18. Cheschwan 5785

Auch heute muss die IDF leider wieder den Tod eines Soldaten bekannt geben. Sgt. First Class (res.) Omer Moshe Gaelor, 30, s’’l, wurde durch die Explosion einer mit Sprengstoff beladenen Drohne im südlichen Libanon getötet. Beim gleichen Vorfall wurden weitere drei Soldaten schwer verletzt. Refua shle’ema!

Shin Bet-Chef Ronen Bar war, wie erst jetzt bekannt wurde, am Wochenende in der Türkei, um dort mit seinem Amtskollegen Ibrahim Kalin darüber zu beraten, wie die festgefahrenen Gespräche wieder angeschoben werden können. Die hochrangigen Vertreter der Hamas sind nicht mehr in Doha, sondern in der Türkei ansässig.
Das Büro des PM hat, so schreibt der Haaretz, den Shin Bet aufgefordert, ein Rechtsgutachten zu erstellen. Darin soll festgehalten werden, dass es derzeit für den PM nicht möglich ist, sich über längere Zeit an einem öffentlichen bekannten Ort aufzuhalten. Nach dem Angriff auf die Villa der Netanyahus soll das vom Shin Bet als Vorsichtsmassnahme formuliert worden sein. Damit soll verhindert werden, dass die Hisbollah eine Drohne dorthin schickt.
Der Shin Bet lehnte die Aufforderung ab, überprüft aber, ob die Sicherheit Netanyahus während des gesamten Prozesses gewährleistet ist. Die Ablehnung löste natürlich sofort wieder die Aufforderung aus, den Chef des Shin Bet Ronen Bar, zu entlassen.
Nachdem Netanyahu in der vergangenen Woche noch betont hatte «er werde nun nichts mehr unternehmen, um seine Aussagen vor Gericht zu verzögern», ist dieses Ansinnen doch nichts anderes, als genau das zu versuchen.

In seiner gestern Nachmittag vor der Knesset gehaltenen Rede ging Netanyahu auf die Erfolge Israels bei den Angriffen auf den Iran ein und bestätigte, dass die ’geheime’ Nuklear-Fabrik Parchin teilweise zerstört wurde. Darüber war bereits in der vergangenen Woche vom US-amerikanischen Nachrichtenportal ‘Axios’ berichtet worden. Den zweiten grossen Erfolg nannte er, dass alle vier S-300 Luftabwehr-Systeme rund um Teheran zerstört wurden.
In Bezug auf die immer noch in Gaza festgehaltenen Geiseln sagte er, er werde «jeden Stein umdrehen und Tag und Nacht daran arbeiten, alle Geiseln ‘nach Hause’ zu holen’. Bis heute haben wir 154 zurückgebracht, 117 lebend und weitere 37 leider tot. Wir werden mehrere Dutzend Geiseln zurückholen. Ich hoffe, in der nahen Zukunft.»
Nur zwei Wochen nach der Wahl in den USA übte er heftige Kritik am Urteilsvermögen und der Politik der Regierung von US-Präsident Joe Biden. «Die USA hatten Vorbehalte und schlugen vor, nicht in den Gazastreifen einzumarschieren. Sie hatten Vorbehalte gegen den Einmarsch in Gaza-Stadt, Khan Younis und waren vor allem strikt gegen den Einmarsch in Rafah.» Die USA hatten Vorbehalte, dass der Schaden an der Zivilbevölkerung in Rafah sehr gross werden würde und versuchten deshalb, Netanyahu zu überzeugen, nicht einzumarschieren. «Präsident Biden sagte mir, dass wir allein sein würden, wenn wir einmarschieren. Er sagte auch, dass er die Lieferung wichtiger Waffen an uns einstellen würde. Und das tat er auch. Ein paar Tage später erschien US-Aussenminister Antony Blinken und wiederholte dasselbe.»
Für mich ist das erneut ein Zeichen, dass Netanyahu alles andere ist als ein Staatsmann. Er ist ebenso wie sein neuer Verteidigungsminister, Gideon Sa’ar, ein Wendehals, der sicher schon darauf wartet, Trump umarmen zu können und blind dessen Vorgaben zu folgen.
Oppositionsführer Yair Lapid erklärte unmittelbar nach der Rede Netanyahus den anwesenden Abgeordneten: «Netanyahu ist nicht bereit, das geringste politische Risiko einzugehen, um 101 Geiseln nach Hause zu bringen. Glauben die Minister, die Mitglieder des Kabinetts, der Premierminister, insbesondere der Premierminister, wirklich, dass es keine heiligere, grössere Pflicht gibt, als die Geiseln nach Hause zu bringen?» Lapid fuhr fort: «Was ist, wenn morgen ein Reservist entführt wird? Herr Premierminister, werden Sie alles tun, um ihn zurückzubekommen? Wird er nach Hause zurückkehren oder wird er enden wie Hersh und Carmel und Eden und Yotam und Alon [in Gaza gestorbene Geiseln]? Die Reservisten können Ihnen nicht vertrauen. Sie sehen sich diese Regierung an, sie sehen Sie an, Herr Netanyahu, und sie wissen, dass es niemanden gibt, dem sie vertrauen können. Sie erfüllen ihre Pflicht nicht, die Regierung erfüllt ihre Pflicht nicht!» Kol Hakavod, Yair!


Der US-amerikanische Sonderbeauftragte Amos Hochstein ist nun doch, entgegen anderslautenden Meldungen, nach Beirut geflogen, um dort Gespräche über ein Waffenstillstandsabkommen zu beginnen. Heute Vormittag traf er sich mit Parlaments-Sprecher Nabih Berri. Der Libanon hat den US-amerikanischen Vorschlag grundsätzlich angenommen. Allerdings wurden einige Anmerkungen angefügt. Welche das sind, wurde noch nicht bekannt.
Im Laufe des Vormittags kam es erneut zum Angriff mit Drohnen aus dem Libanon. Zwei wurden abgefangen, bevor sie den israelischen Luftraum erreichten, zwei andere stürzten ab, bevor sie nach Israel kamen.
Zeitgleich wurden 25 Raketen auf den Norden des Landes abgeschossen. In Karmiel kam es zu einem Treffer, wobei schwerer Sachschaden entstand und eine Frau mittelschwer verletzt wurde. An anderen, nicht näher definierten Orten wurden vier Personen durch Glassplitter verletzt.




Das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, dass die IDF vor Kurzem Waffen präsentiert hat, die sie bei Kämpfen mit der Hisbollah erbeutet hat. Darunter befindet sich eine grosse Zahl von hochentwickelten russischen Waffen. Das erhärtet den Verdacht, dass die Hisbollah russische Waffen aus syrischen Beständen erhalten hat. Unter den Waffen befindet sich die moderne Panzer-Abwehr-Rakete ‘Kornet’, die erst seit 2020 hergestellt wird. Bisher ging die IDF davon aus, dass die russischen Waffen der Hisbollah zum Teil noch aus der Sowjetzeit stammten. Jetzt hat sich herausgestellt, dass das Waffenarsenal der Hisbollah über weitaus modernere Waffen verfügt.
Im Süden des Libanons wurden sowohl in ober- als auch unterirdischen Bunkern der Hisbollah, nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt, zahlreiche Waffen aufgefunden.
Moskau beteuert seit Langem, sich in Konflikten zwischen Israel und seinen Nachbarn neutral zu verhalten. Das dürfte nun widerlegt sein!
«Israel muss selbstbewusster auftreten und seine Interessen verteidigen», sagte Arkady Mil-Man, ein ehemaliger israelischer Botschafter in Russland. «Wir müssen den Russen erklären und vermitteln, dass wir keine Unterstützung der Hisbollah und des Iran dulden werden, die den Israelis schaden könnte.»
Drohnen, die sowohl gegen die Ukraine als auch gegen Israel eingesetzt werden, stammen aus dem Iran. Das wiederum belegt, dass zwischen dem Iran und Russland gute Kontakte bestehen. Ein Reporter des WSJ besuchte das ‘Israels National Munition Disassembly Lab’, wohin die erbeuteten Waffen zur Untersuchung gebracht worden waren.

Safaa Awad, 41, die gestern bei einem Raketenangriff auf die arabische Stadt Shfar’am ums Leben kam, befand sich zum Zeitpunkt des Einschlags in ihrem Schutzraum. Heute wurde bekannt, dass der Schutzraum unsachgemäss gebaut worden war. Untersuchungen ergaben, dass der Raum an den Wänden gefliest war. Die Fliesen zerbarsten durch den Druck und verursachten die tödlichen Verletzungen.
Insgesamt wurden bei diesem tragischen Vorfall 56 Personen verletzt, 18 von ihnen waren Kinder. Awad musste zunächst aus dem Schutzraum befreit werden. Sie wurde reanimiert, starb aber trotz aller Bemühungen kurz darauf.
Magen David Adom suspendierte eine Ersthelferin, die in einem Tweet ihrer Freude über den Tod von Safaa Awad Ausdruck verlieh. «Es gibt keinen Grund, traurig zu sein. Sie ist auf jeden Fall eine Terroristin. Sie hat uns niemals unterstützt. ‘May her f**cking be a blessing.»
Ich schäme mich für die Frau, die solche hasserfüllten Aussagen macht.




Bei einem zweiten Angriff auf Zentral-Israel nur kurze Zeit später, konnten die Raketen abgefangen werden. Durch abstürzende Überreste wurden in der Region Ramat Gan und Bnei Brak einige Brände ausgelöst und grosse Schäden an Gebäuden verursacht. Fünf Personen wurden verletzt, eine Frau schwer. Offenbar hatte es sich um eine Boden-Boden-Rakete gehandelt, die zerbrach, als sie von der Abfangrakete getroffen wurde.
Ali Tawfiq Dweiq, der neue Kommandant der Hisbollah Mittelstrecken-Raketen-Einheit, wurde durch einen gezielten Luftangriff in Jouz, einem Dorf im südlichen Libanon, eliminiert. Seine Einheit ist verantwortlich für die Angriffe auf weiter entfernte Gebiete, wie Haifa und andere Regionen in Zentral-Israel. Seit er die Verantwortung für die Einheit übernahm, hat er mehr als 300 Abschüsse geleitet.

Mohammed Quandeel, ein Palästinenser, war gestern mit seinem LKW unterwegs von Jericho nach Ramallah. Sein Auto blieb aus unbekannten Gründen stecken. In der Nähe von Jericho wurde er von zehn Siedler-Terroristen angegriffen und verprügelt. Anschliessend wurde er von der IDF festgenommen. Die IDF verhinderte, dass er vom Roten Halbmond erstversorgt wurde.
Quandeel wurde nach eigenen Angaben nach zehn Stunden freigelassen, nachdem er eine Zahlung von US$ 300 geleistet hatte.
Die jüdischen Terroristen wurden nicht festgenommen.
Erst zwölf Stunden nach einer entsprechenden Anfrage bei der IDF antwortete diese der Times of Israel, dass die israelische Polizei für den Vorfall zuständig sei.
Von dort kam keine Reaktion.



Die gute Nachricht des Tages: Das Bezirks-Gericht Jerusalem hat die PA und die PLO zur Zahlung einer Entschädigung für die Opfer des Terroranschlags auf die Pizzeria Sbarro verurteilt. Am 9. August 2001 sprengte sich Izz al-Din al-Marsi in der vollen Pizzeria in Jerusalem in die Luft. 15 Menschen starben, mehr als 130 wurden verletzt. Nach dem Urteil soll jetzt jedes Opfer mit etwa NIS 10 Millionen (ca. US$ 2.6 Millionen) entschädigt werden. Die Gelder werden von den Steuergeldern einbehalten, die Israel für die PA erhält und an sie weiterleitet.
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