Krieg in Israel – Tag 430

8. Kislev 5785

Auch heute muss die IDF leider den Tod von sieben Soldaten bekannt geben.Maj. (res.) Evgeny Zinershain, 43, Cpt. (res.) Sagi Ya’akov Rubinshtein, 31, Master Sgt. (res.) Binyamin Destaw Negose, 28, und Sgt. First Class (res.) Erez Efraim, 25, s’’l, verloren ihr Leben bei einem tragischen Vorfall im Süden des Libanon. Staff Sgt. Ido Zano, 20, Staff Sgt. Barak Daniel Halpern, 19, und Sgt. Omri Cohen, 19, s’’l, fielen bei einem Kampf in der Nähe von Jabaliya im nördlichen Gazastreifen. Bei diesem Vorfall wurden weitere 12 Soldaten verwundet. Über die näheren Umstände dieses tragischen Vorfalls ist noch nichts Näheres bekannt.

Entsprechend ersten Untersuchungen durch die IDF durchsuchten die Soldaten einen Tunnel im Gebiet von Labbouneh, als plötzlich dort gelagerte Waffen und Sprengstoffe der Hisbollah explodierten. Die IDF vermutet, dass es sich nicht um eine Sprengfalle der Hisbollah gehandelt hat, sondern um Sprengstoff, der dort zuvor von der IDF platziert wurde. Der Fall wird weiter untersucht.

Das war ja klar! Auf Anregung von Aryeh Deri haben die Mitglieder des nationalen Sicherheitsrates in einem Brief an GStA Gali Baharav-Miara gefordert, den Beginn der Befragungen durch das Gericht zu verschieben. Als Grund gaben sie den Sturz des syrischen Regimes und den andauernden Krieg in Gaza an. «Ich habe keinen Zweifel daran, dass dies eine schicksalhafte Zeit für den Staat Israel ist, eine der schicksalhaftesten Zeiten, die wir je erlebt haben. Der Premierminister sollte sich zu diesem Zeitpunkt ausschliesslich auf ‘natürliche Interessen’ konzentrieren. Eine Zeugenaussage würde ihn daran hindern, dieser Pflicht nachzukommen.» Nicht unterschrieben haben der Minister für strategische Angelegenheiten, Ron Dermer, und Verteidigungsminister Israel Katz.

Meine Wette steht immer noch!

Im TV: Assad Regime gestürzt Die zwei Mullahs: „Hamas ist weg, Hisbollah ist weg, Syrien ist weg!“ „Bleiben uns nur mehr die Houthis“ © Amos Biderman, facebook

Die iranische Führung hat nach eigenen Angaben eine ‘direkte Kommunikationslinie’ mit der neuen politischen Führung in Syrien aufgebaut, um ‘eine feindliche Entwicklung zwischen den Ländern zu vermeiden’. Nach der Entmachtung des mörderischen Assad-Regimes hatten gestern Rebellengruppen unter Führung von Hayat Tahrir al-Sham (HTS) die Macht in Syrien übernommen. HTS war früher eine Tochterorganisation von Al-Qaida. Der Iran verliert dadurch, ebenso wie die Türkei und Russland, den stärksten Verbündeten im Nahen Osten. «Diese Zusammenarbeit ist der Schlüssel zur Stabilisierung der Beziehungen und zur Vermeidung weiterer regionaler Spannungen», sagte ein hochrangiger Beamter aus Teheran gegenüber Reuters.

Moskau teilte mit, man werde über die Zukunft der russischen Militärbasen in Syrien entscheiden, wenn bekannt wird, wer dort die Regierung übernimmt. Putin selbst hatte beschlossen, der Familie des Schlächters von Syrien, Assad und seiner Familie, Asyl zu gewähren. Wo sie sich aufhalten, wird nicht bekannt gegeben. Der russische Staatspräsident wird sich mit Assad treffen, es gibt noch keinen Termin. Man bedenke, der Mann, dessen Familie 50 Jahre ein grausames Regime gegen das eigene Volk geführt hatte, Folterungen, Massaker, Giftgas- und Fassbombenangriffe anordnete, mehr Blut an den Händen hat, als jeden anderen Diktator der Neuzeit, der erhält ‘politisches Asyl aus humanitären Gründen’! Auch Putin ist ein vom ICC verurteilter Kriegsverbrecher und hat schwere Massaker an Zivilisten in der Ukraine angeordnet.

Aussenminister Gideon Sa’ar betonte, dass die Präsenz israelischer Truppen auf syrischem Gebiet ein ‘begrenzter, temporärer Schritt’ ist. Sie diene ausschliesslich dazu, die Sicherheit Israels während der Umbruchphase nach der Entmachtung Assads zu gewährleisten und zu verhindern, dass Chemiewaffen in die Hände der neuen Machthaber fallen. Solange das Verhältnis des ‘neuen Syriens’ zu Israel nicht eindeutig geklärt ist, muss Israel alles tun, um sich zu schützen.

Verteidigungsminister Israel Katz hat die IDF angewiesen, die gestern begonnene Stationierung von Truppen innerhalb der Pufferzone zu Syrien zu verstärken. Auch über die Pufferzone hinaus muss eine ‘Sicherheitszone frei von schweren strategischen Waffen und Terror-Infrastruktur’ erreicht werden. Die IDF solle, so Katz, den Kontakt zur drusischen Bevölkerungsgruppe auf dem Golan herstellen. Ein Hauptaugenmerk muss darauf liegen, die Routen für Waffenschmuggel vom Iran via Syrien in den Libanon zu verhindern. Neben den Chemiewaffen werde die IDF auch ausserhalb der Pufferzone im syrischen Kernland andere strategische Waffen, wie Boden-Luft-Raketen, Boden-Boden-Raketen, Marschflugkörper, Langstreckenraketen und Raketenabwehr-Systeme zerstören.

Gestern verkündete Netanyahu mit glückseligem Grinsen, dass der schnelle Zerfall des Assad-Regimes nur auf Israels Kampf gegen die mit dem Iran verbündeten Hisbollah und Hamas Terror-Gruppen zurückzuführen sei. Oppositionsführer Yair Lapid sieht das anders. «Diese Aussage ist unverantwortlich und gefährlich und entbehrt jeder politischen Logik.» Seiner Ansicht nach werden die Rebellen irgendwann darauf reagieren, um ihr Gesicht in der arabischen Welt nicht zu verlieren. Auch die Ankündigung von VM Katz, die IDF habe weitere Stellungen der syrischen Armee ‘tief im Land’ eingenommen, bewertet er als nicht unproblematisch. «Dies macht aus einer gerechtfertigten Sicherheitsoperation eine Verletzung der Souveränität, der kein Land zustimmen kann. Was die Regierung, der PM, hätte tun sollen, ist das Schwierigste, was sie tun können: handeln und schweigen» so Lapid, der den Rat des ehemaligen US-Präsidenten Teddy Roosevelt zitiert: «Sprich leise und trage einen dicken Knüppel bei dir.»

Leider haben sich die ersten Rebellen bereits lautstark zu Wort gemeldet. Vor einer Moschee in Damaskus skandierten sie: «Dies ist das Land des Islam, dies ist Damaskus, die muslimische Hochburg. Von hier aus nach Jerusalem. Wir kommen nach Jerusalem. Geduld, Volk von Gaza, Geduld», schwört ein islamistischer Rebellensprecher, der von einer Gruppe bewaffneter Männer umgeben ist, die mit „Allahu akbar“- Rufen antworten.

Mehr als 4.000 Soldaten des syrischen Militärs haben ihre Panzer verlassen, sind über die Grenze in den Irak geflüchtet. Dort haben sie Waffen, Munition und gepanzerte Fahrzeuge übergeben. Derzeit leben sie in einem Camp an einem unbekannten Ort. Bereits gestern Abend hat der Gouverneur der syrischen Provinz Hasakeh mit einem Militärkonvoi an einem Grenzübergang zum Irak um Einreiseerlaubnis in den Irak gebeten. Bagdad gehörte zu den engsten Unterstützern von Syrien, hat aber bei der Übernahme durch die Milizen und dem Fall des Assad-Regimes keine Position bezogen.

Die Route wird neu berechnet! © Guy Morad, facebook

Arabischen Medienberichten zufolge wird die syrische Übergangsregierung von Mohamed Al-Bashir geleitet, der vor der zwölftägigen Blitzoffensive, die zum Sturz des Assad-Regimes führte, die Verwaltung in einem kleinen von Rebellen gehaltenen Gebiet leitete.

Berichten zufolge trifft sich Bashir in Damaskus mit dem scheidenden syrischen Premierminister Mohammed al-Jalali, der gestern erklärte, er werde mit ‘jeder vom syrischen Volk gewählten Führung’ zusammenarbeiten. Nun ist zwar Al-Bashir nicht vom Volk gewählt, aber ich hoffe, die beiden können sich trotzdem irgendwie einigen.

Eine aus dem Jemen gestartete Drohne schlug in ein Appartement-Gebäude in der südisraelischen Stadt Yavne, zwischen Tel Aviv und Ashdod, ein und richtete dort grossen Schaden an. Die IDF untersucht, warum kein Alarm ausgelöst wurde. Menschen kamen bei dem Angriff nicht zu Schaden. Die Drohne flog offensichtlich über das Mittelmeer, gelangte dann in der Nähe des Gazastreifens in den israelischen Luftraum und flog ab dann in nördliche Richtung nach Yavne. Die Drohne wurde entdeckt, konnte aber nicht kontinuierlich verfolgt werden. Ein Kampfjet wurden losgeschickt, kam aber zu spät, um sie abschiessen zu können.



Kategorien:Israel, Politik

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