Krieg gegen Iran – Tag 12 nach der Waffenruhe

16. Ijjar 5786

Trump erklärt, dass er, obwohl er den Text noch nicht ‘genau geprüft’ hat, den Vorschlag des Iran ablehnen wird, weil «die Iraner noch keinen ‘ausreichend hohen Preis gezahlt haben’, was sie der Menschheit und der Welt in den letzten 47 Jahren angetan haben.» Auf die Frage, ob er die Angriffe auf den Iran wieder aufnehmen könnte, antwortete Trump: «Das möchte ich nicht sagen. Ich meine, das kann ich einem Reporter nicht sagen. Wenn sie sich danebenbenehmen, wenn sie etwas Schlimmes tun, werden wir das sofort sehen. Aber es ist eine Möglichkeit, dass das passieren könnte.»

Der deutsche Aussenminister, Johann Wadephul, forderte in einem Gespräch mit seinem iranischen Noch-Kollegen Abbas Araghchi, dass der Iran die Strasse von Hormus öffnet und das Atom-Programm einstellt. «Als enger Verbündeter der USA verfolgen wir dasselbe Ziel: Der Iran muss vollständig und überprüfbar auf Atomwaffen verzichten und die Strasse von Hormus unverzüglich öffnen, wie dies auch US-Aussenminister Marco Rubio gefordert hat», so Wadephul. Nachdem Meinungsverschiedenheiten zwischen Trump und Merz zu drakonischen Massnahmen Trumps (s. gestern) geführt haben, versuchen Wadephul und andere deutsche Politiker, die Wogen wieder zu besänftigen.

Die Hisbollah ist davon überzeugt, dass Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel jederzeit von ihnen vereitelt werden können. Hassan Fadlallah, Abgeordneter der Hisbollah im Parlament, hielt fest: «Diese Verhandlungen mit all ihren Ergebnissen gehen uns nichts an, und wir werden sie nicht umsetzen.» Er fuhr fort: «Wir haben ein freies Volk und einen standhaften Widerstand, der in der Lage ist, alle Ziele dieser Verhandlungen zu vereiteln, die die tiefe Spaltung im Land zwischen den Fraktionen unseres Volkes und innerhalb des Staates selbst noch verstärken.» Damit dürften die Bemühungen der Botschaften des Libanons und Israels, die beiden Staatschefs Aoun und Netanyahu in Washington an einen Tisch zu bringen, obsolet sein.

Die IDF verkündete bereits vor wenigen Tagen, an neuen Systemen zur Abwehr von ferngesteuerten Drohnen zu arbeiten. Bis diese aber tatsächlich einsatzbereit sind, kann es noch einige Zeit, sogar bis einige Jahre dauern. Netanyahu verkündete heute mit ziemlicher Verspätung, aber nicht weniger stolz, er habe ein Projekt zur Bekämpfung von Drohnen initiiert. «Vor einigen Wochen habe ich die Einrichtung eines Sonderprojekts zur Bekämpfung der Drohnenbedrohung angeordnet und bereits heute wird mir ein Zwischenbericht zu diesem Thema vorgelegt. Es wird Zeit brauchen – aber wir arbeiten daran» betonte er. Dann kündigte er den Ankauf von zwei Staffeln moderner Kampfflugzeuge, F-35 und F-15IA an, die die ‘überwältigende Luftüberlegenheit Israels’ stärken soll!  «Was die Unabhängigkeit betrifft», fährt Netanyahu fort, «habe ich Anweisungen gegeben, in heimische Produktionskapazitäten für Munition zu investieren.»

Auf dem neuen militär-technologischen Campus in Be’er Sheba werden heute die ersten Soldaten einziehen. Auf 150.000 m2 werden etwa 8.000 Soldaten und Berufsoffiziere der C41 und Cyberabwehr-Einheiten studieren und arbeiten. Die Einheiten sind zuständig für die digitale Infrastruktur, Kommunikation, Computerisierung und Cyber-Verteidigung der Armee.  Die Schulen der Direktion für Informatik und Kommunikation sind bereits in der letzten Woche auf den Campus gezogen, die operativen Einheiten werden folgen. Das Hauptquartier des Südkommandos der IDF soll ebenfalls in den neuen Technologiepark verlegt werden.

Heute begann für eine Gruppe von jungen Haredim ein neuer Lebensabschnitt in der IDF. Sie werden in Einheiten eingeteilt, die für haredische Soldaten vorgesehen sind, darunter die Hasmonäer-Brigade, das Netzah-Yehuda-Bataillon der Kfir-Brigade und die Hetz-Kompanie des 202. Bataillons der Fallschirmjägerbrigade. Der Kommandant der Hasmonäer-Brigade begrüsste die neuen Rekruten in ihrem Einberufungszentrum.

Am Vormittag entdeckte und zerstörte die IDF einen 80 m langen Tunnel der Hisbollah im östlichen Teil des Libanon. Er umfasste, wie die Untersuchungen durch die IDF ergab, mehrere Räume, in denen die Hisbollah-Terroristen sich einige Tage aufhalten konnten.

Die Hisbollah hat während der Nachtstunden erneut einige Raketen und Drohnen auf Militärstellungen im Süden des Libanon abgeschossen. Sie bezeichneten die Angriffe als Rache für zwei Hisbollah-Terroristen, die gestern von der IDF getötet wurden. Sie wurden von der IDF dabei entdeckt, als sie einen Angriff gegen sie vorbereiteten. Auch später am Vormittag wurden wieder mit Sprengstoff beladene Drohnen auf israelische Soldaten abgeschossen, ohne Schaden anzurichten.  Die IDF antwortete mit einer Abfangrakete auf den angepeilten Abschussort. Ob diese Rakete ihr Ziel erreichte, wird noch untersucht.

Die IDF entdeckte mehrere umfassende Waffenlager, in denen Kalaschnikow, Maschinengewehre, Panzerabwehrraketen, Magazine und andere militärische Ausrüstungsgegenstände versteckt waren.

Der erste Kaktus des Tages geht an fünf Mitglieder eines Bataillons, das unter dem Namen ‘Panther-Bataillon’ als Teil des ‘ Border Protect Corps’ die Grenze zwischen Israel und dem Gebiet von Samaria und Judäa sichern soll.  Bei einer völlig überflüssigen ‘Auszeichnungszeremonie’, in der ein jüngerer Soldat bei einer informellen Zeremonie seine persönliche Ausrüstung erhalten sollte, kam es zu gewaltsamen und sadistischen Handlungen. Einem der ‘Neulinge’ wurde während des Zeremoniells schwer in die Rippen und mit einem Waffenaufsatz auf den Rücken geschlagen, sodass er einen Rippenbruch und innere Blutungen erlitt. Er verlor das Bewusstsein und musste schwerst verletzt ins Spital evakuiert werden. Zwar konnte er nach einer Lungenpunktion erfolgreich auf der Intensivstation behandelt werden, wird aber niemals in den Wehrdienst zurückkehren können. Die IDF erklärte dazu: «Die IDF betrachtet Misshandlungen mit äusserster Strenge … und wird Massnahmen ergreifen, um jeden Soldaten oder Kommandanten, der in solche Handlungen verwickelt ist, vor Gericht zu stellen.Eine gründliche Überprüfung ergab, dass die Kommandanten keine Kenntnis von dem gewalttätigen Vorfall hatten und keine Mitwirkung des Kommandostabs an der Tat festgestellt wurde.» Die Kompanie wurde Berichten zufolge zudem verlegt, um eine engere Aufsicht durch den Bataillonskommandeur zu ermöglichen und erhält Aufklärungsgespräche, um Normen und Werte zu bekräftigen. Vor allem muss diese sicher nicht mit der IDF abgestimmte ‘Zeremonie’ bei Androhung schwerster Bestrafung verboten werden!

Ayala bewaffnet bei einer Frauen-Konferenz im Waldorf-Astoria Hotel in Jerusalem

Der zweite Kaktus geht diesmal an Ayala Ben-Gvir, so bleibt er wenigstens in der Familie. Das Geburtstagsgeschenk, das sie ihrem Mann zu seinem 50. Geburtstag überreichte, kann an Geschmacklosigkeit kaum noch übertroffen werden.

Eine Torte mit einer Henkersschlinge und dem Text: «Manchmal gehen Träume in Erfüllung». Wer jetzt naiv daran denkt, dass sich in der Torte Gift befindet, die den Jubilar ins Jenseits befördern soll, der irrt! Es ist natürlich die Anspielung auf das furchtbare Gesetz, das dem kranken Hirn von Ben-Gvir entsprang. Mit ihm feiert die Führungsriege der Polizei und des Strafvollzugs. Unter den Anwesenden waren der Kommandeur des Zentraldistrikts, Amir Cohen, der Kommandeur des Distrikts Jerusalem, Avshalom Peled, der Kommandeur des Distrikts Westjordanland, Moshe Pinchi, Generalmajor Peretz Amar – der gerade in den Ruhestand geht und als Sicherheitsberater von Ben-Gvir fungiert. Auch der Leiter des israelischen Strafvollzugsdienstes, Kobi Yaakobi, war anwesend. Mit dabei auch der rechtsgerichtete Aktivist Benzi Gopstein, der vor etwa zwei Jahren wegen Anstiftung zum Terrorismus verurteilt wurde, sowie Ben-Gvirs persönlicher Berater Osher Gabay, der wegen Körperverletzung an einem Palästinenser verurteilt wurde. Der rechtsextreme Aktivist Mordechai David und der Rapper Yoav Eliasi waren ebenfalls anwesend.  



Kategorien:Israel

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