Krieg gegen Iran – Tag 133 seit Beginn der Kämpfe

26. Tammus 5786

Journalisten der New York Times hatten in der vergangenen Woche den kurzfristigen Flugzeugwechsel beim Flug von Ankara nach Grossbritannien mit möglichen Sicherheitsbedenken bei der neuen Air Force One in Verbindung gebracht. Sie erhielten jetzt eine Vorladung vor dem ‘Bundes-Ober-Gericht‘ in Manhattan, wo sie am Mittwoch über ihre Berichte aussagen müssen. Wo die Vorladungen nicht in den Büros zugestellt werden konnten, wurden sie zu ihnen nach Hause gebracht. «Das Auftauchen von Bundesbeamten vor der Haustür von Nachrichtenreportern sollte das Gewissen jedes Amerikaners schockieren, der an die Verfassung und die von ihr geschützte Pressefreiheit glaubt», sagt der Anwalt der Zeitung, David McCraw, in einer Erklärung. Die offiziöse Mitteilung, der ‘Alleinflug’ der neuen Air Force One hätte nur deshalb stattgefunden, um in Europa stationierten Soldaten die Chance zu geben, «selbst zu sehen, wie wunderschön dieses neue Flugzeug ist», kann ich Trump einfach nicht glauben. Ist er wirklich so naiv oder ist das schon Dummheit?

Trump hat das Militär angewiesen, sich auf Angriffe gegen den Iran vorzubereiten, sollte er tatsächlich einen Anschlag gegen ihn lancieren. «1.000 Raketen sind geladen und auf die Islamische Republik Iran gerichtet und Tausende weitere werden sofort folgen, sollte die iranische Regierung ihre in vielen Teilen der Welt verkündete Drohung wahr machen, den amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika – in diesem Fall MICH! – zu ermorden oder einen Mordanschlag auf mich zu verüben», schreibt er in einem Beitrag auf Truth Social. «Die Befehle wurden bereits erteilt, und das US-Militär ist bereit, willens und in der Lage, über einen Zeitraum von einem Jahr – vorbehaltlich einer Verlängerung – alle Gebiete des Iran vollständig zu dezimieren und zu zerstören – GELOBT SEI ALLAH!» Während der Feierlichkeiten zu Beisetzung von Ali Khamenei war es immer wieder zu Aufforderungen gekommen, ihn und Netanyahu zu ermorden.

Nachdem das Phantom-Oberhaupt Mojtaba Khamenei Rache für die Tötung seinesVater angekündigt hat, veröffentlichte die Teheraner Stadtzeitung ‘Hamsharhi’ eine KI-generierte ‘Todesliste’, auf der sich ganz oben Netanyahu und Trump befinden. Auch Marco Rubio, Pete Hegseth, Brad Copper (CENTCOM) sowie Mike Huckabee werden gezeigt. Aus Israel sieht man VM Katz, Aussenminister Sa’ar und Generalstabschef Eyal Zamir. Die italienische Giorgia Meloni kann sich auf der Liste entdecken, ebenso wie Keir Starmer (GB), Emmanuel Macron (F) und Friedrich Merz (D). Kommentiert wird die Liste: «Wir geloben, euer Blut und das Blut all derer zu rächen, die in den beiden Kriegen getötet wurden. Diese Rache ist der Wille unserer Nation und muss bald erfolgen», liess Khamenei nach dem Trauerzug für den iranischen Führer, der zu Beginn der Operation „Roaring Lion“ getötet wurde, erklären.

Trump hat wieder einmal einen freiwilligen Test über seine Hirnleistung absolviert und natürlich alle Aufgaben perfekt lösen können.  «Ich mache den Test alle sechs Monate. So wie ich es weiss, bin ich der einzige Präsident, der das macht.» Wie war das doch gleich vor ein paar Tagen: Islamische Republik Japan?????

Der US-demokratische Abgeordnete Ro Khanna, der in Erwägung zieht, 2028 für das Amt des Präsidenten anzutreten, besuchte mit einer kleinen Gruppe ein palästinensisches Dorf in Samaria. Er wollte sich dort selbst ein Bild über die Auswirkungen der Gewalt von jüdischen Siedler-Terroristen an Beduinen und Palästinensern machen. «Wir waren in einem Dorf, das israelische Siedler zerstört hatten – sie hatten die Schule zerstört, sie hatten das Dorf zerstört, und wir haben uns das einfach nur angesehen. Und dann kommen diese Schläger mit Maschinengewehren – M4, einem in den USA hergestellten Maschinengewehr – und halten uns fest. Sie sperren die Strasse ab. Und dann rufen sie die IDF an, und die IDF steht auf ihrer Seite, nicht auf der Seite der Amerikaner», sagt Khanna und bezieht sich dabei auf das israelische Militär. Sie wurden mehr als eine Stunde festgehalten und wandten sich an die Botschaft in Jerusalem. Eine Gruppe, die möglicherweise zur Polizei gehört, erreichte, dass sie schliesslich freigelassen wurden. Weder die Polizei noch die US-Botschaft waren bisher zu einer Stellungnahme bereit.

Trumps ‘Dream-Team’, Rubio, Vance, Witkoff und Kushner wollten sich im Laufe des Tages im Oman mit dem iranischen Aussenminister Araghchi treffen. Das einzige Thema ist die Strasse von Hormus. Der Iran strebt eine sichere Durchfahrt mit Nutzungsgebühren der Meerenge an, während die USA eine Zusage für eine sichere und kostenlose Durchfahrt plädiert. Es ist offen, ob die Amerikaner vor Ort sein werden oder virtuell teilnehmen. Die iranische Nachrichtenagentur Fars erklärte gegen Mittag, dass es erst zu Verhandlungen kommen wird, wenn die USA von ihren Positionen abrücken.  Später am Tag gab Araghchi bekannt, er habe mit seinem omanischen Amtskollegen die verschiedenen Ansichten zum Thema Strasse von Horus diskutiert.

Araghchi behauptet, Teheran hätte sich bisher wortgetreu an die Absichtserklärung gehalten. Hingegen hätten die USA einige Punkte, vor allem Punkt 9 nicht eingehalten. Dieser Punkt besagt: «……und die USA werden keine neuen Sanktionen verhängen und keine zusätzlichen Streitkräfte in der Region stationieren.» Doch genau das ist jetzt geschehen. Flugzeugträger und Schiffe der Navy, die schon auf dem Weg in die USA waren, wurden zurückgeholt und haben bereits Stellung vor Ort bezogen.

Der türkische Aussenminister Hakan Fidan betont, dass kein Grund vorliege, die Sprache zwischen Israel und der Türkei noch weiter aufzuheizen. «Ich glaube, es gibt keinen Grund für einen offenen Konflikt. Ich habe oft gesagt, wann immer ich diese Rhetorik gegenüber der Türkei seitens israelischer Politiker, insbesondere im Vorfeld der bevorstehenden Wahlen, sowohl von Vertretern der Koalition als auch der Opposition – nicht von allen Oppositionspolitikern. Gott sei Dank gibt es in Israel immer noch sehr vernünftige und gute Menschen mit Weisheit und strategischem Verstand.» Die Beziehung zwischen den beiden Staaten hat sich nach dem Zwischenfall mit der Mavi Marmar, aka. Gaza Flotilla I, im Jahr 2010 nicht mehr vollständig erholt. Damals waren zehn türkische Aktivisten ums Leben gekommen und Dutzende verletzt worden. Fidan fuhr fort: «Nicht alle sind wie Netanyahu und manche andere, aber Netanyahu und manche andere brauchen, je näher die Wahlen rücken, einen Feind. Sie befanden sich im Krieg mit der Hamas, der Hisbollah und dem Iran, und jetzt brauchen sie einen neuen Feind», fügt Fidan hinzu und erklärt, dass für viele israelische Politiker die Türkei zum Feind geworden sei.

Palästinensische Medien berichteten, dass jüdische Siedler-Terroristen und Soldaten ein Haus im Dorf Mughayyir angegriffen haben. Dabei erlitt ein Mann einen Durchschuss am Oberschenkel, zwei weitere wurden von Gummigeschossen getroffen und ein Kind durch eine Blendgranate verletzt. Die IDF war einer Information, dass es im Dorf zu Auseinandersetzungen gekommen war, gefolgt. «Während der Auseinandersetzung warfen Palästinenser Steine auf die Israelis, woraufhin die Streitkräfte eingriffen, um die Versammlung aufzulösen», so die IDF, die angab, dass Truppen beobachtet hätten, wie aus einem Haus im Dorf Steine geworfen wurden, woraufhin die Streitkräfte das Gebäude betraten, um Verdächtige festzunehmen. «Später brach an einer anderen Stelle im Dorf ein gewalttätiger Aufruhr aus, bei dem maskierte Palästinenser mit Schleudern Steine auf die Streitkräfte warfen», so die IDF, die daraufhin das Feuer auf die Verdächtigen eröffnete, «um eine Bedrohung zu beseitigen.»



Kategorien:Israel, Politik

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