Krieg in Israel – Tag 450

28. Kislev 5785

Leider musste die IDF erneut den Tod eines Soldaten bekanntgeben. Staff Sgt. Yuval Shoham, 22, s’’l, verlor sein Leben heute im nördlichen Gazastreifen. Weitere Einzelheiten, die zu seinem Tod führten, sind noch nicht bekannt.

Ahmad al-Sharaa, der neue syrische Führer, erklärte in einem Interview mit al-Arabiya, dass die Durchführung freier Wahlen in Syrien bis zu vier Jahren Vorbereitungszeit benötigen könnte. Allein der Entwurf einer Verfassung wird drei Jahre in Anspruch nehmen. Gleichzeitig bat er die Syrer um Geduld. Veränderungen werden erst innerhalb eines Jahres erkennbar. Gleichzeitig sicherte er zu, dass die HTS-Gruppe, die zum Sturz von Assad und damit zum Ende der Diktatur führte, aufgelöst und in demokratische Strukturen überführt werde. Aufgrund seines pragmatischen Auftretens und der Präsentation seiner Pläne, beschlossen die USA, das noch immer auf seine Verhaftung ausgeschriebene Kopfgeld in Höhe von US$ 10 Millionen (!) aufzuheben.

Landwirtschaftsminister Avi Dichter, Likud, drückt seine Unterstützung für die Einsetzung einer staatlichen Untersuchungskommission aus. Damit stellt er sich gegen die Mehrheit seiner Koalitionskollegen, insbesondere auch gegen Netanyahu, die eine solche Kommission strikt ablehnen. «In Israel gibt es glücklicherweise nur wenige dramatische Ereignisse, die die Einsetzung einer staatlichen Untersuchungskommission rechtfertigen. Der Jom-Kippur-Krieg war zweifellos ein Krieg, der eine solche Kommission erforderte. Der Angriff vom 7. Oktober ist ein weiteres Ereignis, das eine solche Kommission erfordert.»

Der Jom-Kippur-Krieg begann am 6. Oktober 1973. Am Tag zuvor hatten Agenten des Mossad Golda Meir gewarnt, dass ein Angriff verschiedener arabischer Staaten möglicherweise bevorstand. Gerade noch früh genug um die Truppen zu mobilisieren. Meir entscheidet sich dagegen. Israel gewinnt den Krieg. Meir verliert vor der Kommission und muss zurücktreten.

Bis auf Weiteres werden wir wohl auf die Auftritte Netanyahus vor Gericht verzichten müssen. Glaubt man den Berichten, so wird er heute oder morgen, da ist man sich uneins, an der Prostata operiert. Die übliche Verweildauer im Spital ist vier bis sieben Tage, anschliessend muss jede Belastung für vier bis sechs Wochen vermieden werden. Das Gericht erklärte sich bereit, die Anhörungen für diese Woche abzusagen.

Der rechtsextreme Minister Smotrich, der neben dem Finanzministerium auch noch einen Posten im Verteidigungsministerium innehat und als Minister für die Zivilverwaltung in Jehuda und Shomron verantwortlich ist, kann glücklich in das neue bürgerliche Jahr starten. Er kündigte beim Besuch eines illegalen Aussenpostens an, dass die staatlichen Zuschüsse des Landwirtschaftsministeriums erhöht werden. Diese Gelder sollen den legalen und illegalen Siedlungen, inklusive der sogenannten Weidesubvention zur Verfügung stehen. Summenmässig werden sie an Israel angepasst. De facto wird es damit den Siedlern ermöglicht, zahlreiche neue Siedlungen zu gründen und so einer Annektierung des Landes immer näherzukommen. Siedler auf landwirtschaftlichen Aussenposten betreiben hauptsächlich Viehzucht, mit dem ausdrücklichen Ziel, die Kontrolle über grosse Teile von Juda und Shomron zu erlangen, was durch das Weiden von Schafen, Ziegen und Rindern einfacher zu erreichen ist als durch die Errichtung von Wohnsiedlungen.

Jene Raketenabschussrampen in Beit Hanoun, von denen die beiden Langstreckenraketen in Richtung Jerusalem abgeschossen wurden, konnten über Nacht von der IDF identifiziert und zerstört werden.  Die beiden Raketen hatten aus Angst vor herabstürzenden Teilen einen grossräumigen Alarm zwischen Jerusalem und dem Toten Meer ausgelöst. Jedoch wurden keine Schäden gemeldet.

In Gaza verlor innerhalb von nur wenigen Tagen das vierte Kind sein Leben aufgrund der extremen Lebensbedingungen. Jomaa al-Batran wurde nur 20 Tage al, sein Zwillings-Bruder Ali wurde von den Eltern in das al-Aqsa Spital gebracht, wo man ihn auf der Intensivstation betreut. Die Zwillinge wurden einen Monat zu früh geboren. Das Wetter soll noch eine weitere Woche so kalt und nass bleiben.

Innerhalb von 60 Tagen ab Inkrafttreten des Waffenstillstandsabkommens Ende November, muss sich die IDF aus dem südlichen Libanon zurückziehen. Gleichzeitig verpflichtet sich die Hisbollah, das Gebiet zu räumen und sich bis nördlich des Litani-Flusses zurückzuziehen. Die somit entstandene Pufferzone darf entsprechend der UNO-Resolution 1701 ausschliesslich von Soldaten des regulären libanesischen Militärs und der UNIFIL besetzt werden. Nachdem die Umsetzung seitens des Libanons aber sehr langsam vor sich geht, kann es sein, dass die IDF sich länger als vereinbart dort aufhalten wird. Nur so kann vermieden werden, dass sich ein Vakuum bildet, das es den Terroristen erneut ermöglicht, Israel anzugreifen.



Kategorien:Israel, Politik

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