Krieg gegen Iran – Tag 42 nach dem Ende der Waffenruhe

17. Siwan 5786

Erneut muss die IDF leider den Tod eines Soldaten bekanntgeben. Capt. Dr. Ori Yosef Silvester, 30, s’’l, verlor sein Leben, nachdem zwei Spreng-Drohnen der Hisbollah auf seinen gepanzerten Mannschaftstransporter trafen und explodierten. Sieben weitere Soldaten wurden verletzt. Der tödliche Angriff fand in der Nähe der Festung Beaufort statt. Diese Art der ‘gepanzerten’ Transporter hat schon 2014 in Gaza einem Beschuss durch Panzerabwehrraketen nicht standgehalten. Zwei Soldaten wurden getötet. Wann werden diese nicht mehr zeitgerechten Geräte endlich ausgemustert?

Die sterblichen Überreste von Staff Sgt. Oron Shaul, 20, s’’l, der gemeinsam mit Hadar Goldin beim oben genannten Vorfall von 2014 getötet wurde, wurden im Herbst 2025 nach einer spektakulären Bergung nach Israel zurückgebracht. Ibrahim Hilu, ein ehemaliger Hamas-Kommandant, hielt die sterblichen Überreste während der ganzen Zeit von 2014 bis 2025 in einem Kühlschrank versteckt. Hilu wurde von der IDF festgenommen und verhört. Dabei gab er zu, die Leiche in einem Kühlschrank in einem seiner drei Geschäfte unter der Wohnung in Gaza City ‘gelagert’ zu haben. Die IDF engagierte einen Palästinenser, der in das Geschäft eindrang, den Kühlschrank öffnete und die in eine Decke gewickelte Leiche barg und zurück zur wartenden IDF brachte. Gegen Hilu wird in dieser Woche beim Bezirksgericht Beer Sheva Anklage erhoben.

Am frühen Morgen brachte der Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende des Ausschusses Ofir Katz den Gesetzesentwurf zur Auflösung der Knesset vor, nannte aber kein Datum für die Wahlen, die jetzt zwischen dem 8. September und 20. Oktober stattfinden müssen. Netanyahu soll die Orthodoxen, die einen frühen Termin bevorzugen, gewarnt haben, nicht darauf zu bestehen. Ein früher Termin verkürzt den Wahlkampf und damit, so Netanyahu, auch die Chancen auf einen Wahlsieg. Der Gesetzesentwurf wurde mit 106:0 Stimmen angenommen und geht nun zurück an die Kommission, die ihn zur zweiten und dritten Sitzung erneut in die Knesset bringen wird. Katz betonte: «Wir haben vier volle Jahre durchgehalten, das ist etwas ganz Besonderes in Israel. Wir haben hart daran gearbeitet, dass wir das erreicht haben. Während dieser Knesset haben wir mehr als 520 Gesetze und neun Budgets verabschiedet. Tatsächlich, wir haben es bis ganz zum Schluss geschafft!»

vorher…….
nachher……

Wenn aus Freunden Feinde werden, kann man sich in der Regel aus dem Weg gehen. Wenn zwei narzisstische Alpha-Männchen ihre bald letzten politischen Klingen miteinander kreuzen, dann kann es zu grossen verbalen und taktischen Verwirrungen führen. Gestern Abend sollen Trump und Netanyahu zweimal miteinander telefoniert haben. Einmal gegen 19 Uhr und einmal kurz vor Mitternacht. Das soll ein ‘unangenehmes’ Gespräch gewesen sein, allerdings habe Trump Netanyahu dabei weder beschimpft noch persönlich angegriffen. Zunächst hatte Trump auf seiner ‘Truth Social Plattform’ geschrieben, dass Israel und die Hisbollah vereinbart hätten, sich gegenseitig nicht mehr anzugreifen. Netanyahu warnte kurz darauf, er werde an seinen Plänen, Beirut anzugreifen, festhalten, sollten die Hisbollah nicht mit dem Beschuss auf den Norden Israels aufhören. Weiterhin würden die Operationen im Süden des Libanons fortgesetzt. Im zweiten Gespräch ging es um die unterschiedlichen Darstellungen des ersten Telefonats. Trump war gelinde gesagt, sauer dass Netanyahu die Kämpfe ungebremst weiterführen wollte. Netanyahu seinerseits war frustriert, dass Trumps Beitrag den Eindruck erweckte, Israel habe an allen Fronten die Waffenruhe erklärt. Ein Mitarbeiter des PM diktierte Kanal 12 die ‘jugendfreie’ Version: «Trump sagte während des Gesprächs tatsächlich, dass es schwierig sei, Israels Position der Welt zu vermitteln, und dass dies die Feindseligkeit gegenüber dem Land schüre», so die israelische Quelle, die hinzufügt: «Das Gespräch endete mit der Vereinbarung, dass Israel von der Durchführung des verschobenen Angriffs in Beirut absehen würde, vorausgesetzt, es werde nicht auf seinem eigenen Territorium angegriffen.»

Und hier die Version, die Axios veröffentlichte:

Hinter den Kulissen: Ein US-Beamter berichtete, Trump habe Netanyahu gesagt, dass die Umsetzung seiner Drohungen, die libanesische Hauptstadt zu bombardieren, Israel weltweit weiter isolieren würde. 

  • Zwei der Quellen gaben an, Trump habe behauptet, er habe dazu beigetragen, Netanyahu vor dem Gefängnis zu bewahren – ein Verweis auf seine Unterstützung während Netanyahus Korruptionsprozess.
  • Der US-Beamte fasste Trumps Äusserungen gegenüber Netanjahu wie folgt zusammen: «Du bist verdammt noch mal [fucking] verrückt. Ohne mich wärst du im Gefängnis. Ich rette dir den Arsch. Jetzt hasst dich jeder. Wegen dieser Sache hasst jeder Israel.»
  • Eine zweite Quelle, die über das Gespräch informiert wurde, sagte, Trump sei «stinksauer» [pissed] gewesen und habe Netanyahu an einer Stelle angeschrien: «Was zum Teufel [the fuck] machst du da?»

Am Nachmittag schrieb Mahmoud Qomati, Sprecher der Hisbollah, der AFP: «Wir werden keinen teilweisen Waffenstillstand akzeptieren. Der zionistische Feind sollte wissen, dass jede Aggression gegen die Vororte zu einer noch entschlosseneren und härteren Reaktion der Gruppe führen könnte.»

Allen Spannungen zum Trotz hat in Washington die nächste Runde der israelisch-libanesischen Gespräche auf Diplomatenebene begonnen. Was vor wenigen Wochen eine kleine Runde mit nur fünf bis sieben Teilnehmern war, ist mittlerweile zu einer Grossveranstaltung geworden. Das Treffen begann, nachdem Trump von einer De-Eskalation auf beiden Seiten, Jerusalem und Hisbollah sprach.

Das ‘Home Front Command’ hat die Richtlinien für den Norden des Landes aufgrund des Waffenstillstandes erleichtert. Schulen können wieder zum normalen Unterricht zurückkehren, vorausgesetzt, dass ein Schutzraum zeitgerecht erreicht werden kann. Gleiches gilt auch für Arbeitsplätze.

Die IDF gaben zu, bei einem Angriff auf Tyros Schäden an einem Krankenhaus verursacht zu haben. Der Angriff, der auf ein Fahrzeug auf einer Kreuzung gerichtet war, hat jedoch auch ein Gebäude und einen Parkplatz getroffen und mehrere Verletzte gefordert. «Eine vorläufige Analyse deutet darauf hin, dass der Angriff Schäden an einem Krankenhaus in der Region verursacht hat. Es ist wichtig zu betonen, dass das Krankenhaus nicht das Ziel des Angriffs war und offenbar versehentlich getroffen wurde», erklärte die IDF.

Der IDF gelang es, einen weiteren ranghohen Terroristen der Nukhba-Einheit zu eliminieren, die beim Massaker vom 7. Oktober 2023 massgeblich an der Entführung von israelischen Geiseln beteiligt war. Youssef Ayesh Awad Ramadan entführte vier Festival-Besucher aus einem Bunker neben der Strasse nach Re’im. Seine Opfer waren: Hersh Goldberg-Polin, Alon Ohel, Eliya Cohen and Or Levy.



Kategorien:Israel, Politik

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