Was geschah am 28. Januar 2025? (Krieg Tag 480)

28. Tevet 5785

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Oppositionsführer Yair Lapid sieht nur eine Möglichkeit, die palästinensische Terror-Organisation Hamas daran zu hindern, erneut die Herrschaft über den Gazastreifen zu übernehmen. «Jeder, der gestern gesehen hat, wie Hunderttausende Menschen aus Gaza den Netzarim-Korridor überquerten und in den nördlichen Teil des Gazastreifens zurückkehrten, versteht, dass der Krieg vorbei ist. Wenn Israel keinen umfassenden diplomatischen Prozess einleitet, wird die Hamas einfach wieder die Herrschaft über Gaza übernehmen und wir werden eine historische Chance verpassen.» Faktisch ist es so, dass jetzt, wo im Norden des Gazastreifens wieder Hunderttausende Zivilisten leben, die Wiederaufnahme von Kämpfen oder gezielten militärischen Aktionen unmöglich ist. Das Risiko für die Zivilbevölkerung ist jetzt viel zu hoch, Opfer der Kämpfe zu werden. Dass sich unter den Rückkehrern auch Hamas-Terroristen befinden, ist wahrscheinlich.

Private ägyptische und US-amerikanische Sicherheitsfirmen kontrollieren die Fahrzeuge, die über die zentrale ‘Salah al-Din Strasse’ in den Norden fahren, auf Waffen. Lapid befürchtet jedoch: «In dieser Regierung unter Netanyahu wird das nicht passieren, was zum grossen Teil darauf zurückzuführen ist, dass der PM sich weigert, zu akzeptieren, dass die PA eine Rolle in Gaza spielen wird.» Ohne die Beteiligung der PA werden sich die Saudis, Emiratis, Ägypter und Jordanier nicht beteiligen.

Während die palästinensische Terror-Organisation Hamas von etwa 300.000 Menschen spricht, die in den Norden zurückgekehrt sind, schätzt die IDF die Zahl nur auf einige Zehntausend.

Es gibt wohl derzeit kaum noch einen zweiten Menschen, der so sehr davon überzeugt ist, dass jeder überall und jederzeit nach seiner Pfeife tanzt und seine teils wahnhaften Wünsche unwidersprochen umsetzt. Ein ‘Nein’ gibt es für ihn nicht. Die Rede ist von Donald Trump. Der jordanische König und der Präsident von Ägypten haben sich erneut strikt gegen eine Aufnahme von palästinensischen Flüchtlingen ausgesprochen. Dennoch geht er immer noch davon aus, dass ‘sie es für ihn tun werden’. «Wenn man sich den Gazastreifen ansieht, dann ist das seit so vielen Jahren die Hölle. Es gab verschiedene Zivilisationen in diesem Streifen. Das hat nicht hier angefangen. Es begann Tausende Jahre zuvor, und es war schon immer mit Gewalt verbunden. Man könnte die Menschen in Gebieten leben lassen, die viel sicherer und vielleicht viel besser und vielleicht viel komfortabler sind.» Ob das das Ende der ‘Zwei-Staaten-Lösung’ ist, werde er mit Netanyahu besprechen. Der werde sehr bald nach Washington kommen. Falls es sein Gesundheitszustand erlaubt…..Oder, ob es gar seinen Gesundheitszustand verbessert, wenn er Trump sieht? Das Büro des ägyptischen Präsidenten Abdel-Fattah el-Sissi wies heute jede Meldung zurück, dass das von Trump zitierte Telefonat überhaupt stattgefunden hat. Es gibt weder vom ägyptischen noch US-amerikanischen Präsidentenbüro eine Pressemeldung, was den Verdacht stärkt, dass Trump das Gespräch nur geträumt hat.

Eine Gruppe von US-amerikanischen Juden erklärte, dass sie sich von der Social-Media-Plattform ‘X’ abmelden werden. Seit Elon Musk die Plattform übernommen hat, sei ein unerträglicher Anstieg von antisemitischen Inhalten zu verzeichnen. Zu den 14 Gruppen, die ihren Abschied von der Plattform verkündeten, gehören u.a. die ‘Union for Reform Judaism’ und die ‘Zentralkonferenz der amerikanischen Rabbiner’. «X hat sich zu einer Plattform entwickelt, die Hass, Antisemitismus und gesellschaftliche Spaltung fördert und Anbietern von Verschwörungstheorien eine neue Bühne bietet. Musk selbst hat antisemitische und fremdenfeindliche Inhalte erneut gepostet und sie seinen Millionen von Anhängern zugänglich gemacht.»

MKs der beiden ultra-orthodoxen Parteien in der Koalition, Shas und United Torah Judaism, haben Netanyahu aufgefordert, in die zweite Phase des Abkommens einzusteigen. Das wichtigste Ziel sei es, die restlichen noch in Gaza festgehaltenen Geiseln freizulassen. Sie betonten, Netanyahu zu unterstützen, wenn er sich nicht den Forderungen seiner Koalitionspartner beugen und den Krieg nach der ersten Phase wieder aufnehmen werde.

Der albanische PM Edi Rama widerspricht Berichten von Kanal 12, dass seine Regierung von Trump aufgefordert worden sei, 100.000 Palästinenser aufzunehmen. «Ich habe eine Menge an Fake-News gehört, aber das ist absolut nicht wahr. Voller Respekt und Solidarität für die Menschen in Gaza, die durch das grausame Hamas-Regime entmenschlicht wurden und nach den Schrecken des 7. Oktobers einen höllischen Krieg durchgemacht haben. Aber lassen Sie mich eines klarstellen: Albanien wurde von niemandem darum gebeten, und wir können nicht einmal in Betracht ziehen, eine solche Verantwortung zu übernehmen.» Er wies darauf hin, dass Albanien schon lange den Staat Palästina anerkannt hat, aber Albanien nicht im Nahen Osten liegt. «Vom Herzen Europas aus können wir nicht mehr tun, wie andere europäische Staaten.»

Die Hamas hat am Sonntagabend eine Liste mit der Anzahl, aber nicht mit den Namen der toten Geiseln veröffentlicht. Daraufhin hat die IDF die betroffenen Familien informiert, dass sie fürchten, acht Geiseln seien nicht mehr leben. Die Informationen an die Familien gingen hinaus, nachdem die Daten mit denen des Geheimdienstes abgeglichen wurden. Wie zu erwarten, meldeten sich jetzt einige der betroffenen Familien zu Wort.

Danny Elgarat, dessen Bruder Itzhak Elgarat, 69, aus Nir Oz verschleppt wurde, fürchtet, dass sein Bruder nicht mehr am Leben ist. «Seit wir heute die Liste der Hamas erhalten haben, wissen wir mehr. Ich werde nicht für die anderen sprechen, aber ich fürchte, wir werden Itzhak nicht lebend zurückbekommen.» Er ist sicher, dass Itzhak noch leben könnte, wenn die Abkommen früher in Kraft getreten wären. «Wer wird die Verantwortung für den Tod von 40 Geiseln übernehmen?»

Yizhar Lifshitz, der Sohn von Oded Lifshitz, 84, der gemeinsam mit seiner Frau Yocheved ebenfalls aus dem Kibbutz Nir Oz verschleppt wurde, fürchtet ebenfalls um das Leben seines Vaters. Yocheved, die im November freigelassen wurde, habe die Updates zu den Zahlen der noch lebenden Geiseln gehört «und hat verstanden, dass die Chancen, dass er noch lebt, sehr gering sind.»

VM Katz hat bei einem Truppenbesuch einer ’temporären Militärstation’ auf dem Golan betont, dass die Präsenz der IDF auf der südlichen Seite des Hermon auf unbestimmte Zeit geplant ist. Damit widerspricht er allen bisher getätigten Aussagen, die Anwesenheit der Truppen im syrischen Teil der Pufferzone sei nur eine vorübergehende Massnahme. «Unsere Anwesenheit hier dient der Sicherheit der Gemeinden auf dem Golan, dem Norden des Landes und aller Menschen in Israel.» Völkerrechtlich ein erneutes Problem und nicht unangefochten.



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