17. Cheschwan 5895

Im Gegensatz zur vom EU-Aussenbeauftragten Josep Borell vertretenen Meinung, die EU müsse jeden Dialog mit Israel abbrechen, hat der Aussenminister der NL eine andere Ansicht. Caspar Veldenkamp betont, dass die EU den Dialog mit Israel trotz der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten unbedingt fortsetzen muss. Josep Borell hat während seiner Amtszeit bisher nichts ausser unangebrachter Kritik Israels zustande gebracht. «Die Hamas wurde von der israelischen Regierung finanziert, um die von der Fatah geführte Palästinensische Autonomiebehörde zu schwächen», erklärte er noch im Januar dieses Jahres.Man müsse Israel zur Not die Zwei-Staaten-Lösung von aussen aufzwingen.

Oppositionsführer Yair Lapid erklärte bei der wöchentlichen Fraktionssitzung: «Die Regierung von Netanyahu ermutigt die haredischen Männer zur ‘Wehrdienstverweigerung und zivilem Aufstand’. Sie unterstützt weiterhin Gesetze, die die Befreiung vom Wehrdienst fördern. Wenn Demonstranten in Bnei Brak und Jerusalem rufen: ‘Wir sterben lieber, als uns zu melden’, während jeden Tag IDF-Soldaten sterben, ist das ein ziviler Aufstand.» Avigdor Lieberman fügt hinzu, dass jeder, der aus religiösen Gründen den Wehrdienst verweigert, den Namen Gottes entweiht. Lieberman kritisiert Rabbi Moshe Hillel Hirsch, den Leiter der Slabodka Yeshiwa in Bnei Brak und einen führenden ultraorthodoxen Rabbiner, dafür, dass er behauptet, Wehrdienstverweigerung sei eine ‘Mitzwa’ (ein Gebot).

Familienangehörigen und Freunde der noch in Gaza festgehaltenen Geiseln demonstrierten gestern erneut vor dem Wohnhaus von Netanyahu in Jerusalem. In Israel steht der Winter mit Regen und Kälte bevor. Die Familienangehörigen betonten, dass die Geiseln einen zweiten Winter ‘in den eiskalten Tunnels von Gaza’ nicht überleben werden. «Während Netanyahu und sein Team damit beschäftigt sind, die öffentliche Meinung zu manipulieren, sterben 101 Geiseln unter dramatischen Bedingungen.»

Die IDF hielt gestern Abend eine Konferenz für Mitglieder der haredischen Gemeinschaft, die als Reservisten in der neuen Haredi-Brigade, die Hasmonäische[1] Brigade, eingezogen werden sollen, ab. Innerhalb dieser Brigade soll eine Reservekompanie aufgestellt werden. Diese wird zunächst ältere Personen umfassen, die eine zweiwöchige Grundausbildung durchlaufen haben und dann in nicht-kämpfenden Funktionen eingesetzt werden. Die Reservisten werden eine sechs-monatige Kampf-Trainings-Phase durchlaufen, bevor sie in die eigentliche Reservekompanie versetzt werden.
Die IDF versicherte, dass die Brigade «einen ultraorthodoxen Charakter haben wird, in dem die ultraorthodoxen Soldaten alle notwendigen Bedingungen erhalten, um ihren Lebensstil beizubehalten.»
Zeitgleich trafen sich die Ehefrauen der zukünftigen Reservisten mit der Frau vom Leiter des Ausbildungskommandos Generalmajor David Zini, der auch die Konferenz leitete.
Netanyahu erklärte vor dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung der Knesset, dass «das einzige Abkommen, das die Hamas will, ist, dass der Krieg beendet wird und die IDF den Streifen verlässt, damit sie wieder an die Macht kommen kann. Ich bin unter keinen Umständen bereit, das zuzulassen.» Er betont, dass die Hamas ‚den Druck auf Israel sieht‘ und daher glaubt, dass sie auf ein besseres Abkommen warten kann. Der Sicherheitsapparat hat davor gewarnt, dass eine solche Position wahrscheinlich das Todesurteil für die Geiseln bedeutet. Netanyahu betonte auch, dass er fast keine Chance für eine Vereinbarung mit der Hisbollah sieht.



MK Simcha Rothman, Religious Zionism, liess es nicht zu, dass Videos der Geiseln während einer Sitzung des ‘Knesset-Ausschusses für Recht, Justiz und Verfassung’ abgespielt werden, die von der Hamas veröffentlicht worden waren. Es handelt sich um die Familie Trufanov und Angrest. Rothman betonte, das Abspielen von Videos müsse ‘im Vorfeld koordiniert werden’. Ofir Angrest, Bruder von Matan, reagierte aufgebracht: «Wie soll ich das koordinieren, wenn dies die einzige Möglichkeit ist, meinen Bruder zu sehen? Er hat keine Zeit, er braucht Sie, warum kämpfen Sie nicht für ihn? Er ist in den Kampf gezogen, obwohl er wusste, dass er sterben könnte. Die Hamas hat meinen Bruder aus einem Panzer entführt. Wo ist die IDF? Ihr habt meinen Bruder im Stich gelassen.» Matan hatte am 7. Oktober Dienst in Nahal Oz. Auf einem Video, das im Gazastreifen gefunden wurde, sei er, so seine Mutter, mit Blutergüssen zu sehen.
Rothman weigerte sich auch, eines der Videos von Sasha Trufanov, der vom Palästinensisch Islamischen Djihad gefangen gehalten wird, abspielen zu lassen.
Von offizieller türkischer Seite wird vehement dementiert, dass hochrangige Führer der palästinensischen Terror-Organisation Hamas von Doha in Katar in die Türkei umgezogen sind. Es sei schon seit langer Zeit üblich, dass einzelne Personen oder auch eine ganze Gruppe von ihnen die Türkei besuchen. Die Türkei betrachtet die Hamas nicht als Terror-Organisation. In der vergangenen Woche hatte es Meldungen gegeben, dass Katar die Hamas-Führer aufgefordert habe, ihr Büro in Doha zu schliessen und das Land zu verlassen.

Von einem Konvoi mit 109 LKWs mit Hilfsgütern und Lebensmitteln, der heute nach Gaza fuhr, wurden 98 (sic!) LKWs geplündert und waren somit für die Zivilbevölkerung verloren. Das teilte eine Mitarbeiterin der UNWRA mit, ohne zu erklären, wer die Plünderungen vornahm. Die Lieferungen stammten von der UNWRA und der NGO ‘World food program’. Kurz vor der Abfahrt in Kerem Shalom wurde der Konvoi von Israel angewiesen, eine andere als die normale Strecke zu benutzen.

Das jordanische Militär bestätigt, dass ein unbekanntes Flugobjekt in der Nähe der Grenze zu Israel eingeschlagen ist. Zwei Explosionen waren nach dem Einschlag zu hören.Damit scheinen sich Berichte zu bestätigen, dass eine fehlgeleitete Abfangrakete der IDF in der Nähe der Grenze zwischen Aqaba und Eilat einschlug. Die Drohne selbst wurde von einem anderen Abfangjäger zerstört. Laut der jordanischen Nachrichtenagentur ‘Petra’ richtete die Abfangrakete keine nennenswerten Schäden an. Die Drohne stammte aus dem Irak.
Gestern am späten Abend haben Houthi-Terroristen erneut ein Frachtschiff angegriffen. Das Schiff war im südlichen Roten Meer unterwegs, als der Kapitän sah, wie eine Rakete in unmittelbarer Nähe des Schiffes ins Meer stürzte. Es wurden keine Schäden gemeldet, das Frachtschiff konnte ungehindert seinen Weg Richtung Golf von Aden fortsetzen.
Bei der letzten Salve von etwa 30 Raketen aus dem Libanon, die auf den westlichen Galil abgeschossen wurden, wurde eine Frau von einem abstürzenden Schrapnell im Genick verletzt und wurde ins ‘Galilee Medical Center’ in Nahariya eingeliefert. Die meisten Raketen wurden abgefangen, die anderen stürzten auf offenem Gelände ab.


Die IDF entdeckte im südlichen Libanon erneut zahlreiche Raketenwerfer und Raketenabschuss-Basen, die teilweise in Häusern und teilweise im waldigen Gelände versteckt waren. Einige waren schon für den Abschuss auf den Norden Israels vorbereitet. Auch ein Tunnel, dessen Zugang im bergigen Gelände gut versteckt war, wurde entdeckt. Innerhalb des Tunnels gab es Waffenlager, Ausrüstungsgegenstände und Lebensmittel.

Lt. Ivri Dickstein, s’’l, der am Donnerstag im südlichen Libanon fiel, hatte für seine Frau für den Shabbat Blumen und Konfekt bestellt. Er wusste, dass er an diesem Wochenende nicht dienstfrei hätte, und er wollte ihr eine Freude machen.
Am Freitag, unmittelbar nachdem die Familie von seiner Beisetzung kam, läutete ein Bote an der Türe und brachte ihr die Blumen und das Konfekt. Und einen Brief, den er dem Blumenhändler diktiert hatte. «Für meine geliebte Frau, ich schreibe dir wieder vom Norden, ich hoffe, diesmal wird es das letzte Mal sein. Ich bin ok, glücklich und stolz, dass ich etwas Wichtiges für unsere Nation tun kann. Ich bitte dich, behalten dein Lächeln und halte die Ohren steif. Mach dir keine Sorgen, ich liebe dich!»
[1] Die Hasmonäer waren ein Herrschergeschlecht im 1. und 2. Jahrhundert BCE, welches sich nach dem Aufstand der Makkabäer im Jahr 167 BCE entwickelte und einen selbstständigen jüdischen Staat in der damaligen Region des römischen Palästinas gründete. In dieser Zeit entwickelte sich die jüdische Religionslehre. Matitjahu, ein Hohe-Priester gilt als ‘Ahnherr’, was auch erklärt, dass die Hasmonäer zugleich Priester und weltliche Herrscher waren und ein streng religiös orientiertes ‘Priesterkönigtum’ gründeten.
Kategorien:Israel
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