28. Cheschwan 5785


Bei einem Terror-Angriff bei Ariel, Samaria, haben erste Untersuchungen ergeben, dass der Terrorist aus der Gegend von Nablus kommend, eine Hauptstrasse benutzt hat, auf der es keine Check-Points gibt. Er stoppte sein Auto etwa 150 m vor dem Bus an der Haltestelle, lief auf ihn zu und eröffnete das Feuer. IDF-Soldaten, die sich in der Nähe befanden, erschossen ihn nur kurze Zeit später. Die IDF ging zunächst davon aus, dass er kein Einzeltäter war, sondern dass er das M-16 und den Wagen von einem Komplizen erhielt. Die Suche nach einem möglichen zweiten Terroristen wurde nach kurzer Zeit eingestellt, nachdem klar war, dass der Terrorist zumindest am Tatort allein war. Neun Personen wurden verletzt, drei von ihnen schwer, teilte Magen David Adom mit.
Gen. Maj. Ori Godin, Chef des IDF-Nordkommandos, betonte bei einer Lagebesprechung, dass sich die IDF derzeit im Libanon im ‘Durchsetzungsmodus’ befindet. Das bedeutet, dass die IDF nicht aktiv gegen die Hisbollah vorgeht, sondern daran arbeitet, die Bedingungen der Resolutionen 1559 und 1701 durchzusetzen (s. Bericht vom 25.11.) «Wir haben die Hisbollah um viele Jahre zurückgeworfen, und dieser bedeutende Erfolg, der schwere Schaden, den wir der Hisbollah zugefügt haben, ermöglicht eine völlig andere Freiheit, Entscheidungen zu treffen und diese Kampagne voranzutreiben. (…) Wir werden sie aggressiv durchsetzen, unter den von uns festgelegten Bedingungen, und das wird auch so umgesetzt. Deshalb wollen wir nicht, dass die Hisbollah in diese Gebiete zurückkehrt, sondern, dass das gesamte Gebiet frei von Kapazitäten und natürlich auch von Waffen der Hisbollah ist, und das ist unsere Aufgabe.» Godin betont jedoch, dass sie bei Zuwiderhandlungen durch die Hisbollah jederzeit wieder in den Kampfmodus gehen könnten.

Generalstabschef Herzi Halevi hat angekündigt, er werde zurücktreten, sobald das Militär seine Untersuchungen zum Massaker vom 7. Oktober abgeschlossen haben wird. «Am Ende der Untersuchungen werden wir auch persönliche Entscheidungen treffen und die Kommandeure werden Verantwortung übernehmen, von mir abwärts. Ich habe nicht die Absicht, persönliche Entscheidungen zu übergehen, wenn sich das Bild für uns klarer abzeichnet», betont er in einem Schreiben an die Truppen. Bis dahin werde er selbstverständlich weiterhin Offiziere zur Beförderung vorschlagen und auch in neue Positionen einsetzen. Dies sei, so schreibt er, kein Privileg, sondern ein Befehl. Der Aufbau des Militärs ist ein dynamischer Prozess, der nicht gestoppt werden darf. Nicht alle Vorschläge werden kritiklos angenommen. Vor wenigen Tagen lehnte der neue VM, Israel Katz, die Ernennung von zwei Offizieren ab, weil sie möglicherweise an Fehlern beteiligt waren, die zum Massaker vom 7. Oktober führten.

Wissenschaftler der Universität Tel Aviv arbeiten seit fünf Jahren daran, seismische Geräusche, die durch menschliche Geräusche entstehen, zu lokalisieren und zu analysieren. Jetzt haben sie Bilder veröffentlicht, die belegen, dass etwa 30 Minuten vor dem Beginn des Massakers von 3 weit auseinander liegenden Messstationen eine ungewöhnlich starke Fahrzeugbewegung in Richtung der Grenze zu Israel stattfand. Die Aufzeichnungen begannen etwa um 6 Uhr morgens, also 29 Minuten bevor die ersten Terroristen nach Israel eindrangen. Die Ergebnisse der Auswertung wurden in der Zeitschrift ‘The Seismic Record’ veröffentlicht. Die Wissenschaftler glauben, dass die Entdeckung den potenziellen Einsatz seismischer Sensortechnologie zur frühzeitigen Warnung vor terroristischen Aktivitäten demonstriert, betonen jedoch, dass ihre Untersuchungen Monate nach dem Massaker stattfanden. «Am Morgen des Angriffs, als die Aktivitäten in der Nähe der Stationen minimal waren, fanden wir einzigartige, weit verbreitete seismische Ausschläge, die monoton zunahmen, je näher der Zeitpunkt des Angriffs rückte. Keine bekannte natürliche oder menschliche Quelle auf israelischer Seite hätte seismische Signale mit einer Verteilung und Intensität erzeugen können, die denen der Hamas-Bewegungen ähneln.»

Die IDF warnt die Öffentlichkeit dringend davor, gesperrte Militärzonen und evakuierte Orte im oberen und westlichen Galil zu betreten. In diesen grenznahen Gebieten operiert die IDF. Weiterhin besteht die Gefahr, dass sich in der Region ‘nicht explodierte Kampfmittel’ befinden, die lebensgefährlich sein können. Falls ein solches ‘Kampfmittel’ aufgefunden wird, wird dringend aufgefordert, sich zu entfernen und sofort die Polizei oder andere Sicherheitskräfte zu informieren.

Die libanesische Nachrichtenplattform ‘News Agency’ berichtet, dass die IDF im südlibanesischen Dorf Al-Khiyam während einer Beisetzung das Feuer eröffnete. Kurze Zeit zuvor hatte die IDF die Bewohner einiger Orte im südlichen Libanon, darunter auch von Al-Khiyam dringend aufgefordert, nicht dorthin zurückzukehren. Von der IDF und dem libanesischen Militär gab es keine Stellungnahmen zu dem Vorfall. Für zehn Orte entlang der Blauen Linie gilt absolutes Zutrittsverbot. Für sämtliche Orte innerhalb der Pufferzone gilt eine Warnung. Dazu gehört auch Al-Khiyam. Die Pufferzone umfasst das Gebiet zwischen der Blauen Linie und der Grenze zu Israel.

Die IDF zeigte ausländischen Journalisten die Hilfsgüter, die in Kerem Shalom darauf warten, von den Hilfsorganisationen abgeholt und in den Gazastreifen transportiert zu werden. Internationale Hilfsorganisationen werfen Israel immer wieder vor, die Lieferungen von Hilfsgütern zu verhindern. Die Versorgungslage der Zivilbevölkerung in Gaza sei so schlecht, wie noch nie, seit im Oktober 2023 die Hamas Israel angriff und damit den Krieg provozierte. Israel hingegen beklagt, dass die Hilfsorganisationen nicht in der Lage sind, die grossen Mengen an Hilfsgütern zu handhaben und zu verteilen. «Heute warten mehr als 800 LKW-Ladungen darauf, von der internationalen Gemeinschaft übernommen und an die Menschen in Gaza verteilt zu werden», sagt Oberst Abdullah Halabi, Leiter der Gaza-Abteilung von COGAT, der israelischen Militäreinheit, die für die Überwachung der humanitären Bedürfnisse in Gaza zuständig ist. Er beklagt auch, dass die Lieferungen oft monatelang an der Grenze stehen, bevor sie umgeladen werden. Von israelischer Seite gibt es keine Begrenzungen für die Lieferungen.

Tausende Libanesen, die während des Krieges nach Syrien geflüchtet waren, kehren in den Libanon zurück. Am Grenzübergang Jousieh stauen sich die Fahrzeuge Stossstange an Stossstange. Alle vier Spuren, die aus der Region um Homs kommen, sind von den Rückkehrern blockiert, wer nach Syrien will, muss eine Nebenstrasse wählen oder einfach querfeldein fahren. Von den sechs Grenzübergängen sind nur noch zwei in Funktion, die anderen wurden von der IDF zerstört, weil sie überwiegend dem Waffenschmuggel dienten. Die beiden Staaten teilen sich eine 375 km lange Grenze.
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