste Gelegenheit, weil sie nur zur Hälfte zerstört wurden, nicht vollständig. Wir waren auf dem Weg dorthin … aber dann kam das Abkommen … Der Schlussakkord ist ein bisschen schrill.» Seinen Aufruf, Gaza ‘plattzumachen’, sieht er als Vorstufe zur «Besiedelung durch Israel. Das ist realistisch. Wenn wir die Vorstellung normalisieren, dass es eine Besiedlung im Gazastreifen geben wird, dann wird es eine Besiedlung im Gazastreifen geben.» Miri Regev scheint das nicht zu interessieren. In ihrer Entscheidung schrieb sie: «Zarbiv verkörpert den Weg des religiösen Zionismus, der Werte, Glauben und Handeln vereint und eine Generation repräsentiert, die sich weigert, die Verantwortung aufzugeben, die sich dafür entscheidet, die Last zu tragen und weiter aufzubauen, aus grossem Glauben an die Zukunft.»

Es ist traurig, klar festhalten zu müssen, dass Zariv weder die ethischen Vorstellungen des Zionismus, noch des Judentums verfolgt. Im Gegenteil, er tritt ihnen auf die Füsse und spuckt ihnen ins Gesicht. Nichts könnte ihm gleichgültiger sein. Er repräsentiert vielmehr den Kurs der Partei des Religiösen Zionismus und der Regierung, die in den letzten drei Jahren den moralischen und ethischen Bankrott der israelischen Gesellschaft herbeigeführt haben. Sara N., die im März ebenfalls als Teilnehmerin ausgewählt wurde, hatte wenigstens den Anstand, dankend abzulehnen…….
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