Krieg gegen Iran – Tag 17 der 60-Tage-Frist

19. Tammus 5786

Die IRGC plant, Millionen Menschen auf die Strasse zu bringen, um an den Feierlichkeiten zur Beisetzung von Ali Khamenei teilzunehmen. Gratisverpflegung, Transporte und Unterkunft werden bereitgestellt. Die prachtvollen Zeremonien sollen die Liebe und Verehrung des Volkes für Khamenei widerspiegeln. Dabei hatte er während seiner Amtszeit von 1989 bis 2026 als Diktator geherrscht und mehrfach die Menschenrechte missachtet. Das in der iranischen Staatsdoktrin festgeschriebene Ziel, Israel zu zerstören und seine antizionistischen Aussagen, sowie die Leugnung des Holocaust wurden immer wieder in Zitaten festgehalten:

2000     «Es ist die Position Irans, zuerst durch den Imam [Chomeini] verkündet und viele Male von den Verantwortlichen wiederholt, dass das Krebsgeschwür, genannt Israel, aus der Region herausgerissen werden muss.»

2001     «Die übertriebenen Statistiken über die Ermordung von Juden sind selbst Instrumente, um das Mitleid der Bevölkerung zu erwecken.»

2005     «Das Ziel Irans ist nicht die militärische Zerstörung des jüdischen Staates oder der jüdischen Bevölkerung, jedoch die Niederlage der zionistischen Ideologie und die Auflösung von Israel durch eine Volksabstimmung.»

2006     «Die Meinungsfreiheit, die sie [Anm.: der Westen] meinen, erlaubt es gar nicht, dass jemand das Märchen von der Ermordung der Juden, das auch ‚Holocaust‘ genannt wird, anzweifelt.»

2013     «Israel ist ein tollwütiger Hund in dieser Region. […] Seine führenden Politiker sehen wie Tiere aus, man kann sie nicht menschlich nennen.»

Nicht zu vergessen ist seine brutale Niederschlagung der friedlichen Anti-Regierungs-Demos Ende 25/Anfang 26. In nur wenigen Stunden wurden etwa 40.000 Demonstranten grausam ermordet.

Ob sein Sohn, Mojtaba Khamenei, 56, an irgendeinem Ort der Trauer-Festlichkeiten für seinen Vater teilnehmen wird, ist unklar. Angeblich hat er der  New York Times  mitgeteilt, er würde sehr gerne teilnehmen, man habe ihm aber dringend abgeraten. Zu gross sei die Angst, dass Israel die Chance nutzen würde, auch ihn, so wie seinen Vater und seine Familie, zu ermorden. Seit dem Anschlag am ersten Kriegstag, bei dem er angeblich schwer verletzt wurde, hat niemand ihn gesehen oder gehört. Nur eine schriftliche Mitteilung, von der man aber nicht weiss, ob sie von ihm stammt, wurde veröffentlicht. Auch der Beisetzung seiner Frau und ihres Sohnes blieb er fern. Es ist die Zeit, in der der Riss, der durch die oberste Führung des Irans geht, deutlich wird. Die einen unterstützen die Verhandlungen mit den USA, andere bezeichnen die Verhandler als Verräter. Derzeit wird das Land von der IRGC regiert, wie es weitergeht, wenn der Oberste Religionsführer nicht zurückkehrt, lässt sich nicht vorhersagen. Ein Ueberraschungsgast war die Delegation aus Saudi-Arabien unter Führung von Vizeaussenminister Walid al-Khuraiji. Der saudische Kronprinz, Mohammed bin Salman, hatte in der Vergangenheit Ali Khamenei oft mit Hitler verglichen. Während des Krieges war Saudi-Arabien mehrfach von Raketen getroffen worden. Für den Iran ist dieser Besuch ein weiterer Sieg. Vertreter der Hamas und der Hisbollah nehmen ebenfalls an den Festlichkeiten teil.

Ali Ozmaei, Chef der IRGC-Marine hatte einen Traum: «Wir sind zuversichtlich, dass die göttliche Vergeltung gegen die terroristischen USA und das illegitime zionistische Regime nicht mehr fern ist und dass das Banner der Wahrheit auf dem Gipfel der Würde und Macht weiterhin hochgehalten wird. Diejenigen, die dieses Verbrechen [den Tod Khameneis] begangen haben, glaubten, sie könnten den Weg der Wahrheit aufhalten, doch stattdessen haben sie sich der Verurteilung durch die Geschichte sowie dem Zorn und der schweren Vergeltung dieser Nation ausgesetzt.»

Netanyahu wandte sich mit einem englischen Video an das amerikanische Volk, um die 250 Jahre der US-amerikanischen Unabhängigkeit zu würdigen. Er gedachte aber auch seines Bruders Yoni, der vor genau 50 Jahren bei der Operation ‘Entebbe’ sein Leben verlor und der seither sein grösster Held ist.

Trump erklärte in einem Telefonat mit Axios, dass Netanyanu ihn dringend um ein Treffen im Weissen Haus gebeten habe. Das Treffen könne bereits in der kommenden Woche, unmittelbar nach dem NATO-Gipfel in der Türkei, stattfinden. Aus Jerusalem heisst es: «Wegen Terminschwierigkeiten kann es in der übernächsten Woche stattfinden.» Hat Netanyahu Trump ebenso ‘angefleht’, wie Meloni ihn angeblich um ein Selfie angefleht haben soll?

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft Israel vor, sein politisches Überleben an die Fortsetzung seiner Konflikte mit der Hisbollah und Syrien zu knüpfen. «Die israelischen Besatzungstruppen setzen ihre rechtswidrigen und unmenschlichen Angriffe gegen die Unterdrückten im Gazastreifen fort», fügt Erdogan bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif hinzu. «Der kriegssüchtigen aktuellen israelischen Regierung darf nicht die Gelegenheit gegeben werden, unsere Region erneut in den Geruch von Schiesspulver und Blut zu tauchen.» Im März hatte Erdogan nach einem Freitagsgebet am Ende des Ramadan gebetet: « Möge Allah um seines Namens willen … das zionistische Israel vernichten und verwüsten.»

Einige wandten den Blick zum Himmel, als würde der sich öffnen und das Café ’Basmata’ zerstören, das gerade neu eröffnet, am Shabbat geöffnet hat. Haredim, einige noch in ihre Tallitot gehüllt, tauchten heute mehrfach vor dem Caféhaus auf, um ihrem Unwillen Gehör zu verschaffen. Einige Säkulare traten auf, um mit ihnen zu diskutieren. Gottseidank blieb es beim peinlichen Auftritt der Haredim, die um 11:00 (Zeitstempel) vormittags eigentlich in ihren Bethäusern und Synagogen sein sollten…..

https://twitter.com/afdirohak/status/2073329800022839549/video/1



Kategorien:Israel, Politik

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