Krieg gegen Iran – Tag 11 nach der Waffenruhe

15. Ijjar 5786

Das neue, vom Iran vorgelegte Angebot, das die Verhandlungen für eine weitere Waffenruhe anregen soll, wurde von Trump als ‘absolut unzufriedenstellend’ bezeichnet. Trump erklärte, er sei über eine weitere Möglichkeit informiert worden, «sie [die Iraner] in Grund und Boden zu stampfen», und er fuhr fort: «Sie wollen eine Einigung erzielen, aber ich bin damit nicht zufrieden. Sie haben Fortschritte gemacht, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie jemals ans Ziel kommen. Sie verlangen Dinge, denen ich nicht zustimmen kann.» Einen Grund für das Scheitern der Gespräche sieht er darin, dass «sich die iranischen Führer nicht miteinander verstehen, und das bringt uns in eine schlechte Lage.» Für Trump gibt es nur zwei Optionen: «Wir gehen hin und bombardieren sie einfach (!) in Grund und Boden oder wir versuchen, eine Einigung zu erreichen. Ich will aber nicht, dass sie Atomwaffen erhalten.»

Am 8. April hatte Trump eine zweiwöchige Waffenruhe ausgerufen, die am 21. April um Mitternacht auslaufen sollte. Unmittelbar zuvor verlängerte er die Waffenruhe auf ‘unbekannte Zeit’ (daher die obige Rechnung!). Das amerikanische Gesetz sieht vor, dass der Präsident Kämpfe innerhalb von 60 Tagen ab dem Ausbruch entweder beenden oder mit Bewilligung des Kongresses weiterführen kann. Am Freitag, 1. Mai war dieser Stichtag. Die Nomenklatura rund um Trump stellte aber fest, dass «die Waffenruhe die Frist gestoppt und zurückgesetzt hat.»

Trump liess dem Kongress ausrichten, dass «die Feindseligkeiten mit dem Iran „beendet“ sind, obwohl weiterhin US-Streitkräfte in der Region stationiert sind. Die Feindseligkeiten, die am 28. Februar 2026 begannen, sind beendet. Die Bedrohung, die der Iran für die Vereinigten Staaten und unsere Streitkräfte darstellt, bleibt jedoch erheblich», was nichts anderes besagt, als dass die Kämpfe jederzeit wieder aufflackern können.

Die libanesische ‘News Agency’ berichtet von drei Angriffen, die die IAF heute auf drei Dörfer innerhalb der Sicherheitszone ausführte. Beim ersten Angriff auf ein Fahrzeug in Kfar Dajal wurden zwei Personen, die nicht namentlich bekannt wurden, getötet. Der zweite Angriff auf ein Privathaus in Lwaizeh forderte drei Tote. In Shoukin starben zwei weitere Personen. Die IDF hatte zuvor die Einwohner von neun Dörfern innerhalb der Sicherheitszone zur Evakuierung aufgefordert.

Der deutsche Bundeskanzler Merz hatte offene Worte zu Trump gesprochen und war daraufhin von ihm auch schon heftig gerügt (s. vorgestern) worden. Trump reagierte auf die Kritik von Merz mit der Möglichkeit, 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Derzeit sind etwa 36.000 GIs in Deutschland stationiert, die Europa vor möglichen Angriffen aus Russland schützen sollen. Während des ‘Kalten Krieges’ waren es noch 250.000, Deutschland war damals der Frontstaat. Die wichtigste Air Base ist Ramstein. Sie ist für Europa und den Nahen Osten das Drehkreuz. In Landstuhl steht das grösste Militärkrankenhaus ausserhalb der USA. Es wird demnächst durch den moderneren Bau in Weilerbach ersetzt. Der grösste ausseramerikanische Truppenübungsplatz liegt im bayerischen Grafenwöhr, Stuttgart ist Heimat des Europa-Kommandos und des Afrika-Kommandos. Wiesbaden ist das Herz, hier liegt die Zentrale des US-Heeres in Europa. In Spangdahlem stehen 16 ‘F-16 Kampfjets’ in unterirdischen Hangars unterhalb des ‘Recreation Park’ mit Golfplatz. Einige Atomwaffen dürften auf dem Fliegerhorst Büchel gelagert sein. Heute geht es nicht nur um die Sicherheit Deutschlands. Es geht auch um wirtschaftliche Faktoren. Allein 12.000 Zivilangestellte arbeiten bei den Amerikanern. In struktur-schwachen Regionen sind die Einnahmen aus der US-Präsenz ein wesentlicher Faktor. Pro Jahr werden mehr als US$ 2 Milliarden in die Gemeindekasse von Ramsten gespült, berichtet der Bürgermeister.

Noch unbekannte Angreifer haben heute einen Öltanker im Golf von Jemen gekapert und Richtung Somalia entführt. Die ‘Eureka’ segelt unter der Flagge von Togo und war mit nicht identifiziertem Ziel von Sharjah Anch, VAE unterwegs. Die nicht mit den Houthi-Terroristen affiliierte Küstenwache des Jemen untersucht den Vorfall.

Eine Gruppe von jüdischen Siedler-Terroristen griff heute Vormittag, am Shabbat, erneut das Dorf Jalud an. Um alles zu tun, damit Polizei und IDF möglichst abgehalten werden, streuten sie Nägel auf die Zufahrtsstrassen und setzten Stromkabel in Brand. Anschliessend bewarfen sie ein Haus mit Steinen. Es wurden keine Verletzten gemeldet. Die IDF nahm vier Verdächtige mit, während die anderen fliehen konnten. Erstmals bezeichnete Gen. Major Avi Bluth, Chef des Zentralkommandos der IDF, das infame Verhalten als ‘jüdischen Terrorismus’.

Die Hisbollah hat am Mittag erneut eine Rakete auf ein israelisches IDF-Lager im südlichen Libanon abgeschossen. Sie konnte abgefangen und zerstört werden. Es war die bisher letzte einer ganzen Serie von Raketen und sprengstoffbeladenen Drohnen, die heute bereits aus dem Libanon Richtung Israel flogen. Sie explodierten in der Nähe der Soldaten, richteten aber keinen Schaden an.



Kategorien:Israel

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