21. Siwan 5786
Am Freitagabend, wobei die Bilder belegen, dass es schon dunkel ist, der Shabbat also bereits begonnen hat, stürmen Hunderte Haredim den ‘Russian Compound’, wo sich eine Polizeistation befindet. Bevor sie das Gebäude erreichen konnten, wurden sie von der Polizei zurückgedrängt. Einige der Haredim versuchten, das Holztor zum Areal zu zerstören. Es dauerte einige Stunden, bevor die Protestaktion gänzlich aufgelöst werden konnte. Die Proteste richteten sich gegen die Festnahme von Wehrdienstverweigerern aus dem haredischen Sektor. Zeitgleich protestierte eine kleinere Gruppe von Haredim auch in Beit Shemesh, wo sie Steine und andere Wurfgeschosse auf Polizeibeamte warfen. Diese setzte gewaltsame Massnahmen ein, um die Randalierer zu vertreiben.

Die IDF gab an, ein libanesisches Militärfahrzeug im südlichen Libanon angegriffen und zerstört zu haben. Laut Angaben des Militärs wurden bei dem Angriff ein Brigadegeneral, ein Hauptmann und ein weiterer Soldat getötet. «Das Fahrzeug befand sich in einem aktiven und evakuierten Kampfgebiet», teilte das israelische Militär mit. Es fügt hinzu, dass die IDF-Truppen in diesem Gebiet wegen möglicher Angriffe der Hisbollah in ständiger Alarmbereitschaft sind und dass der IDF Informationen vorliegen, wonach «die Hisbollah in diesem Gebiet in grossem Umfang operiert». Die IDF verlangt daher, dass jede Bewegung mit der IDF abgestimmt werden muss. Die IDF gab an, dass der Angriff «nach der Identifizierung und aufgrund der Warnmeldungen sowie der Gefahr für die Einsatzkräfte stattfand.» Auch wenn die reguläre libanesische Armee sich nicht als hilfreich dabei erweist, die Hisbollah, wie von der Regierung verlangt, zu entwaffnen, so ist sie doch kein Feind Israels. Die Armee kann gegen die um ein zahlenmässig Vielfaches grössere und weitaus besser ausgerüstete Hisbollah fast nichts erreichen. Einen gut recherchierten Artikel findet man hier.
Warum der Angriff auf ein Fahrzeug der Armee? Ist es die Strategie der ‘Vorwärtsverteidigung’, alles zu eliminieren, was sich in die falsche Richtung bewegt? Oder am falschen Platz lebt? In Gaza definiert die IDF jede Bewegung innerhalb der gelben Linie (die sie ja selbst schon lange nach Westen ausgedehnt hat), als Bedrohung. Davon waren auch Kinder, die sich beim Brennholz sammeln zu weit östlich vorwagten, betroffen. Die IDF gibt an, sie hätten eine «verdächtige Tätigkeit am Boden» ausgeübt, die sie verdächtig machte.

Ähnliche Fragen tauchen auf, als ein Video online geht, auf dem man erkennt, wie ein IDF-Soldat in voller Montur in der arabischen Stadt Huwara einen Palästinenser zu Boden reisst und gewaltsam verprügelt. Anschliessend verlässt er mit sechs weiteren Personen, zumindest einer davon mit Kippa, den Ort. Zwei verletzte Palästinenser lassen sie am Boden liegend zurück. Huwara war schon oft der Ort, der von jüdischen Siedler-Terroristen angegriffen wurde. 2023 wurden zwei Israelis Opfer eines Terror-Anschlages durch einen Araber. Daraufhin fielen einige Hundert jüdische Siedler-Terroristen aus den umliegenden Orten in Huwara ein. Das Pogrom dauerte fünf Stunden. Häuser und Autos wurden in Brand gesetzt, ein Palästinenser starb und Hunderte wurden verletzt. Keiner von ihnen war mitschuldig am Tod der Israelis. Yehuda Fuchs, damals verantwortlicher Kommandeur, sagte, die IDF habe ein solches Ausmass an Ausschreitungen nicht erwartet. Die IDF habe nicht genügend Personal. Der erst seit zwei Monaten vereidigte Ben-Gvir freut sich: «Ich bin sogar sehr zufrieden, weil sie in Huwara verstanden haben, dass es ein Gleichgewicht des Terrors gibt, das die israelischen Streitkräfte im Moment nicht erreichen.» Smotrich wiederholte am nächsten Tag einen Kommentar auf ‘X’: «Das Dorf Huwara sollte heute ausgelöscht werden.»
Ein besonders tragischer und unnötiger tödlicher Vorfall ereignete sich heute in Hebron. Fahd Abou Haikal war unterwegs zu einem Familienbesuch in Hebron, als sie auf eine Militärsperre trafen.

Etwa 10 m von dem ersten Soldaten entfernt kam ihr Auto zum Stillstand. Der Vater erklärte, es sei noch taghell gewesen und die Soldaten müssten klar erkannt haben, dass im Auto eine ganze Familie sass. Die Soldaten hätten ohne jede Warnung das Feuer eröffnet. Die erste Kugel richtete furchtbaren Schaden an. Sie durchbrach die Windschutzscheibe und riss ein Loch in Abous rechte Hand. Auf der Rückbank des Fahrzeuges sass die Mutter des Säuglings mit ihrem Sohn. Die Kugel durchschlug den Kopf von Baby Sam und traf schlussendlich auf die Brust der Mutter. Ein Splitter des Geschosses blieb in unmittelbarer Nähe ihres Herzens stecken. Ob sie überlebt, ist noch unklar. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte nahmen Soldaten während eines Einsatzes in Hebron «ein Fahrzeug wahr, das auf sie zuraste. Daraufhin gab ein Soldat zwei Einzelschüsse auf das Fahrzeug ab.»
Die kuwaitische Regierung verurteilt scharf die nächtlichen Angriffe des Iran, die «eine direkte Bedrohung des Lebens der kuwaitischen Bürger darstelle.» Kuwait betonte gleichzeitig, dass «diese Angriffe eine klare Gefährdung der Eigenständigkeit des Staates und eine dramatische Eskalation der Situation darstellen.» Auch das benachbarte Bahrain wurde während der Nachtstunden angegriffen.
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