14. Tevet 5785

Nachdem man bereits voreilig für gestern Abend oder spätestens heute Vormittag das unterschriebene Abkommen angekündigt hatte, heisst es heute, ‘man erwarte, dass die Endrunde’ heute in Katar beginnen werde. In dieser Runde sollen die noch offenen Fragen geklärt werden und das Abkommen anschliessend zur Unterschrift bereitliegen. Am Mittag wird wieder Hoffnung laut. Eine palästinensische Quelle teilte Reuters mit, dass das Abkommen heute abgeschlossen wird, «wenn alles gut geht.» Um 13 Uhr wurde bekannt, dass die Hamas das Abkommen akzeptiert hat. Jetzt muss es erneut der israelischen Regierung vorgelegt werden. Auch der katarische Sprecher des Aussenministers zeigte sich hoffnungsvoll: «Wir glauben, dass wir uns in der Endphase befinden … wir sind auf jeden Fall zuversichtlich, dass dies sehr bald zu einer Einigung führen wird», sagte Majed al-Ansari, auf einer Pressekonferenz und fügte aber hinzu, dass «wir uns nicht zu sehr über das freuen sollten, was gerade passiert, bis es eine Ankündigung gibt.»
Der rechts-extreme Ben-Gvir forderte heute den ebenfalls nicht minder extremen Smotrich auf, sich nicht auf den, wie er es nennt: ‘Kapitulationsdeal’ einzulassen. «Die Otzma Yehudit allein ist nicht in der Lage, den Deal zu verhindern. Ich schlage vor, dass wir gemeinsam zum Premierminister gehen und ihm mitteilen, dass wir aus der Regierung austreten werden, wenn er den Deal verabschiedet.» Ben-Gvir betonte weiterhin, dass sie durch ihre Ablehnung die Regierung nicht stürzen werden, dass aber, «diese Zusammenarbeit unsere einzige Möglichkeit ist, das Kapitulations-Abkommen zu verhindern … und sicherzustellen, dass der Tod von Hunderten von Soldaten nicht umsonst war.»

Am Mittag löste der rechts-extreme Ben-Gvir einen empörten Aufschrei aus, als er in einem Video auf X zugab, im vergangenen Jahr mehrmals einen Deal verhindert hat. In anderen Staaten wäre dieses Bekenntnis ein Grund, ihn aus der Regierung und aus der Knesset zu verbannen. «Im letzten Jahr ist es uns gelungen, dieses Abkommen immer wieder zu verhindern, indem wir unsere politische Macht eingesetzt haben», schreibt er. Jetzt hat sich die Situation in der Regierung geändert. Seit der Aufnahme von Gideon Sa’ar mit seinen vier Mitläufern in die Regierung hat sich das Machtgefüge verschoben (s. mein Bericht von gestern). «In letzter Zeit sind weitere Akteure, die das Abkommen unterstützen, der Regierung beigetreten, und wir haben nicht mehr das Gleichgewicht der Kräfte in der Hand», klagt er.
«Seit über einem Jahr sage ich, dass sie aus politischen Gründen keinen Geiseldeal abschliessen und alle sagen mir, dass das nicht sein kann, dass es schockierend ist und wie ich so etwas sagen kann», postet Yair Lapid auf X. «Und heute veröffentlicht Ben-Gvir ein Video und sagt, ohne mit der Wimper zu zucken in die Kamera, dass das die schreckliche Wahrheit ist.» Ben-Gvir zeigt sich völlig gleichgültig gegenüber den Geiseln und ihren Familien, Menschlichkeit und Empathie kennt er nicht. Sie stören seine politische Karriere.

VM Israel Katz betont bei einer Rede vor dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung, dass er kein Gesetz in Bezug auf die Einberufung von Haredim vorantreiben werde, ausser, es erfülle zwei Bedingungen. Es müsse sichergestellt sein, dass die haredischen Soldaten einen ‘echten und bedeutenden Dienst’ leisten und dass sie so weit wie möglich ihre gewohnte Lebensführung aufrechterhalten können. Dabei bezieht er sich auf das Studium in den Yeshiwot, das integraler Bestandteil des ultraorthodoxen Lebens ist. In sieben Jahren soll die Quote von 50 % aller Wehrpflichtigen aus diesem Sektor eingezogen worden sein. Mit 26 Jahren endet für sie die Wehrpflicht. Verweigerer müssen mit finanziellen Sanktionen rechnen. Der Plan stösst sowohl bei den Mitgliedern des Ausschusses als auch bei Vertretern der Familien von gefallenen Soldaten auf Spott und Widerstand. «Die Ziele müssen realistisch sein und das richtige Verhältnis zwischen dem Wünschenswerten und dem Möglichen widerspiegeln.» Wie Katz das erreichen will, bleibt völlig offen. Bisher jedenfalls spricht nichts dafür, dass die bereits ‘eingeladenen’ Haredim auch tatsächlich zum Dienst erscheinen.


In der gleichen Sitzung des Ausschusses geschah genau das, was nach dem Bekanntwerden der Liste mit den Namen der Geiseln, die als erstes freigelassen werden, zu erwarten war. Familienmitglieder, die die Namen ihrer Liebsten nicht auf der Liste sahen, schrien VM Katz an: «Sie sind dabei, eine Auswahl zu treffen! Das ist die Praxis, die auch die Nazis in den KZs anwandten, sie entschieden, wer leben durfte und wer sterben musste.» Hanna Cohen, deren Nichte Inbar Haiman von der Hamas ermordet wurde, schrie: «Ich war mein ganzes Leben lang Mitglied des Likud. Ich will Inbar zurückhaben, damit sie in Israel beerdigt werden kann. Es darf keine neue ‘Schindlers Liste’ geben!»




Ein Ehepaar in Mevo Beitar, nur zehn Kilometer von Jerusalem entfernt, kam von einem Morgenspaziergang nach Hause und musste erkennen, dass ein grosses Trümmerteil einer Rakete ihr Hausdach zerstört hatte. Es stellte sich als Trümmerteil einer von den Houthi-Terroristen auf Israel abgeschossenen Rakete heraus, die von der IDF abgefangen und zerstört wurde. Als in der Nacht der Alarm ausgelöst wurde, suchten sie sofort ihren Schutzraum auf. Die Geräusche, die sie hörten, empfanden sie mittlerweile als normal. Sie sind seit Wochen in der Nacht zu hören, wenn die IDF die Raketen der Houthi-Terroristen abfängt. Als sie am Morgen das Haus verliessen, fanden sie kleine Trümmerstücke im Garten. Den vollen Umfang des Schadens realisierten sie erst, als sie sich dem Haus wieder näherten. Ein vier Meter langer Trümmerteil hatte das Dach durchschlagen und war auf dem darunterliegenden Schutzraum ‘gelandet’. Wäre der Aufschlag auf dem Dach an einer anderen Stelle geschehen, wäre der Schaden sicher noch viel grösser gewesen. Das Haus wird jetzt von Fachleuten untersucht, um festzustellen, ob es noch bewohnbar ist.

Der Kotzbrocken des Tages geht an: Francesca Albanese, eine UNO-Sonderberichterstatterin. Sie ist besessen von Israel und alles nutzt, um ihre unsäglichen antisemitischen Brandreden gegen Israel auszuspucken.
Mondoweiss, eine US-amerikanische Nachrichtenseite, bezeichnet sich selbst als ‘progressiv-jüdisch’. Tatsächlich ist das Ziel dieser Seite, ihre Leser mit anti-zionistischen, pro-palästinensischen Informationen zu überziehen. Amira Hass, ultra-linke Journalistin im Ha’aretz schrieb im Jahr 2018: «Mondoweiss ist eine Pflichtlektüre für alle, die die israelische Palästinenserpolitik verstehen wollen.» Am 11. Januar erschien dort ein Artikel von Ahmad Ibsais, der die Brände in Kalifornien mit Gaza in Verbindung brachte. «Die Flammen, die ich in den Palisades sehe, erinnern an das Leid in Gaza: Häuser in Schutt und Asche, Landschaften verändert, Leben auf den Kopf gestellt. (…) Was heute in Palästina und Los Angeles brennt, sind Symptome derselben Krankheit: ein System, das Eroberung über Erhaltung, Profit über Menschen und Expansion über Existenz stellt.» Albanese teilte den Artikel auf ‘X’.
Waleed Gadban, politischer Berater bei der israelischen UN-Mission in Genf, schrieb daraufhin: «Hass braucht keinen Grund, nur eine Chance, sich zu manifestieren. Das ist das ganze Ziel Ihrer Existenz, Francesca Albanese!»
Hillel Neuer, GF von UN-Watch wirft ihr vor: «In der modernen Version des Slogans des Stürmers ‚Die Juden sind unser Unglück‘ gibt die UN-Mitarbeiterin Francesca Albanese Israel die Schuld an den Bränden in Los Angeles», und fordert die USA, Frankreich, Deutschland und Grossbritannien auf, ‘diese Antisemitin’ aus dem Land zu verbannen.
Ende November hatte Albanese in einem Interview gesagt, dass Israel zwar am 7. Oktober 2023 «alles recht hatte, sich zu verteidigen und seine Bürger und sein Territorium zu schützen. Deshalb war es in Ordnung, sich mit allen notwendigen und angemessenen Mitteln zu wehren. So wie es am 7., 8. und 9. Oktober geschah. Israel hatte aber kein recht, den Krieg gegen die Palästinenser in Gaza zu beginnen.»
Wer schafft es endlich, diesen Kotzbrocken zum Schweigen zu bringen?
PS: Neben der Rose für positives und dem Kaktus für negatives Verhalten führe ich ab heute für besonders auffälliges anti-israelisches Verhalten den Kotzbrocken ein.
Hinterlasse einen Kommentar