Was geschah am 22. Januar? (Krieg Tag 474)

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Generalmajor Dado Bar Kalifa, Leiter der Personalabteilung der IDF, stellte fest, dass die Einberufung der haredischen Männer ein absoluter ‘operativer Bedarf’ sei, den es zu erfüllen gelte. Das Militär benötigt 6.000 bis 7.000 zusätzliche Kämpfer. Er hat dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung bereits mitgeteilt, dass die IDF ab 2026 in der Lage sein wird, Haredim ohne jede Einschränkung zu rekrutieren. VM Israel Katz hingegen plant, die Quote bis 2030 so zu steigern, dass dann 50 % erreicht werden. Bar Khalifa sagte: „Ich bin überzeugt, dass unsere Haredi-Brüder sich uns anschliessen werden, wenn wir Fortschritte darin machen, alles für sie vorzubereiten. Das wird es uns ermöglichen, sie erfolgreich zu rekrutieren. Wir haben Millionen investiert, wir investieren enorme Ressourcen und werden so viel wie nötig erweitern.»

Anschliessend an die Rede von Bar Kalifa trat VM Israel Katz vor das Mikrofon. Er drohte damit, die laufende Gesetzgebung zu stoppen, falls nicht sichergestellt wird, dass neben einer ‘signifikanten Rekrutierung’ auch das System des Jeshiwa-Besuches aufrecht erhalten bleibt. Dieses Jeshiwot, so Katz, stellen das ‘Rückgrat’ der ultraorthodoxen Gesellschaft dar. «Hier bietet sich die Gelegenheit, einen breiten Konsens zu schaffen», betonte er und fuhr fort: «Jeder, der behauptet, er wisse, wie man 100 Prozent der Haredim rekrutiert, soll sie bitte rekrutieren.» Unsere religiösen, aber nicht ultra-orthodoxen Soldaten besuchen auch Jeshiwot, tun dies unbezahlt in ihrer Freizeit und sind dennoch mit unsere besten Soldaten!

Das Büro des PM weist Berichte zurück, dass sie der PA die Kontrolle des Grenzübergangs Rafah bewilligt habe. Die PA spielt derzeit eine gewisse Rolle bei der Genehmigung von Ausreisevisa. Ob sie zu einem späteren Zeitpunkt eine andere Rolle spielen wird, ist noch gänzlich offen. «Derzeit wird der falsche Eindruck erweckt, dass sie den Übergang kontrollieren.» Derzeit ist die IDF an der gazanischen Seite der Grenze stationiert. Ohne ausdrückliche Bewilligung durch die IDF und den Shin Bet darf niemand aus dem Gazastreifen ausreisen. Jedoch soll für Kranke und Verletzte die Ausreise leichter gestaltet werden. Tatsächlich wurde zwischen ägyptischen Geheimdienstmitarbeitern sowie Shin Bet und Mossad vereinbart, dass ausschliesslich in den ersten sechs Wochen des Waffenstillstands die PA unter Kontrolle der UNO eine eingeschränkte Funktion an der Grenze hat.

Die IDF, die nach wie vor in Teilen des südlichen Libanons präsent ist, entdeckte ein Lager mit Anti-Panzer-Raketen samt deren Abschussvorrichtungen, Raketen-Abschuss-Lafetten, Maschinengewehren und anderen Waffen. Die Waffen wurden vor Ort zerstört.

Ron Dermer, Minister für strategische Angelegenheiten, betonte bei einem seiner seltenen Auftritte vor der Knesset, dass Israel keinerlei Zusagen an Saudi-Arabien bezüglich der Gründung eines palästinensischen Staates gemacht hat. Das aber ist die Vorbedingung der Saudis, um in Verhandlungen mit Israel einzutreten. Dermer, der als der engste Vertraute Netanyahus gilt, betonte in Bezug auf ‘den Tag danach’ in Gaza, dass «die Regierung an einem Plan für die Nachkriegsregierung von Gaza arbeitet. Sowohl die Vereinigten Staaten als auch die Mächte in der Region müssen mit einbezogen werden, um die Verwaltung der Enklave gemäss dem vom Premierminister festgelegten Rahmen sicherzustellen. Wir werden weniger reden und mehr tun.»

Mitarbeiter und Berater von Trump haben damit begonnen, die Vorbereitungen für die zweite Phase der Verhandlungen zu starten. Sie hätten zuvor mit der Regierung Biden zusammengearbeitet, jedoch werde es nicht einfach, das Abkommen wie geplant schrittweise durchzusetzen und die Freilassung der Geiseln zu erwirken, die sich immer noch in Gaza befinden. Wie Politico berichtete, erklärten sie unter der Zusicherung der Anonymität: «Das, was Biden uns hinterlassen hat, ist das Ende vom Anfang, nicht der Anfang vom Ende.» Zu ihren grössten diplomatischen Herausforderungen gehören:

  • Wie kann ein anfänglicher sechswöchiger Waffenstillstand in einen dauerhafteren umgewandelt werden, wenn die Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind?
  • Wie kann die Freilassung von über 60 (!) israelischen und anderen ausländischen Geiseln erreicht werden, deren Freilassung die Hamas noch nicht zugestimmt hat?
  • Und wie, wenn überhaupt, wird Trump Israel dabei helfen, sein Versprechen, die Hamas vollständig zu vernichten, zu erfüllen?

Es gibt jetzt genau zwei Möglichkeiten: alles, was die hervorragenden Mediatoren von US-Präsident Joe Biden, Antony Blinken und sein Team bisher erreicht haben, akzeptieren und darauf aufbauen. Oder aber darauf warten, dass die grossteils politisch und diplomatisch unerfahrenen Neo-Politiker auf dem für sie völlig unbekannten Neuland Fuss fassen und mit den Verhandlungen wieder bei null anfangen müssen. Sie sind gläubige Anhänger der ‘Es tönt ein Ruf wie Donnerhall-Politik’ Trumps, der von Diplomatie und Politik nichts versteht.

Die Houthi-Terroristen haben heute die Crew der ‘Galaxy Leader’, die sie vor mehr als einem Jahr gekapert hatten, freigelassen. Der Autotransporter, der unter der Flagge der Bahamas segelt, wurde am 19. November 2023 von den Houthi-Terroristen bei der Fahrt durch das Rote Meer geentert und entführt. Sie war unterwegs für die japanische Reederei Nippon Yūsen von der Türkei nach Indien. Sie liegt seither im Hafen von Hodeida und kann dort von Besuchern besichtigt werden. Beim Betreten des Schiffes geht man dabei über eine am Boden ausgelegte israelische Fahne…. Nach Inkrafttreten des Waffenstillstands-Abkommens und der Freilassung der ersten Geiseln wurden die 25 gefangenen Crewmitglieder an den Oman ausgeliefert.

Mittlerweile wurden weitere Einzelheiten zu den Angriffen jüdischer Siedler-Terroristen in der Nacht von Samstag auf Sonntag Nacht auf palästinensisches Eigentum bekannt. Grund war die geplante Freilassung von etwa 2.000 palästinensischen Gefangenen im Rahmen des Abkommens. Ein Grossteil der Gefangenen wird in Judäa und Shomron freigelassen, eine kleinere Gruppe kehrt nach Gaza zurück. Die Terroristen hatten in drei Dörfern Häuser und Autos in Brand gesetzt und Steine auf Häuser und Personen geworfen. Auf einem Fahrzeug, auf dem Gasflaschen transportiert wurden, ereignete sich eine gewaltige Explosion. An einem Haus wurde Feuer gelegt, obwohl sich die Bewohner noch darin befanden. Die IDF und Polizei gab zwar an, die Angreifer zerstreut zu haben, allerdings berichten Augenzeugen, dass sie nur zögerlich und unzureichend vorgegangen seien.

Zwei iranische Schiffe sollen in den kommenden Wochen mit einer für Raketentreibstoff wichtigen Chemikalie von China aus im Iran ankommen. Das teilten anonyme Sicherheitsquellen aus zwei westlichen Staaten der Financial Times mit. Die beiden Frachter, die Golbon und die Jairan, sollen mehr als 1.000 Tonnen Natriumperchlorat transportieren. Aus dieser Chemikalie können 960 Tonnen Ammoniumperchlorat produziert werden, was genügend für 260 iranische Mittelstreckenraketen ist. Eines der Schiffe ist seit einer Woche unterwegs, das zweite folgt Anfang Februar, die Reise dauert etwa drei Wochen. Die beiden Frachter gäben doch perfekte Ziele für einen Beschuss ab, oder?

Die Zone E1 ist nur etwa 12 qkm klein, aber von immenser strategischer Bedeutung für Israel. Geografisch bezeichnet er einen Hügel zwischen Jerusalem und der Stadt Ma’ale Adumim. An dieser Stelle ist Shomron recht schmal, würde dort eine israelische Siedlung entstehen, wäre der Zugang für die Palästinenser nach Ost-Jerusalem deutlich erschwert. Die Befürworter der Siedlung winken ab, kein Problem, rings um den Hügel gibt es genug Platz für einen Korridor. 3.000 Wohneinheiten sind geplant. Die neue Siedlung liegt auf dem Stadtgebiet von Ma’ale Adumim.

Der Bürgermeister Guy Yifrach hat nun beschlossen, es in T1 oder auch ‘Trump’ umzubenennen «Die Entscheidung, dies zu tun und nicht das Gefühl zu haben, dass es zu effekthascherisch ist, kam, als ich sah, wie er die Executive Orders an seinem ersten Tag im Amt unterzeichnete und zeigte, dass er wirklich ein Freund Israels ist», erklärte Yifrach. «An seinem ersten Tag war es ihm unter anderem wichtig, die Sanktionen gegen Siedler im Westjordanland aufzuheben.» Ich kann nur hoffen, dass diese nach Trump benannte Siedlung nicht so ein Flop wird, wie ‘Ramat Trump’. Einst mit viel Trara eingeweiht, ist es heute eine Ödnis.



Kategorien:Israel, Politik

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