Was geschah am 31. Januar? (Krieg Tag 483)

2. Shewat 5785

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Erneut musste die IDF leider den Tod eines Soldaten bekannt geben. Staff Sgt. Liam Hazi, 20, s’’l, wurde Opfer eines Feuergefechts mit palästinensischen Scharfschützen in Jenin, Shomron. Bei dem tödlichen Vorfall wurden fünf weitere Soldaten verletzt. Bei einer nächtlichen Razzia in Jenin gelang es der IDF, die beiden Terroristen, die verantwortlich für den Tod des Soldaten waren, zu eliminieren.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres verlangt, dass 2.500 Kinder sofort aus medizinischen Gründen aus dem Gazastreifen evakuiert werden. Vier US-amerikanische Ärzte, die während der letzten 15 Monate freiwillig in Gaza gearbeitet hatten, gaben ihm diese Information. Es sind nicht immer lebensnotwendige Behandlungen, die die Kinder benötigen. «Die überwiegende Mehrheit der 2.500 Kinder muss relativ einfache Behandlungen erhalten. Dazu gehören Brandwunden, die zwar gut verheilt sind, aber bei denen die frische Haut unzureichend durchblutet ist. Das ist einfach zu behandeln. Geschieht das aber nicht, droht eine Amputation.» Hoffentlich wird die israelische Regierung dabei behilflich sein.

Trump will das klare ‘Nein’ von Jordanien und Ägypten auf seine Aufforderung, zivile Gazaner aufzunehmen, nicht akzeptieren. In seinem Allmachtswahn beharrt er darauf, dass sie ihre Ablehnung in Zustimmung ändern. «Sie werden es tun. Sie werden es tun. Sie werden es tun, okay? Wir tun viel für sie, und sie werden es tun.» Das zeigt wieder einmal, dass er keine Ahnung von Politik, Diplomatie und Militär hat.

Die Rafah-Grenze zwischen Gaza und Ägypten wird bereits morgen für palästinensische Zivilisten geöffnet. Damit wurde eine weitere Bedingung des Abkommens erfüllt, das vorsieht, den Grenzübergang wieder zu öffnen, nachdem alle weiblichen Geiseln, Zivilisten und Soldatinnen freigelassen wurden. Immer noch offen bleibt die Frage über das Schicksal von Shiri Bibas und ihren kleinen Söhnen Kfir und Ariel. Die Chance, dass sie noch am Leben sind, sinkt von Tag zu Tag. Der Grenzübergang wird von der europäischen Sicherheitsgruppe ‘EU Border Assistance Mission’ (EUBAM) gemeinsam mit palästinensischen Beamten überwacht. Es muss sichergestellt sein, dass die Palästinenser nicht mit der Hamas oder einer anderen terroristischen Organisation affiliiert sind.

Nachdem die Hamas eine Liste mit den Namen von drei männlichen Geiseln, die morgen freigelassen werden, übergeben hat, scheint das Schicksal der Familie Bibas klar zu sein. Soeben wurden die Namen bekannt gegeben: Ofer Calderon, 54, Keith Siegel, 65, und Yarden Bibas, 35.

Calderon wurde gemeinsam mit seinen beiden Kindern Erez und Sahar aus dem Kibbutz Niz Oz verschleppt. Seine Kinder wurden im November 2023 freigelassen.

Siegel ist amerikanisch-israelischer Doppelbürger. Er wurde gemeinsam mit seiner Frau Aviva aus Kfar Aza verschleppt. Seine Frau wurde ebenfalls im November 2023 freigelassen. Es heisst, dass sein Gesundheitszustand sehr schlecht sein soll. Das hat die in der vergangenen Woche freigelassene Emily Damari berichtet.

Bibas wurde getrennt von seiner Familie Shiri, Kfir und Ariel aus dem Kibbutz Nir Oz verschleppt. Die Hamas behauptete im November 2023, dass seine Familie getötet wurde. Entsprechende Beweise wurden nie erbracht. Shiri und ihre beiden Rotschöpfe wurden schnell zum Symbol für die Grausamkeit des Massakers.

Israel hat beim Komitee, das unter Leitung der USA die Einhaltung des temporären Waffenstillstands überwacht, Beschwerde eingelegt, dass der Iran Koffer voller Bargeld für die Hisbollah über den Flughafen Beirut ins Land schmuggelt. Auch türkische Staatsangehörige würden Bargeld von Istanbul nach Beirut schmuggeln. Wie das Wall Street Journal berichtet, wurde die Beschwerde an die libanesische Regierung weitergeleitet. Nachdem es teilweise schwer ist, Bargeld zu schmuggeln, werden sehr oft stattdessen auch Diamanten ins Land gebracht.

Die Rosen des Tages gehen an den Sohn Yair und den Enkel Erez von Gadi Moses. Die beiden hatten seit dem Massaker vom 7. Oktober 2023 die Haare nicht mehr geschnitten und das Gesicht nicht mehr rasiert. Im Judentum schneidet man sich während der ersten 30 Tage nach dem Tod eines engen Verwandten weder die Haare, noch darf man sich rasieren. Einen Tag nach der Gadis Freilassung baten sie ihn, ihnen die Haare zu schneiden und die Bärte abzunehmen. Gadi erklärte später «Es war ein bisschen wie Schafe scheren.»

Der Kaktus des Tages geht wieder einmal an Netanyahu. Oppositionsführer Yair Lapid hatte ihm schon einmal ein politisches Sicherheitsnetz angeboten. Allerdings nur, um das Abkommen unterschreiben zu können, auch wenn seine Koalitionskollegen sich dagegenstellen sollten. Das Sicherheitsnetz wurde nicht nötig, das Abkommen und dabei vor allem die Freilassung der Geiseln läuft.

Jetzt hat Netanyahu den beiden Oppositionspolitikern Yair Lapid und Benny Gantz einen Deal angeboten: Ihr Sicherheitsnetz bis die letzte Geisel wieder in Israel ist, gegen sein Angebot, genau ein Jahr nach diesem Zeitpunkt vorgezogene Wahlen abhalten zu lassen. Was soll denn das für ein Deal sein? Im Oktober 2026 sind die regulären Wahlen fällig. Dazwischen liegt die lange Sommerpause der Knesset.

In Gesprächen in seinem Büro argumentierte Netanyahu, dass die beiden ihn unmittelbar nach der Rückkehr aller Geiseln zusammen mit Mitgliedern der rechten Opposition absetzen würden. „Das ist ein Trick“, sagte Netanyahu in internen Gesprächen. Stattdessen ist er nur dann zu einem Deal bereit, wenn er dadurch ein weiteres Jahr im Amt garantiert bekommt. Angesprochen auf diesen seltsamen Vorschlag erklärte Lapid: «Ich führe keine Medienverhandlungen mit Netanyahu. Wenn er uns als Sicherheitsnetz für den Geiseldeal nutzen will, können wir das innerhalb einer Stunde hinter verschlossenen Türen abschliessen.»

Ein höchst einseitiger Deal, der wieder einmal nur Netanyahu nutzt. Einer seiner berüchtigten Tricks und Shticks.



Kategorien:Israel, Politik

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