Krieg gegen Iran – Tag 15 der 60-Tage-Frist / 1.000 Tage seit dem Massaker vom 7.10.23 (gestern)

17.07.2026

Heute sind es genau 1.000 Tage her, als um 06:29 morgens der nicht enden wollende Alarm die Menschen aus dem Schlaf riss. Mehr als 3.000 Terroristen der Hamas und des Palästinensisch Islamischen Djihad, aber auch Mitarbeiter der UNWRA überfielen rund um den Gazastreifen Militärstützpunkte, Polizeistationen, Kibbutzim, Moshawim und andere Orte. Niemand konnte sie stoppen. Am Ende des Tages war klar: Es war das schwerwiegendste Verbrechen an Juden seit der Shoa. Es war ein versuchter Genozid. Mehr als 1.300 Menschen, Soldaten, Reservisten und Zivilisten, Israelis, Thais, Israelis mit Doppelbürgerschaft waren auf das Grausamste vergewaltigt, geschändet und ermordet worden, 251 wurden in den Gazastreifen verschleppt.

300.000 Reservisten wurden aufgeboten, der Kriegszustand wurde ausgerufen. Der gesamte Bereich um den Gazastreifen wurde evakuiert. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe in Kraft, nachdem Trump stolz seinen 20-Punkt- Plan präsentiert hatte. Tatsächliche Ruhe ist in Gaza noch nicht eingekehrt. 337 Soldaten verloren seither ihr Leben in Gaza. Der Trump-Plan dümpelt immer noch in Phase eins.

Am 13. Oktober 2025 wurde die letzte lebende Geisel der Hamas freigelassen. Ende Januar wurden die sterblichen Überreste der in der Geiselhaft ermordeten oder gestorbenen Geiseln nach Israel zurückgebracht. Noch immer werden menschliche Knochen bei Bauarbeiten in den hart getroffenen Orten gefunden. Für einige wenige Familien ist das Warten damit zu Ende, andere müssen immer noch in Unsicherheit leben, was mit ihren Liebsten geschah.

In den Tagen und Wochen nach dem Massaker schlossen sich weitere Verbündete des Iran den Kampfhandlungen an: neben der Hamas in Gaza, die Hisbollah im Libanon, die Houthis im Jemen, die Gebiete von Judäa und Samaria, Syrien, Irak und natürlich auch der Iran.

Keines der Kriegsziele von Israel wurde erreicht, es gibt fragile Waffenruhen, die irgendwann zum Frieden führen sollen. Doch er ist noch sehr weit entfernt.

Die Opposition kritisiert die Regierung scharf dafür, dass sie den 1.000. Tag seit dem Massaker nicht zum Anlass für eine offizielle Würdigung nimmt. MK Yoav Segalovitz, Yesh Atid, bezeichnet das Ausbleiben jeglicher offizieller Gedenkfeier als «einen kriminellen Versuch, das Massaker und das Versagen der öffentlichen Agenda auszulöschen.» Landesweit gibt es Gedenkveranstaltungen, in denen die Regierung immer wieder aufgerufen wird, eine staatliche Untersuchungskommission einzurichten. Netanyahu hat sich bisher strikt geweigert, dieser Forderung nachzukommen. Ebenso wie er bisher noch keinerlei Verantwortung für das Massaker übernommen hat. Die Knesset hat diesen Tag nicht offiziell gewürdigt, sondern sich stattdessen dafür entschieden, vor dem 4. Juli eine Ausstellung zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit zu veranstalten. Die jetzige Regierung tut alles in ihrer Macht Stehende, um das Land zu zerstören!

Auf dem Platz der Geiseln fand heute eine Grosskundgebung statt, auf der einige Hinterbliebene von ermordeten Geiseln sprachen. Eyal Eshel, Vater der Überwachungssoldatin Roni Eshel, 19, s’’l, zitierte einige Koalitionsmitglieder, die die Situation ins Lächerliche zu ziehen versuchen. «Da ist Benjamin Netanyahu, für den sich nur eines geändert hat: er hat abgenommen. Da ist Bezalel Smotrich, der behauptet, die Geiseln seien dank ihm zurückgekehrt – sogar jene, die in Leichensäcken zurückkamen», sagt Eshel «Da ist Simcha Rothman, der behauptet, sie [die Koalition] hätten eine wunderbare Amtszeit gehabt. Da ist Orit Strock, die glaubt, wir lebten in einer Zeit der Wunder. Und dann bin da noch ich, Eyal Eshel. Vor genau 1.000 Tagen wurde mein Leben angehalten. «Meine Ronki»», sagt er und nennt seine Tochter bei ihrem Kosenamen, «ich verspreche dir, dass wir nicht zulassen werden, dass die Wahrheit vertuscht wird, dass wir nicht zulassen werden, dass dein Tod zu einem Kapitel der Geschichte wird, das jemand anderes umschreiben kann.»

Das Militärkommando des IRGC warnt, dass Frachtschiffe, die von den genau definierten Routen in der Strasse von Hormus abweichen, mit ‘kraftvollen Reaktionen rechnen müssen. Mit dieser nicht näher definierten Drohung steigt die Anspannung in den Beziehungen zwischen dem Iran und den USA weiter an. Offenbar sind Inhalte des Treffens zwischen den USA und katarischen Vermittlern von gestern in Doha nach Teheran durchgesickert, bevor noch von CENTCOM veröffentlicht wurde: «Die Staats- und Regierungschefs bekräftigten ihr gemeinsames Bekenntnis zum freien Handelsverkehr durch die Strasse von Hormus.» Ein Satz, der in Teheran offenbar für Verärgerung gesorgt hat. «Die anhaltende Präsenz von US-Kampfflugzeugen über der Meerenge verursacht Unsicherheit in dieser Wasserstrasse und bedroht die regionale Sicherheit. Jeder Versuch der Vereinigten Staaten, sich in Sicherheitsangelegenheiten einzumischen oder jede störende Aktion in der Strasse von Hormus wird als Bedrohung der nationalen Souveränität des Iran angesehen und mit einer raschen und entschlossenen Reaktion beantwortet», fügt die iranische Warnung hinzu.

Al Jazeera schreibt, dass der Parlaments-Sprecher, Mohammad Bagher Ghalibaf, betonte, es werde den Inspektoren der Atom-Behörde keinesfalls gestattet, die von den USA bombardierten Nuklearanlagen zu inspizieren. Sie dürften allenfalls nur das Kraftwerk Bushehr und den Reaktor in Teheran besichtigen. Das widerspricht natürlich dem 14-Punkte-Plan und darf so nicht hingenommen werden.

Das Verteidigungsministerium warnt, dass das Reha-Programm für Soldaten angesichts der steigenden Zahlen von Verletzten zusammenbrechen könnte. Der längste und folgenschwerste Krieg, in den Israel jemals hineingezogen wurde, fordert seinen Tribut bei den Soldaten. Am Sonntag legte ein öffentliches Gremium den Ministern Katz und Smotrich eine Empfehlung für den umfassenden Ausbau von Reha- und Unterstützungsleistungen vor. Bisher wurden etwa 26.200 Soldaten und Sicherheitskräfte verletzt, von denen 70 % einen Anspruch auf Invaliditätsleistungen haben. Derzeit werden durch die Reha-Abteilung im Verteidigungsministerium etwa 87.000 Veteranen betreut, Tendenz steigend. 65 % müssen psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Spontan haben heute das Finanz- und Verteidigungsministerium beschlossen, sofort NIS 15 Milliarden zum Ausbau der Reha- und Unterstützungsleistungen für Veteranen zu überweisen. 

Was gestern noch wie eine Empfehlung aussah, wurde heute die bittere Schlappe für Netanyahu und Ohana. Der OGH erklärte die Wahl des obersten Rechnungsprüfers für ungültig und verlangt nun eine Neuwahl. Michael Rabello betonte, er werde auf keinen Fall ein Amt aufnehmen, bevor er nicht vom OGH offiziell anerkannt sei. Ohana und der PM nehmen den Entscheid des OGH nicht so einfach hin. Ihre Berater überlegen derzeit, wie man die Anweisung umgehen kann. Die Opposition hingehen ist mit der Entscheidung des OGH einverstanden und sieht darin ein weiteres Zeichen der noch existierenden Rechtsstaatlichkeit.

Nachdem gestern die Knesset den unsäglichen Zusatz zum Basic Law in erster Lesung verabschiedet hat, der das Studium der Torah dem Militärdienst gleichsetzt, äusserte sich heute Generalstabschef Zamir: «Die Soldaten und Kommandeure im Pflichtdienst, im Berufssoldatendienst und in der Reserve sind die wichtigste Ressource des Staates Israel», sagte Zamir heute Vormittag bei einer Lagebesprechung. «Es ist angemessen und richtig, dass sie an erster Stelle der Prioritätenliste stehen, um durch die Entscheidungen und Ressourcen des Staates Anerkennung zu erfahren, während gleichzeitig die Fürsorge für sie, ihre Familien und ihre Zukunft gewährleistet wird», sagte er.

Die IDF eliminierte einen Hisbollha-Terroristen der vor ihnen aus einem Tunnel auftauchte. Der Tunnel-Ausgang befand sich innerhalb der südlibanesischen Sicherheitszone der IDF. Dass sich in dem Gebiet ausgedehnte Tunnel-Systeme der Hisbollah befinden, ist seit langem bekannt. Die IDF arbeitet daran, sie zu zerstören. In diesem Tunnelabschnitt halten sich, wie der IDF bekannt ist, etwa 30 weitere Terroristen auf, die am Verlassen ihres ‘Verstecks’ gehindert werden.



Kategorien:Israel, Politik

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1 Antwort

  1. Danke für den differenzierten Bericht. Das Leid der Opfer des 7. Oktober, der Geiseln, ihrer Angehörigen und aller vom Krieg Betroffenen verdient Mitgefühl, Erinnerung, Wahrheit und Gerechtigkeit. Zugleich gilt: Kein Kriegsherr, keine Regierung und kein militärischer Befehlshaber steht über der Pflicht, Fehler einzugestehen und die universelle Menschenwürde anzuerkennen. Menschenwürde, humanitäres Völkerrecht und Rechenschaftspflicht gelten für alle – unabhängig von Nation, Religion oder politischer Zugehörigkeit. Nur wenn Schuld klar benannt, Verantwortung übernommen und in konkretes Handeln übersetzt wird, kann ein gerechter und dauerhafter Frieden überhaupt Wirklichkeit werden.

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