Krieg in Israel – Tag 456

4. Tevet 5785

US-Präsident Joe Biden hat den US-Kongress informell über ein geplantes Waffengeschäft mit Israel im Wert von etwa US$ 8 Milliarden informiert. Das berichtete die US-amerikanische Nachrichtenplattform Axios. Ein Teil der Lieferungen wird aus vorhandenen Beständen ausgeliefert, der Rest wird innerhalb eines Jahres nach Israel geliefert. Das Paket muss noch von den aussenpolitischen Ausschüssen bestätigt werden. Die Lieferung soll «die langfristige Sicherheit Israels durch die Wiederauffüllung der Bestände an kritischer Munition und Luftverteidigungsfähigkeiten unterstützen.»

Der neue syrische Regierungschef Ahmed al-Sharaa hat die USA gebeten, sich dafür einzusetzen, dass Israel sich aus Syrien und dem syrischen Teil der Pufferzone am Mt. Hermon zurückzieht. Von israelischer Seite wurde kein Erhalt einer solchen Aufforderung bestätigt. Im Gegenteil. Israel betont nach wie vor, dass seine Anwesenheit innerhalb der Pufferzone und darüber hinaus dringend notwendig sei, um die Sicherheit des Landes zu gewährleisten. Klug wäre es jedenfalls, ein ernsthaftes Signal an al-Sharaa zu schicken, um die Bereitschaft zu zeigen, mit dem ‘neuen Syrien’ einen Neustart zu wagen. Das wäre eine wunderbare Möglichkeit für die ansonsten unfähige israelische Regierung, sich doch noch als vernünftige Politiker zu beweisen.

Die Hamas hat heute ein neues Video veröffentlicht, das ein Lebenszeichen von Liri Albag, 19, gibt. Im kurzen Video-Clip stellt sich Liri selbst vor und gibt an, seit mehr als 450 Tagen in Geiselhaft zu sein, was vermuten und hoffen lässt, dass das Video erst vor wenigen Tagen gedreht wurde. Liri wurde am 7. Oktober 2023 vom Überwachungs-Stützpunkt Nahal Oz verschleppt. Nach anfänglicher Bitte, keine Bilder zu veröffentlichen, stimmte die Familie nun doch der Veröffentlichung zu. «Das heute veröffentlichte Video hat uns das Herz gebrochen. Das ist nicht dieselbe Tochter und Schwester, die wir kennen. Ihr geht es nicht gut. Ihr schwieriger psychischer Zustand ist offensichtlich.»

Es gibt eindeutige Anzeichen dafür, dass sich die Hisbollah im Süden des Libanons bereits neu formiert. Der Grund dafür liegt unter anderem darin, dass das rechtmässige libanesische Militär bisher nichts unternimmt, um seinen Anteil an den Vereinbarungen des Waffenstillstands-Abkommens zu leisten. Generalmajor Jasper Jeffers, der für die USA die Einhaltung der Vereinbarungen überwacht, erklärte dem libanesischen Militär gegenüber, dass «die Entscheidung der IDF, ihre Anwesenheit über die vereinbarten 60 Tage hinaus auszudehnen, davon abhängt, ob Israel sein Ziel erreichen kann, der Hisbollah die Möglichkeit zu nehmen, einen Präventivschlag durchzuführen.»Das scheint derzeit nicht der Fall zu sein.

Die syrische Nachrichtenagentur SANA gab bekannt, dass ab dem kommenden Dienstag der internationale Flughafen in Damaskus seinen regulären Flugbetrieb wieder aufnehmen wird. Während des letzten Monats war der Flugverkehr aufgrund der unsicheren Situation im Land eingestellt worden. Internationale Hilfsflüge waren in den letzten Tagen bereits gelandet.

In einem Terror-Abwehr-Kampf im Balata-Flüchtlingslager in Shomron, wurde nach Angaben des ‘palästinensischen Gesundheitsamtes’ ein palästinensischer Zivilist getötet und neun weitere wurden verletzt. «Der 18 Jahre alte Muhammad Medhat Amin wurde von einer Kugel der Besatzungsmacht getötet.» Die IDF gab bekannt, dass die Aktion notwendig wurde, nachdem Terroristen Sprengstoffe platzierten, um die IDF direkt zu gefährden, Molotow-Cocktails, Steine und Feuerwerkskörper auf die Soldaten warfen. Die Soldaten gaben zunächst Warnschüsse ab, um die Gruppe zu zerstreuen. Allerdings wurden auch direkte Treffer beobachtet, die von der IDF noch nicht kommentiert wurden.

Die IDF zerstörte in der vergangenen Woche ein ganzes Wohngebiet nördlich von Beit Hanoun. Das gesamte Gebiet mit Hochhäusern diente als Rückzugsort der palästinensischen Terror-Organisation Hamas mit gut ausgebauten Kommandozentralen. Von dort aus konnten die Terroristen die gesamte Region um die südisraelische Stadt Sderot überblicken. Im als ‘Terror-Komplex’ bezeichneten Gelände fand die IDF zahlreiche Raketenwerfer und Lager mit Panzer-Abwehr-Raketen. Die Gebäude waren vermint und mit Tunnels untereinander verbunden.

Die Rose der Woche geht an: Valerie Hamaty. Valerie ist christlich-arabische Israelin aus Jaffa. Derzeit ist sie die Favoritin, die Israel beim Eurovisions Song Contest im Mai in Basel vertreten wird. Valerie mit ihrer wunderschönen klaren Stimme lässt sich in kein starres Bild pressen. 

Bei der israelischen Talent-Show ‘Rising Star’ trat sie zunächst mit einem Lied, ich möchte sagen Chanson auf, das Elemente von ‘Hurricane’, dem Vorjahreslied von Eden Golan enthält. ‘Hurricane’ ist die Ballade, die Golan unter dem Eindruck des Massakers vom 7. Oktober mit dem Titel ‘October Rain’ schrieb und die von der Jury als ‘zu politisch’ abgelehnt wurde.

Mit dem etwas geänderten Text ‘Hurricane’ durfte sie auftreten und landete immerhin auf Platz 5.

Valeries Chanson enthält aber auch die erste Zeile des vielleicht wichtigsten jüdischen Gebetes: «Shema Israel Adonai Eloheinu, ….»

https://fb.watch/wV6RC-lC6p/

Valerie ist nicht unumstritten in Israel. Darf eine Nicht-Jüdin den ‘jüdischen Staat Israel’ auf der internationalen Bühne vertreten? Wird eine arabische Israelin die Unterstützung des nicht jüdischen Bevölkerungsanteils erhalten?

In der Talent-Show trat sie zunächst mit Daniel Wais, einem Überlebenden des Nova-Festivals auf. Sie besuchte Krankenhäuser, um verletzte Soldaten aus Gaza aufzumuntern. Sie sang bei der Beisetzung von Opfern des Massakers, besuchte regelmässig betroffene Gemeinden und Kibbutzim.

Sie wird gelobt, weil sie kulturelle Grenzen aufweicht und ein Vorbild für junge arabische Künstler ist. Sie wird von der eigenen Gesellschaft abgelehnt, weil sie zu eng mit den ‘nationalen israelischen Ereignissen’ verbunden ist.

Darf nur ein jüdischer Israeli das ’Privileg’ geniessen, das offizielle Israel zu vertreten?

Ihre Familie lebt in der 5. Generation in Jaffa. Sie ist Israelin wie Israelinnen jüdischer Herkunft.

Valeris Vater sagt es treffend: «Wenn meine Tochter gewinnt, zeigt sie, dass Rassismus nicht das letzte Wort hat.»

Ich wünsche der charmanten jungen Frau viel Erfolg in Basel!



Kategorien:Israel

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